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Erscheint täglich, mit Aus­nahme Montags.

Expedition: Canzletberg Vit. B. Nr. 1.

Anzeige- und Amtsblatt für den Kreis Kielen.

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Nr. ViT Sonntag dm 6. November 1870.

gtÄlf 1126*511 "^rden noch fortwährend sowohl bei der Expedition, Canzleiberg B. 1, als auch

Wilf "VII l*- fp* 1IV<- ^<11 bei allen Post-Expeditionen und den Land-Postboten entgegen genommen.

Abonnenten, welche den Anzeiger bei der Erpedition abbolen lassen, erhalten denselben für die Monate November und December 8 870 zu 40 kr.

Amtlicher T h e i l.

Nr. 40 des Bundes-Gesetzblattes des Norddeutschen Bundes, ausgeqeben zu Berlin am 15. October 1870, enthält: j (Nr. 573.) Freundschafts-, Handels- und Schifffahrts-Vertrag zwischen Sr. Majestät dem Könige von Preußen im Namen des Norddeutschen Bundes und des Zoll- i -creins und den Vereinigten Staaten von Mexiko. Vom 28. August 1869.

(Nr. 574) Ernennung eines Consuls des Norddeutschen Bundes zu Zacatecas (Mexiko.)

Nr. 41 des Bundes-Gesetzblattes des Norddeutschen Bundes, ausgegeben zu Berlin am 15. October 1870, enthält:

(Nr. 575.) Allerhöchster Erlaß vom 2. October 1870 wegen Abänderung des Allerhöchsten Erlasses vom 24. Juli 1870, betreffend die in Gemäßheit des Gesetzes vom : 21. Juli 1870 zur Deckung des außerordentlichen Geldbedarfs der Militär- und Marineoerwaltung aufzunehmende Anleihe.

Nr. 42 des Bundes-Gesetzblattes des Norddeutschen Bundes, ausg.'geben zu Berlin am 19. October 1870, enthält:

(Nr. 576.) Postvertrag zwischen dem Norddeutschen Bunde und den Niederlanden. Vom 1. September 1868.

(Nr. 577.) Ernennung eines Viceconsuls des Norddeutschen Bundes zu Vardö.

Nr. 43 des Bundes-Gesetzblattes des Norddeutschen Bundes, ausgegeben zu Berlin am 17. October 1870, enthält:

(Nr. 578.) Verordnung, betreffend die Aufhebung des Verbots der Ausfuhr und Durchfuhr von Rindvieh, Schweinen und Schaafoieh, sowie der Aufhebung des Verbots der Ausfuhr und Durchfuhr von Steinkohlen und Coaks für die Grenze südlich von Malmcdy bis Saarbrücken einschließlich. Vom 13. October 1870.

(Nr. 579 ) Ertheilung des Exequatur an den Kaiserlich Brasilianischen Viceconsul zu Stettin.

Nr. 44 des Bundes-Gesetzblattes des Norddeutschen Bundes, ausgegeben zu Berlin am 24. October 1870, enthält'

(Nr. 580) Vertrag zwischen dem Gencral-Postamte des Norddeutschen Bundes und dem General-Postamte des Vereinigten Königreichs von Großbritannien und Irland. Vom 25. April 1870.

(Nr. 581.) Additional-Vertrag zu dem zwischen den Postverwaltungen des Norddeutschen Bundes und der Vereinigten Staaten von Amerika abgeschlossenen Vertrag für die Verbesserung des Postdienstes zwischen den beiden Ländern, unterzeichnet zu Berlin den 21. October 1867. Vom 7. und 23. April 1870.

(Nr. 5 2.) Bekanntmachung, betreffend die Ausgabe verzinslicher Schatzanweisungen im Betrage von 20,000,000 Thalern. Vom 16. October 1870.

(Nr. 583.) Allerhöchster Erlaß vom 18. October 1870, betreffend die Ausgabe verzinslicher Schatzanweijungen im Betrage von 3,700,000 Thalern.

