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Oberhessische Eisenbahnen.

1089) Die Lieferung der für die Bureaux. der Oberhessischen Eisenbahngesellschaft im Jahre 1870 noch erforderlichen Schreibma­terialien und sonstigen Bureaubedürfnisse soll im Wege der -Submission vergeben werden. Das Verzeichnis über die Art und Größe des Bedarfs liegt in der Drucksachen­verwaltung offen und sind Offerten, unter Vorlage von Mustern, bis zum 23. d. M- bei Unterzeichnetem einzureichen.

Gießen, am 11. März 1870.

Der Rechnungs-Intendant: Reuning.

Zur Beglaubigung: Dr. G o l d m a n n.

denau wurden bei nommen.

zur Zucht tauglich seien. Was nun die Fütterung und Pflege erwachsener Thiere anlange, so ließen sich diese nicht schablonenmäßig einrichten; örtliche Verhält­nisse, die vorhandenen Futtervorräthe und der jeweilige Geldwerth ter zu ver­wendenden Futtermittel müßten hier in Betracht gezogen werden, stets aber sei darauf Rücksicht zu nehmen, daß letztere hinsichtlich der in ihnen enthaltenen Nähr­stoffe sich gegenseitig in richtigem Verhältnisse ergänzten? Redner empfahl hier als trefflichen Leitfaden Dr. Julius K ü h n'sZweckmäßige Ernährung des Rindviehs", und wies ferner darauf hin, wie nothwendig cS sei, daß der Vieh­halter, wenn er die Pflege seines Vieh' nicht selbst besorge, diese wenigstens per­sönlich gehörig überwache und daß er seinen Viehstand in ein richtiges Verhält- niß zu dem Futterquantum setze, welches er auf seinem Grund und Boden pro- duciren könne. Zum Schluffe sprach Redner den dringenden Wunsch aus, daß möglichst in allen Gemeinden Viehwaagen unterhalten werben möchten, damit die Vichbesttzer im Stande seien, sich über die Erfolge ihrer Fütterungsweise zu unter­richten und den Geldwerth ihrer Thiere nach dem Gewicht derselben zu bemessen.

Im Verlaufe der DiScussion, an welcher sich u. A. die Herren Lehrer Schlapp und Rödelsperger, Pfarrer Müller, Oeconomierath Dr. Krä- m e r und der Vorsitzende betheiiigten, wurde wiederholt auf die im Verhäitniß zum Grund und Boden des kleinen LandwirthS allzu großen Viehstände und auf die häufig zu geringe Zahl der Bullen gegenüber derjenigen der Küh^ und Rin­der als einer gedeihlichen Entwicklung der Viehzucht entgegensteheude Umstände hingewiesen. Herr Oeconomierath vr. Krämer empfahl dringend Vermehrung des Futterbaues, die es allein thunlich erscheinen lasse, auf dem kleinsten Raum mit dem größtmöglichen Aufwand an Dung möglichst v-el herauszuschlagen. Freilich lasse sich eine solche Vermehrung des Futterbaues, nicht in's Werk setzen, so lange noch die Fesseln nicht beseitigt seien, welche durch den bestehenden Flurzwang dem freien Wirthschaftsbetneb auferlegt seien. Immer und immer'wieder müsse deß- halb auf Entfernung dieses Zwanges durch zweckmäßige Feldregulirungen und Weganlagen gedrungen werden. Dem von Herrn Güngerich in Bezug auf Viehwaagen geäußerten Wunsche stimmten Herr Oeconomierath Dr. Krämer, wie auch der Vorsitzende bei; Ersterer will jedoch Waagen nicht blos für Vieh, sondern für alle landwirthschaftlichen Produkte, und zwar befahrbare, zu deren Anschaffung und Unterhaltung seien wohl am besten die Gemeinden in der Lage.

Der Vorsitzende bemerkte hierauf, daß die Zeit zu weit vorgerückt sei, um die übrigen, noch auf der Tagesordnung stehenden Gegenstände zu erledigen, zu­mal Herr Lehrer Funk von Beuern sich noch das Wort erbeten habe zu einem Vortrag über landwirtbschaftliche Buchführung.

Herr Funk verbreitete sich hierauf in einem von der Versammlung mit Interesse entgegengenommenen eingehenden Vortrag über Wesen, Zweck und Nutzen einer geordneten Buchführung beim kleineren landwirthschaftlichen Betrieb, bezeichnete dieselbe in überzeugender Weise als unter den heutigen wirthschaft- lichen Verhältnissen für jeden Landwirth unentbehrlich und das dagegen fast noch überall herrschende Vorurtheil als ein gänzlich ungerechtfertigtes. Er empfahl Ausnahme der landwirthschaftlichen Buchführung als Unterrichtsgegenstand in die Fortbildungsschulen und Prämiirung solcher Schulen, in welchen Buchführung gelehrt werde

Der Vorsitzende schlug vor, diesen Gegenstand einer zu bildenden Commis­sion zur weiteren Bearbeitung zu überweisen, womit sich die Versammlung ein­verstanden erklärte.

