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theilt, die an Clienten keinen Ueberfluß hatten; sie haben sogar durch Absetzung fast aller Maires die Hand an die Gemeindegewalt gelegt und in vier Wochen fast alle Rader der Verwaltungsmaschiene in Verwirrung gesetzt. Man glaubte, daß diese Republicaner doch nicht ganz von dem Geiste ihrer Vorfahren abge­fallen, daß sie vielleicht im Stande wären, in Frankreich den wunderbaren Auf­schwung von 1792 wieder hervorzurufen und Legionen aus der Erde zu stampfen. Nachdem sie vier Wochen am Ruder, sind sie noch fern von diesen Hoffnungen. Zwar haben sie viel Waffen gekauft und vielleicht sogar so viel, daß m ganz Frankreich kein Gewehr mehr ist, das noch zu erhandeln wäre; aber zu Waffen gehörten doch auch Arme, sie zu führen. Haben sie viel Kanonen gegossen? Seit vierzehn Tagen reden sie von der Massenerhebung. Wo sind die zwer Armeen, die sie, die eine zum Entsatz von Straßburg, die andere Paris zu Hülfe schicken wollten? Straßburg bedarf derselben nicht mehr, doch Paris harrt von der Höhe seiner Wälle vergebens nach Hülfe von den Departe­ments aus!

Der General Ducrot, welcher von der Nord. Allg. Ztg. angeklagt wor­den war, sein Wort gebrochen zu haben, läßt in den Journalen folgende Er­klärung veröffentlichen:

Nach der Verwundung Mac Mahon's übernahm General Ducrot, da er der älteste General war, während einiger Stunden den Oberbefehl; er wurde jedoch vom General v. Wimpfen ersetzt, welcher plötzlich geheime Befehle vor- brachte. Die Katastrophe von Sedan kam, und der General, wie viele andere höhere und subalterne Officiere weigerten sich, die Verpflichtung zu übernehmen, nicht mehr während der Dauer des Krieges zu dienen, und wollte das Loos der Armee theilen; er wurde nach Pont-L-Mousson transportirt. Dort gelang es ihm, seinen Wächtern zu entwischen. Er kam durch die preußischen Linien und erreichte Paris, wo er die dringliche Pflicht eines Soldaten und Bürgers

der General Ducrot. Derselbe übersieht aber dabei ganz, daß er Gefangener auf Ehrenwort war, um nicht, wie die gemeinen Soldaten behan­delt zu werden. Viele der französischen Officiere von Sedan, die sich in der­selben Lage befanden wie Dncrot, d. h. das Schicksal der Armee theilen und nicht nach Frankreich zurückkehren wollten, wurden vollständig freigelassen und begaben sich über Belgien nach Deutschland. Wenn General Ducrot dem Schicksal hätte entgehen wollen, was ihn treffen muß, wenn er der deutschen Armee in die Hände fällt, so hätte er, als man ihn festnahm, erklären müssen, daß er, obgleich Officier, kein Gefangener auf Ehrenwort sein wolle. Der bekannte Verfasser von modernen Ritter- und Räuber-Romanen, Pouson du Terrail, hat die Mission erhalten, Banden im Walde von Orleans zu organi- siren. Dieselben werden aus Bauern, Wilddieben und Jägern bestehen. Pou­son du Terrail ist in dieser Gegend sehr bekannt, da er sich dort längere Zeit aufhielt, um Stoff zu einem seiner Romane zu sammeln. DerCombat", das Organ von Felix Pyat, hat eine Subscription eröffnet, aus deren Ertrag ein Ehrengewehr angefertigt werden soll, um es dem zum Geschenke zu machen, welcher den König von Preußen ermordet!

