runaSwache iu bewältigen, was ihm nicht gelang. Beim Davonlaufen erreichte ihn die tödtliche Kugel eines zweiten Postens. Im Allgemeinen geben die bei den Bürgern arbeitenden Gefangenen wenig Anlatz zu Klagen; doch sind die Arrestationen wegen Umherstreifen- und Trunkenheit ziemlich zahlreich, da die Militärbehörde mit vollem Recht gegen den geringsten Excch strenge und sehr umfassende Matzregeln getroffen hat. r
Köln 8. Nov. Auch dem Professor Hilgers ist vom Erzbischöfe von Köln das fernere Halten von Vorlesungen untersagt und zugleich angedroht worden, datz er, wenn er sich nicht vor Ablauf eines Monate- unterworfen hatte, a säens susvendirt werden würde. Uebrigens hat den Facultäts-Statuten gemätz der Erzbischof nicht das mindeste Recht, irgend einem Professor der Theologie zu verbieten, Vorlesungen zu halten, sondern in allen Fällen, wo ihm dieses wünschens» werth oder gar geboten erscheint, hat er sich zu dem Zwecke an die entscheidende Instanz, das CultuS-Ministerium in Berlin, zu wenden. Man muß daher gespannt sein, ob sich letzteres einen solchen Eingriff in seine Rechte gefallen lassen, eventuell welche Maßregeln es treffen wird, um denselben zurückzuweisen und für die Zukunft unmöglich zu machen. Es versteht sich von selbst, daß das EultuS- Ministerium von dem bisherigen Verlaufe der Sache amtliche Kunde erhallen hat: bis jetzt ist aber nur ein Bescheid desselben bekannt geworden, des Inhaltes, daß, da die Professoren bereits ihrerseits dem Erzbischöfe d.e correcte Antwort gegeben hätten, einstweilen noch keine Veranlassung vorhanden sei, seinerseits mit demselben in Verhandlung zu treten. „ . 0?’ 3-)
München 9. Nov. Die als Eskorte französischer Kriegsgefangener hier anwesende 5. Compagnie des 19. Landwehr-Regiments, unter Commanvo des Lieutenant Keim, wurde heute zur Festtafel in die königliche Residenz gezogen, bei welcher Flügel-Adjutant v. Sauer den König vertrat. Dem Festmahle wohnten ferner noch bei ein General - Adjutant des Königs, der Stadtcommandant und Deputationen von Officieren und Unterofficieren. Der Sängerchor des Hoftheaters und eine Musikcapelle besorgten die Tafelmusik. Heute Abend besuchen die preußi- scheu Soldaten das Hoftheater, wo ihnen zu Ehren auf Befehl des Königs Colberg" von P. Hepse gegeben wird. — Morgen veranstaltet der Magistrat rin Festbanket in der Westendhalle. Die Preußen wurden Seitens der Bürgerschaft auf das Herzlichste ausgenommen.
bei dem Prisengerichte im Ministerium der Marine zu Tour- zu adressiren. Tours, 5. Nov. 1870. Henri Barbouix. — Der „Moniteur" veröffentlicht nachfolgende Depesche: „Nogent la Rotrou, 5. Nov., 10 Uhr 40 Min. Morgens. Mit einem in Paris aufgestiegenen Ballon gestern Abends 6 Uhr in Fresnay le Gilbert, 8 Kilometer von Chartres, herabgelangt. Die Preußen bemächtigten sich eines TheilS meiner Depeschen; ein Sack gerettet und sofort dem Eisenbahntrain anvertraut, der um 11/2 Uhr nach Tours geht.
/X Brüssel, 11. Nov. Der Courszettel der Pariser Börse vom 3. Nov., an welchem Tage man in Paris den Waffenstillstand als unmittelbar bevorstehend, betrachtete, traf pr. Ballonpost hier ein: 3 % Rente 54.70. Creditfoncier 940. Creditmobilier 120. Paris-Lyon 866. Etats-UniS 105. AutrichienS 655. Cabel 390. Soicöte generale 410. Est. 410. Nord 990. Orleans 755. Suez 245. Italic 54. Lombards 390. Bons Lombards 217.
Officielle militärische Nachrichten.
Versailles., 11. Nov. Der Königin Auguste in Homburg. Vorgestern hat sich General v. d. Tann fechtend vor Uebermacht von Orleans nach Tlioury zurückgezogen, wo er sich gestern mit General Wittich und Prinz Albrecht (Vater) von Chartres kommend, vereinigt hat. Großherzog von Mecklenburg stößt heute zu ihnen.
