Die Geheimnisse einer jungen Mamsell.
ihn
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Sie
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nommen, um Ihren Aufenthalt vor Ihrer unglücklichen Familie zu verbergen,
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Ihr Sohn war vor
Er zitterte bei dem Ge-
Sie aus den Briefen erfahren,
lesen Sie, wenn der Sohn sei-
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(Fortsetzung folgt.)
seine Bewegung.
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mein Brod zu verdienen, und Aber die Mutter, die Schwe- sind, leben in einer Noth, die diese Noth ist so groß, daß
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Abendgaste nach oben folgten.
Sie traten in sein Zimmer ein.
Herr Hantelmann hatte seinem Diener befohlen, der unten vor der Thüre auf seinen Herrn gewartet hatte, die Thüre offen zu lassen und Clara und dem jungen Manne ungehindert Zutritt zu ihm zu verstatten.
Jean hatte verwundert den Kopf geschüttelt, aber dem Befehle gehorsamt. Als Herr Hantelmann die Verbündeten vor sich sah, sagte er zu Jean: „Ich erlaube Ihnen, eine halbe Stunde spazieren zu gehen. Ich wünsche diesem Herrn und Mamsell Clara allein zu sein." Jean schüttelte den Kopf noch stärker als vorher:
„Es müssen sich unten wunderbare Dinge begeben haben," dachte er,
trieb. Ja, mein Herr,
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°ndschuhc rden und 'dt gegen Empfang
und meinen armen Schwestern, Ihren Kindern, gehre ich Nichts von Ihnen. Ich habe gelernt, will auf Ihre Hülfe keinen Anspruch machen.
unverständlich blieben.
Wohl aber hatten Beide die, wenn auch schwache Erschütterung in seinem
Gonbition chdruckerri Stiftungen
über ihre ittheilung
so zweifle ich nicht, daß Sie mein Vater sind. Hier mein Geburtsschein, Ihr und meiner Mutter Trauschein und endlich hier die Briefe, die sie von Dresden aus schrieb. Ueberzeugen Sie sich, mein Herr, daß ich
(Fortsetzung.)
Abendgast richtete sich stolz empor und erwiederte:
heiße nicht Sander, sondern Hantelmann. Wer sind Sie, mein was wollen Sie? Ich kenne Sie nicht, wie Sie mich nicht kennen."
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es wagen, zu behaupten —"
Das kühne Mädchen fiel schnell ein:
„Ich behaupte nur, was ich beweisen kann, mein Herr. Sie sind nicht, was Sie scheinen. Es thut mir leid, daß ich es Ihnen in Gegenwart Ihres Sohnes sagen muß; aber hier zwingen mich die Verhältnisse, Ihnen zu gestehen, Sie sind kein blühender Mann in den besten Jahren, Herr Sander — ich nenne Sie bei Ihrem wahren Namen — Sie sind beinahe schon ein Greis. Nur Ihrem gewandten Kammerdiener verdanken Sie die Metamorphose."
Herr Hantelmann wurde blaß unter der Schminke.
Auf seinen Stuhl zurücksinkend, murmelte er zwischen den Zähnen:
„Der Schurke hat mich verrathen!"
Clara horte Viesen leisen Wuthausbruch nicht, aber sie errieth den Inhalt
Betrüger bin."
Er breitete die Papiere vor Hantelmann auf dem Tische aus.
Wie sehr das Herz dieses eiteln Mannes auch im frivolen Treiben Weltlebens sich nach und nach verhärtet hatte, der Pulsschlug des Gewissens erwachte plötzlich bei ihm, als er einen Blick auf die Schriftzüge seiner so schmählich von ihm verlassenen Gattin warf.
Diese Bewegung, die ihn ergriff, zuckte auch in seinem Antlitze. Seine Brauen zogen sich dicht zusammen und sein Kops neigte sich der Brust zu.
Sein Mund murmelte einige Worte, die aber Clara und seinem Sohne
selbst zu legen. Die Dazwi-
auS der verzerrten Geberde dieses Mannes.
„Lassen Sie Ihren Zorn nicht an MoSje Jean aus," sagte Sie rasch. ,3$ schwöre Ihnen, daß er unschuldig ist. Offen, wie ich immer bin, sage ich Ihnen, daß ich den armen Menschen überlistet habe. Ich bin diesen Mor- gen in Ihrem Entreezimmer gewesen, ohne daß Jean von meinem Dortsein eine Ahnung hatte. Ich habe Sie durch die verschobene Gardine der Glas- thure belauscht, als Sie den Morgenkaffee tranken. Es war ein Greis, der am Tische saß und den Mocca schlürfte. Warum ich das Alles that, mag Ihnen dieser junge Mann, der sich Ihren Sohn nennt, erklären."