Karlsruhe, 8. Oct. DieKarlsr. Ztg." bringt folgendes Telegramm: Luneville, 8. Oct., 8 Uhr 11 Min. An Se. königl. Hoheit den Großherzog von Baden. Etival (Dep. Vosges, Arrond. St. Dte), den 7. Oct. Gestern siegreiches Gefecht von 9i/2 Uhr früh bis 4 Uhr Mittags bei St. Remv und Nompatelize (nordwestlich von St. Diö) gegen französische Linie und Garde mobile. Der Feind um 4 Uhr in voller Flucht auf Rambervillers. Im Gefechte waren vom 3. Regiment das erste und das Füsilierbataillon, das 1. Leibgrenadier. regiment und das Füsilierbataillon des 6. Regiments, zwei EscadronS vom Leib- dragonerregiment und die Batterien Göbel und Kurz. Der Feind war mehr al- doppelt so stark mit zwei Batterien, nach Aussage der Gefangenen mindestens 14,000 Mann, durch Bataillone aus dem Süden unter General Petevin ver­stärkt. Die Haltung der Truppen war über alles Lob vorzüglich. St. Remy, Nompatelize und Bois des JumelleS mit dem Bajonett genommen; drei feindliche Offensivstöße wurden energisch abgewiesen. Der Verlust ist beträchtlich, 20 Of­fiziere und 410 Mann sind todt und verwundet. Der Verlust dea Gegners ist mehr als dreifach. 6 Offiziere und 600 Mann, meistens Linie, sind unverwundet gefangen, zahlreiche Waffen erbeutet. Die Truppen bivouakirten auf dem erober­ten Schlachtfeld; ein glorreicher Tag für die badischen Waffen, (gez.) v. Degen- seid, Generalmajor."

Freiburg, 8. Oct. Neubreisach ist cernirt. Die Uebergabe wurde verwei- gert. Gestern Nacht wurde es von 9 bis 12 Uhr von drei Seiten bombardirt. Es brennt in der Stadt.

Freiburg i. B., 8. Oct. Neubreisach hat die Uebergabe verweigert. Das­selbe wird vorerst mit leichtem Geschütz von verschiedenen Seiten seit gestern Abend bombardirt. Die Stadt brennt an verschiedenen Stellen.

Epinal, 6. Oct., Abends. Ein Kampf fand den ganzen Tag über zwi- schen Raon und Bruyere gegen 810,000 Preußen Statt. Man kennt das Resultat nicht. Der General Dupr6 ist verwundet; wir haben unsere Stellungen behauptet. Die Nationalgarden stoßen zu unseren Truppen. Eine Depesche von Cambriel kündigt an, daß der Feind auf Neu-Breisach marschirt. Die Dörfer von Challampe ab sind von Truppen besetzt. Em Scharmützel fand am 5. bei Sasteren Statt.

Am 5. October, Abends von 6 bis 8 Uhr, fand eine heftige Kanonade bet Metz Statt. Die deutschen schweren Geschütze machten den Anfang gegen das Fort St. Eloy, welches kräftig antwortete. Resultat unbekannt, vermuthlich un­entschieden.

Aus Saarbrücken vom 5. d. veröffentlicht dieTimes'' folgendes Tele­gramm :

Die Franzosen haben vom Fort Queleux aus ein fürchterliches Feuer unterhalten. Unfälle sind dadurch nicht entstanden. Die Hälfte des BelagerungS- parkS von Straßburg kommt hierher. Die Preußen beabsichtigen, Metz zu bom- bardiren. Marschall Bazaine erklärt jetzt, er kämpfe für den Kaiser. Ballons steigen beständig aus."

Rouen, 7. Oct. Die Preuße? halten ein Gehölz vor GisorS besetzt. Der Feind scheint in die Normandie einrücken zu wollen. Alle Maßregeln sind ge­troffen, ihm die Lebensmittel abzuschneiden. Havre ist in guten Vertheidigungs-

Kriegsnachrichten.

Hauptquartier Corny vor Metz, 8. Oct. (Officiell.) Der Feind griff gestern Nachmittags 2 Uhr über Woippy (Dorf im Arrond. Metz) die Division Kummer an. Heftiger Kampf dauerte bis in die Nacht. Der Feind wurde überall mit großem Verlust zurückgeschlagen. Die 9. Jnsanteriebrigade und Theile des 10. Corps griffen kräftig ein. Vom Feinde fochten auch Gardetruppen. Gleichzeitig entwickelte der Feind auf dem rechten Moselufer mehrere Divisionen gegen das 1. und 10. CorpS. Es war dort lebhafte Kanonade. Die Vrluste, namentlich der Division und des 10. Corps, sind auf 500 Mann, die des 3. Corps ans 130 Mann zu schätzen, v. Stichle.