Wilhelm.
Versailles., 11. Nov. General v. d. Tann hat am 11. kein weiteres Vorrücken des vor ihm befindlichen Feindes gemeldet.
v. Podbielsky.
Verd uiii 11. Nov. Bei der Capitulation von Verdun zu Gefangenen gemacht: 2 Generale, 11 Stabsoffiziere, 150 Offiziere und etwa 4000 Mann. An Geschützen vorgefunden, 136 verschiedenen Calibers, außerdem etwa 23,000 Infanterie-Gewehre, sowie bedeutende Bestände an verschiedenem Kriegsmaterial. v. G a y l.
Local-Notizen.
Gießen, 12. Nov. Gestern Abend um 7 Uhr rückte die Ersatzmannschaft unse- res H- Infanterie-Regiments nach dem Krieasschauplatz ab.
67
Oberhessen
Braunschweiger 163/< Stadt Madrid 213/4
Oestr. 1858r 1860r 1864r
Börsennachrichten.
11. November 1870.
Actien.
Frankf. Bank 132
Frankf. Vereins-Kasse 101V«
Darmst. Bankact. 325
Wien Bankactien 709
Galizien 235 _____________
Blanque sei verhaftet worden; die Nachricht ist jedoch ungenau.
/X Brüssel, 11. Nov. Das Citationsedict, die deutschen Schiffsprisen betreffend, lautet im Moniteur vom 7. ds.: Der Secretär des provisorischen Prisen- gerichtS unterrichtet oas Publikum, daß das Gericht am 16. Nov. über nachfolgende Schiffsprisen: Gerarvine, Tonners, Voß, Blücher, Finke, Adler, Norv- veutschlamd, Agnes, Perle, Brillant, Elise von Lützow, Angela, Borussia, ebenso wie über sämmtliche andere Prisen amtiren werde, die etwa nach dem 20. Sept, in einen oder den andern französischen Hafen gebracht worden sein sollten. In Folge dessen werden alle dabei interessirten Parteien aufgeforvert, ehemöglichst ihre etwaigen Observationen und Einwendungen an den Commissär der Regierung
b. Katholische Gemeinde.
Nichts angemeldet.
Actien.
Oest. Creditact. 2433/< 50/0 östr. F. St. E. B. 367% Lombard Bahn 1711/2 Ludwigsh.-Bexbach 1631/4 Maxbahn 108
Bayer. Ostbahn 1241/4
Hess. Ludwigsb.-Act. 135
Alsenzbahn-Actien 86
fl. 250 v. 1839 — Prioritätsloose 154 Loose 77
n 1W/4
Telegraphische Depeschen.
△ Brüssel, 10. Nov. Ein Telegramm der „Libertö" aus Tours vom 5. Nov. meldet: In den ofsiciellen Regionen betrachtet man das Pariser Votum vom 3. d. nicht bloß als eclatantestes Volks-Votum seines Vertrauens der Regierung gegenüber, sondern selbst als Beistimmung zu den Waffenstillstanes-Ver- . Handlungen. ,L1 . !