Der junge Sander wollte sprechen. Aber der Abcndgast, nach der sich öffnenden Thüre blickend, rief schnell im Flüstertöne:
„Um Gottes willen, schweigen Sie! Es kommen Leute!"
erlauben Sie, mein Herr," versetzte Sander ebenfalls leise, „daß ich Sie auf Ihr Zimmer begleite."
„Natürlich bin ich auch dabei," warf Clara rasch ein. „Wollen Sie nicht, daß die Sache hier vor den Leuten zum Eclat komme, so willigen Sie in die Bitte des jungen Mannes."
Sie deutete dabei auf ein paar eintretende Gäste, denen der vermeintliche
entfernend."
Sein Herr schloß hinter ihm die Thüre zu.
Dann setzte Herr Hantelmann sich auf das Sopha.
Dem jungen Manne und Clara wies er ein paar Stühle an.
„Setzen wir uns, da uns Ihr Herr Papa so höflich dazu einladet, sagte Mädchen zu Sander. „Ich vermuthe, diese Unterredung wird ziemlich
Herr und was wollen Sie? Ich kenne 'eu nicht, wle öie mich niQi rennen.
Clara, die in der Nähe stand und lauschte, hatte diese Worte gehört. Hier konnte nur eine rasche That entscheiden.
Sie trat auf Beide zu und rief:
Aber ich kenne Sie, mein Herr. Sie tragen einen falschen Namen, wie eine von der Natur geborgte Jugend tragen. Ihr wahrer Name ist San- so heißt auch dieser junge Mann, und Sie sind sein Vater!"
Clara's Worte, der feste Ton, mit dem sie sprach, ihr blitzendes Auge, das tief zu durchdringen schien, frappirte den Abendgast.
Hatte er vorher rasch und stolz gesprochen, so war ihm plötzlich die Zunge
über
-nheit fle:
Haft
n Frank-
Brief wieder auf den Tisch.
„Nein, nicht ich," murmelte er dumpf. „Lesen Sie mir den Brief vor. Wenn ich auch nicht zugestehe, Ihr Vater zu sein, so bin ich doch geneigt, für Ihre unglückliche Mutter Etwas zu thun. Lesen Sie."
Sander erfaßte rasch das Papier.
Er wollte lesen. Aber seine Augen füllten sich plötzlich so mit Thränen, daß ein Schleier darüber lag. Er vermochte kaum einen Buchstaben zu erkennen.
Die immer bereite Helferin war aber rasch bei der Hand.
„Geben Sie mir den Brief," sagte sie zu Sander. „Ich will ihn diesem Herrn vorlesen."
Sander reichte ihr mit zitternder Hand das Papier.
„Hier, gute Clara."
Das junge Mädchen las laut und mit bewegter Stimme die ganze Schil- derung des Elends, welche Sanber's Mutter in diesen Brief niedergelegt hatte.
Aber sie ließ es nicht bei dem ersten Briefe bewenden. Sie ergriff rasch einen zweiten und dann einen dritten, deren Inhalt dem ersten ähnlich war.
Sie war einmal im Zuge und Herr Hantelmann sollte Alles hören, was Bezug auf das Unglück seiner Familie hatte.
Als Clara den letzten Brief beendet batte, blickte sie nach dem Abendgaste.
Er hatte sich mit geschloffenen Augen in das Sopha zurückgelehnt und die Arme gekreuzt.
„Nun, mein Herr?" fragte das Mädchen.
„Nun, mein Vater, werden Sie sich Ihrer unglücklichen Familie erbarmen?" rief der junge Mann, „oder soll ich knieend vor Ihnen um Hülfe für Ihre Gattin und Kinder betteln?"
Ein kurzes Schweigen entstand.
Augenblicklich ging in dem schlechten Gatten und lieblosen Vater ein Kampf zwischen dem bösen und guten Prinzip vor.
Das letztere, die Stimme des Gewissens, sollte den Sieg erhalten.
Hantelmann erhob langsam den Kopf.
Seine Blicke ruhten lange auf dem jungen Mann. Ein merkliches Wohlgefallen an dem Jünglinge spiegelte sich in seinen Mienen.
Sein Herz drängte ihn dazu, ihm die Hand zu reichen und ihn an seine Brust zu ziehen. Aber es war eine dritte Person zugegen.
Die Schaam, vor dieser seine Vaterschaft zu Sander cinzugcstehen, dämpfte
gelähmt.
.Wie — was unterstehen sie sich, Mamsell?" stammelte er. „Wle können
Herr Hantelmann nicht unbekannt war.
Der Mann, der die Jugend heuchelte, hatte bei Clara's energischer Hand-
Name Hantelmann, den Sie auch in Paris führten, wie meiner armen Mutter von einem Ihrer Bekannten geschrieben wurde, nur von Ihnen ange-
Das kluge Mädchen besann sich nicht lange.
