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9. Januar.

DieAllg. Ztg." erhält folgende CorrcsponDcnz von Triest: Wie ich schon neulich bemerkte, machen die CrivoScianer noch immer Schwierigkeiten bezüg­lich ihrer Unterwerfung; sie sind für längere Zeit noch ganz sicher vor der Action unserer Truppen, und haben das Losungswort erhalten, welches sie bewegen könnte, sich der österreichischen Regierung wieder zu unterwerfen. Woher dieses Losungswort kommen soll, habe ich schon in meinem letzten Bericht angedeutet. Einstweilen hat dieTriester Ztg." von einer genau unterrichteten Persönlichkeit aus Dalmatien einen Bericht erhalten, dem folgende Stelle als Bestätigung meiner Mittheilungen zu entnehmen wäre: Die Pan- slavisten erzählt der Gewährsmann derTriester j Ztg." und die Führer der revolutionären Partei i in der Herzegowina wendeten sich nach St. Peters­burg, und von dort aus wurde auch in geschickt di­plomatischer Redewendung dem Fürsten der schwarzen Berge eine ukasübliche Andeutung gegeben, die Auf­ständischen zu unterstützen, toob'ei zwischen den Zeilen zu lesen war, daß von der politischen Haltung des Fürstender fernere Bezug der Jahres-Subvention abhänge. Der russische Eonsul von Ragusa gab sich alle Mühe, den Absichten feiner Regierung Geltung zu verschaffen, wurde aber vom Fürsten Nicolaus in ziemlich unverblümter Redeweise mit seinem Ansinnen zucückgewiesen:Die Selbstständigkeit und die Existenz Montenegros muß und wird- wahrend meiner Regie­rung alle anderen Rücksichten in den Hintergrund drängen, und diese Selbstständigkeit kann wenigstens vorläufig nur durch freundliche Beziehungen zu Oester­reich erhalten werden," sagte der Fürst." Sie können von der Wahrheit obiger Darstellung vollkommen überzeugt sein. Ich kenne den Verfasser derselben, der selbst ein deutsch gebildeter Südslave ist, die Ver­hältnisse in Dalmatien und Montenegro (wo er auch in diesem Jahre schon dem Fürsten einen Besuch ab­stattete) genau kennt, und in einer Stellung ist, welche ihm gestattet, über alle Vorgänge in jener Gegend, wo er sich auch gegenwärtig befindet, genau unterrichtet zu sein. Aus der Antwort des Fürsten r Nikolaus läßt sich deutlich entnehmen, daß nur die Rücksichten für dir Selbstständigkeit und Exsttenz Mom- tenegrvs ihn bestimmen, vorläufig mit Oesterreich nicht zu brechen. Könnte Rußland eine Panzerflotte in's adrialische Meer senden, so würden jene Rücksichten sogleich fallen. Diese Amwori stimmt auch gänzlich mit einer Mittheilung überein, die ich schon vor einiger Zeit von einer ebenfalls sehr gut unterrich­teten Person erhielt. Diese war mit dem ^ecretär des Fürsten Nikolaus, einem Herrn Sundetschitsch, zusammengekommen, als dieser vor einigen Monckten von einer Mission nach Petersburg, Beilin und Bel­grad zurückkrhrte. SundetMsch haßt Oesterreich aus dem tiefsten Grund seiner Seele, aber er sieht ein, daß vorderhand gegen Oesterreich nichts auezurichten sei.Geld haben wir jetzt genug," äußerte er zu meinem Gewährsmann,aber damit allein können wir gegen Oesterreich nichts unternehmen, und müssen auf eine bessere Gelegenheit warten." Vorderhand hat kein Staat Lust wegen Montenegros einen Krieg mit uns anzusangen, so gern es auch Rußland sehe, daß die südslavische Bewegung größere Verhältnisse annehme, und so werden wohl auch die montene­grinischen Abgesandten ohne Erfolg aus Petersburg zurückkehren.

