Ausgabe 
15.1.1870
 
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Preis vierteljährlich 36 kr. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 49 kr.

Gießener Anzeiger.

Erscheint wöchentlich drei- mal: Dienstags, Donner­stags und Samstags. Expedition: Canzleiberg Ltt. V Nr. 1.

Anzeige- und Amtsblatt für den Kreis Kielen.

Nr. 7. Samstag den 15. Januar 187«

Brodpreife vom h!k. bis 21. Januar 1870,

nach eigener Erklärung der Bäcker:

4 Pfund gemischtes Brod I6V2 kr. 2 Pfund gemischtes Brod 8y4 kr. 4 Pfund Roggenbrod 14 kr. 2 Pfund Roggenbrod 7 kr.

Amtliche BekttnrrtMMchungen.

Bekanntmachung.

Betreffend: Anmeldung und Prüfung der einjährig Freiwilligen.

Dieieniqen Wehrpflichtigen, welche als einjährig Freiwillige dienen wollen und im Großhcrzogthum Hessen nach §. 20 der Militär-Ersatz-Jnstruction für ben Norddeutschen Bund vom 26. März 1868 (Regierungsblatt Nr. 21) gestellungspflichtig sind, haben ihre Anmeldung schriftlich, unter Berücksichtigung der &K 148 149 151, 152, 153, 154 und 155 der erwähnten Militär-Ersatz-Jnstruction bis zum

1. Februar dieses Jahres

bei der unterzeichneten Commission einzureichen, falls sie sich der im März d. I. stattfindenden Prüfnng zu unterziehen beabsichtigen.

Der Meldung sind beizulegcn:

a. ein Geburtszeugniß (Taufschein) ;

b. eine beglaubigte Einwilligung des Vaters oder des Vormundes;

c. ein Unbescholtenheitszeugniß,

welches für Zöglinge von höheren Schulen (Gymnasien, Realschulen, Progymnasien und höheren Bürgerschnlen) von dem Director, beziehungsweise Rector der betreffenden Lehranstalt, für alle übrigen jungen Leute aber von der Polizei-Obrigkeit auszustellen ist. .

Da die Zeugniffe und Bescheinigungen bei den Acten zu verbleiben haben, so sind dieselben in den geeigneten Fällen in beglaubigter Abschrift emzureichen.

Bei Nichtbeobachtung der bestehenden Vorschriften, oder Einreichung des Gesuchs nach dem angegebenen Termine, kann die Zulassung zu der nächsten Prufu^i^mcht-stattfipden. eigangene Meldung den Berechtigungsschein nicht zugeschickt erhalten, haben demnächst zur Prüfung zu erscheinen, da eine speclell^Wickadun^hleM^mcht^erfolgt^^ flu jebcm $age von Morgens 8 Uhr an in dem oberen Saabe des Rathhauses dahier

vorgenommen. Mj^och den 9. März d. I. für Diejenigen, welche im Jahre 1850 geboren sind;

2) Donnerstag den 20. März d. I. für Diejenigen, welche im Jahre 1851 geboren sind;

3) Freitag den 11. März d. I. für die in den Jahren 1852 und 1853 geborenen Angehörigen des Großherzogthums, sowie für sämmt- liche Angehörige' eines anderen Staates, welche nach §. 20 der Militär-Ersatz-Jnstruction im Großherzogthum gestellungspflichtig sind.

Die unterzeichnete Commission macht außerdem auf folgende Bestimmungen ausdrücklich aufmerksam.

Die Berechtigung zum einjährig freiwilligen Militärdienst darf nicht vor dem vollendeten 17. Lebensjahre und muß bei Verlust des Anrechts spätestens bis znm 1. Februar des Kalenderjahres nachgesucht werden, in welchem das 20. Lebensjahr vollendet wird.

Mit der Anmeldung um Zulassung znm einjährigen Militärdienst ist die Aufgabe des Rechts, an der Loosung Theil zu neymcn, verbunden.

Ausnahmsweise kann der durch die versäumte rechtzeitige Anmeldung verloren gegangene Anspruch durch Resolution der Ersatzbehorden dritter Instanz wieder verliehen werden, wen» der bctheiligte Militärpflichtige noch nicht an einer Loosung Theil zu nehmen verpflichtet war, oder vermöge seiner Loos-Rnmmer disponibel geblieben ist. In letzterem Falle darf diese Vergünstigung indeß nur dann eintreten, wenn der deßfallsige Antrag vor der zweiten Aushebung, bei welcher der betheiligte Militärpflichtige zu concurriren hat, formirt wird.

Gesuche um Wiederverleihung der durch versäumte rechtzeitige Meldung verloren gegangenen Berechtigung sind an die zuständige Kreis-Ersah-Commission zu T,^nb ben 7 Jauuar 1870. Großherzoglichc Prüfungs-Commission für einjährig Freiwillige.

B e ch st a t t. Strecker.

Besondere Bekanntmachungen.

