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Darmstadt, 6. Oct. In öffentlichen Blättern ist in der letzten Zeit

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zwischen Preußen und Rußland im Gange sind und die orientalische Frage

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General Vogel v. Falckenstein hat einen Gouverne-

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suchen unser Land als ein erinnern, daß Ihr nie von Eurem Vaterlande gelassen

Soldaten nicht eher nach dem Kriegsschauplätze zu schicken, bevor sie wenigstens eine dreimonatliche militärische Ausbildung genossen haben.

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treffen. Die Karte von Europa soll umgestaltet und ein Congreß berufen werden.

Asien. Von Schanghai wird unter dem 15. Sept, gemeldet, daß die Chinesen [in Kin-kiang, Chin-kiang und Chefoo eine drohende Haltung gegen die Fremden annahmen. ______________

von einer im Großherzogthum zu erlassenden Amnestie die Rede gewesen. Wir haben dazu Folgendes zu bemerken: Im Jahre 1866 ist, den Wünschen der da­maligen zweiten Ständekammer entsprechend, eine umfassende Amnestie für politische Vergehen erschienen. Die wenigen Strafen, welche seitdem wegen Preß- und sog. politischer Vergehen erkannt und noch zu verbüßen waren, sind erlassen und nicht minder die wegen dergleichen Vergehen schwebenden Untersuchungen niedergeschlagen worden. Es fehlt also im Großherzogthum an einem Objecte für eine wegen der genannten Gattungen von Vergehen zu erlassende Amnestie.

Kassel, 4. Oct. Die Königin hat auf eine Glückwunschadresse der städ­tischen Behörden ein Danksagungsschreiben ergehen lassen. Heute Nachmittag fant) der feierliche Schluß unserer Industrie-Ausstellung statt.

Berlin, 4. Oct. Im Berliner Arbeiterverein fand eine sehr lebhafte Dis­kussion bezüglich des Aufrufs zur Bildung einer deutschen National-Jnvaliden- stiftung statt. Man tadelte an demselben den Passus, daß die Staatshülfe äußer Stand sei, die Invaliden und Hinterbliebenen zu unterhalten, und meinte, wenn irgendwo,, dann wäre gerade hier die Staatshülfe am Platz. Schließlich wurde der Vorstand beauftragt, erneuert beim Bundeskanzleramt anzufragen, ob denn der Bundesrath sich noch immer nicht über die ihm vom Reichstag einstimmig zur Berücksichtigung überwiesene Petition Behufs Unterstützung der Landwehrfrauen rc. schlüssig gemacht habe.

Berlin, 4. Oct. Gestern ist wieder ein großer Belagerungspark nach Paris befördert, worven; es heißt, es seien damit diese Sendungen abgeschlossen, und an einem Tage und zu derselben Stunde würden die gesammten Belagerungs­geschütze auf allen Linien das Bombardement von Paris eröffnen. Es erhält sich die Ansicht, daß sich die Stadt unmöglich lange einer so groß angelegten Be­lagerung gegenüber halten könne. Inzwischen scheint man auch die Besetzung der Wichtigsten Plätze des Südens im Auge behalten zu haben. Man will wissen, daß Vogel v. Falckenstein ein Commando in Frankreich erhalten würde. In Hannover hat er zum Küstenschutz ja ohnehin nichts mehr zu thun, und seine sonstigen Verdienste als General-Gouverneur der ihm unterstellten Armeecorps- Bezirke werden es schwerlich bedauerlich erscheinen lassen, wenn man den Mann, der als ein tapferer General und kühner Truppenführer bekannt ist, an den Posten hinstellt, an welchem er seine Bedeutung entwickeln kann.

München, 5. Oct. Der König hat die Bitte Landau's um Sammlungs- Lewilligung zur Unterstützung Straßburgs gewährt und die Zeichnung mit

In einer Note versichert das Blatt, daS Original des Briefes liege in der Nedaction zur Einsicht offen.

Wien, 5. Oct. Die morgen erscheinende amtlicheWiener Zeitung" ver­öffentlicht ein kaiserliches Patent vom heutigen Tage, welches in Anwendung des §. 7 des Grundgesetzes die sofortige Vornahme direkter Reichsrathswahlen in Böhmen anordnet.

