Ausgabe 
8.3.1870
 
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Politische Rundschau.

4. März.

DerConstitutionnel" behandelt in einem Leit­artikel das Abrüstungsthema. Er erinnert an die von der sächsischen Kammer in dieser Richtung ge- äußerten Wünsche und spricht die Hoffnung aus, daß der König Wilhelm und Graf Bismarck die­selben unbefangen in Betracht ziehen werden.Die öffentliche Meinung Europas," fährt er fort,ist schon lange peinlich berührt von der Thatsache, daß in Folge der Ereignisse von 1866 alle Regierungen ohne Ausnahme sich gewissermaßen für die Rüstungen solidarisch machten; nun das Bedürsniß des Friedens allgemein anerkannt ist, fragt sich die öffentliche Mei- nung, ob die Völker nicht, nachdem sie in ihren Rüstungen gewetteifert, auch in der Abrüstung soli» darisch verfahren wollen. Frankreich ist stark genug, um sich nicht durch Rücksichten der Eitelkeit aufhaltcn zu lassen, wenn es sich darum handelt, einen Beweis seiner Willfährigkeit für die Meinung des gebildeten Europas zu geben. Allein eS muß darauf aufmerk- fam gemacht werden, daß der Armeestand Frankreichs keineswegs außer Verhältniß zu dem Umfange seines Gebietes, der Ziffer seiner Bevölkerung und den An­sprüchen seiner Stellung in der Welt ist. Unsere militärische Stärke ist ungefähr dieselbe geblieben, die sie unter der Juliregierung war, obgleich wir jetzt drei Departements mit einer Million Einwohner mehr als im Jahre 1848 zählten. Man kann also sagen, daß die kaiserliche Regierung, indem sie für 1871 eine Herabsetzung des Jahreöcontingents mit 10,000 Mann vorschlägt, damit den Beweis gibt, wie sehr es ihr am Herzen liegt, der öffentlichen Meinung in Frankreich eine Genugthuung zu geben, während sie damit ferner constatirt, daß die auswärtige Lage sich in dem friedlichsten Lichte zeigt. Indem Frankreich so eine Probe seines guten Willens gibt, wird es, bevor es auf dieser Bahn fortfährt, erwarten dürfen, daß sein Beispiel Nachahmer finde. In erster Reihe steht, wenn eS sich um Abrüstung handelt, noch immer Preußen als Präsidialmacht des norddeutschen Bundes. Nun ist cs allbekannt, daß Die Bundes­verfassung den Armeestand des Bundes bis zum 31. Dcccmber 1871 fixirt hat und demnach das Berliner Cabinet bis dahin keine Veränderung an einem Sy- stem vornehmen kann. Aber wir sind nicht mehr weit von dem Zeitpunkte, da das preußisch-deutsche Contingent von 1872 durch ein neues an Stelle des Artikels 64 der Bundesverfassung tretendes Gesetz wird festgestlllt werden müssen. Der Augenblick rückt also heran, in welchem Preußen zeigen kann, ob es geneigt ist, die militärischen Kräfte des Bundes mit den friedlichen Wünschen der deutschen Staaten in Einklang zu bringen. Die Entschließungen des Der- lincr Eabinets werden für den Lauf der Ereignisse in Europa ein bedeutendes Gewicht in die Wage legen."

DemPesther Lloyd" wird aus Belgrad, 24. Febr., telegraphirt:Zufolge einer Verordnung der Regent­schaft und in Gemäßheit eines RefcriptS des KriegS- ministeriums vom 7. Febr. werden die serbischen Ju­den zum Militärdienste im stehenden Heere und in der Nationalgarde hcrangezogen. Diese Verordnung ist Seitens der jüdischen Bevölkerung mit großer Freude ausgenommen worden."

Die FlorentinerMonarchia Nationale" sagt, Die Differenzen zwischen Egypten unD der Türkei seien keineswegs gelöst; sie spricht von Engagements für Egypten gegen 500 Francs Handgeld.

