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Auswärtigen übrig, welche in einer Weise gegeben wurden, die viel eher einer Provocation ähnlich sah, als den kühlen Worten eines Staatsmannes, der über eine bestimmte Frage sein Urtheil abzugeben hat. Der Herzog von Gramont müßte sehr schlecht von seinem Gesandten in Madrid tnsormirt gewesen sein, wenn er nicht gewußt hätte, daß Preußen nichts zu der Wahl der spanischen Regierung gethan hat, und wenn der Herr Herzog das gewußt hat, so wird er durchaus mit eben solcher Sicherheit entnehmen können, daß wir nichts dagegen thun werden, weil wir es nicht könnten, ohne uns zu erniedrigen. Preußen bat nicht die mindeste Berechtigung und selbstverständ­lich auch keine Verpflichtung zu den ihm angesonnenen Diensten für Frankreich in Madrid, und sein Befug- niß, den Prinzen Leopold in Ausführung eines et­waigen Entschlusses zu hindern, auf einen Ruf der Cortes einzugehen und Spanier zu werden, ist we» nigstens in hohem Grade zweifelhaft. Es heißt die Welt auf den Kopf stellen, wenn man dergleichen von einem Staate wie Preußen verlangt, und noch dazu in diesem brüsken Tone; es heißt Händel suchen, wo keine von srlbst erwachsen wollen; und wenn dies die Absicht des Herzogs von Gramont ist, so möge er zweimal zusehen."

Der .Köln. Ztg." wird aus Paris vom 10. ge- schrieben: Ueber das, was in EmS vorgegangcn ist, vernimmt man noch nichts Bestimmtes. Rur meldet derGauloiS" nach Briefen aus dem genannten Badeorte, daß Benedetti vor seinem Empfange beim König Wilhelm eine Unterredung mit Herrn v. Werther gehabt und über dieselbe an den Herzog von Gramont Folgendes telegraphirt habe:Die Antwort des Herrn v. Werther enthielt nichts Kate­gorisches und sie kann nur als Jndicium für die Stellung dienen, welche Frankreich einzunehmen ge­denkt. Die Negierung des Königs ist von der Hal­tung der Regierung des Kaisers auf'S Aeußcrste überrascht worden. Sie weiß sich nicht die Rasch­heit zu erklären, mit welcher Frankreich eine so offen feindselige Stellung Preußen gegenüber hat einneh­men können, oder sie sicht vielmehr darin die Be­stätigung ihrer seit langer Zeit gehegten Bermuthung, daß Frankreich zu einem Kriege am Rhein zu ge­langen wünsche. Preußen glaubt indeß nicht, daß die Thatsachen der Art seien, um die ihm gebotcne Herausforderung zu rechtfertigen, und in allem diesen wird sein König nicht vergessen, daß er im Bewußt- sein seiner Würde als Souverain einer Großmacht, der Wächter der wohlberechtigten Bestrebungen und Interessen des großen deutschen Volkes ist." Rach den letzten officiellen Nachrichten, welche man hier hat, dauern jedoch die Unterhandlungen fort und es läßt sich noch keine Lösung absehen. Der Herzog y. Gramont soll heute von Benedetti zwei chiffrirte Depeschen erhalten haben, mit denen er sich sofort nach St. Cloud begeben hat. Inzwischen dauern hier die militärischen Vorbereitungen fort. Der Mar­schall Mae Mahon ist noch nicht nach Paris berufen, aber angewiesen worden, Alles so einzurichten, daß er sofort Algier verlassen könne. Beim Ausbruch des Krieges werden die Schüler der ersten Klaffe der Militärschule vom 7. Corps sofort zu Offizieren ernannt werden. Die Gendarmen haben Befehl er­halten, ihre Pferde nach dem Hauptort des Departe­ments zu senden. Man will dieselben für die active Armee verwenden. In Toulon wird mit großem Eifer gerüstet. Außer den bereit- erwähnten Schiffen werden auch die Fregatten Revanche und Valareuse in Bereitschaft gesetzt. Bei der Nordbahn hat die Negierung 1100 Waggons bestellt, um das Getreide zu trar.sportiren, das in Dünkirchen angekommen sein soll.