11. Januar.

DasMemorial diplomatiqne" veröffentlichte an hervorragender Stelle eine Correspondenz aus Rom, in welcher cs heißt:Um Die Fragen von der Er­hebung der Unfehlbarkeit des Papstes zum Dogma richtig zu beurteilen, muß man sich vor Allem auf den Standpunkt der Kirche stellen und das wahre Sachverhältniß in's Auge fassen. Es ist unstreilbar, daß der Papst thatsächlich die Unfehlbarkeit bereits ausübt, wenn er ex cathedra spricht, da fein Bischof sich das Recht anmaßen würde, gegen eine Bulle, ein Breve oder ein Decret, welche vom heiligen Stuhle erlassen sind, zu protestiren. Genau genommen würde es sich also nur darum handeln, die Thalsache durch ein Decret des Eoncils zum Princip zu erheben; nicht sowohl die Sache, als die Form bietet also die Schwierigkeiten, auf welche die Bischöfe anspielen, die, wie Herr Dupanloup, es für unzweckmäßig halten/ die Unfehlbarkeit des Papstes zu prvclamicen. Nach meinen aus den achtungswerlhesten Quellen geschöpf­ten Nachrichten wäre es gelungen, eine Form zu finden, welche die abweichenden Meinungen versöhnen würde. Nach den Ueberlieferungen der früheren Eon- dien würde die Form des Kanons, welcher das Dogma von der Unfehlbarkeit des Papstes verkündete, einfach in der Aufstellung des Princips als solchen

und in der Androhung gewisser Strafen gegen Jene bestehen, welche es zu leugnen wagen sollten. So z. B. würde das Eoncil, nachdem es die Unfehlbar­keit des Papstes erklärt hat, mit den Worten schließen: Si quis negaverit, anathema sit. Um nun den Geist der Veisöhnnng zu bekunden, von welchem es erfüllt ist, würde das Eoncil, den Intentionen des heiligen Vaters selbst folgend, die alte Form, welche zu Beschuldigungen von Seiten der Gegner der Kirche Anlaß geben könnte, wesentlich verändern. Statt das Dogma in einer absoluten Weise zu verkünden, würde man es auf rein religiöse Angelegenheiten einschränken; statt cs den Gewissen aufzudrängen, würde man sich damit begnügen, Den Glauben an es zu empfehlen. Ais Laie, Der ich bin, will ich Ihnen nicht im Voraus genau die Ausdrücke angcben, in welchen Der betreffende Kanon abgefaßt sein soll; aber ich glaube zu wissen, Daß er im Wesentlichen wie folgt lauten Dürfte: Die heilige Synode erklärt, daß es für die Einheit und Die gute Regierung Der Kirche von Wichtigkeit ist, zu glauben, daß, wenn Der Papst, nachdem er Die Erleuchtung des heiligen Geistes angerufen, in Glaubenssachen erkennt, er das Mandat ausübt, welches Der göttliche Meister Dem heiligen Petrus anvertraut hat, indem er zu ihm sagte: Stärke Deine Brüder ün Glauben, nachdem Du dich selbst im Glauben gestärkt hast (confirma fratres tuos in licke, cum ipse in licke confirmatus eris). Ich habe Grund zu glauben, daß schon meh­rere Bischöfe, welche zuvor Die Frage Der Unfehlbar­keit des Papstes hätten beseitigt sehen wollen, geneigt sind, sich Dieser Form anzuschließen. Was die ka­tholischen Mächte betrifft, so ist es offenbar, Daß Die Unfehlbarkeit des Pabstes, in Dieser Weise ausschließ­lich auf Glauben^sachen beschrankt UND mithin auf die Beziehungen zwischen Der Kirche und dem Staat nicht anwendbar, die Conflicte, welche man von Der Verkündung eines solchen Dogmas zu befürchten schien, nicht Hervorrufen könnte. Schließlich glaube ich noch hinzufügen zu können, daß diese Angelegen­heit in nächster Zeit weit genug gediehen sein wird, daß Die beim heiligen Stuhl beglaubigten Vertreter der Mächte ihre Regierungen davon werden niß-ftHrn ly-nn-.u.^ '*

