Ausgabe 
2.12.1870
 
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Breis viertel)übrig l fl. 12 kr. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährig 1 fl. 27 ft.

Gießener Anzeiger

Erscheint täglich, mn Aus­nahme Montags.

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Anzeige- und Amtsblatt für den Areis Arenen.

Nr. 16t>. Freitag den 2. December 1870.

Gießen, am 26. November 1870.

Betreffend: Die Feststellung und Erhaltung der inneren Grenzen.

Das Grstzherzsgliche KreLsamt Tieften

an die Großherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises, mit Ausnahme der Großherzoglichen Bürgermeistereien Daubringeu, Ober-Bessingen und Trohe.

Mit Bezug auf unser Ausschreiben Nr. 9 vom 12 August 1867 fordern wir Sie auf, die Grenzbegehungsprolocolle der Feldge- schworneu baldigst an uns einzusenden. Dr. G o l d m a n n.

L e k a n ii t m a ch u n a-

Betreffend: Das Kreis-Ersatz-Geschäft für das Jahr 1871.

Mit Bezug auf die Bestimmungen der Militär-Ersatz-Instruction für den Norddeutschen Bund fordern wir alle im Jahr 1851 gebornen Militär­pflichtigen , sowie die in früheren Jahren gebornen, welche sich noch nicht zur Musterung gestellt haben, oder welche hinsichtlich ihrer Verpflegung zum Eintritt oder ihrer Befreiung vom Militärdienste noch keine definitive Entscheidung erhalten, und entweder im Kreise Gießen ihren gesetzlichen Wohnort haben, oder in demselben als Studenten, Gymnasiasten und Zöglinge anderer Lehranstalten, oder als Haus- und Wirthschaftsbeamte, Handlungsdiener, Lehrlinge, Hand­werksgesellen, Lehrburschen, Dienstboten, Fabrikarbeiter oder in ähnlicher Eigenschaft sich aushalten, hiermit auf, sich behufs Eintragung ihrer Namen in die Stammrolle in der Zeit vom 1. bis zum IS. December L I. bei der Bürgermeisterei ihres gesetzlichen Wohnortes, beziehungsweise ihres Aufent­haltsortes, zu meloen und dabei, wenn sie an diesem Orte nicht geboren sind, ihren Geburtsschein und wenn sie bereits bei einer früheren Musterung concurrirt haben, ihren-Loosuugs - und Gestellungsscheiu vorzulegen.

Wir machen zugleich darauf aufmerksam, daß diejenigeu, welche die Anmeldung unterlassen, zu gewärtigen haben., daß sie mit einer Strafe bis zu 10 Thlr. belegt, von der Theilnahme an der Loosung ausgeschlossen und ihrer etwaigen Ansprüche auf Zurückstellung 2C. verlustig erklärt werden

Bezüglich derjenigen Militärpflichtigen, welche zur Zeit abwesend sind, sind deren Eltern, Vormünder, Lehr-, Brod- und Fabrikherren zu diesen Anmel­dungen verpflichtet.

Die Großherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises werden beauftragt, Vorstehendes in ihren Gemeinden noch besonders auf ortsübliche Weise bekannt machen zu lasten.

Gießen, den 8. November 1870. Großherzogliches Kreisamt Gießen.

I. V. d. K.:

K e k u l e, Kreis - Assessor.

Gießen, den 30. November 1870. Betreffend: Die Erhebung von Forst- und Feldstrafen bei Großh. Nentamte Gießen.

Das G r s ft h e r) u g i r ch e R e n t s m t Tieften

an sämmUiche GrvßhtrMiiche Bürgrrinkistkrrien des Rcntamtsbrffrks.

Das 4. Quartal Forststrafeu und die 5. Periode Fcldstrafeu können bis zum 15. December ohne Mahnung bezahlt werden.

L y n ck e r.

Politischer Theil.