Aus Wien erhält dieN. Fr. Pr." unterm 9. folgende Notiz über die Lage:Die Situation scheint einen ernsten Charakter angenommen zu haben, Be­weis dafür ist die Thatsache, daß Graf Beust seine Abreise nach Gastein denn doch vertagte. Zn der That lauten auch die aus Paris eingetroffenen De­peschen sehr ernst, und lassen diese eben keinen Zweifel mehr darüber obwalten, daß Frankreich fest entschlos­sen ist, in dieser Affaire es auf das Aeußerste an» kommen zu lassen. Die hohenzollern'sche Candidatur selbst steht jetzt bereits in zweiter Linie, wahrschein­lich, weil man in Paris eingesehen haben mochte, daß ein Widerstand gegen diese nicht ohne Rückschlag auf die Stimmung in Spanien bleiben könnte. Da­für tritt aber um so intensiver die Behauptung in den Vordergrund, Preußen habe durch die Heimlich, keit der Abmachungen in dieser Frage vollkommen gegen die internationale Usance bei derartigen Can- didaturen gehandelt, die Großmachtstellung Frankreich- absichtlich ignorirt und ihr durch Schaffung eines Fall accompli ein neues Parol bieten wollen. Dem­gemäß hat auch da- Tuileriencabinet eine Art Som- mation nach Berlin gerichtet, in welcher es nicht

blo- De-avouirung, sondern völlige Beseitigung der hohenzollern'schen Candidatur verlangt. Die Pariser Kreise geben, guten Informationen zufolge, deutlich zu verstehen, daß man eine rasche, befriedigende Ant« wort des Berliner CabinctS erwartet, und hält man es für den Fall, daß die Berliner Regierungskreise allzu lange zögern sollten, sogar al- gewiß, daß Frankreich seiner Sommation durch eine militärische Demonstration Nachdruck geben wird. Der Schwer­punkt der Situation liegt somit ausschließlich in Berlin, wo man augenscheinlich noch zu keinem Ent- schlusse gekommen ist oder kommen will. Den in dieser Angelegenheit vermittelnden Großmächten hat sich jetzt auch Rußland angeschloffen, jedoch in einer derart verclausulirten Weise, daß man glaubt, Ruß­land habe die Aufgabe, die Intervention der Mächte zu Gunsten Preußens zu controliren und zu regu- liren."

Italien. Rom, 7. Juli. 153 Concilsväter haben an bas ^oncll folgendes Gesuch gerichtet: Jedermann weiß, daß der heil. Joseph von einer in der That ganz besonderen Vor­sehung unter allen Männern auögewählt wurde, zum Gatten der jungfräulichen Mutter Gottes und zum Vater deS fleischge­wordenen Wortes nicht durch tue Erzeugung, sondern durch die Liebe und das Recht der Ehe. Deßhalb lesen wir, daß er nicht nur von einzelnen Stellen deS heil. Evangeliums und von der heil. Jungfrau selbst Vater Christi genannt wird, sondern daß unser Herr Jesu Christ auch sich würdigte, während seiner irdischen Laufbahn ihm wie dem eigenen Vater unterthänig zu sein. Die unterschri.benen Bischöfe dieses aufmerksam betrach­tend und wissend, daß seit langer Zeit in der ganzen Welt die heiße Sehnsucht besteht, die öffentlrche Verehrung beö heil. Jo­seph v.rgröpert zu sehen, bitten, das heil. Concil wolle feierlich erklären: 1) daß der heil. Joseph stehe in seiner Eigenschaft als Vater Christi über allen geschassenen Wesen und eS solle ihm künftig in der katholischen Ruche eine höhere Verehrung als den anderen Heiligen nach der Mutter Gottes gezollt wer­den. 2) Derselbige heil. Josiph, dem der Schutz der hell. Fa- milre anvertraut war, sei nach der heil. Jungfrau als erster Patron der ganzen Klrche erklärt.

Spanien. Madrid, 9. Jul,. Die spanische Regierung hat rhre Vertreter im Ausland« beauftragt, entschieden in Ab­rede zu stellen, daß die Candidatur des Prinzen von Hohen- zvllern aiS ein gegen Frankreich ober dessen Regierung gerichteter Act der Ferndfeligteit aufzufassen sei. Ebensowenig habe sich Prim an BiSmarck gewandt, um die Zustimmung des Königs von Preußen zu erlangen. Die Verhandlungen seien ausschließ­lich mit dem Prinzen Leopold ohne Mitwirkung des Grafen Bismarck geführt wölben. Gleichzeitig beauftragte die spanisch« Regierung »hre Vertreter rm AuStande, allen böswilligen An- grissen gegen Prim mit aller Entschiedenheit entgegenzulreten.

