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Redaction, Druck und Verlag der Brühl'schen Druckerei (Fr. Chr. Pietsch) in Gießen.
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Darmstadt, 19. Aug. Daö heute erschienene Regierungsblatt Nr. 38 enthält:
I. Publikation des zwischen dem deutschen Zoll- and Han- delöverein und der Schweiz abgeschlossenen Handels- und Zoll- vertrageS. Derselbe tritt bekanntlich mit dem 1. Sept. l. I. in Kraft.
II. Ermächtigung zur Annahme eines fremden Ordens. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben allergnädigft geruht: am 2. Aug. dem Großherzogl. Professor Dr. I. A. Bullers zu Gießen die Erlaubniß zur Annahme und zum Tragen dcs ihm von Sr. Heil, dem Papste Pius IX. verliehenen St. Silvester-Ordens, genannt „goldene Miliz", zu ertheilen.
VII. Crtheilung eines Erfindungspatentes. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben allergnädigft geruht: am 12. Äug. dem Eduard Amand Robert D'Kur- court zu Paris auf dessen Nachsuchen ein Erfindungspatent auf die durch Zeichnung und Beschreibung näher erläuterten Apparate zur Mischung von Gasen fue die Verbrennung und Beleuchtung unter dem ausdrücklichen Vorbehalte jedoch, daß durch das verliehene Patent Niemand in der Anwendung bereits früher schon bekannt gewesener Theile der Erfindung gehindert werden soll, während der nächsten fünf Jahre für den Umfang des GroßherzogthumS zu ertheilen.
IV. Dienstnachrichten. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben allergnädigft geruht: am 2. Aug. dem Schulamts-Aspiranten Dl unk aus Friesenheim die erledigte vierte evangelische Schulstellt zu Mainz, — und dem Schulamts-Aspiranten Pabst aus Bönstadt die erledigte evangelische Schulstelle zu Gumbsheim zu übertragen; — an demselben Tage den Gymnasial-LehramtS-Accesfisten Dr. Weiffenbach auS Bornheim zum Lehrer an dem Gymnasium zu Gießen, — und am 3. Aug. den Hauptzollamts-Asfistenten 1. Elaste bei dem Hauptzollamte Darmstadt, Flath, zum Einnehmer bei dem Salzsteueramte Wimpfen mit dem AmtStitel als „Salz- steucramtS.Rendant" zu ernennen.
V. Concurrenz für: die zweite katholische Schulstelle zu MoSbach mit einem Gehalte von 300 ft. nebst 4 Stecken Holz zur Heizung des SchullocalS; — die evangelische Pfarrstelle zu Volkartshain, mit einem Gehalte von 549 st. 7 fr.; dem Herrn Grafen zu Stolberg-Wernigerode und Gedern steht das Präsentationsrecht zu dieser Stelle zu.
Dresden, 19. Aug. Die Liebesgaben zum Unterstützungs- Werke für die hülfsbedürftigen zahlreichen Hinterlassenen der im Plauen'schen Grunde verunglückten Bergleute fließen fortwährend von allen Seiten auf'S Reichlichste. Die hiesige königl. KreiSdirection hat heute ihre erste Quittung über die bei ihr eingegangenen Beiträge veröffentlicht. Dieselbe datirt vom 13. Aug. und weist bis dahin eine Gesammt Einnahme von circa 12,200 Thaler nach. Gleichzeitig ist die dritte Quittung des Herrn EafsirerS Fabrikanten Grahl, welcher in Döhlen die Caffengeschäfte deS „CentralhülfScomitä'S" führt, erschienen, und weist bis zum 17. August eine Gesammtsumme
dem noch möglich, daß selbst der erste Präsident des Appellhofes von der saueren Arbeit sich im letzten Augenblick zurückziehen würde, damit dem Präsidenten Rouher die Vertheidigung des unverständlichen zweiten Artikels über die Zwitter-Verantwortlichkeit der Minister überlassen werde. Bis heute besorgt Hr. Devienne indeß noch sein Amt eines designirten Berichterstatters und gibt die Regierung im Punkte der Verantwortlichkeit in sofern wenigstens nach, als das SenatuSconsult in klaren Worten Das besagen soll, was es bezweckt, so wird er auch den Bericht liefern, — jedenfalls mit und nicht vor den ersten Tagen des Septembers. Durch die