Ausgabe 
3.5.1870
 
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Epileptische Krämpfe (Fallsucht) gS§| heilt brieflich der Specialarzt für Epilepsie D o ct- O. Killlsch K in Berlin, Louisenstraße 45. Bereits über Hundert geheilt. (201)MWKAW

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Cafe liuliliiiami

Temperatur in Gießen, April 1870 :

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4,5» K.

+ 6,52

4- 6,52

+ 18,6 ,, 0,12 Par. Zoll.

1,31

Einem verehrlichen Publikum diene hiermit zur Nachricht, daß dec Unterzeichnete das bisher von Herrn Wilhelm Kuhlmann geführte Cafs seit dem 1. April übernommen hat. Dasselbe ist vollständig restaurirt und aufs Geschmackoollste hergerichtet. Das Billard ist mit neuen Bällen versehen, worauf Liebhaber dieses Spiels besonders aufmerksam gemacht werden. Für gute Speisen und Getränke ist aufs Beste gesorgt. Einem zahlreichen Zuspruch entgegensehend, zeichnet Louis Kuhlman.

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niederste mittlere Mittel ftüherer Jahre höchste ..........

Niederschlag: an 4 Tagen . . .

im Mittel früherer Jahre: an 11 Tagen . .

NB. Der trockenste April innerhalb 20 Jahren.

Sie getrost nach Valbonne und seien Sie überzeugt, Sie werden dem Grafen als ein in Ungnade gefallener Offizier meines Garderegiments ebenso willkommen sein, als wenn Ludwig XV. Sie mit einer königlichen Gnade beglückt hätte.

' Schmerzlich bewegt, seinem gütigen Gönner für dessen Theilnahme dankend, verliest Trousier den Palast des Herzogs und kehrte in seine Wohnung zurück. Sein Entlassungsgesuch aus dem königlichen Garderegiment wurde sofort geneh­migt und nur weniger Tage bedurfte es, um seine Angelegenheiten in Versallles zu ordnen und die Vorkehrungen zu seiner Reise zu treffen.

Die Offiziere seines Regiments aber liesten, trotz der bekannt gewordenen königlichen Ungnade, welche einen lieben, braven Kameraden getroffen, sich nicht abhalten, vor Trousier's Abreise demselben ein glänzendes Abschiedsbanquett zu geben, wobei ganz offen Verwünschungen über die wieder zur Macht gelangte Maitresse ausgesprochen wurden. .

Zwei Tage später reiste Trousier, von seinem treuen Diener begleitet, in seine Heimath, um eine kleine Besitzung in der Grafschaft Artois, in welcher sein ganzes Vermögen bestand, zu verkaufen, und dann, obgleich von heißer, treuer Liebe für AimS erfüllt, vor den Vater derselben hintretcn und ihm fest entschlossen zu erklären, daß er, nachdem ihn des Königs Ungnade so hart betroffen, nun von Neuem wieder um den Besitz der Geliebten zu kämpfen entschlossen sei, und er nun jetzt als der jüngste Sohn eines altadeligen, aber verarmten Hauses, nicht um die Hand der reichen Grafentochter wer- ben könne. Ein neuer Krieg Englands mit Frankreich war im Ausbruch, und Frankreich, welches noch fast die ganzen Antillen und in Nordamerika Neu- schottland, Kanada und Louisiana besaß und in Afrika und Ostindien bedeu» tende Besitzungen zu vertheidigen hatte, bot ihm ein neues Feld für seine mili­tärische Befähigung. Ja, er wollte seinem Vaterlande in den Kolonien dienen, nicht aber als vom König dorthin verwiesen, sondern als Freiwilliger eintreten, und dort sich ein neues Glück gründen oder den Tod suchen.

Sechs Tage nach seiner Abreise starb die Herzogin von Chateauroux, und die Nachricht von dem Tode seiner Feindin, welche ihm, so nahe seinem Glücke, all' seine Hoffnungen zerstört, wurde ihm in dem kleinen Städtchen Acincourt in Artois an demselben Tage, an welchem er sein väterliches Erbe verkauft und oie Reise in die Provence antreten wollte, denn schon waren seit seiner Abreise von Versailles über fünf Wochen verflossen, und immer stürmischer verlangte sein Herz nach Aim6's Anblick, um dann für lange vielleicht für immer wieder von ihr zu scheiden.