Madrid, 10. Juli. Hiesigen Blättern zufolge hat die Regierung die Ordre zur Einziehung der Urlauber und zur Be­setzung der Norbgrenze ertheilt.Jmparcral" bringt diese An­ordnungen in Verbindung mit Vorsichtsmaßregeln, welche gegen carlistische Agitationen zu ergreifen seien. Die oificiöse Meldung von Pariser Blättern, Esparlero habe sich Prim gegenüber gegen den Prinzen von Hohenzolleru und für den Plinzen EiphonS ausgesprochen, »st völlig unbegründet.

Vermischtes.

Gießen, 11. Juli 1870. Der Schwurgerichtshof der Pro­vinz Oberhefien hat während seiner in der abgelaufenen Woche stattgehabtcn Sitzungen in folgenden zur Verhandlung gekom­menen Anklagesachen erkannt:

Den 4. Juli: gegen den Post-Unterbediensteten Martin sinnet I. aus Vilbel, wegen Dienstvergehen, eine Corrcctions- Hausstrafe von 2 Jahren und 6 Monaten; wegen der ange. klagten Unterschlagung eines Wechsels im Betrage von 50 fl. dagegen, nachdem in dieser Beziehung von den Geschwornen «inNichtschuldig" erging, auf Freisprechung.

Den 5. Juli: gegen Heinrich Kircher aus Lauterbach, wegen ausgezeichneten Diebstahls, Correctioushausstrafe von 1 Jahr und 3 Monaten, an welcher jedoch 3 Monate als durch die unver­schuldet erlittene Untersuchungshaft bereits verbüßt, in Abzug zu bringen seien.

Denselben: gegen Gotthard Walther von Bauernheim, wegen Begünstigung der von dem vormaligen Bürgermeister Vogt auS Reichelsheim verübtcn Unterschlagung, eine BezirkS-Gefängniß- strafe von 4 Wochen.

Den 6. Juli: gegen Eva Elisabeths Kröning aus Bieben, wegen Abtreibung ihrer Leibesfrucht, eine Correctioushausstrafe von 4 Monaten, und gegen Katharina Engel auS Grebenau, wegen gewerbsmäßiger Begünstigung jenes Verbrechens, eine solche von 1 Jahr.

Den 7. Juli: gegen Wilhelm Constant aus Wetterfeld, wegen Verführung zur Unzucht, eine Zuchthausstrafe von 4 Jahren.

Denselben: gegen Philipp Reitz von Nieder-Ohmen, wegen Versuchs der Nothzucht, bezw. Verführung zur Unzucht, eine Correctioushausstrafe von 3 Jahren.

Den v. Juli: gegen Georg Kuhlmann, academischer Ho- spitalverwalter zu Gießen, wegen Dienstvergehen, neben der Dienstentsetzung eine Zuchthausstrafe von 4 Jahren.

Groß-Buseck, 10. Juli. Nachdem das Gutachten deS Orgelbautechnikers, Herrn Capellmeister Lur von Mainz, ein­gelangt ist, erlauben wir und den Lesern dieses Blattes eine kurze Mittheilung über die neue Orgel, ducch welche unsere Kirche geschmückt worden ist, zu machen. Dieselbe wurde von dem Orgelbauer Forster in Lich erbaut und besteht aut 20 klingenden Registern. DaS Aeußere ist in gothischem Geschmack kunstvoll hergestellt und mit Goldverzierungen reichlich auSge- stattet. Am meisten Anerkennung verdient aber dec innere Ge­halt. Herr Lur sagt in seinem Gutachten:Der Erbauer hat mit der ihm eigenthümlichen Genauigkeit und künstlerischen Feinheit sein Wttk vollendet. DaS Gebläse (rin sozenannteS Magazingebläse) ist vortrefflich hergestellt. Alle Stimmen ent­