Preußen. Durch Cabinetsordre ist der Bau einer neuen eisernen Panzerfregatte angeordnet worden, welche dieselben Dimensionen wie die bereits (in Willelmshafen) im Bau be­griffene PanzersregattcGroßer Kurfürst" erhalten, nut Ma­schinen von circa 850 Pferdekraften ausgerüstet sein und einen Tiefgang von 24 Fuß habe» soll. Ferner soll die Fregatte mit zwei drehbaren Thürmen zu je 4 gezogenen 10 zölligen Geschützen von 80 (Str. Nohrgewickt ausgerüstet werden. Der Bau dieser Fregatte soll in dem Etablissement zu Ellerbeck bei Kiel stattfinden und wird das Schiff den NamenKönig Fried­rich dec Große" erhalten.

Oesterreich. Wien, 5. Jan. Auf eine von dem dal­matinischen Müitärcommcmbo hierher gerichtete Anfrage über die eventuell den Aufständischen in der Erivoscie zu bewilligen­den Bedingungen ist die Entscheidung erfolgt, daß den zur Unterwerfung sich meldenden ErivoSciauern eine eben so Voll­ständige Amnestie wie den Bvcchesen zuzusichern sei.

Wien, 4. Jan. Um dem Räuberunwesen zu steuern, hatte die ungarische Negierung eine eigene unter dem Befehl des Grafen Raday gestellte Commission eri-tsendet- Diese hat namentlich im Bezirke von Szegedin mit den Räubern ordent­lich aufgeräumt. An 350 Räuber und Hehler fielen in ihre Hände und harren jetzt der Gerichtsverhandlung in Pest; die Reihe eröffnen zwei siebenzehnjährige Raubmörder; doch sind auch Männer dabei, welche 3040 Raubmorde begangen haben. Aufreißen der Eisenbahnschienen, Anhalten deö Zuges lind Be­raubung desselben, Ausrauben der Poft, Lädeneinbruche und Pferdediebstähle sind die gewöhnlichsten Verbrechen, über die jetzt in 89 Processen abgeurtheilt wird. Im nördlichen Theile des Zempliner Comitats sind ernste agrarische Unruhen auög.brochcn.

Wien, 6. Jan. Dem Saroscr Comitat wurde vom Minister des Innern auf die Dauer eineö Jahres das Stand­recht gegen Räuber, Raubmörder, deren Helfershelfer und Hehler, ferner gegen BrandlegerverliehtN." Die Stadt-Repräsentanz in Arad hat in einer stürmischen Sitzung am 30. December beschlossen, in Anbetracht der arg gefährdeten Sicherheit in der Stadt Arad, an daS k. Ministerium eine Petition zu richten: dasselbe wolle die AmtSwiiksamkeit des k. CommiffärS in Sze- gedm, Grafen Nadah, auch auf Arad auSdehnen.

Belgien. Brussel, 8. Jan. DerCourier d'Etat" meldet mit Bestimmtheit, daß der Präsident der nordamerika­nischen Union, U. Grant, im Laufe des Juni d. I. die Sou­veräne Englands, Frankreichs, Preußens und Rußlands besuchen werde.

Frankreich. Paris, 7. Jan. DerFlgaro" berichtet über die Er tlasiung des Baron Haußmann: Ein eigenhändiges Sch,eiben Napoleons III. benachrichtigte den Präfecten von der getroffenen Entscheidung, nicht ohne Seitens des Souveräns die herzlichsten Versicherungen der Freundschaft und Danlbarkeit hinzuzufügen. Herr Haußmann theilte den Inhalt dieses ' Schreibens sofort seinen obersten Beamten und den Mitgliedern seiner Familie mit, und während die l tztere Anstalten traf, i das Stadthaus zu räumen, ergriff der Präfect die Feder und ' richtete an den Kaiser ein wahrhaft beredtes Schreiben, in welchem er zuerst daran erinnerte, daß ein Mann seines Schlages nicht wie der Erste Beste abzufertigen sei, und dann ungefähr wie folgt fortfuhr:Ich weigerte mich, meine Ent­lassung zu geben ; ich will nicht den Anschein haben, als wollte