Der osficiclleMoniteur" von Port au Prince berichtet ausführlich über den Prozeß, den Die neue provisorische Regierung dem eingefangencn (unD seit­dem Hingerichteten) (^Präsidenten Salnave machen ließ. Die Anklageakte ist ein einziges langes Sün­denregister. Salnave heißt cs darin wurde nach dem Sturze des Gen. Geffrard zur Mitbethei- ligung an den Arbeiten der damaligen provisorischen Regierung berufen. Sofort nach (einer Ankunft in Eap Haytien ließ er seine persönlichen Gegner tödten; einige Tage nach seiner Ankunft in Port au Prince annullirte er Die provisorische Regierung unD procla- mirte sich als Protektor Der Republik, eine Suliung, der er durchaus nicht gewachsen war. Den Rath der aufgeklärten Patrioten verschmähend, umgab er sich mit unwissenden, brutalen, verdorbenen Leuten, meist aus der Hefe des Volkes. Trotz ter Vorstel­lungen der Volksvertreter ließ er gewaltsam den Ge- neral MontaS festnehmcn, in einen dunklen Kerker sperren und dann stranguliren. Am 14. Oktober 1867 schickte er eine Bande Sträflinge und Dirnen unter Führung seiner Söldner in das Local der Kammer und jagte mittelst ihrer die Deputirlen aus­einander. Am 22. Apnl 1868 zerriß er die Een» stitution, die er wenige Monate rorprr beschworen

hatte. Gegen diese Gewaltacte erhob sich nach und nach das ganze Land. Salnave wurde schließlich von den Truppen der Revolution nach Port au Prince zurückgedrängt und dort belagert. Um sich seine Gegner vom Halse zu schaffen, ordnete tr überall Plünderungen, Brandstiftungen und Affasstnate an; eine Banden überfielen sengend und brennend die wehrlosen Städte und machten Alles nieder, was nicht für ihn war. Die Küstenstädte bombardirte er von seinem Dampfer aus; entsetzlich wüthete er na­mentlich gegen Miragoane. In Port au Prince ließ er vier seiner ehemaligen Anhänger, die ihm ver­dächtig geworden waren, im Gesängniß erwürgen und als er sah, daß er sich nicht mehr halten konnte, versuchte er Die Stadt an verschiedenen Punkten durch ein Gesindel in Brand zu stecken. Das revo­lutionäre Gericht fand natürlich alle diese Anklagen begründet und verurtheilte Salnave zum Tode, welche Strafe denn auch mittelst Erfchießens am 15. Jan. an ihm vollstreckt worden ist.

Preußen. Berlin, 2. März. In der heutigen Sitz­ung des Reichstag« ging das Haus über den Antrag deS Ab­geordneten Schulze, den Reichstags Deputirten Diäten zu ge­währen, zur Tagesordnung über. Die Debatte war kur; und brachte nur wenig neue Momente. EtaatSminister Delbrück hielt den früheren Standpunkt der Regierung aufrecht.

Berlin, 3. März. Von Seiten einer Anzahl Mitglie­der deS Reichstages wird eine Interpellation über das defini­tive Schicksal des Strafgesetzbuch Entwurfs vorbereitet, um unfruchtbare Debatten zu vermeiden. In dem bekannten Proceffe wegen Beseitigung des Denkmals in Celle ist daS Er- kenntniß der zweiten Instanz ergangen. Dasselbe nimmt die Strafe gegen das GarnisonScommando zurück, bestätigt aber das Urtheil gegen das Generalcommando in Hannover.

Hoffen. Darmstadt, 3. März. Nach einstündigen Debatten beschloß die zweite Kammer in Uebereinstimmung der ersten Ständekammer mit allen gegen 10 Stimmen, daß an Stelle der seitherigen Personalsteuerkapitalien nur die halben Ginkommensteuerkapitalien zur communalen Besteuerung zugezogen werden sollten entgegen ihrem früheren Beschlüsse, welcher auf Zuziehung deS ganzen Einkommensteuerkapitals ging. Dagegen beharrte die Kammer auf der Verschmelzung der zweiten und dritten Steuerklasse zu einer einzigen.