Wien, 6. Oct. Thiers, der morgen von Petersburg hier eintrifft, wird wahrscheinlich eine Audienz beim Kaiser haben. Die in Florenz curstrende Version über eine bevorstehende bewaffnete Vermittelung der Neutralen zwischen Frankreich und Preußen wird hier als unbegründet verzeichnet.

Florenz, 2. Oct. Eine Privatdepesche derB. B.-Z." meldet: Der feierliche Act der Uebergabe des Plebiscits der römischen Bevölkerung au den König wird hier im Palaste Pitti stattstuden. Die Stadtbehörde trifft Vor­bereitungen für einen glänzenden Empfang der römischen Deputation, welche die Resultate der Volksabstimmung überbringen wird. Man glaubt, daß diese Deputation Mittwoch oder Donnerstag hier eintreffen wird.

Florenz, 6. Oct. Der ZeitungRoma" zufolge soll die Reise Thiers' nach Florenz zum Zwecke haben, die in Nizza hervorgetrctenen separatistischen Umtriebe zu besprechen, zu deren Unterstützung in Florenz ein Comite gebildet wurde.

Florenz, 7. Oct. In Calabrien hat ein Erdbeben stattgefunden, wodurch mehrere Ortschaften zerstört worden sind. Nächsten Dienstag wird Lamarmora, der sich nach Rom begibt, vom Könige empfangen werden.

Brüssel, 4 Oct. Man meldet aus Antwerpen: Da die Miliz der Claffe von 1870 entlassen worden ist, so werden die Forts des verschanzten Lagers, wo dieselbe casernirt war, für die Jnternirung der französischen Gefangenen benutzt werden, die sich bisher im Lager von Bevcrloo befanden. Gramer de Cassaanac ist gestern Abend nach Köln abgereist; er begiebt sich zuerst nach Wilhelmshöhe, »um dem Kaiser seine Huldigung darzubringen", und dann nach Schlesien, um seinen Sohn zu besuchen. Derselbe gehört noch immer zu denen, welche an die Restauration Napoleon'S HL glauben. Wie es heißt, hat derselbe auch Na Mis­sion, die gefangenen Offiziere in Deutschland zu besuchen, um diese im Irne»?sse des Kaiserreichs zu bearbeiten.

Petersburg, 3. Oct. Die Umwandlung der Don'schen Kosaken aus irre­gulären in reguläre Truppen hat begonnen, obgleich die Kosaken selbst mit der Veränderung unzufrieden sind. Sie sollen vom nächsten Jahre an 60,000 Mann für einen dreijährigen Dienst stellen, und diese Truppe wird nunmehr eingestellt. (Pr.)

Petersburg, 6. Oct. DasPetersburger Journal", die Circulardepesche des Grafen Bismarck vom 27. September besprechend, erkennt die Klarheit der Depesche an und hofft in Folge derselben noch auf den Abschluß eines Waffen­stillstands. Eine augenblickliche patriotische Erregtheit hätte den ablehnenden, übereilten Beschluß der französischen Regierung hervorgerufen. Die Wahlen, sowie die Session der Constituante seien, während die Regierung in Paris ein­geschlossen sei, doch eigentlich unthunlich. Cremieux, welcher in Tours die Proclamation vom 24. September unterzeichnete, könne unmöglich der einzige Repräsentant der Negierung vor der Constituante sein. Das Journal spricht die Meinung aus, Deutschlands wie Frankreichs Interessen entspräche es, daß die Constituante während eines transitorischen Friedens berathe. Dann allein seien ruhige und würdige Beschlüsse zu erwarten.

Methode, wonach die Preußen Krieg führen. Sie erobertes zu behandeln. Vendeer! Ihr werdet Euch der Religion Eurer Väter, noch von der Liebe zu habt. Zu den Waffen!"

