Ausgabe 
6.1.1870
 
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Feuilleton

Weibe

Liebe der stolzen

der

unserige.

4. Januar.

die sein junges

Beatrice Pisano Tod Giovanni'S das Leben dieses je von der Liebe

Die Blummverkäuftrin der del Plrbiseito.

Novelle von F- Klinck-

Leben geknickt.

Man sprach in ganz Neapel von für ihren Verlobten Man bewunderte

ihre größten Tollheiten hatte er und sie endlich

3. Januar.

Unter den revolutionären Schriftstücken, welche bei den in Petersburg und in Moskau neuerdings ab- gehaltenen polizeltichcn Revisionen in Beschlag ge­nommen worden sind, befindet sich auch eine von Bakunin unterzetchnele Proclamation.An die jun- gen Brüder in Rußland", in welcher es heißt: Für uns Russen und Die Mehrzahl der polnischen Patrio­ten, namentlich die katholijche Adelspartei, Der Die russische Tagespresse Den größten Einfluß auf unsere Jugend zuschreibt, gibt es nur ein gemeinsames Ge­fühl und Ziel: der Haß gegen den Alles verschlm- genven russischen Staat und Der feste Entschluß, mit allen Mitteln Die schleunigste Zertrümmerung dessel­ben herbeizuführen. In diesem Punkte treffen wir zusammen: einen Schritt weiter, und ein tiefer Ab­grund thut sich zwischen un- auf. Wir erstreben die gänzliche Aushebung alles Staatslebens in- und außerhalb Rußlands, während sie (die Polen) von dem Wiederaufbau Des polnischen Staates träumen. Die Träume Der polnischen Staatsmänner sinD schäd­lich, Denn jedes Staatswesen, und wäre es noch so demokratisch nnd liberal, lastet mit (Zentnerschwere auf dem Volksleben. Diese Träume lassen sich aber auch unmöglich verwirklichen, da es Ausgabe der Zukunft ist, die Staaten zu zertrümmern, nicht auf-

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Meine Herren, verdanke, sowohl denen, welche die Armee zu Siegen geführt als denen, welche sie lange Jahre zu so großartigen Erfolgen ausgebildet und vorbereitet haben.

Ein in Rovigo erscheinendes Blatt, dieVoce del Polesine" will wissen, Die österreichische Regierung sei geneigt (?), Der italienischen eine Summe von 8 Millionen Francs alsErsatz jur Den in den Kriegen vor 1866 verursachten Schaden" auszu- 'zahlen. Die Unterhandlungen seien schon nahezu beendet, und man werde bald zur Auszahlung Dieser KriegsentschäDigung schreiten.

Oer österreichische A ent v. Zulauf in Bukarest hat der fürstlichen Regierung officiell mitgetheilt, daß Oesterreich bei der Pforte Die Anerkennung Des Titels Rumänien" stattDonaufürstenthümer" beantragte.

Eine schwerwiegenDe Anklage gegen Rußland findet sich in DerTriester Zeitung".Die Panslamsten unD Die Führer Der revolutionären Partei in Der Herzegowina" , schreibt das genannte Blatt,wen­deten sich vor einiger Zeit nach Petersburg, und von Dort aus wurde auch in geschickt diplomatischer Redewendung dem Fürsten Der schwarzen Berge eine ukasübliche Deutung gegeben, Die Aufständischen jin Dalmatien) zu unterstützen, wobei zwischen den Zeilen zu lesen war, daß von der politischen Haltung des

Bei dem NeujahrS-Empfange der Generalität in Berlin hielt Wrangel die Ansprache, worin er den Stolz Der preußischen Armee wegen Verleihung DeS russischen Großknuzes des GeorgS-^rdenS an den König betonte. Der König erwiederte: Ick) vanke Ihnen für D e Namens Der Anwesenden ausgespro­chenen Gesinnungen. Da Sie aber Der Auszeich­nung erwähnen, welche Se. Maj. Der Kaiser Ruß­lands Mir hat zu Theil werden lassen, so muß Ich hier aussprechen, daß Ich diese sowohl als die Worte des Kaisers, welche dieselbe begleiteten, nur Ihnen,

zubauen. Die polnischen Politiker verurtheilen durch ihre dem Volke verhaßten Träume ihr Vaterland zu neuem Verderben, und sollte es ihnen. mit fremder Hülfe z. B. gelingen, den polnischen ^taat auf den Grundlagen der Adelsprivilegien und des persönlichen und erblichen Grundeigenthums wieder aufzubauen, so würden sie insofern unsere Feinde werden, als sie die Unterdrücker des eigenen Volkes waren. Wird dies der Fall fein, so werden wir ihnen den Krieg erklären im Namen der allgemeinen nationalen Frei- heit und Lebensentfaltung. Bis dahin sind wir^achte Freunde und Gehülfen; denn ihre Sache, Den Sturz des russischen CzaarenthumS, ist vor Allem auch die

die schöne Beatrice Pisano, die Geliebte Ded. armen MusiklehrerS. War es ein Wunder, daß Nicolo Porpera einige Augenblicke schwankte? Aber dann wandte er* sich von dem verführerischen Anblicke ab, der Gedanke daß dieses Weib ihn wenigstens anfänglich betrogen, gab ihm seine Ruhe wieder