Nc. 45 des Bundes - Gesetzblattes des Norddeutschen Bundes, ausgegeben zu Berlin am 24. October 1870, enthält:

(Nr. 584.) Gesetz, betreffend die Eheschließung und die Beurkundung des Personenstandes von Bundesangehörigen im Auslande. Vom 4. Mai 1870.

Gießen, den 4. November 1870. Großherzogliches Krcisamt Gießen.

Dr. Goldman n.

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olitischer T h e i l.

Kriegsnachrichten.

Folgender Armeebefehl ist bei Verleihung der Feldmarschallswürde an die beiden Prinzen des preußischen Hauses von Sr. Majestät dem König erlassen worden:

Soldaten der verbündeten deutschen Armeen! Als wir vor drei Monaten 1 in das Feld rückten gegen einen Feind, t>er uns zum Kampfe herausgefordert hatte, sprach Ich Euch die Zuversicht aus, daß Gott mit unserer gerechten Sache sein würde. Diese Zuversicht hat sich erfüllt. Seit dem Tage von Weißenburg, wo Ihr zum ersten Male dem Feinde entgegen tratet, bis heute, wo Ich die Meldung der Eapitulation von Metz erhalte, sind zahlreiche Namen von Schlachten und Gefechten in der Kriegsgeschichte unvergänglich eingetragen worden. Ich er- | innere an die Tage von Wörth und Saarbrücken, an die blutigen Schlachten um Metz, an die Kämpfe bet Sedan, Beaumont, bei Straßburg und Paris rc.; jeder ; ist für uns ein Steg gewesen. Wir dürfen mit dem stolzen Bewußtsein auf diese Zeit zurückblick n, daß noch nie ein ruhmreicherer Krieg geführt worden ist und Ich spreche es Euch gern aus, daß Ihr Eures Ruhmes würdig seid. Ihr habt Alle die Tugenden bewährt, die den Soldaten besonders zieren: den höchsten Muth im Gefechte, Gehorsam, Ausdauer, Selbstverleugnung bei Krankheit und Entbehrung. Mit der Eapitulation von Metz ist nunmehr die letzte der feind­lichen Armeen, welche uns beim Beginn des Feldzuges entgegentraten, vernichtet worden. Diesen Augenblick benutze Ich, um Euch Allen und jedem Einzelnen, vom General bis zum Soldaten, Meinen Dank und Meine Anerkennung auszu- sprechen. Ich wünsche Euch Alle auszuzeichnen und zu ehren, indem Ich heute Meinen Sohn, den Kronprinzen von Preußen und den General der Eavallerie, Prinzen Friedrich Karl von Preußen, die in dieser Zeit Euch wiederholt zum Siege geführt haben, zu General-Feldmarschällen befördere. Was auch die Zu­kunft bringen möge Ich sehe dem ruhig entgegen, denn Ich weiß, daß mit solchen Truppen der Sieg nicht fehlen kann, und daß wir unsere bis hieher so ruhmreich geführte Sache auch eben so zu Ende führen werden.

Hauptquartier Versailles, 28. Oct. 1870. Wilhelm."

Versailles, 3. Nov. (Ofsiciell.) Mit Ausnahme des Artilleriefeuers vom Mont Valerien verhielt sich der Feind im Laufe des heutigen Tages vor Paris ruhig. v. Podbielski.

Voutancourt (bei Maiziöres), 3. Nov. (Officiell.) Seit mehreren ! Tagen sind mobile Colonncn gegen Banden von FranctireurS thätig. In Folge dessen haben mehrfich kleine Gefechte stattgefunden. Beim Feinde 20 Todte, diesseits ein Unteroffizier geblieben. Diese Unternehmungen weiden weiter fortge­setzt. v. Selchow. Bemerkung. Generalmajor v. Selchow ist Eommandeur der Cernirungslrupp°n vor Maizieres.

