ist am 6. Februar, 3 Uhr
Den 12. Februar
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E. L.
Linsen
Erbsen
Auf dem Mit--
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Markt
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- und Mehlpreise in verflossener Woche von nachbenannten Orten und Fruchtmärkten.
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10'30
13,20
Auf dem Markt
Mit.- preis
Telegraphischer Schisfsbericht,
mitgetheilt von Chr. Wallenfels jun.
572) In der Kasse der Renten- nnd Lebens - Versicherung-- Anstalt zu Darmstadt liegen größere und kleinere Kapitalien, jedoch nicht unter 500 fl., gegen gute Hypotheken mit mindestens doppelter Sicherheit, zum Ausleihen bereit. Anträge vermittelt der Agent A. Balser in Gießen.
Darmstadt. Die Direktion.
Das ist im Leben häßlich eingerichtet, Daß bei den Rosen gleich die Dornen stehen. Und was das arme Herz auch sehnt und dichtet, Zum Schlüsse kommt das Voueinaudergehen. In Deinen Augen hab' ich einst gelesen, Es blitzte d'rin von Lieb' und Glück ein Schein: Behüt' Dich Gott, es wär' so schön gewesen, Behüt' Dich Gott, es hat nicht sollen sein!
Leid, Haß und Kummer habe ich gefunden Als sturmgeprüfter Wandersmann, Ich träumt' von Frieden, daun von stillen Stunden, Da führte mich der Weg zu Dir hinan. In Deinen Armen wollt' ich ganz genesen, »Zum Danke Dir wollt' ich mein Leben weih'n; Behüt' Dich Gott, es wär' so schön gewesen, Behüt' Dich Gott, es hat nicht sollen sein! —
Wolken entfliehen, der Wind saus't durch die Blätter, Ein Regenschauer zieht durch Wald und Feld, Zum Abschiednehmen gerad' das rechte Wetter, Grau wie der Himmel steht vor mir die Welt. Doch wend' es sich zum Guten oder Bösen, Mein Lebenlang, Dir treu, gedenk' ich Dein!
Behüt' Dich Gott, es wär' so schön gewesen, Behüt' Dich Gott, es hat nicht sollen sein!
Normalgewicht per Malter: Waizen 200, Korn 180, Gerste 160, Spelz und Hafer 120, Erbsen, Linsen, Wicken 220, Kartoffeln 200, Mehl 140 Pfund.
Kartoffeln. | Auf demlMitt Markt lpreis
nach New-Jork.
New-Orleans. „ New-Aork.
Das Postdampfschiff des Nordd. Lloyd „Rhein", Capitän C. Meyer, welches am 22. Januar von Bremen und am 25. Januar von Southampton abgegangen war, ~ ~ ' ■' Nachmittags, wohlbehalten in New-York angekommen.
Cassel. (562)
Abgehend:
Dampfer Calabria von Liverpool
„ Union „ Bremen
„ Teutonia „ Hamburg
„ Holsatia „ „
„ „ „ „ Paraguay „ Havre
„ 17. „ „ Christel „ Bremen „ „
Wegen Auskünften und Passagen wende man sich gef. an Obigen.
preis fl.!kr.
Wicken.
Auf dem Mit.-
T e l e g r a p d i s ch e r Bericht, mitgetheilt von dem Haupt-Agenten C. W. Dietz.
Das Postdampfschiff des Nordd. Lloyd „Rhein", welches am 22. Januar von Bremen abgegangen war, ist am 6. Februar, 3 Uhr Nachmittags, wohlbehalten in New-York angekommen. _________
Frachtbriefe für die Main-Weser- und Cöln Mmdener- Eisenbahu, sowie fä-^mtliche zollamtliche» Formrr lare, nnd zu haben bei Wilhelm Klee, Marktstraße.
Fruchtmärkte.
Jan.
Watzen.
Auf dem Mit--
Korn.
Gerste.
Spelz.
Hafer.
Auf dein Markt
Mit.? preis
Auf dem Markt
Mitt preis
Auf dem Markt
Mitt prcis
Auf dem Markt
Mit.- preis
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Feuilleton
Die Geheimnisse einer jungen Mamsell.