In einer der lieblichsten Gegenden der Provence, nahe dem alten finstern Städtchen La Grasse, welches von freundlichen Blumengärten umgeben, sich am Fuße der Seealpen erhebt, lag Schloß Valbonne, mit einem prachtvollen Parke und von freundlichen WirthschaftSgebäuden umgeben, eine Besitzung Graf Croissy s, auf welche sich derselbe nach seiner Verbannung vom Hofe zurückgezogen hatte, und wo er in seiner Einsamkeit, so schnell als es die damalige Schwerfällig­keit der Postverbinvungen ermöglichen ließ, in der kürzesten Zeit durch eine Freunde in Versailles von Allem unterrichtet wurde, was den König und seine Umgebung betraf, während Aim<4, die sich hier so heiter und glücklich fühlte, als es bei der Trennung von dem geliebten Manne ihrer Wahl möglich war, mit freudigem Entzücken die Briefe zu wiederholten Malen Durchlaß, die Trousier liebeathmend während des Feldzugs ihr sendete. Aber wahrend ver Ruckkehr des Königs und seiner HauStruppen war keine Nachricht wieder nach Valbonne gelangt, und doch waren seit dieser Rückkehr schon zwei Monate verflossen; der Januar des Jahres 1845 war bald zu Ende und tm November hatte der Ka- pitain, kurz vor des Königs Einzug in Paris, zum tcWc^

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Vaterländische Hagel - Versichcrungs - Gesellschaft

in Elberfeld ,

(Grund-Capital: Eine Million Thaler), versichert gegen billige und feste Prämien, bei welcher nie eine Nachzahlung er­folgen kann, sämmtliche Bodenerzeugnisse, sowie Fensterscheiben und Dachziegel gegen Hagelschaden.

Die Versicherung tritt am nächstfolgenden Tage, Mittags 12 Uhr, in Kraft, nach­dem der Versicherungs-Antrag bei der General-Agentur Darmstadt eingegangen ist.

Nachbenannte Vertreter der Gesellschaft empfehlen sich zur Vermittelung von Ver­sicherungen und ertheilen bereitwilligst nähere Auskunft.

F. Hoffmann in Gietzen, Wrttwe Feldbusch in Lich, O. Nicolaus in Steinbach, R. Borbcck in Hungen.

Z i n ß e r scher Garte».

2117) Donnerstag den 5. Mai.

B e i günstiger Witterung:

1. Abonnements-Concert, ausgeführt vom ganzen Musik-Corps des Großh. Hess. II. Inf. - Reg., unter persönlicher Leitung seines Dirigenten, Herrn © Reifert.

Anfang 4 Uhr. Entree für Nichtabonnenten » Person 12 fr.

Die verehrten Abonnenten werden freundlichst ersucht, ihre Karten mitzubrmgen^^

In der Verbannung.

Historisches Beit = |und Sittengemälde aus dem 18. Jahrhundert von Eduard Gottwald.

(Fortsetzung.)

Als Graf Croissy nach seiner Gesandtschaftsreise in Versailles sich dem Könige vorgestellt hatte, theilte der Graf auch den Räuberanfall mit, den er erlitten, und wie er seine Rettung nur der Ankunft einer Abtheilung königlicher Dragoner unter dem Befehl des KapitainS Trousier zu verdanken gehabt; der König, in dessen hoher Gunst der Graf damals stand, nahm damals Den Na- toitain, unter Belassung seines Ranges, in eines seiner Garderegimenter auf, um Croissy den Beweis zu geben, wie hoch er ihn schätze. BaU> ledoch, und ebe noch Aims auf so gewaltsame Weise im Angesicht des Hofes entfuhrt worden war, hatten Die Feinde desselben, an deren Spitze Vie Herzogin von Chateauroux stand, Den Grafen auf Die gehässigste Weise beim König ange- schwärzt; es beDurfte nur noch jenes Zornausbruchs Croissy s, Daß Ludwig s . d7n schon für Denselben bereit liegenden I^llre cke eaestel unterzeichne und durch diesen Den Grafen verbannte, Da Luvwig XV. alle Diejenigen haßte, weche, trotz königlicher Gunstbezeugungen, über Die damalige moralische Verdorbenheit des Königs unv dessen Umgebung nicht zu schweigen vermochten, unD von all jenen schwelgerischen und schamlosen Gelagen sich fern hielten, an denen Alles Tbeil nahm, was deS Königs Gunst suchte. ,

Dieser Haß des Königs unv ver Maitresse sollte aber auch ven Kapitam Trousier treffen, ver als ein braver Offizier allgemeine Achtung S^noß unv in hoher Gunst bet Dem Herzog von Chauline stanv, welcher Oberbefehlshaber Des GarDeregimentS war. Trousier hatte, als Aim6 verschwunven, ebenso r# ' los über Die Sittenlosigkeit Des Hofes sich ausgesprochen, und man ha tD sowohl, als Daß er Der begünstigte Geliebte Der entführten Grafentochter s , Der Herzogin unv vem König Durch Le Bel mitgetheilt, und als auch über ihn die Maitresse äußerte, Daß sie ihn nie wieDer sehen wolle, fand sie beim König g-n-igtt- Ohr obwohl er sonst den Offizieren seiner Gnrve so manche- nach, sah, was Anderen nicht unbestraft hingmg. . .