Bayern. München, 2. März. Der König richtete an den Stiftsprobst Döllinger anläßlich seines Geburtstages ein eigenhändiges Handschreiben, worin er die Hoffnung auS- spr cht, Döllinger werde nicht ermüden, in dem begonnenen Kampfe zum Heile des Staates und der Kirche muthig auS- zuharren.

Oesterreich. Wien. Die telegraphische Meldung von dem Tode der Barbara Ubryk stellt sich als eine Sensations­nachricht heraus. Wie man der WienerPresse" schreibt, be­findet sich die Ernonne körperlich im besten Wohlsein, während ihr Geistesleben nach wie vor zerrüttet ist.

Wien, 2. März. Ein Telegramm derAllg. Ztg." meldet unter'm 3. d.: Bei Presioka in Dalmatien hat ein neuer Conflikt zwischen den Montenegrinern und der Besatzung deS Fort« ftattgefunden. Beiderseits wurde geschossen. Ein Montenegriner blieb todt. Die Jägerpatrouille bei Kompac wurde angefallen und ein Mann getödtet. General Graf Auers­perg begab sich mit dem achten Zägcrbataillon nach Castellostua und fand den Conflict beendet. Die Montenegriner haben sich zerstreut. Die Truppen sind, nach erfolgter Aufforderung an die Pastrovicianer nicht zu provociren, in ihre Orientiere zurückgekehrt. Graf Auersperg setzt die Jnspicirung fort.

Frankreich. Paris, 28. Febr. Wie man erfährt, ist die Wiederanstellnng Renan'S als Professor der hebräischen Sprache im College der France eine fest beschlossene Sache.

Herr Brown, der englische Secretär der chinesischen Ge­sandtschaft, welcher sich augenblickl ch in Petersburg aushält, rst an Burlingame'S Stelle zum Chef derselben ernannt wor­den. Hr. Brown befand sich in der letzten Zeit in Peking, ist aber gegenwärtig auf der Rückreise nach Europa begriffen. Dumon, Fmanzmimster unter Louis Philippe, als Guizot Mi­nisterpräsident war, ist im Alter von 77 Jabren gestorben.

Italien. Genna, 1. März. In Siena ist bet einer A'beitervereins-Versammlung der Boden deS Versammlungö- Lokales durchgebrochen und sind 150 Personen verunglückt.

Florenz 26. Febr. In den Sturz der neapolitanischen Sckwindelbanken werden eine Menge Existenzen hineingezogen. Seit dem 15 d. MtS., wo die Regierung gegen die erste sol­cher Banken, welche mit dem Verlprcchen ungeheurer Prozente daS Kapital anzulocken wußten, einschritt, sind bis zum 24. ds. über 60 Personen verhaktet. Die unmoralische Cpeculation muß Mitschuldige und Helfershelfer in allen Klassen gehabt haben. Namentlich werden auch viele hohe Jnstizbeamte, Marineoffiziere, Geistliche als Collectenre für jene Danken be­zeichnet. Viele Damen von hohem Stande sind gleichfalls compromittirt. Man befürchtet, daß aus den öffentlichen Kaffen viele Gelder in jene Banken gewandert seien, und die darüber eingeleitete Untersuchung soll bereits bedenkliche Resultate ge- li.fert haben. Der Scln.ck.n, die V.rwirrung ist allgemein. Viele mit Verhaflung Bedrohte halten sich versteckt, die römi- scr e Gränze wird sckarf bewacht. Die Obrigkeit hat Mühe, die Beiheiligten vor der Volkewuth zu schützen.