Hieraus wurde die Sitzung geschlossen, nachdem Steinbach zum nächsten Versammlungsort bestimmt worden war.

Die Versammlung schritt sodann zur Berathung über den weiteren Gegenstand der heutigen Tagesordnung:

3) lieber Aufzucht deS Rindviehes, welche Herr Pachter Güngerich II. von Großen-Buscck mit einem Vortrag ein- leitete. Redner verbreitete sich zunächst im Allgemeinen über die Bedeutung von Ackerbau und Viehzucht als hauptsächlichste Stützen eines geordneten Staats" lebens und ging dann spcciell auf die Rinvviehzucht über. Es sei einleuchtend, daß der Vieyhalter nur dann den größtmöglichen Ertrag von seinem Viehstande erziele, wenn er solche Exemplare halte, welche die Eigenschaften guter Futterver- werthung in sich vereinigten und wenn er diese Thiere dann kräftig ernähre. Die Anforderungen, welche an gute Zuchtthicre gestellt'werden müßten, seien folgende: bei Kalbinnen weiter Brustkorb, nicht zu starker Hals und Kopf, fehlerfreier Knochenbau, weiche, elastische Haut, breites Kreuz und tonnenförmiger Leib, bet Bullen stark ausge ildetes Vordcrtheil, weiter Brustkorb, fehlerfreier Knochen­bau, elastische Haut, gradliniger Rücken, gedrungener Leib und leichte, energische Bewegungen. Sehr ost würden ober diese Erfordernisse außer Acht gelassen; man verwende weder Thiere, die jene Eigenschaften befaßen, noch ernähre man dieselben kräftig. Letzteres sei besonders häufig bei Bullen der Fall, die bei knappem Futter auch noch über Gebühr angestrengt würden, indem in vielen Ge­meinden die Zahl der Kalbinnen, welche auf einen Bullen kämen, eine zu große sei. Die Folgen zeigten sich dann entweder darin, daß die Kühe nicht trächtig blieben oder schwach entwickelte Kälber zur W.lt brächten. Auch bet der Auf zücht der letzteren begehe man noch viele Fehler; während einem Kalbe, das sich kräftig entwickeln solle, die Muttermilch nicht vor den ersten 5 8 Wochen ent­zogen werden sollte, geschehe dies häufig viel früher und zu einer Zeit, wo das Kalb rauhere Futtermasscn zu assimiliren noch nicht im Stande sei. Auf solche Weise würden Thiere herangezogen, die auch später gereichte kräftigere Nahrung nicht völlig zu verwerthcn vermöchten und weder zur Arbeit, noch weniger aber

niß stattfinde. Was den Antrag des Freiherrn v. Rabenau betreffe, die für Kirchberg noch vorräthigen 25 fl. zur Vertheilung von Schriftchen zu verwenden, so erachte er denselben für sehr zweckmäßig und empfehle WolfsPractische Düngerlehre" als zur Anschaffung besonders geeignet. Schließlich machte Redner auf die Wichtigkeit der Wahl einer soliden Bezugsquelle bei der An­schaffung ckünstlicher Düngmittel, in eindringlicher Weise aufmerksam. In dieser Beziehung sei auch schon in andern DereinSversammlungen der Mangel einer Ver­suchs- und Controlstation für künstliche Dünger im Großderzogthum, wie deren fast in allen übrigen Ländern Deutschlands bestünden, lebhaft gefühlt und zum Gegenstand von Anträgen gemacht worden und er könne dem Bezirksverein Gießen nur empfehlen, in gleichem Sinne zu wirken. Das Publikum möge sich nicht dadurch täuschen lassen, daß viele Fabriken ihre Dünger als unter der Controle auswärtiger Vereine rc. stehend bezeichneten; diejenige Waare, welche in das Großherzogthum eingeführt werde, entziehe sich der Controle solcher Vereine und sei darum häufig nur von geringer Qualität.

Freiherr v. Rabenau schloß sich dem vollständig an und beantragte: das Directorium zu ersuchen, durch Vermittlung des Provinzialvereins, bezw. der landwirtbschaftlichen Centralstelle frei Großh. Regierung auf Errichtung einer Controlstation für HiUfsdünger im Großherzogthum

hinzuwirken.

Dieser, sowie der vorerwähnte, die Verwendung von 25 fl. zur Anschaffung populärer Schriftchen über Düngerlehre betreffende Antrag des Freiherrn v. Ra­der hierauf vorgenommenen Abstimmung einstimmig ange-

Besondere Bekanntmachungen.

1102) Die Jagd- und Fiichwasserpachtgel- ber für das Jahr 1870 müssen innerhalb 14 Tagen anher bezahlt werden, widrigenfalls Mahnung erfolgt.

Gießen, den 10. März 1870.

Grobherzogliches Rentamt Gießen. L y n ck e r.

1091) Die Holzversteigerung vom 11. März ist genehmigt. Die Abfuhrscheine sind vom 19. März bis 2. April bei Großh. Rentamt Gießen einzulösen. Die Ueber- weisung des Holzes findet am 21. März, Morgens 8 Uhr, statt.

Gießen, am 12. März 1870.