Versailles, 7. Oct. (Officiell.) Der Feind fährt fort, mit seinen Festungs­geschützen auf einzelne Posten zu feuern.

Versailles, 8. Oct. (Officiell.) Am 6. Oct. siegreiches Gefecht der badischen Brigade Degenfeld zwischen Raon l'Etape und St. Die gegen größere Massen Franctireurs und Abtheilungn französischer Truppen unter Gene­ral Duprs, letzterer verwundet; der Feind auseinandergesprengt. Vor Paris nichts Neues. v. Podbielsky.

Mercy-le-haut bei Metz, 6. Oct. Hier hörten wir diesen Morgen einen starken dumpfen Schall: Pioniere des 7. Armeecorps hatten das Gehöfte Le Grange aux bois, in der Nähe von Peltre, mittels Dynamits in die Luft ge­

sprengt. Vorsorglich war dieses gestern allen Truppen dieser Gegend angesagt worden, damit der ungewöhnliche Knall keine Allarmirung Hervorrufen sollte. Da dieses Gehöfte den Franzosen bei ihren Fonragirungsansfällen als Deckung diente, von den Preußen aber, weil es zu nahe in der Schußlinie von Quelen liegt, nie behauptet werden konnte, so mußte dieser Schlupfwinkel des Feindes zerstört werden.

Paris. 26. Sept. Nach der Niederlage des Kronprinzen brachten sofort die Batterien von Jvry die der Preußen zum Schweigen. Der Kronprinz ge- tödtet und 130,000 seiner Leute getödtet, verwundet oder auf der Flucht. 40 Kanonen sind in unsere Hand gefallen. Jules Favre.

Dieselbe Nummer berichtete auch von denunverschämten Forderungen" Bismarcks, auf welche man nur mit einem Krieg aufs Messer antworten könne. Man hört, daß der Geschäftsüberhäufung wegen noch einige Beamte für die Präfectur aus Deutschlaud, speciell aus Würtemberg, ankommen werden.

(St.-Anz. f. W.)

Tours, 7. Oct. Die hiesige Abtheilung der Regierung läßt folgende militärische Nachrichten veröffentlichen:Epinal, 6. Oct. Heute fand ein Ge­fecht zwischen Raon und BruyereS (die genannten Ortschaften liegen im Depar­tement BoSges) ohne entscheidendes Resultat statt. Französischerseits wurde Ge­neral Duprö verwundet. Eine Depesche des Generals Cambriel meldet aus Bel­fort : Der Feind rückt gegen Neubreisach an. Derselbe hat von Cbalampü an alle Ortschaften besetzt. Am 5. fand ein leichtes Scharmützel bei Sultzeren (De­partement Haut-Rhein, Arrondissements Colmar) statt."

Toms, 8. Oct. Ein Telegramm der Regierung aus Amiens meldet: Durch Decret der Pariser Centralregierung sind die Wahlen zur Constituante vertagt. Gambetta wird sich dieserhalb mit der hiesigen Regierungsdelegation in Verbindung setzen. Nach Mittheilungen der hiesigen Regierung ist Gambetta per Luftballon in Amiens eingetroffen. Derselbe begiebt sich Über Rouen nach Tours.

zustand gesetzt.