ich mich über die Schwierigkeiten des letzten Augenblicks hln- wegsetzen. Ich will meine Rechnungen stellen, die Schuld der Stadt liquidiren und nicht durch eine Hinterthür mich zurück­ziehen, sondern meine Verwaltung dem Nachfolger in gutem Zustande übergeben. Ich ersuche daher Ew. Majestät, dafür Sorge zu tragen, daß mein Name imJournal osficiel" nicht von der üblichen Formel:Herr Haußmann, dessen Demission angenommen ist," begleitet und daß auch nicht hinzugefügt werde, ich hätte meine Pensionsansprüche geltend gemacht. Ich will, daß man mich ausdrücklich meines Postens enthebe. . . . Mit anderen Worten: Baran Haußmann, welcher gegenwärtig der älteste Präfect von ganz Frankreich ist, verlangt seine Ab­setzung ! Herr Haußmann soll heute früh vor dem Ministerrath von dem Kaiser in Abschiedsaudienz empfangen werden. Er geht nach Nizza und beabsichtigt dort oder in den Umgebungen von Bordeaur seinen Aufenthalt zu nehmen.Waö man auch sagen mag," hätte er sich wiederholt geäußert,ich bin nicht reich genug, um Paris mit dem nöthigen Comfort zu bewohnen, wenn ich nicht meine Präfectur habe." Tic beiden Schwieger­söhne des Herrn Haußmann, welche mit ihm das Stadthaus bewohnten, haben dasselbe bereits geräumt. Viele Leute glauben, Herr Haußmann falle als Opfer einer Rancune Olliviers, den er als Präfect von Toulon einmal bei Gelegenheit von Wahlen hätte verbacken lassen. Dem ist nickt so. Der Sturz des Herrn Haußmann ist dem linken Centrum zuzuschreiben, welches in fünf Minuten erreichte, was Herr Nouher nicht in fünf Jahren bei dem Souverän durchsetzen konnte.

Italien. 9iom 6. Jan. Heute Vormittag wurde die zweite öffentliche Concilssitzung abgehalten. Dieselbe war schwä­cher besucht als die erste. /Bin Decret konnte noch nicht pro- mulgirt werden, da die dogmatischen Arbeiten noch zu wenig vorgeschritten sind. Nach der Messe legten bie versammelten Väter einzeln in die Hände deS Pavstes daS katholische Glan- benSbekelintniß nach der von PiuS IV. festgesetzten Formel ab. Die Gesundheit deS Papstes ist vortrefflich.

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Vermischtes.

S Ans der Wetterau. In Bezug auf die mehrfach be­sprochene Gewinnung schwedischer Arbeiter dürfte von Interesse fein, zu wissen, welche Erfahrungen in unserer Gegend schon mit solchen Arbeitern gemacht worden sind. Es haben nämlich schon vor ein ober zwei Jahren mehrere Gutsbesitzer in der Nähe Frankfurts Versuche mit schwedischen Arbeitern gemacht, die keineswegs befriedigend ausfielen. Nach den Versicherungen dieser Defonomen waren dieselben nämlich froh, wie sie diese ländlichen Arbeitskräfte wieder los waren; ja einige erhielten noch Reisegeld dazu, damit sie nur nach HauS gingen; in einem Falle, wo diese Arbeiter glaubten, nicht Schnaps genug zu er­halten, revoltirten sie, und mußte die Polizei auf dem eine halbe Stunde von Frankfurt entfernten , am Main gelegenen Gut einschreiten. Es dürfte daher große Vorsicht bei dem Engagement solcher Arbeiter geraden sein.