sprechen charakteristisch ihrer Bezeichnung. Dabei sind einzelne von besonderer Schönheit, z. B. Prinzipal, Gamba, verschie­dene Flötenregister und Zungenstimmen. Auch Intonation und Stimmung sind gut. Die Anlage im Innern ist zweckmäßig und leicht zugänglich, kur; alles vereinigt sich zu einem Werke, das dem Erbauer zur Ehre, der Gemeinde zur Zierde gereicht." Es wird keinen Musikfreund, den di« neue Eisenbahn so leicht nach Buseck bringt, gereuen, dieses ausgezeichnete Werk genauer betrachtet zu haben, überhaupt hoffen wir, daß Auswärtige und Reisende unsere durch Narur- schönheit so ausgezeichnete Gegend häufiger als bisher besuchen werden.

Darmstadt, ll. Juli. DaS DepartementS-Ersatz-Geschäft im Bezirk der Großherzoglichen I. Infanterie-Brigade Nr. 49 wird im laufenden Jahre an nachverzeichneten Tagen stattfinden : in Vilbel am 12. September, in Friedberg am 13. und 14., in Büdingen am 15. und 16., in Nidda am 17. , in Gießen am 19., 20. und 21., in Grünberg am 22., in Alsfeld am 23. und 24., in Lauterbach am 26. und 27., in Schotten am 28. und 29., in Offenbach am 30. September, sowie am 1. und 3. October, In Dieburg am 4., 5. und 6, in Darmstadt am 7., 8. und 10. October.

Frankfurt, 7. Juli. Gestern Abend 10 Uhr kehrten in einem hiesigen kleinen als Absteigequartier bekannten Gasthause ein Herr und eine Frauensperson ein, ließen sich sofort ein Zimmer anweisen und schlossen sich, ohne etwas zu genießen, darin ein. Heute früh wurde das Zimmer, nachdem auf mehr­maliges Klopfen nicht geöffnet worben, vom Wirth« mit Nach­schlüssel geöffnet und fand er die Frauensperson tobt im Bette, der Herr war verschwunden, ohne daß irgend Jemand im Haus« hierüber em« Wahrnehmung gemacht halte. Di« Besichtigung der Leiche ergab, daß der Tod wahrscheinlich in Folge von Er­drosselung, Erwmgung mit den Händen eingetreten war.

Wie wir veinehmen, wurde der Mörder des in einem hie­sigen Hotel dritten Ranges lobt im Bett aufgefundenen MädchenS in Wiesbaden verhaftet. Der Zufall führte zur Entdeckung. Zwei Mädchen, welche vom Milchtrinken Morgens gegen 7 Uhr an dem Hotel vorbei kamen, bemerkten ein Individuum, welches sich eiligst mit verkratztem Gesichte entfernte. Sie machten noch eine heitere Bemerkung darüber: als sie jedoch im Laufe des Vormittags hörten, was vorgefallen (dieselben wohnen in der Nachbarschaft), so machten sie Anzeige. Die betreffende Per- sönlichkeit wurde von ihnen identificirt und soll bereits ein Ge- ftändmß des Thäterö vorliegrn.

Breölau, 29. Juni. Gest«,n Abend betrat der Handschuh­machergeselle Hartung ein Restauratio ölocal in der Fischcrgasse, wo er sich ein Seidel baierisch Bier verabreichen ließ, in das er heimlicherweise den Inhalt eines Fläschchens mit Cpankali schüttete, wo, auf er daS vergiftete Bier, um sich daS Leb.n zu nehmen, zur Hälfte auStrank. Er hatte indeß »och so viel Kraft, bis in tun Hoiraum zu wanken, in welchem er später besinnungslos vorgefunden wurde. Mittlcrwelle kam der in der Restauration Billard spielende Botenmeister Haucke an jenen Tisch, auf welchem außer verschiedenen anderen auch daS GlaS mit dem vergifteten Bier stand, und in der Meinung, daß eS das seinige sei, ergriff er daö BicrglaS und trank eS bis zur Neige aus worauf er augenblicklich bewußtlos zu Boden stürzte. Trotz aller rasch angewandten äiztlichen Gegenmittel sta,b Hauck« nach Verlauf einer Stunde, während der Selbstmörder, der nur den obersten Theil des Bieres getrunken hatte, sich noch am Leb.n, wenn auch in bewußtlosem Zustande, befindet. Der so unerwartet Getödtete war verheirathet und Vater von 3 Kin­dern. Er genoß allgemein den Ruf eines braven Familienvate,s und eines wackeren Beamten.