△ Brüssel, 11. Nov. Der Feuilletonist Charles Joliet schreibt in einem i zu Bordeaux erscheinenden Blatte: „Sind wir denn Alle Narren geworden, handeln wir denn Alle in einem bösen Traum!? Ist Frankreich denn vom Schlage, vom Schwindel befallen! Ich erlebte all die großen Ereignisse seit 1848, ich war । unter Baraguay d'Hilliers, ich kämpfte mit in der Schlacht von Solferino, ich : reiste dann, ich sah freie Völker und Sklaven, ich studirte Geschichte; mein Ehrenwort Euch Allen zum Pfände, ohne Phrase, ich darf auch mitreven, ein schauer- . licheres Possenspiel, al- wir jetzt darbieten, ist noch nicht dagewesen. Nachdem ich 12 Bücher, 3000 Iournalartikel geschrieben, will ich keinesfalls für das Gallerie-Amusement schreiben. Aber — ehrlich gesprochen — ich fange an zu glauben, ganz Europa belustigt sich sehr über uns. Dieser Gedanke ist mir auch noch lieber als Europas kaltes Mitleid. Seit dem 1. Sept, zeigt jeder Kalendertag für uns eine „presse noire“. Da capitulirt Sedan, Straßburg ist eine Ruine. Toul brennt, Metz stirbt vor Hunger. Gestern war es Orleans , heute Dijon, an wem morgen die Reihe ist, wer weiß es? Man braucht nicht erst Politiker oder Armeegeneral zu sein, um zu wissen, was morgen sich ereignet, wenn wir uns nicht ermannen. Morgen vielleicht schon brennt Paris. Morgen vielleicht schon unternimmt Friedrich Carl seinen militärischen Spaziergang. Nicht Eine französische Stadt, offen oder befestigt, nicht eine Burg, nicht Ein Dorf dürfte vom Feinde verschont werden. Wer wagt es mir zu sagen, daß dies nicht die vollste Wahrheit sei! Und als Mr. Train, der Amerikaner, in Marseille sagt, daß wir Feiglinge seien, wurde er mit Beifall überschüttet. Der Bürgerkrieg in Marseille und Lyon ist nichts als der Straßenlärm, um den Vorwärts- marsch des Feindes zu überhören. Der Morgen nach dem 4. Sept, war wahrlich lange genug, um binnen 48 Stunden eine Constituante wählen und zusammentreten zu lassen, Nationalgarde, Offiziere auszusuchen und die Conseils genereaux zu wechseln, da hatte man tausend Volkserwählte mit dem Mandat imperatif gehabt, um das Vaterland entweder durch den Friedensschluß ^der etwa durch Waffengewalt zu retten vermocht. Was aber ist geschehen? Leit 65 Tagen empfing Metz keine Nachricht, kein Brod, keinen Mann ! Seit 47 Tagen geht es ebenso mit Paris. — Die Stunden sind gezählt, es ist vielleicht schon zu spät.
△ Brüssel, 11. Nov., Abends. Die TourS-Corresp. der „Jnoepend. belge" vom 8. ds. meldet: ThierS traf am Dienstag Abend daselbst ein, um Gambetta von der Nothwenvigkeit des Zusammentritts der Constituante außerhalb Paris zu überzeugen. Die „France" vom Donnerstag behauptet, die neutralen Mächte wollten Europa jetzt einen Congreß proponiren. Laurier ist von seiner Finanzmission in England zurückgekehrt. Die Stimmen im Tourer Regierungsrathe, betreffs Uebersievelung desselben, sind noch immer getheilt.
△ Brüssel, 11 Nov. Man meldet vcr „Jnd." per Ballonpost aus Paris: „Die Untersuchung in Betreff der am 3. Nov. stattgefundenen Verhaftungen scheint rasch vorwärts zu schreiten. Ouirenet, mit den Ermittlungen betraut, hat am Samstag Pyat und Vermorel vernommen. Gestern wurden Maurice Toly und Ranvier vor den Richter geführt, um ein erstes Verhör zu bestehen. Die Anklage, welche auf Grund dieser Angelegenheit gegen die verhafteten Personen gerichtet ist, geht dahin, den Sturz der Regierung beabsichtigt, der Plünderung und der Unterschlagung der Staatssiegel sich schuldig gemacht zu haben. Man sagte auch,
Preuss. 41/2°,o Oblig. 913/g Frankf. 3*/2O/o Obi. 791/4 Nass. 4l/2° o Obi. 91Vz Kurhess. 40/0 n — Gr. Hess. 5% Obi. 101i/2
„ „ 40/0 „ 927/8
„ » 31/20/0 n —
Bayer. 5% n —
„ 41/2 0/0 1jährige 913/8 „ 40/g 1/2 jährige —
Wiirtemb. 4*/2 % Obi. 913/g Baden 4i/20/0Oblic. E. L. 913/4 Oester. Silberrente 553/4 n Papierrente 47
n 50/a M. steuerf. —
Amerik. Bonds 188Ir 96i/2 _ „ 1882r 951/4
„ „ 1885r 941/8
„ n 1887r 941/a
Spanier, neuest. 3% 293/4
Die gestrige Abendbürse war im Allgemeinen matt. 5% . ... .
Lemberger 971/4. Clisabeth-Bahn 2091/2. Süchs. Pfandbriefe 35. Rudolf Prior. 71. South Missouri 65. Central Pacific. 77?/8.
Prioritäten.