183) Die Schulgelder aus den städtischen Schulen und der Realschule pro IV. Quartal 1869 können an den drei nächstfolgen- den Wahltagen: Dienstags, Donnerstags und Samstags, ohne Kosten zur Stadtkasse bezahlt werden.

Gießen, den 11. Januar 1870. Der Stadt-Rentmeister:

Enders.

204) Vom 30. d. Mts. ab werden die zur Entrichtung der Wechsel-Stempelsteuer ($. 13 des Gesetzes vom 10. Juni d. I.) erforderlichen Bundes-Stempelmarken und gestempelten Wechsel-Blankets zum Werthe von 1, IV» und 3 Groschen bei sämmtlichen Post-Anstalten in der Provinz Oberhessen und (Saftei, außerdem bei dem Post-Amte in Gießen auch Wechsel-Stempelmarken und Wechsel-Blankets zum Werthe von 4% 6, 71/2, 9, 12, 15 und 30 Groschen und bei der Post-Expedition in Lich Wechsel-Blan­kets zum Werthe von 4V2, 6 u. W2 Groschen, zum Verkaufe bereit gehalten.

Darmstadt, den 27. December 1869.

Der Bundes-Ober-Post-Director:

,_________Vahl._____________

Waisenverpflegung.

171) Für ein ILjähriges Waisenkind (Mädchen) werden Pflegeltern gesucht. Deßfallsige Anerbietungen werden auf der Bürgermeisterei dahier entgegengenommen.

Gießen, den 10. Januar 1870.

Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. _______________Vogt._____________

172) Die auf die sicher Chaussee führende VI. Schneiße des Gieße­ner Stadtwaldes hat in Folge des

Regenwetters abgesperrt werden müssen und darf bis auf Weiteres nicht befahren werden.

Gießen, den 11. Januar 1870. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen.

Vogt.

Versteigerungen.

180) Montag den 17. Januar, Nachmittags 2 Uhr, werden am Güterschoppen der Cöln-Min- dener Bahn dahier nachbenannte im besten Zustand befindliche Baumaterialien öffent­lich versteigert, nämlich:

1300 laufende Fuß Balken und Dach­sparren, 200 lUFuß tannene Bretter, 3 Nais Dachschiefer von Langhecke, Sand­steingewände für eine Thüre und 4 Fen­ster, 6 Fenster nebst Nahmen, 3 Thü- ren, 1 Ofenstein, einige Dachkandeln, 4 Klafter Sandsteinquadern und Mauer-' steine, 300 Stück Ziegelsteine.

Gießen, den 12. Januar 1870.

In Auftrag: M- Pilger.

155) Folgende, bei der Stadt Gießen nöthige Arbeiten und Lieferungen, als: das Brechen von 58 Cub.-Klftrm

Basaltsteine, veranschlagt zu . 348 st. das Anfahren derselben, veranschl.

zu.......... 1044

Pflasterarbeit, veranschlagt zu . 1780 die Lieferung von 1 Cub-Klftr.

Pflastersteine, veranschlagt zu . 90 die Lieferung von IV« Cub.-Klftrn.

Sand, veranschlagt zu . . . 24 sollen Montag den 17. d. Mts., Vormittags 9 Uhr, im Rathhause öffentlich vergeben werden. Die Großh.. Bürgermeistereien der um­liegenden Orte werden ersucht, dies in ihren Gemeinden bekannt machen zu lassen. Gießen, den 10. Januar 1870.

Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Vogt.

Holzversteigerunq im Gießener Stadtwalde.

176) Montag den 17. Januar 1870, von Vormittags 9 Uhr an,

soll in dem Gießener Stadtwalde, Distric- ten Philosophenwald, Abth. Promenade, Franzosenschanze und Stolzenmorgen, nach­verzeichnetes Holz öffentlich versteigert wer­den, als:

3 Stecken Eichen-Prügelholz,

3 Stockholz,

432 Wellen . Reisholz,

Vr Stecken Buchen-Scheidholz,

33/t Radel-

I6V2 Prügelholz,

47 Vr Stockholz,

1770 Wellen Reisholz,

250 Dorn-

30 Eichen-Stämme mit 872 Eubikfuß,

342 Radel- 10322

4 Eichen-Stangen 16

16 Radel- 50

Die Zusammenkunft ist auf dem Trieb.

Gegen vorschriftsmäßige Bürgschaft wird Zahlungsfrist bis 1. Mai 1870 gestattet.

Die Großh. Bürgermeistereien der um­liegenden Orte werden ersucht, dies in ihren Gemeinden bekannt machen zu lassen.

Gießen, den 11. Januar 1870.

Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen Vogt.

Holzversteiqerung im Anneröder Gemeindewalde.

173) Künftigen Dienstag, den 18. Januar, von Morgens 9 Uhr an,

sollen im Anneröder Gemeindewalde, Di- strict Köpfeln, nachverzeichnete Holzsorti-