^.Nur^inige Minuten dauerte es, dann erhob sich Beatrice. Sw sprach kein Wort mehr, sondern zog Den Schleier über ihr scbones, bleiches Ant tz und verließ Die Stube und gleich darauf das Haus des Maestro Porpera, um

Diese Liebe, Die Den nicht ertrug7'ab!r'Niemand fand den Faden, der sich durch glänzenden, jetzt erloschenen Sternes zog Niemand hatte der schönen Beatrice für den armen Musikmeister gehört.

Als Nicolo Porpera von dem Schritt Der Signora Beatrice vernahm, tie unter dem Namm Schwester Giovanna in den da« Kloster zum Herzen crcfu etnaetreten war, durchzuckte ihn ein tiefer aufrichtiger Schmerz. Ob sie ibn dennoch so geliebt, daß sie nicht von ihm lassen konnte. Dann sah er sie vor sich die herrliche Gestatt mit dem seinen edlen Gesichte und den herrlichen Locken und ein wahnsinniger Schmerz preßt- sein Herz zusammen. War denn ihre Sünde so groß gewesen größer als ihre Liebe < ,

Wie ein finsterer Schatten zog sickf die Erinnerung an Beatrice Durch Porpem'S ferneres Leben; denn als er zwei Jahre spater eines Tages den Kwchbof betrat, fab er einen frisch aufgeworfenen Grabhügel ohne einen Kranz, ohne eine Blume, ohne irgend welches Liebeszeichen. Nur ein einfaches Sand- stein-Kreuz trug den Namen:Schwester Givvanna.

War Beatriaee Pisano, die dort Rahe gemnden.

cs nie wider zu betreten.

So hatten Denn jene Singübungen ihr plötzliches Ende erreicht.

Beatrice sprach zu Giovanni kein Wort davon, wie es gekommen, sie sagte ihm nur, daß sie nie mehr hingehen wurde. Da flog ein glückliche« Lächeln über sei bleiche« Antlitz und er gab sich kurze Zeit der sußm Hoffnung hin, dass nun noch Alle« gut werden wurde, aber wenn er dann di- bleichen Wan- aen feiner Beatrice sah, dann wußte er, daß feine Ahnung ihn nicht betrogen, laß der Maestro Porpera ihre Liebe verschmäht hatte und sie sich nie mehr von diesem Schlage erholen würde. * , , _ u .

Nein, sie konnte sich nie mehr von diesem Schlage erholen. Trotz der auSaereichnetsten Aerzte, trotz der weiten Reisen, die ter Marchese Pisano für die Gesundh >t seiner Tochter unternahm, wurden ihre Wangen immer bleicher, ihr Auge matter. Da gab e« keine Hülfe, leiste Rettung, und wenn d,e Aerzte es dem Vater sagten, daß ein geheimer Kummer an dem Herzen seines Kindes nagt dann lach e Beatrice hell auf. Aber es war nicht das silberne Lachen von vordem, sondern hart und rauh, als habe ein eisiger Nord ihr Organ aestreist Sie leugnete jeden Kummer, selbst vor Giovanni, der ,etzt oftmals bet' ihr war und seine leisen, wehmüthigen Klänge der Mand°l>ne erl°nen l,-ß, dann weinte Beatrice, dann flössen die Thrarwn stromwei« »berühre Wangen, unv sie dankte Giovanni für seine Liebe und Gute.

Aber alles Bitten seinerseits, ihn doch noch einmal eines ,ener sußenLie- der Horen zu lassen, die sie ihm früher so oft gesungen, blieben erfolglos - ^°'u"d^doch einmal sang sie noch, als Giovanni starb. Bon 'hrer sußen Stimme einqeschläfert, schloß er müde die Augen, und als sie geendet Hütte, da borttle chn leise sagen -Meine Beatrice!" Dann war es still in dem Gemache, nur ihr laute« Schluchzen wurde gehört sie Ware doch woh aüSer geworden, wenn sie niemals den Maestro Porpera gesehen hatte.