Sie dachte an die Summe, welche Adolph Stiller an den Bankhalter zahlen sollte.
„Ich bin nicht eigennützig, mein Herr," versetzte sie ruhig. „Für mich begehre ich nichts. Wohl aber für Andere, die mir theuer sind. Sie haben dem Sohne dieses Hauses eine große Summe im Spiele abgewonnen. Sie haben auch einen Schein von ihm erpreßt, daß er Ihnen in acht Tagen die Summe bezahlen soll. Der junge Mann ist nun nicht im Stande, das Geld jetzt aus eigenen Mitteln anzuschuffen; und seinen Eltern zu gestehen, daß er gespielt hat, würde den braven Leuten einen harten Stoß in's Herz versetzen. Geben Sie den Schein zurück, und nehmen Sie von dem jungen Stiller einen andern dafür, der ihm gestatiet, die Schuld innerhalb eines Jahres abzutragen. Das ist die erste Bedingung, unter der ich über Ihr Alter zu schweigen verspreche. Die zweite ist, daß Sie diesen jungen Mann, der Sie so traurig an- sieht, als Ihren Sohn anerkennen."
Sie wies auf Sander, der mit bewegtem Blicke den Abendgast anstarrte.
Herr Hantelmann- warf spöttisch die Lippe aus:
„Dieser Mensch mein Sohn, womit will er das beweisen?" Sander griff in die Brusttasche und zog mehrere Papiere heraus. Er entfaltete sie und sagte:
„Ich habe die Beweise hier. Ist Ihr wahrer Name wirklich Sander und
lungsweise plötzlich seine frühere Keckheit verloren, danken, sich hier vor diesen Gästen völlig entlarvt zu sehen.
entsetzliche Verbrechen zu begehen, Hand an sich . „
schenkunst dieses wackeren Mädchens allein hat das Verbrechen verhütet. Ob ich Ursache zu diesem Schritte hatte, mögen die vor Ihnen liegen. Lesen Sie, mein Herr, nen Vater nicht für ein Ungeheuer halten soll!
Er nahm einen Brief vom Tische und drückte denselben Hantelmann in die Hand. '
Dieser Mann, der sein Gewissen immer heftiger pochen fühlte, legte den
Innern bemerkt.
Dieser Moment durfte nicht ungenützt verstreichen.
Der junge Sander erhob sich vom Stuhle und trat dicht auf ihn zu.
„Mein Herr, sagte er mit erregtem Tone, „wenn Sie der sind, für den wir Sie halten müssen, so beschwöre lch Sie, Mitleid mit meiner guten Mutter zu haben. Für mich selbst be-
Diese Gefahr mußte abgewandt werden.
Er bedachte sich nur einen Augenblick.
Dann sagte er leise:
„Es ist gut. Ich gehe nach oben. Sie mögen mir Beide folgen."
Er nahm seinen Hut und schritt aus der Thüre.
Clara warf ihrem Schützling einen triumphirenden Blick zu:
„Wir werden siegen," flüsterte sie. „O, die Ahnung meines Herzens hat mich nicht getäuscht."
Sander seufzte:
„Noch hat er nicht eingestanden, daß er mein Vater ist."
— „Aber er wird es. Die Furcht wird ihn dazu bewegen, vielleicht bewegt ihn aber auch Ihre nähere Bekanntschaft. Mein Gott, jeder Vater, wenn er nicht ein Ungeheuer ist, muß sich ja freuen, einen so wackern jungen Mann, Wie Sie sind, in die Arme zu schließen."
Dies kurze Gespräch wurde zwischen Beiden geführt, wahrend sie dem
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lange dauern."
Als Beide Herrn Hantelmann gegenüber Platz genommen, sagte dieser:
„Wie mir jetzt klar ist, so habt Ihr Beide ein nichtswürdiges Complott gegen mich angesponnen. Sie, Mamsell, haben auf unwürdige Weise das Ge- heimniß, bas ich bezüglich meines Alters bis jetzt bewahrt habe, zu erfahren gesucht. Wahrscheinlich in der Absicht, mich vor der Welt lächerlich zu machen, wenn ich Ihnen nicht mit einer großen Summe den Mund stopfe. Also heraus damit, schließen wir den Handel. Wie viel verlangen Sie, wenn Sie das verschweigen, was Sie ausspionirt haben?"
Er hatte sich bei diesen Worten an Clara gewandt, einen Dolchstich auf sie richtend.
stern, denen Sie heilige Verpflichtungen schuldig
sich mit Worten nicht beschreiben läßt. £), , ..
sie mich, da ich den Unglücklichen nicht helfen konnte, zur Verzweiflung ~ ' zwei Tagen im Begriff, das
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knecht wirb lensels.