' Brüssel, 2. Nov. Unter den Bürgern von Paris herrscht seit dem 31. Oct. Abends vollgändige Panik. Die Mitglieder der Regierung wurd.n mit dem

Leben bedroht und nur durch dos energische Einschreiten Ferry's gerettet. Alle besitzenden Classen schaaren sich um die Regierung. Dieselbe ist zu Friedensver­handlungen geneigt.

Brüssel, 3. Nov. Aus Tours eingetroffenen Berichten zufolge hatte sich Admiral Fourichon geweigert, die Proclamation vom 30. Oktober, die Capitu- lation von Metz betreffend, zu unterzeichnen. Die Uebersiedelung der Regie­rung ist bevorstehend. Der SouSpräfect von ArleS hat die dortige Iesuiten- Congregation aufgelöst, die Jesuiten ausgewiesen und deren Güter elngezogen. Gtnera! Bourbaki ist in ArraS eingetroffen. Es ist unwahr, daß der General genöthigt sei, Frankreich zu verlassen.

Brüssel, 4. Nov. DasEcho de Bruxelles" erfährt, daß die Pariser Regierung eine allgemeine Abstimmung über die Frage angcordnct hat, ob die Pariser Bevölkerung die der Regierung der LandeSvertheivigung übertragenen Vollmachten fernerhin aufrecht erhalten wolle. Dic Gemahlin Bazaine'S ist in Brüssel eingetroffen.

London, 4. Nov Der Daily Telegraph meldet: Der fünfundzwanzig­tägige Waffenstillstand ist abgeschlossen; die militärische Demarkationslinie bleibt genau, die bisherige, die Belagerer halten ihre Stellungen vor Paris inne, welches täglich verproviantirt wird. Die Constituante tritt am 15. November zu­sammen.

Amsterdam, 4. Nov Aus Paris vom 1. Nov. wird über Tours gemeldet: Gestern, am 31. Oct., fand in Paris vor dem Hotel de Ville eine bewaffnete Kundgebung statt. Die Mitglieder der Regierung wurden daselbst gefangen ge­halten, ein Wohlfahrtsausschuß und eine Commune der Stadt Paris wurden gebildet, welcher unter Anderen, Lorian, LedruRollin, Victor Hugo und FlourenS angehörten. Die am 1. November erschienene Proclamation Trochu'S theilt diese Vorgänge mit, und meldet außerdem, daß gegen 8 Uhr Abends Trochu, Arrago, Ferry den Händen der Aufständischen durch das 106. Bataillon der National­garde entrissen wurden; während Jules Favre, Garnier-Pagds und Jules Simon gefangen blieben. Heute 3 Uhr Morgens nahmen diese beklagenswerthen Scenen durch das Einschreiten der herbcigeeilten Nationalgarde ein Ende. Dieselbe hatte unter der Anführung Ferry's die ganze Umgebung des Hotel de Ville besetzt und nahm die Räumung der letzteren vor. Trochu wurde bei seinem Erscheinen von den Bataillonen mit lebhaften Zurufen empfangen. Der Bericht Trochu's schließt: Ein Waffenstillstand ist heute vorgeschlagen, welcher mehrfache Vortheile in sich schließt, von denen sich Paris leicht Rechenschaft ablegen kann, ohne daß eS erst nöthig ist, dieselben hier einzeln aufzuzählen, und anstatt dies zu würdigen, macht man hieraus der Regierung den Vorwurf der Schwäche, ja selbst des VerrathS! Die Ruhe ist heute wieder hergestellt. Garnier-PagöS, Pelletan und Canusier sind an den an ihnen gestern verübten Gewaltthätigkeiten erkrankt. Die Haltung ferry's wird sehr gerühmt. Ein Decret der Regierung verordnet, daß jedes Bataillon der Nalionalgarde, welches außerhalb der gewöhnlichen Dienstzeit be-