Türkei. Belgrad, 18. Februar. Zwei wichtige Nachrrcht.n kamen dieser Tage auS Ctambul an: eS soll näm­lich im Rathe des Sultans b.scl losten mord.n sein, erstlich: die bulgarische Kirchenfrage im Sinne der bulgarischen Wunsche zu erledigen, und ferner d e Christen deS ReickS zu persönlichen Kriegedienstleistungen anzuhallen Die Tragwlite dieser Nach­richten ist natürlich eine grundverschiedene, während die Be­stätigung der elftem dem oSn anisck'en Staat unläugbar nutzen wird, durste die Auehcbung der Christen zur großher.licken Armee eine sehr bedenkliche Stimmung in der ganzen europäi­schen 2 m fei her vorruf. n. Allerdings wäre die Conscription nur die Erfüllung e ner betreffenden B.ftimnrung des Hatti- Humajum von 1856, allein die Bulgaren, die Serben, die

Armenier, die Hellenen würden sich fragen: warum die kaiserl. Regierung jene Punkte desselben Manifestes nicht erfüllt, welche den Christen Rechte einröumen? Warum wird in den türki­schen Gerichten noch immer kein christliches Zeugniß angenom­men? Warum wurde das Versprechen der Gewährung gleicher bürgerlicher Rechte für alle Untertanen deö Sultans nie ge­halten ? Selbst der beschränkte Unterthanenverstand eines Rajah ist fähig, solche und ähnliche Fragen sich aufzuwerfen.

Amerika. Washington,!. März. Das Repräsentanten­haus nahm mit 107 gegen 48 Stimmen eine Resolution an, daß die Interessen des Landes einen solchen Einsuhrzolltarif er­heischen , der die heimische Industrie schütze, ohne die Staats­einkünfte zu schädigen. Die Staatsschuld hat im Februar um 6,484,811 Dollars abgenommen.

Vermischtes.

Groß-Gerau, 28. Febr. DerKöln. 3tg.N wird be­richtet: Die Erschütterungen mehren sich wieder in auffallender Weise. Am 26. um 12 Uhr 29 Minuten und am 27. um 1 57 Minuten Mittags erklirrten plötzlich die Wände, Thüren, Fenster und Geräthe in ähnlicher Weise wie am 22. Abend«, so daß nunmehr seit dem 20. Februar bereits 10 Erschütterun­gen und fast die doppelte Zahl an Donner und Rollen Statt gefunden haben. Die Erschütterungen vom 26. Mittag« wurde, wie bereits gemeldet, auch im badischen Oberland und, wie wir nachträglich erfahren, auch in Darmstadt verspürt.

Mainz. DemFr. I." wird von hier geschrieben: Endlich scheint in unserer berüchtigten Octroi-Angelegenheit das längst Erwartete eintreten zu sollen. Gutem Vernehmen nach find nämlich am 22. v. M. der Gemeinde-Einnehmer, der Octroiober- und Octroiuntercontroleur vom Amte suSpendirt worden. Der in der Gemeinderalhssitzung vom 21. zum Vor­trag gelangte zweite Theil deS Berichte« der vereinigten fach- und gcmeinderäthlichen Untersuchungscommission brachte aber­mals so unerhörte Dinge an den Tag, daß der Gemeinderath einstimmig den Beschluß faßte, sofort durch eine Octroi-Com- mission eine Liste aller Derjenigen aufstellen zu lassen, welche alsbald aus dem Dienste der Stadt zu entlassen feien und die Bürgermeisterei oufzufordern, daß sie der StaatSprocu- ratur sofort Anzeige mache und deren Einschreiten herbeiführe, da in der ganzen Angelegenheit sich eine solche Masse Indiciea von planmäßiger Fälschung, Betrug, Bestechung und Unter­schlagung gehäuft habe, daß jene vor Gericht ihren AuSgang finden müsse. Auch eine Anzahl Bürger sind durch diese letzte Untersuchung stark compromittirt.