(Fortsetzung.)
„Ich war erst recht böse auf Sie, Sie kleine listige Person," sagte der alte Sander freundlich zu Clara. Aber ich habe Ihnen verziehen, noch mehr, ich bin Ihnen die wärmste Dankbarkeit schuldig: denn ohne Ihre Schlauheit hätte mein Sohn schwerlich jemals seinen Vater wiedergefunden. Ein Geschenk biete ich Ihnen nicht an; denn wie mein Sohn Sie mir geschildert hat, würde ich dadurch nur Ihr Zartgefühl verletzen. Aber ich werde Ihnen in meinem Herzen ein freundliches Angedenken widmen und gebe Ihnen das Versprechen, daß ich, so lange ich lebe, bereit bin, jeden Ihrer Wünsche zu erfüllen, wenn Ihr Verlangen nicht meine Kräfte übersteigt, das heißt, in sofern Sie sich mit Ihren Wünschen an mich wenden Würden würden.
Clara verneigte sich.
„Vorläufig habe ich keinen anderen Wunsch," sagte sie, als daß Sie Jh- ren Lebensabend im Kreise Ihrer wackeren Familie glücklich verleben mögen. Ich hoffe, Ihr Herr Sohn wird mir von Zeil zu Zeit Nachrichten zukommen lassen, welche mir einen zufriedenen Zustand Ihrer Familie verkündigen.
Clara nahm nun kurzen Abschied von Herrn Sander, der sich zur Abreise anschickte.
Bald fuhr die Droschke vor. Der Koffer wurde aufgeladcn. Sander in einen Mantel gehüllt, eine Neisemütze über den Kopf gezogen, daß von seinem Gesichte wenig zu sehen war, stieg, von Jean begleitet, rasch ein und der Wagen rollte mit ihm der Hafengegend zu, wo das Magdeburger Dampfschiff abfuhr.
Der Abschied von dem Abendgaste hatte dem jungen Mädchen kein Herzklopfen verursacht. Aber eS war eine andere Trennung zu bestehen, die ihre Heiterkiit für mehrere Tage zu unterbrechen drohte.
Der junge Sander verlangte sie noch allein zu sprechen.
Clara ging in ihr Zimmer. Dort konnte sie ungestört noch eine Viertel- stunde Gehör leihen.
Als der Jüngling mit ihr allein war, sagte er:
„Clara, liebe Clara, erlauben Sie mir, daß ich Sie in der Stunde, wo wir uns für längere Zeit zuletzt sehen, die beste Freundin meines Lebens nenne. Ich war arm, elend, grenzenlos unglücklich. Sie haben mich von dem Abgrunde gerettet, in den sich der Verzweifelnde frevelnd stürzen wollte. Sie haben mir und meinen Schwestern den Vater, meiner armen Mutter den Gatten zurückgegeben. Ich sollte mich nun unaussprechlich glücklich fühlen, und doch schlägt mein Herz jetzt bang und beklommen, da ich — von Ihnen scheiden soll, der ich mich so grenzenlos verpflichtet fühle."
Clara schwieg. Auch ihr Herz war bis zum Zerspringen voll; aber sie bezwang sich und verbarg ihre Wehmuth unter einem sanftem Lächeln.
„Ihre Heiterkeit, mein Freund," versetzte sie, „wird wiedcrkehren, wenn die Arme Ihrer Mutter und Ihrer Schwestern Sie wieder zärtlich umfangen. Der Augenblick wird die Leiden der Vergangenheit schnell in Ihrer Seele verlöschen."
Sander ergriff ihre Hand.
„Aber nicht Ihr Andenken in meinem Herzen!" rief er lebhaft.