Als daher Trousier, nachdem der König seinen Einzug ,n Pari- gehalten, »on Sehnsucht nach Aime getrieben, sich um Urlaub meldete, um »en Grafen in seiner Verbannung zu besuchen, sagte der Herzog von Chauline, voll aus-

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machen, die meinem Herzen schwer wird. Auch S,e sind er de- Hasse- dcr Herzogin von Chateauroux, welch- den König wieder von Neemumstr ck, und t-b muk -Ihnen ankündigen, daß Se, Maskstat Ihnen d,e Wahl laßt tnl- wederlim Ihren Abschied einzukommen, oder als Kapitain nach den Kolonien versetzt zu werden." r

Das ist unmöglich!" rief erschrocken Trousier.

"Uno hoch ist so," entgegnete Der Herzog ernst.Sie muffen Jh

fc danach s7viel!^r"eve§n SläSUn

Weibes^geopfert worden finv, und ich selbst hoffe, daß diese Ungn s nicht von zu langer Dauer sein wird." f erfdnittert

Diese Ungnade zerstört vaS Gebäude meineß Glucks, rief t f Trousier. Ich habe nichts als mein Schwert und kann nun n ch Grafen Croissy hintreten, der in mir den künftigen Gatten feiner Tochter z ""'^Auch daran habe ich gedacht," tröstete der Herzog und übergab dem mtt Groll und Schmerz kämpfenden Kapitain ein versiegeltes Schreiben. I

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Nachstehend theilen wir unfern Lesern einen Auszug aus dem Rechnungsabschluß der Lebensversicherungsgesellschaft Germania pro 1869 mit, welcher für die Solidität und den guten Stand der Gesellschaft einen schlagenden Beweis liefert. Die Pra- mieneinnahme betrug 2,664,698 fl.; die Einnahme für Zinsen 280,845 fl., für die Sterbefälle des Jahres 1869 waren zu zahlen und zu reserviren 1,005,408 fl., für Provisionen und Verwaltungskosten wurden bei einer Steigerung der Einnahme für Prämien und Zinsen, um 315,935 fl., nur 1,435 mehr als 1868 ausgegeben. Nach Deckung aller Ausgaben und Verbindlichkeiten der Gesellschaft verbleibt der sehr beträchtliche Ueberfchuß von 191,689 fl. Aus diesem werden 18,807 fl. auf die Hauser der Gesellschaft, die Utensilien, Effecten, Organisationskosten abgeschrieben, 17,588 fl. zur Kapitalreserve zurückgestellt, 101.883 fl. zu den statutenmäßigen Tantiemen ver­wendet, 105,000 fl., gleich 10 % der Baareinzahlungen als Dididende an die Aktionäre vertheilt und weitere 42,411 fl. auf dem Conto für unvorhergesehene Ausgaben als Extrareserve zurückgestellt. Die Prämienreserven sind 1869 um 1,085,275 fl. gewach­sen und betragen 6,295,929 fl. Die Prämienreserven, die Kapitalreserven und die Cxtrareserven zusammen sind 1869 um 1,145,275 fl. gestiegen und erreichen den Ge- sammtbetrag von 6,461,481 fl. Die Hypotheken der Gesellschaft sind 1869 von 1,026,172 fl. auf 5,453,670 fl. gewachsen. _________________________________________

DemBund" (Bern) wird aus Berlin geschrieben: In verschiedenen Zei­tungen kursirt die Nachricht, daß Zschokke's Stunden der Andacht in einer sehr wohlfeilen Ausgabe in 25 Lieferungen (ä 4 Bogen) erscheinen werden. Thatsache ist, daß allerdings eine hiesige unbekannte Firma einen Nachdruck veranstaltet und bereits die erste Lieferung herausgegeben hat. Schreiber dieses hat sich nun die Muhe genom­men, diese Lieferung mit einer der drei Originalausgaben des Wertes zu vergleichen, und hat herausgerechnet, daß die Nachdruckausgabe, wenn sie sämmtliche Betrachtun­gen der Stunden der Andacht enthalten soll, mindestens 35 bis 40 solcher Lieferungen umfassen, also theurer werden wird, als die billigen Ausgaben des Originalverlegers. Offenbar beabsicht der Berliner Nachdrucker, das Publikum zu täuschen, und ich möchte hiemit aus voller Ueberzeugung meine Landsleute vor dem Ankäufe feiner Ausgabe warnen.