Wie dieK. H. Z." mittheilt, hat der König

Ein Officier theilt uns von Straßburg aus folgende echt preußische Aus­führung eines gegebenen Befehls mit:In Folge der abgeschlossenen Capitulation mit Straßburg sollten Mittwoch den 28. Sept, früh 8 Uhr einzelne namhaft gemachte Thore durch preußische, resp. badische Compagnien besetzt werden und sollten zu derselben Zeit spcciell bezeichnete Regimenter die ihnen angewiesene Plätze rc. besetzen. Für einen Stabe - Officier des Königin Augusta - Regiments (Coblenzer Garde-Landwehr-Bataillon) war befohlen, daß sich derselbe um 8 Uhr in Straßburg bei dem neu ernannten preußischen Commandanten, General von Mertens, melden sollte. Der letztere Befehl war durch einen noch nicht aufge­klärten Irrthum nicht corrcct. Die französische Garnison war zur festgesetzten Zeit noch nicht fertig zum Desiliren rangirt. unsere Regimenter, welche einrücken sollten, warteten vor den Thoren auf das Herunterlassen der Zugbrücken. Der Stabs-Officier des Garde-Landwehr-Bataillons Coblenz kommt rechtzeitig vor dem Thore an, um sich zu der ihm befohlenen Zeit in Straßburg melden zu können. Derselbe findet die Thore zu, die Brücken aufgezogen. Da derselbe seinem Be­fehl gemäß um 8 Ubr in Straßburg sein soll, nimmt er vier Infanteristen zur Bedeckung, klettert mit diesen mittelst einer Leiter über das Thor und will nun seinen Weg zur Citadclle nehmen. Er kommt 'N den Zug der zum Ausmarsch sich formircnden 17,000 französischen Soldaten, wird verschiedentlich mit dem Tode bedroht, kommt aber schließlich nach überstandener hundertfacher Lebensge- fahr glücklich an sein Ziel. Um ein Beispiel seiner Gefahren anzuführen, Fol­gendes : Ein französischer Infanterist legt bei dieser Gelegenheit auf den preu­ßischen Major an und droht, ihn unter verschiedenen Verwünschungen zu erschießen; der Major sagt: Ein Braver, welcher tapfer gekämpft hat, mordet nicht meuch­lings seinen eben so braven Feind"; der Franzose setzt ab und zerschlägt unter Fluchen sein Gewehr; hundert seiner Kameraden folgen diesem Beispiele. Der Major geht über die Trümmer von Hunderten zerbrochener Gewehre mit seinen vier Mann weiter. Er kommt in die Citadelle und läßt mit seinen j?ter Mann das Thor besetzen ; er fragt nach dem General, und wird vor den General Uhrich geführt. Nachdem der General das Nähere über das Hiersein des Majors sich hat erzählen lassen, beglückwünscht derselbe den Major, daß er lebend hierher gekommen. Der General fährt fort:An dem für mich traurigsten Tage meines Lebens ist es für mich ein Trost, ein solches Helden-Beispicl eines meiner Feinde vor Augen zu haben ; mit solchen Officicren und Leuten ist das Unmögliche mög­lich." Der General Uhrich behält den preußischen Stab--Officier bei sich, und

Loudon, 6. Oct. DerStandard" erklärt sich ermächtigt, das angebliche Manifest Napoleons vom 26. Sept, für unächt zu erklären. Pariser Briefe desDaily Telegraph" vom 28. Sept, schildern die dortige Stimmung eine gedrückte. Die Lebensmittel werden täglich theurer und schlechter. Lord Granville ist von seinem Landsitze hier eingetroffen.

London, 7. Oct. Die Regierung ist sehr mit Projecten beschäftigt,

lich auf.

Königsberg, 7. Oct. General Vogel v. Falckenstein hat einen Gouverue- menisbefeht erlassen, welcher besagt: Das Verbot der Versammlungen der social- demokratischen Partei ist aufgehoben. Ich erwarte aber, daß die überwachenden Polizeibehörden mir Diejenigen anzeigen werden, welche durch offene Kundgebun­gen Frankreich in seinem Widerstande gegen Deutschlands Friedensbedingungen ermuthigen, also der Kriegsführung des Feindes dienen, um solche Personen während des Kriegszustandes unschädlich machen zu können.