Großherzogliche Oberförsterei Schiffcnberg. Dr. Draudt.

Wersteigerrmgen.

1045) Mittwoch den 16. und Donnerstag den 17. März d I., jedesmal Nachmittags 2 Uhr,

sollen in dem Hause der verst. B- Ganß Wtw. auf dem Asterweg die zu deren Nachlaß ge­hörenden Mobilien, bestehend in 2 eichenen polirten Commoden, wovon das eine mit Schreibeinrichtung, ein großer runder Klapp­tisch , Rohrstühle und sonstige' Mobilien, Bettwerk, Weißzeug, Haus- und Küchenge- räthe versteigert werden.

Gießen, den 11. März 1870.

In Auftrag: Semmler, Orisgerichtsmann.

Holzversteigerung in der Fürstlichen Oberförsterei Lick.

1097) Künftiger? Montag, den 28. d. Mts., Morgens 9 Uhr,

sollen im District Hard, auf dem Muschen- heimer Weg anfallgend, und im District Muckenwald versteigert werden:

2 Stecken Buchen-Scheidholz,

2 Eichen-

26 Buchen-Prügelholz,

106 Eichen- u. Tannen-Stockholz,

2850 Wellen Reisholz,

93 starke Eichen-Stämme von 6455 Cbfß-,

65 Tannen- 3007

66 Eichen-Stangen 351

270 Tannen- 1049

Lich, am 14. März 1870.

Fürstliche Oberförsterei Lich.

Eigenbrodt.

Holzversteigernng im Waldgirmeser Gemeindewalde.

1099) Freitag den 18. März, Vormittags um 10 Uhr,

sollen in dem hiesigen Gemeindewalde, Di­strict Bannherd:

90 Eichen-Baustämme von 25 bis 45 Fuß Länge, zusammen 6046 Cubikfuß ent­haltend, ,

meistbietend versteigert werden.

Gegen vorschriftsmäßige Bürgschaft wird Zahlungsfrist bis Martini 1870 gestattet- '

Die Zusammenkunft ist im District selbst, bei Nr. 1 oberhalb des Hausstädter Grun­des. Waldgirmes, den 11. März 1870-

Die Bürgermeisterei Walogirmes. Schmidt-

Bauholz-Bei kauf.

1082) Donnerstag den 17. März 1870 soll im Heskemer Wald nachstehendes Ge­hölz öffentlich meistbietend verkauft werden:

1) 380 Stück Eichen von 20 bis 54 Fuß Länge u. 8 bis 18 Zoll mittl. Durch­messer ;

2) 30 Stück Kiefern von 30 bis 50 Fuß Länge u. 13 bis 14 Zoll mittl. Durch­messer ;

3) 2 Buchen-Abschnitte von 28 Fuß Länge und 18 Zoll mittl. Durchmesser.

Die Zusammenkunft ist im Schlag Hegekop.

Die Herren Bürgermeister werden ersucht, dieses in ihren Gemeinden bekannt machen zu lassen.

Heskem, am 5. März 1870.

Peil, Bürgermeister.

Feilgebotsrrss.

Verkauf einer Scheuer auf den Abbruch.

1080) Die Stadt Laubach beabsichtigt, die von den Erben des verstorbenen Bür­germeisters Müll dahier zur Erweiterung der Straße angekaufte doppelte Scheuer, 71 Fuß lang, 33 Fuß breit, 2 Stock hoch, auf den Abbruch zu verkaufen. Dieselbe kann zusammen, sowie auch getrennt, ab­gegeben werden. Der eine Theil, 41 Fuß lang, 33 Fuß breit, ist von gutem starken Eichenholz, der andere Theil, 30 Fuß lang, 33 Fuß breit, von Tannenholz erbaut und mit Ziegeln gedeckt.

Kaufliebhaber wollen sich bis Ende März l. I. bei unterzeichneter Stelle melden, welche weitere Auskunft ertheilt.

Laubach, am 10. März 1870. Großherzogliche Bürgermeisterei Laubach.

Ritter.

Verkauf einer vollständigen Schloffer - Werkstätten

1081) Bei Schlossermeister Hartmann Jäger dahier steht wegen Aufgebung des Geschäfts das zu einer Schlosser-Werkstätte erforderliche, in gutem Zustande befindliche Handwerksgeschirr, bestehend in: 1 Blas­balg , 1 Ambos, Schraubstöcken, Hämmern und sonstigem Zugehör, zum Verkauf bereit und kann solches jeden Tag eingefthen wer­den. Laubach, am 10. März 1870. Großherzogliche Bürgermeisterei Laubach.

Ritter.

1088) Luzerner u. rothen Klcesamcn, wie auch Grassamen-, empfiehlt

. Emil Pi stör.

1023) Mehrere Vogelshecken sind zu verkaufen Mühlgasse Nr. 72.

8 Düngemittel

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Gedämpftes Knochenmehl (guanifirt), in feinem und gröberem Pulver, für Ge­treide ii. ft w. (zur Maschinen- und zur Handsaat).

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Weinberg-Guano (Weinberg - Dünger).

Wiefen-Düngcr (Kali-Dünger).

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