New-Äork. Ueber ein grauenhaftes Ereigniß in Miodle- town, einem Dorfe des nordamerikanischen Staates Missouri, berichtet ein dortiges Blatt:Die Besitzer einer umherziehendea Menagerie waien um eine neue Sensation verlegen, mit wel­cher sie das Publikum anlocken könnten, und so beschlossen sie, ihr Musikcorps oben auf den Käfig einiger dresstiten Löwen ju placiren und so vierspännig durch die Straßen zu fahren. Ob­wohl die Musiker wiederholt Einwendungen machten und den Käfig für nicht stark genug hielten, beharrten die Unternehmer auf ihrem Vorsatze und unter zahlreichem Gefolge des Publi­kums fetzte sich der Zug am 12. Mai in Bewegung. Als der Kutscher um eine Straßenecke biegen wollte, verwickelten fick die Vorderpferde, brachten das ganze Gespann in Unordnung und rissen schließlich in einem Galopp aus. Das Vorderrad d«S Käfigs stieß bei dieser Gelegenheit mit solcher Gwalt gegen einen großen Stein, daß die Stützen deö Daches nachgaben und die Musiker in daS Innere des KäfigS hinabsturzten. DaS SchreckenSgeschrei der armen Opfer, welche von den wildge- wordenen Bestien zerfleischt wurden, war herzz.rreißend. Einigen wenigen von den Musikern gelang cS, den Wänden deS KäfigS hinaufzuklettern; sie fielen besinnungslos auf der anderen Seit« zu Boden, während die übrigen in einem schrecklich verwickelten Knäuel mit den Bestien um ihr Leben rangen. Nachdem die Zuschauer sich von dem ersten Schrccken erholt hatten, eilten sie in einen zufällig gegenüber liegenden Eisenladen, ergriffen Heugabeln, Hacken, lange Eisenftangeu kurz jede erreichbare Waffe und entfernter, die Sritent üren des KäfigS, welche biöh.r das Innere den Augen der Zuschauer entzogen hatten. Ein schrecklicher Anblick bot sich dar: mbin den Unglücklichen, deren glänzende Uniformen von Blut besudelt waren, lagen loSgeriffen halbverschlungcne Gliedmassen, während die Bestien ihre grünen Augen wild auf die versammelten VolkSmaffen warfen. In diesem Augenblicke kam Professor Charles White, der Besitzer, hinzu und gab seine Befehle zur Beseitigung der Todten und Verwundeten. Nachdem er Leute mit Heugabeln und Eisenstangen an allen Seiten ausgestellt hatte, sprang «r furchtlos in den Käfig und fing an, die Verwundeten aufzu« raffen und der versammelt«n Menge hinauSzureichrn. Er hatte den letzten Verwundeten in Sicherheit gebracht und machte fich daran, die Ueberrlste der Getödteten zu sammeln, als einer der Löwen, deralte Nero", mit fürchterlichem Gebrüll aus ihn loS sprang, Zähne und Tatzen in seinem Halse und seine« Schultern vergrub und anfing, ihn in ganz schrecklicher Weife zu zerfleischen. Dreimal machte White den vergeblichen Versuch, daS Ungeheuer «bzuschütteln und dann befahl er, auf dasselbe zu feuern. Vier Revolver wurden auf den Pelz der Bestie ab­gebrannt und diese fiel mit wildem Geheul l.bloS zusammen. Der wackere Mann, wiewohl schrecklich zerfleischt, verließ dann den Käfig noch nicht, sondern sammelte zuerst sorgfältig alle Ueberreste der Todten. Von den zehn Musikern waren drei so­fort getödtet und vier schrecklich zugerichtet worden. Die Torten, deren Leichen und abgerissenen Glieder unmöglich zu erkennen waren, und di« August Schoer, Konrad Freeiz und Karl Greiner offenbar alles Deutsche hießen, wurden sofort in Sarg« gelegt und begraben."

Redattiou, Druck unb Verlag der Brühl'scheo Univ.-Druckerei (Fr. Chr. Pietsch) in Gießen.