Namslau, 2. Oct. DieZBresl. Ztg." meldet: Ein hiesiger junger Mann machte sich den Scherz und schrieb an den Kaiser Napoleon nach Kassel einen Brief, worin er ihn wegen seiner Gefangennahme bemitleidete. Er hat darauf folgende Antwort in französischer Sprache erhalten:

Wilhelmshöhe, 27. September 1870. Mein Herr! Der Kaiser hat den Brief gelesen, welchen Sie an ihn gerichtet. Se. Majestät war ergriffen über ihre Ehrenbezeigung und An­hänglichkeit und beauftragte mich, Ihnen zu danken. Empfangen Sie, mein Herr, die Ver­sicherung meiner ausgezeichneten Hochachtung. Der dienstthuende Ordonnanz-Ofstzier. (Unleser-

Von der unteren Kinzig, 4. Oct., schreibt man der Karlsr. Ztg.:Bei der Einnahme Straßburgs fand sich, daß außer der bedeutenden Beute an Kriegsmaterial auch etwa 300,000 Ctr. Tabak von einem Werthe von etwa 6,000,000 Gulden unseren Truppen in die Hände fielen."

Der Aufruf, welchen M. de l'Hebergment an die Nachkommen der Chouans gerichtet hat, beginnt, wie folgt:Vendser! Frankreich ist von den wilden Horden des protestantischen Deutschlands angegriffen worden. In wenigen Tagen werden 120 Schwadronen Ulanen, vom feindlichen Armeecorps detachirt, in Eure De­partements einbrechen, um sie der Plünderung, dem Mord und dem Raube zu überliefern, um Frauen zu schänden, Kindern den Hals abzuschneiven, Greise zu erschießen, alle waffenfähigen Männer auf die Gefangnenschiffe zu schleppen, Häuser zu plündern, Dörfer zu verbrennen, Kirchen zu zerstören, die Bildsäulen der Jungfrau Maria zu zerbrechen und Kriegsgefangene zu ermorden. Dies ist die

1000 Thlrn. eröffnet.

Aschaffenburg, 6. Oct. Wie wir hören, hat das Gemeindecollegium in seiner letzten Sitzung den Beschluß gefaßt, die Lehrergehalte von 1871 an um je 50 fl. zu erhöhen, sowie daß das Schulgeld für die hiesigen Stadtschulen auf. gehoben werden soll. Ferner fand das Collegium, daß die jetzige Eintheilung der Schulen dem Unterrichte nachtheilig sei und sprach sich dahin aus, daß die schon in anderen Städten mit Erfolg eingeführten Claffenschulcn in hiesiger Stadt zur Einführung gelangen sollen. (Asch. Z)

Stuttgart, 5. Oct. Gestern Abend trat im Museum eine größere Anzahl hiesiger Einwohner zusammen, um in Sachen der allgemeinen deutschen JnvaliDen- stiftung sich zu besprechen. Die Versammlung beschloß: daß sofort im Anschluß an den Ausruf des Kronprinzen eine Einladung zu Beiträgen für die allgemeine deutsche Jnvalidenstiftung erlassen werden solle. Der zu bildende Ausschuß soll sich in Beziehungen sowohl zu dem leitenden Ausschüsse derselben, als zu der württembergischcn Jnvalidenstiftung und dem k. Kriegsministerium setzen und so­fort den Aufruf erlassen. (Schw. M.)

Aus Leipzig, 4. Octbr., wird der Frankfurter Zeitung mitgetheilt, daß gleichzeitig mit den Verhaftungen anderer Socral-Demotraten General Vogel von Faickenstcin auch die Verhaftung der sächsischen Social-Democraten Bebel, Lieb­knecht und Walster telegraphisch verlangt habe. Die sächsischen Behörden lehnten das Verlangen ab, verboten aber social-demokratische Versammlungen, auch öffent­liche Vercinösitzungen social - demokratischer Vereine (in Dresden, Leipzig und Meerane) uno lösten sogar einen Verein (den Volksverein in Meerane) Polizei-