30/0 öster. Stsb.-Prior. 56
30/0 öst. s. Lombard 463/4
3°/0 Livorneser 313/4
5°/o Toscaner 503/g
50/g Elisabeth.-Prior. 761/2
do. II. Emiss. — ___
Anlehensloose.
Kurh. 40 Thlr. Loose 641/5
Nassau 25 fl. 38
40/0 bayr. Präm.-Anl. 1063/,
Ansbacher 7 fl. 125/ti
40/g badische Loose 106
Badische fl. 35 Loose 581/4
Auszug aus den Kirchenbüchern der Ktadl Girren,
a. Evangelische Gemeinde.
K 0 p u l i r t e.
Den 6. November, Jakob Friedrich Johannes Emil Wilhelm Lehrmund, Bürger und Schreiner dahier, des hiesigen Bürgers und Schreinermeisters, Peter Lehrmund, ehelicher Sohn; und Marie Johannette Kunz aus Oppenrod des verstorbenen dasigen Ortsbürgers und Bahnwärters, Jakob Kunz, eheliche Tochter.
Den 10. November. Friedrich Konrad Emil Böhmer, evangelischer Pfarrer in Oberwiesau in Rheinbaiern, des pensionirten königl. baierischen Studienlehrers zu Kaiserslautern, Friedrich Böhmer, ehelicher Sshn; und Mathilde Schroder, des verstorbenen evangelischen Pfarrers zu Nieder-Flörsheim, Johannes Schroder, eheliche Tochter.
Getaufte.
Den 6. November. Dem Ortsbürger in Rödgen und Weichenwärter an der Main-Weserbahn dahier, Andreas Baum, gegenwärtig beim Großherzogl. lL Jnfan- terie-Rrgim nte in Frankreich, ein Sohn, Georg Emil, geboren den 16. October.
Denselben. Dem Bürger und Bäckermeister, Heinrich Plank, eine Tochter, Anna Sophie, geboren den 27. September-
Denselben. Dem Ortsbürger in Gladenbach und Kellner dahier, Johannes Vaubel, eine Tochter, Anna Georgine Henriette Margarethe Elisabeth, geboren den 13. October. Hem Stations-Assistenten an der Main-Weserbahn, Ludwig
Schiermann aus Traisa, Kreis Ziegenhain, ein Sohn, Christian Theodor Friedrich, geboren den 28. September.
B e e v ö t fl t e.
Den 18. October. Emil Wilhelm Heinrich Berger, Schneider, des verstorbenen Bürgers und Zimmermanns, Philipp Berger, ehelicher Sohn, alt 24 I. 3 T-, gestorbm^en 17.^)ctobeL Dorothee Elisabethe Justine Meinhardt, des verstorbenen Bürgers und Taglöhners, Christian Meinhardt, eheliche Tochter, alt 49 I. 11 M. 27 T-, gestorben den 27. October.
Den 8. November. Karl Theodor Fuhr, Großherzoglicher Hofgerichts-Advokat dahier, alt 64 I-, gestorben den 5. November.
Den 10. November. Robert Hammer, Jager in dem Magdeburger Jagerbataillon Nr. 4 ms Wickerode, Kreis Sangershausen, Regierungsbezirk Merseburg, nit 30 c> 11 M., gestorben den 7. November. .
Denselben. Friedrich Treichel, Grenadier im Kolbergischen Grenadier-Regiment Nr. 9 aus Crösin, Kreis Belgard, Regierungsbezirk Coslm, alt 21 I. 10 M-
Wechsel.
Amsterdam
k. S. 1001/2
Augsburg
k. S. 100
Berlin
k. S. 1047/g
Bremen
k. S. 97
Cöln
k. 8. 1017/8
Hamburg
k. S. 88
Leipzig
k. S. -
London
k. S. 1193/16
Lyon
k. 8. —
Paris
k. 8. —
Wien
k. 8. 97
ditto
m. S. —
ditto
1. 8. —
Disconto
4O/o G.
Geldsorten.
Pr. Cassen-Sch. 1 447/c-45i/8
Sachs. „
—
Div. Gassen. A. —
Pr. Friedrdor 9 581/2—59*,2
Pistolen .
. 9 45-46
„ doppelte 9 45—46
Holl. fl. lOSt. 9 55
Ducaten .
. 5 35—37
20 Frankens!. 9 32’/2—33*/2
Engi. Sover. 11 57—59
Russ. Imper. 9 16 48
Dollar in Gold 2 26*/g—271/2
........ <»<;? Sl