1. December. Reche furchtbarer Niederlagen die militärische Schwäche Frankreichs vor den Augen

Die socialistischen Bewegungen in Frankreich. Unstreitig des französischen Volkes und vor ganz Europa offenbarte, als Frankreich die Hohl- wurde Napoleon, als er in frivolster Weise die Gelegenheit zu einem Kriege mit heit und Nichtigkeit alles drffen erkannte, was sein höchster Stolz gewesen war. Preußen vom Zaun brach, nicht allein von Ehrgeiz und Eroberungssucht getrieben, Die Katastrophe von Sedan war nickt nur das Signal zum Sturze des Kaiser- sondern er verfolgte zugleich den Zweck, seine erschütterte Autorität neu zu be- tbums, sie war zugleich die Einleitung zu der politischen und gesellschaftlichen Auf- festigen, das französiuve Volk durch den Glanz blendender Thaten und die Be- lösung des Landes. Die Elemente, auf deren Bändigung das Koiferthum feinen friedigung der demselben eingepflanzten unersättlichen Ruvmsuckt an sich zu seffeln cieschichtlichen Beruf hatte begründen wollen, in deren allmählicher Versöhnung mit und dadurch sich und seine Dynastie zum unerschütterlichen EinigungSpunkte für der Gcsellschast es seine höchste Aufgabe sah, diese Elemente fühlten sich frei und die vielfach weit auseinander gehenden, das Land mit völliger Zerlüttung be* aller Fesseln ledig. Sie glaubten, die Z'it sei gekommen, um die Gesellschaft drohenden socialen und politischen Bestrebungen zu machen. Frankreich, das war nach ihren Gelüsten umzugeslaltcn, die bisherigen Grundlagen der Eivilisation seine Ueberzeugung, bedurfte eines starken Herrn, um die sich einander befehlenden umzustürzen, den Staar (vier was sie Staat nennen) zum Werkzeug ihrer Jn- socialen Elemente in Schranken zu halten und zum Frieden zu zwingen; der tercffen zu machen und die phantastischen Ideale der unsinnigsten Doktrinen zu Herrscher bedurfte des Glanzes, um dieser Aufgabe gewachsen zu sein. verwirklichen.

Der Plan war auf der genauen Kenntniß des französischen National- Hierbei ist nun wohl zu beachten, daß die französische Gesellschaft seit langer characterö begründet, und <r würde Erfolg gehabt habcn, wenn der Gang der Zeit nur durch die Allgewalt des Staates, durch eine mit der raffinirtesten Kunst kriegerischen Ereignisse Napoleons Wünschen entsprochen hätte. Der Krieg, mögen organisirte Eentralisation, durch die Vernichtung aller communalen Skldstständig- die republikanischen Machthaber auch noch so sehr bemüht fein, ihre Hände in kett, durch die fystlmat'sche Lähmung jeder privaten Initiative, zusammengehalten Unschuld zu waschen und das französische Volk von aller Verantwortlichkeit zu worden ist. Kaum war daber das administrative Band, welches die Gesellschaft entlasten, um dem Kaiser allein dieselbe oufzubüiden, war populär. galt Re- in Schranken hielt, mit dem Fall des Kaisers, mit der kurzsichtigen und über- vanche für den Tag von Sadowa, den die Organe aller Parteien, auch die der eilten Belettigung aller kaiserlich gesinnten, geichulten uno routinirten Beamten, Republikaner, stete als einen Tag dir Schmach für Frankreich beklagt hatten, es gelöst, so trat sofort die volle Auflösung, dos EdaoS, e n. Wohl suchten die galt die leichte Eroberung der Rheinprovinz, welche die Republikaner nicht minder Machthaber in Tours, durch terroristische Decrete und die Verhängung von Aus- wie die Imperialisten als das rechtmäßige Eigenthum Frankreichs ansahen, es nahmemaßregeln der Desorganisation Einhalt zu thun, wohl beeilten sie sich, die galt einen raschen Siegeezug nach Berlin, die Demüthigung veS verhaßten Preu- beseitigten Beamten durch Männer von republikanischer Energie schleunigst zu er- ßens, die Vernichtung des deutschen Elnheitsgedankens. Das waren lockende Bil- setzen; aber die einmal gebrochene Autorität ließ sich nicht im Fluge wiederher- der, deren Reiz auch der verhaltnißmäßig friedfertigste und liberalste Franzose nicht stellen. Der Nimbus, der den Präsecten umgab, war verweht, und mit dem Nim- zu widerstehen vermochte. Ganz Frankreich träumte von einer nahen Siegesfeier bus seine Autorität zerstört. Der Beamte, des Gfanzes seiner Stellung entkleidet, und bereitere sich vor, den triumphirenden Imperator nach Gebühr zu ehren, der war ein Burger, und nirgends findet der Bürger weniger freiwilligen Gehorsam, bestimmt schien, Frankreichs Schiedsrichteramt über Europa für alle Zeit fest zu als in Frankreich, wo man vom Staat Alles hofft und erwartet, freilich auch den begründen. Frenkreich wäre, daran läßt sich nicht zweifeln, aus einem siegreichen Staat für Alles verantwortlich macht.

Kriege gerade gegen Deutschland geeinigt und aufs festeste mit der bonapartischen In Paris selbst hat die Staatsgewalt (wenn mir auf die gegenwärtigen Dynastie verbunden, hervorgegangen. republikanischen Machthaber diesen Ausdruck anwenven dürfen) über die rothe

Um so furchtbarer war der Rückschlag, als die Erfolge ausblieben, als eine Anarchie einen Erfolg davon getragen. Daß aber der Socialismus feine Ver»