M ainIn der Octroiangelegenheit fommtn immer neue unerfreuliche Enthüllungen in die Oeffentlickkeit. Der Vorsitzende der Octroicommisfion, Dr. Jung, hat eine Tabelle über den S t ein kohlen octroi angefertigt und das Resultat der von ihm angestellten Ermittelungen ist die Thalsache, daß an den Thoren für 45^8. si. mehr Scheine abgegeben winden, als in den Büchern der Stadtcasse als verkauft verzeichnet Rauben. Daraus ergiebt sich, daß entweder der Stadttechner die Bücher falsch geführt, oder hiesige Kohlenhändler auf Grund falscher Scheine Koblen in die Stadt verbracht haben. Dies.s Resultat ist für die Ehre des StadrrechnerS wie der Kohlenhändler sehr com- promittirend, und dürften sowohl erstere wie letztere ein drin­gendes Interesse haben, die Sache so viel als möglich anfzn- flären.

Frankfurt, 7. Jan. Ein junger 26jähriger Commis in einem hiesigen Bandwaarengeschäft ist einer üblen Gewohnheit znm Opfer gefallen. Derselbe hatte, wie das so viele Mädchen und junge Männer, die in Band- und Seidengefchäften con- bitioniren , thun, Stecknadeln in den Mund genommen und ohne daß er eS merkte, ein kleine verschluckt. Von dieser Zeit an traf Kränkeln, verbunden mit Schmerzen im Magen, ein, und starb gestern der Unglückliche an einem Magengeschwür.

(Der Erdfall bei I ngejlf in g enj, von dem wir be­reits vor längerer Zeit bericktet, hat sich, wie derSchwäbische Merkur" schreibt, seit einigen Wochen an seiner Oberstäche und, soweit das Auge reicht, auch in feiner Tiefe bedeutend erweitert. In f.iner gegenwärtig elliptischen Form mißt er mindestens 1500 Quadratfuß an der Oberfläche; die erste angebrachte Sicher­heitsschranke ist fammt dem Erdreich und einigem Gesträuch in die Tiefe gefallen, die Straße ist ebenfalls bis auf ein Minimum versunken, und der Verkehr mit Fuhrwerken in der Richtung Ingelfingen-Ebersthal-Mergenthei'm ist vollständig abgeschlossen. Trotz der Masse von Erde und Steingeröll, das seither in die senkrechte Tiefe fiel, ist immer noch nicht ein bestimmtes Aus­fallen hörbar, und eS scheint fast, alö würde in dem unersätt­lichen Abgrund alles Hinuntergesunkene wieder hinweggespült. Auf die weitere Entwickelung dieser merkwürdigen Naturer­scheinung ist man sehr gespannt.

Paris. Traiipmann hat sich den mit den Nachforschungen nach der Leiche Johann KinckS im Elsaß betraut gewesenen Polizeibeamten in fein G.fäugniß kommen lassen und demselben erklärt:Ich habe Sie kommen lassen, um Ihnen anzugeben, wo Sie die Brieftasche Kincks finden können, die für mich so wichtig ist, weil sie die Namen meiner Mitschuldigen enthält." Und nun nahm er ein Blatt Papier und zeichnete einen Plan ! deS Wegs von Cernay bis zu dem Baum, wo in einer Tiefe von zwanzig CentimetreS die Brieftasche aus schwarzem Leder, in ein rothcarrirteS Schnupftuch gewickelt, liegen sollte. Der Polizeibeamte ließ ihn den Plan vollenden, bann sagt- er ihm, er würde besser thun, feine Mitschuldigen namhaft zu machen, da man in diesem Falle gewiß auch Nachforschungen nach der Brieftasche anstellen würde. Traupmann wiederholte, er könne diese Enthüllungen nicht machen, da eine Person, die ihm theuer sei, dabei compromittirt fein würde. Die Unterredung dauerte 25 Minuten, ohne zu einem anderen Resultate zu führen.

Ein junger Hannoveraner, in Mannheim stationirt, fragte feinen Barbier, dem er für jedesmalige Bedienung 3 fr. zu geben gewohnt war, ob er die Oesterreicher Sechser noch für voll annehme.O ja, erwiederte letzterer", steckte den bärge» botenen Sechser ruhig in die Tasche und ließ feinen Kunden verblüfft gehen.

Redaction, Druck und Verlag der Brühl'schen Univ.-Druckerei (Fr. Ehr. Pietsch) in Gießen.