„Das wünsche ich auch nicht," sagte sie. „Wir werden auch getrennt Freunde bleiben. Ich bin eine Waise, besitze nicht einmal Geschwister. Ich will danken, daß Mr in Ihnen ein theurer Bruder in der Fremde lebt, der
seine Schwester, so oft es ihm seine Zeit erlaubt, durch eine freundliche schriftliche Sendung erfreut. Und nun, leben Sie wohl — ich höre schon den Wagen — Ihr Koffer wird aufgepackt. Tausend freundliche Grüße an Ihre Lieben. Küssen Sie die Mutter und die Schwestern in meinem Namen. Glück auf die Reise!"
Ihre hervorquellenden Thränen hinter ihrem Taschentuche verbergend, eilte sie aus der Thüre und begab sich in ein Zimmer des Hütels, von wo aus sie den Jüngling nicht abfahren sehen konnte.
Der junge Sander bestieg wenige Minuten später die Droschke, die ihn seinem Vater zufübren sollte.
Den letzten Blick auf das Hütel gerichtet, murmelte er:
„Wir werden uns Wiedersehen, gutes edles Geschöpf, und dann hoffe ich, Dich mit einem noch theueren Namen, als den einer Schwester oder Freundin, nennen zu dürfen; denn daß Du mich liebst, hat mir die Thräne verkündet, die Deinem treuen Auge beim Abschiede entflossen ist."
Wie schmerzlich der Abschied Clara'ö Herz auch berührt Hatte, die ihr an- geborne Heiterkeit und der Grundsatz, das Leben so leicht als möglich zu nehmen, ließen die traurigen Gefühle nicht Wurzel in ihrer Seele fasten.
Zudem hatte eine herrliche Himmelstochter, eine glückliche Phantasie, seit Jahren ihren Wohnsitz in des Mädchens Gehirnstübchen genommen.
Mit Hülfe dieser Zauberin entwarf sie sich freundliche, anmuthige ZukunftS- bilder. Sie freute sich schon im Voraus aus den Briefwechsel, den sie mit ihrem jungen Freunde führen würde. Dem Briefwechsel würde dann früher oder später gewiß ein fröhliches Wiedersehen folgen und — ihr Herz erbebte vor Wonne, wenn sie dachte, welch' einen glücklichen Ausgang ihre Bekanntschaft mit dem jungen Sander noch nehmen könnte. Die Worte, die er bei der Trennung zu
ihr gesprochen, klangen ihr wie eine liebliche Musik beständig in den Ohren,
drangen dann tiefer bis zum Herzen hinab und machten es noch rascher
und fröhlicher hüpfen, als kurze Zeit zuvor, wo die Liebe noch nicht dort
eingezogcn war.
Zwei Tage waren kaum vergangen, da war sie die alte, immer heitere HauSmamsell wieder, sink wie ein 5ßic|el und die Tätigkeit selbst.,
Inmitten ihrer häuslichen Beschäftigung vergaß sie aber nicht, was ihr Konrad Stiller, ihr Cousin, und die vermeintliche polnische Gräfin LabinSkp anvertraut hatten.
Der jüngere Sohn des Wirthes, den Clara überredet, heimlich die Por- traits seiner Eltern zu malen, hatte schon seine Arbeit begonnen.
Fast alle Tage, die nun kamen, mußte Clara ihn in der Morgenstunde auf einige Minuten in seinem Atelier im vierten Stocke besuchen, um ein Urtheil über seine Arbeit zu fallen. Mit einem wahren Feuereifer war er daran gegangen. Es dauerte nur kurze Zeit, da blickten Clara die freundlichen, behäbigen Züge des WirtheS (unt> (einer Gattin schon von der Leinwand im ersten Entwürfe entgegen.
Clara klatschte freudig in die Hände.
„O, Deine Eltern werden zum Sprechen ähnlich, Cousin," rief sie, „fährst Du so glücklich fort, wie Du angefangen. Wenn ich mir daS Bild so ansehe, da kommt es mir vor, als wollten Beide den Mund offnen und sagen: „„Ja, wenn der Konrad solch' ein Künstler ist, daß er uns aus der Phantasie malen konnte, da wäi's ja ein Jammer, wenn er nicht eine andere Bahn beträte, aU die eines Hütelwirthes, was za am Ende Jeder werden kann.
(Fortsetzung folgt.)