Chesny (bei Metz), 30. September. Die Zerstörung von Peltre. Nach­dem der Ausfall der Franzosen am 27. gründlich zurückgeschlagen, galt es nun­mehr, das Dorf Peltre, das durch Verrath den Ausfall verursacht, die gerechte Strafe finden zu lassen. Damit Wiederholungen eines solchen Verraths von hier aus für die Zukunft unmöglich würden, blieb nichts anderes übrig, als das Dorf, das für das Signalgeben nach Metz zu äußerst günstig gelegen ist, zu zerstören. Es wurde daher den Bewohnern kundgegeben, das Dorf bis 8 Uhr zu verlassen und zwar mit der Habe, an der ihnen etwas gelegen wäre; denn punkt 8 Uhr würde das Dorf in Brand gesteckt werden. Zwei Compagnien des 6. West­fälischen Infanterieregiments Nr. 55 waren dazu beordert, die Jnbrandsteckung zu vollführen. Es war gegen 5i/2 Uhr, als die Bewohner von Peltre ihren Auszug hielten. Der Anblick der mit ihrer Habe abziehenden Leute aus der Heimath, die sie so lange bewohnt und die bald nur noch ein Aschenhaufen sein sollte, war, trotzdem wir uns bewußt waren, daß sie die Strafe verdient hatten, ein schmerzlicher für uns, denn auch so mancher Unschuldige mußte ja mitleiden. Zuerst wurde das Vieh an uns vorübergetrieben, dann folgten die Einwohner: Männer und Frauen, Greife und Kinder. Alles mit Habseligkeiten beladen und in Thränen gebadet; besonders jammerten die Frauen, welche händeringend von Zeit zu Zeit' einen Abschiedsblick auf das Dorf warfen. Die Männer waren theilweise gefaßter, denn viele davon waren schuldbewußt und mußten sich sagen: wir wollten der Deutschen Untergang, wir haben dadurch unfern eigenen ge­funden." Einen eigenthümlichcn Eindruck machten inmitten des Bildes voll Schmerz und Traurigkeit die kleinen Rangen, welche jubelnd ihres Weges zogen, als ginge cs zu Spiel und Scherz. Es währte mehrere Stunden, bis ter Zug an uns vorüber war. Als der letzte Mann aus unserer Sehweite sich befand, trafen wir in Peltre unsere Vorbereitungen, um das ganze Dorf in Brand zu stecken. Auf den Glockenschlag acht warfen wir den brennenden Funken in die Zündmasse, und einige Augenblicke darauf stand das ganze Dorf in Hellen Flammen. Die ehe­maligen Bewohner, die noch kaum eine Viertelstunde Wegs davon entfernt waren, sahen dem schrecklich-schönen Schauspiele thränenden Auges zu. Als die Flammen grell leuchtend gegen den Himmel zuckten, da wurden die Kanonen des und zu­nächst liegenden Forts laut, und die Granaten schlugen bis vorö Dorf, ohne un- jedoch irgend einen Schaden zuzufügen. Um 11V2 stellten ste das Feuern

gänzlich ein. Wir zogen uns nunmehr auch zur Ruhe zurück; vorher teilten wir jedoch mit den aus Peltre vertriebenen mittellosen Bewohnern, welche sich theilweise noch auf freiem Felde befanden, unsere Rationen von Speise und Trank. Heute, wo ich Ihnen dieses schreibe, ist Peltre nur noch ein rauchender Schutt­haufen: da- Bild der von den Franzosen leichtfertig herausgeforderten Nemesis.

Von den Pionnieren der Hessischen Armeedivision vor Metz wird demMz. Abdbl." berichtet: Erst vor wenigen Tagen entdeckte man, daß die von Gorze nach Metz führende Wasserleitung vom Feinde zur Correspondenz benutzt wurde. Um diese zu stören, gingen am 25. September Abends zwei Osfi- ciere und vier Pionnirre in der Wasserleitung von Juffy nach Rusfine vor, um, wenn möglich, den oder die Briefboten abzufangen. In der Nähe von Rusfine fand jedoch diese Abtheilung den unterirdischen Gang militärisch stark besetzt und war deßhalb genöthigt, sich geräuschlos zurückzuziehen, hatte aber insofern ihren Zweck erreicht, als ein Bauer mit einem Briefe, nach Metz bestimmt, erwischt wurde. Am 26. September früh gingen abermals ein Officier und ein Unter- ofßcier gut bewaffnet vor und mochten etwa in der Nähe von Ruffine angelangt sein, als sie schleichende Schritte von diesem Orte her vernahmen (im Gange

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