Mainz. DerM. Anz." schreibt: Den Ruhm, in der hiesigen Octroifrage eine besonders hervorragende Rolle zu spie­len, theilten mit den Kohlenhändlern -bie Wildprethändler. Wie die Acten der Octroicommission innerhalb der Octroilinien ein Steinkohlenbergwerk für die Kohlenbesitzer nachwiesen, so wei­sen dieselben Acten für die Wildprethändler einen Wildpark innerhalb der Octroilinien nach. Der Wildprethändler Rath­geber hat 1423 Hasen und 373 Rehe mehr au« - al« einge- führt, der Wildprethändler Veit figurirt mit einer Mehrausfuhr von 1180 Hasen und 142 Rehen, Mackeldey und Kühner ditto 1097 Hasen und HO Rehe. Diesen Herren gelang auch, ein Wildschwein oder einen Hirsch (der Octroibericht läßt daS zweifelhaft) zu züchten. Dann kommt Herr Dichmann, der sich durch seine außerordentliche bescheidene Einfuhr auSzeichnet. Er hat in 18 Monaten nur 12 Hasen und 3 Rehe eingeführt, dagegen 451 Hasen und 93 Rehe ausgeführt. Der fünfte der Herren, Herr Bielefeld, hat 6 Hasen und 36 Rehe mehr auS- alS eingeführt. JnSgesammt sind demnach 4147 Hasen und 754 Rehe mehr auS- als eingeführt worden, die also innerhalb der Mauern gezüchtet wurden. Diese Zahl vermehrt sich na­türlich noch um alle die Hasen und Rehe, die hier verzehrt wurden. Auch die Welschcnzuckt ergab ein ähnliches für unsere Viehzucht sehr erfreuliches Resultat. ES wurden 400 Welschen ein- und 1499 ausgeführt.

K ir chhofen (Amt Staufen), 27. Febr. Gestern zwi­schen 12 und 1 Uhr deS Mittags verspürten wir hier einen von dumpfem Getöse begleiteten Erdstoß, dessen Schwankungen in der Richtung von Süden nach Norden etwa 4 Sekunden anhielten. Diesem Erdbeben folgte heute ein Ereigniß, daS wahrscheinlich mit ersterem im Zusammenhänge steht und leicht großes Unglück im ©«folge hätte haben können. ES fiel näm­lich währenddes vormittägigen HauptgotteSdienste« ein ziem- l.ch großes Stuck Mauer von der Decke de« hiesigen Kirchen- chorS. Eine ansehnliche Zahl Knaben befand sich im Chore, von denen jedoch glücklicher Weise nur einer, und zwar nicht lebensgefährlich. von den herabstürzenten Steinen verletzt wurde, fljian kann sich den Schrecken und die Aufregung denken, in welchen die versammelte Pfarrgemeinde durch diese Begebenheit, wobei eine größere Anzahl von teueren Angehörigen in so augenscheinlicher LcbenSgesahr schwebte, versetzt wurde.

Säckingen, 26. Februar. Diesen Nachmittag 12 Uhr 18 Minuten verspürte man hier einen kräftigen Erdstoß in der Niel tung von Südwesten nach Noidosten unter eigenthümlichem Getöse.

Blankensee, 22. Febr. Von hier wird folgender Un- glückösall gemeldet: Vorgestern früh wurde ein unbekannter, sehr gut gelleideter Mann mit dem Hute auf dem Kopfe stehend im Eiü der Elbe erfroren gefunden. Er war beim Pasfiren ber Elbe in eine sogenannte Waake (dünne Stelle) gerathen und zwar da, wo sich eine Sandbank gesetzt hatte; er war in bem Sande stecken geblieben und hatte sich nickt wieder be­freien können Daö Eis reichte ihm bis an die Achsel und in di,Fr traurigen Stellung war der Unglückliche gestorben, die Arme waren aut die Ränder des Eises auSgeftreckt, die Finger­nagel bei den Versuchen zur Rettung blutend abgerissen. DaS Gis mußte erst um den Körper aufgehauen werden, um ihn herauszuziehen. Wie angst- und schmerzvoll mag dcr Bekla- genSwerthe nach Hülfe gerufen haben.

Triest, 25. Febr. Der LlovddampferPluto" von 652 Tonnen und 400 Pferdekrcüt, ist vorgestern bei Varna gestran­det. Von Konstantinopel ging sofort nach Eintreffen der Nach­richt der LloyddampferStadion" zur Hülfeleistung ab, welch.m tS gelungen ist, die Passagiere zu retten. Der gestrandete Dampfer befindet sich in ernstlicher Gefahr.

Redaktion, Druck und Verlag der Brühl'schen Univ.-Druckerei (Fr. Ehr. Pietsch) in Gießen.