8 Nicht^lange nach dem Tode Giovanni'« trat Beatrice als Nonne m den O-den zum Herzen Jesu. W-d-r die flehenden Bitten noch di- Drohungen ibres Safer« hatten sie von diesem Schritt zuruckzuhalten vermocht sie sagte nur das könne sie heilen. Und Beatrice mochte wohl Recht haben. See übtte sich nach Giovanni'« Tode unendlich einsam und verlassen; er war ihr A als Baker und Bruder gewesen. Für i- Tollheiten batte er

eine Entschuldigung gehabt, ihre Launen mit Geduld erttagen getröstet, obgleich sie cs zum Thei7 mit gewesen war,

gegenüber^ mjr fElbp JU sagen, Signora Pisano? Ihr kommt

selbst "mir zu sagen, daß Ihr mich betrogen habt, daß ich een Spielball Eurer Launen gewesen bin? Ihr sagt es selbst, daß eine Lüg- in Euren Augen für f'inC Beatnc?war .odteubleich geworden. Wankend erfaßte sie die Lchne eine« ^"""Nic7°!^stöhn.Ne."'Ist das Deine Liebe, di- Du mir gelobt's"

"Ihr irrt, Signora," entgegnete Nicolo falt,meine Liebe galt ter armen Blumenverkäuferin Violetta - Ihr, die mir rein und u"^u^v°llwieein (Snael acacnübcrtrat. Violetta habe ich geliebt, Wie je cm Weib ge lebt wer bei? konnte, ihretwegen hätte ich mit Freuden mein Leben, meine Seligkeit ge- nufert die stolze Beatrice Pisano kenne ich nicht."

Stolz," murmelte Beatrice mit einem bitteren Lächeln.Er nennt mch in tiefem Augenblick stolz, wo ich, eine Bittende, vor ihm stehe. O, OTicolo, denke an den Augenblick, wo Du mir sagtest, nicht Himmel, nicht Holle solle Un6 ^Himmel und Holle trennen uns nicht," entgegnete Nicolo kalt,uns trennt" die Lüge da« Erbärmlichste, was zwei Menschen trennen kann. Geht, bflbt weni(; an rer Liede eine« armen Singm-isterS verloren, 'Xbt werdet Ersatz in einer andern Liebe finden und Euch dann glücklich schätzen, daß meine Kattblütigkeit Euch fernere Reue ersparte. Wer «tr habt Jhr Alles genommen, nicht allein meine Violetta, auch meinen Glauben an die Mensch heit da« Höchste, was ich bis jetzt mein eigen nannte. Ich »ergebe Euch, **ÄS6ÄS?* *>" '»»»!' s6" tz- auf da« Sopha zurück; der Schlag gegen ihren Stolz unv ihre Liebe zugleich gesuhtt, war zu b«>. Weib, was je feine Augen sahen, schö-

ner al« seine Violetta in dem kurzen Röckchen, die das blonde Haar, da« fessello« in Ringeln über Beakriccns Nacken floß, in zwei Flechten zusammen, genestelt trug Es bedurfte nur eine« Wortes von ihm, und |te war v,e ferne,

(Schluß.)

Der Abend dämme.te Herrin; der Mond sandte feine gespenstischen Schatt een durch die Straßen von Neapel. Dicht an den Häuserreihen entlang glitt eine Fraiiengestalt und hielt endlich vor dem Hause de« SingmersterS Porpera still Sie öffnete cie Thür, stieg behutsam die engen knarrenden Treppen hinan uno b ell endlich athemloS vor der Thur an, die zu dem Arbeitszimmer Meisters führte. Einen kurzen Augenblick zögerte sie und preßte die Hand au, TxAä mitb voebenDe Herz uno Dänn Irak fik ein-

Das Rauschen des schweren Seidenkleides ließ Nicolo Porpera von seiner Arbeit aufieyen, und verwundert blickte er auf die dichtverschleierte Frauen, ji !r b,(C Kfat langsam ihren Schleier zurückichlug. Ein leichter <5d)ru ent* fcblüvfte Nicolo's Lippen, er erkannte seine Schülerin, aber auch Beatrice Prsano. L fliitte und flimmerte ihm vor den Augen. Was bedeutete dies? N.ch die leiseste Ahnung des richtigen Zusammenhanges tauchte in ihm auf, ein wildes Chaos von Gevanken war Alles, was sein Gehirn Durchwühlte.

Nioleita!" sagte er endlich leise.

"Nicht Violetta, sondern Beatrice," hauchte diese, indem sie ihren wcidjen, ollen" Arm um seinen Nacken schlang.Ahnst Du denn nrnjt, daß Violetta UnC ^Bioletia^uiid Beatrice L"' murmelte Nicolo Porpera tonlos, und aillmählig taucktt Die Erinnerung an jenen Tag in ihm auf, wie Die schone S'gnora Pisano zu >hm gekommen war, um feine Schülerin zu werden, und er ihr die ^'iSbt^la^iu^flleidjer Zeit fühlte er mit der ihm eigenen Strenge, daß er das Opfer eines Betruges geworden war, daß cs niemals eine die er aeliebt, gegeben, sondern er Der schonen Signora Bea- irice nur bin Spielball ihrer Launen gewesen. Wild austpringend, schttu- verte er ihnn Arm von sich, unv Dann stand er Drohend Dem schonen-----