Ernennung des Hrn. Devienne ist der Senat nicht so sehr von der zu Troplong's Zeit üblichen Weise abgewichen, da Troplong in seiner Person die Würde des Präsidenten des Senats mit der des ersten Richters Frank- reichs vereinte. Ist daher nicht der SenatSprä- fident zum Berichterstatter bezeichnet worden, so ist diese Ehre doch dem Richter des Cassationshofes zu Theil geworden, der in diesem Amte Troplong ersetzte. Man sucht dem SenatuSconsult dadurch die legalste, juridischste Form zu verleihen. Erinnert man sich ja doch der Finessen, zu denen frühere Consulte Anlaß gaben, — nur der juridischen Auslegung des Gesetzes über die Strafbarkeit ungetreuer Sitzungsberichte der Kammern zu gedenken. Die Amnestie, das Jahrhundertfest, der Tod und das Begräbniß Niel's haben die saumselige Arbeit des Senats noch verzögert. Jetzt eilt es den Herren wegen der Generalräthe nicht, an deren Versammlungen Viele Theil nehmen. Amendement- und Einwände werten genügend bei den Debatten vorkommen; die Commission scheint sich nur dem einen Vorschlag des reoctionär-clericalen Hrn. Segur- d'Agnesseau zugeneigt zu haben, der die Verhältnisse ter Staatsgewalten zu einander gesetzlich nicht mittelst Decrets bestimmt wissen will. Dabei wird die Wiedereinführung der Adresse zur Sprache kommen.
London, 18. Aug. Das Abengblatt „Echo" bringt folgende mysteriöse Ankündigung: „Es wird behauptet, und offenbar mit Autorität, daß man bei dem bevorstehenden Concil in den Papst dringen wird, die Regel, welche bet der Geistlichkeit das Cö- libat erzwingt, zu lockern, in der Hoffnung, dadurch gewisse dem Priesterstande angehörige Mitglieder der anglicanischcn und anderer protestantischen Kirchen zu gewinnen."
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Mannheim, 19. Aug. Die Beratungen der Bevollmächtigten der Rheinuserstaaten über gemeinsame, die Fischerei im Rhein von Basel bis in das Meer, sowie in seinen Zuflüssen betreffende Grundsätze nehmen einen erfreulichen Fortgang. Zum Zweck der Erhaltung und Vermehrung der besseren Fisch- arten im Rheingebiet wird eine Uebereinkunft abgeschlossen werden, welche die geeigneten Bestimmungen zur Erreichung des bezeichneten Zweckes enthalten soll.
München, 19. Aug. Der König, welcher gestern von Schloß Berg hier eintraf, besuchte diesen Nachmittag zum ersten Male die internationale Kunstausstellung. — Dem Vernehmen nach ließ der König die beiden Enkel Göthe's, die Großherzogl. sächsischen Kammerherrn Walther und Wolfgang Freihrn. v. Göthe, einladen, der feierlichen Enthüllung des Göthe- Standbildes am 28. d. beizuwohnen, und sind denselben als Gästen in München Appartements in der königl. Residenz zur Verfügung gestellt. — Der Hr. Erzbischof von Bamberg hat, wie von sehr verlässt-, ger Seite mitgctheilt wird, in einem Erlaß an die gesammte Geistlichkeit seiner Erzdiöcese den Geistlichen jeden Besuch eines Kaffee- oder Wirthshauses und sonstigen öffentlichen Locals auf das Strcngfte verboten. Man glaubt, daß ein gleiches Verbot auch in der Erzdiöcese München zu erwarten ist.— Man schreibt der „A. Postzig." aus Tübingen, 17. Aug.: „Um die Anschauung und Stellung unserer Regie- rung zu dem bevorstehenden Concil würdigen zu können, gebe ich Ihnen die bündigste Versicherung, daß der würtembergische Gesandte, Frhr. v. Soden, Ende Mai rem Fürsten Hohenlohe das Antwortschreiben unserer Regierung unterbreitete, des Inhalts: daß die königl. würtembergische Regierung sich nicht geneigt zeigen könne, irgend welche Maßregeln zu ergreifen, da keine genügenden Anhaltspunkte gegeben seien, daß die in der baierischen Circulardcpesche angedeuteten Plane in Rom auch wirklich in Aussicht genommen seien. Unsere Regierung werde deßhalb die Beschlüsse des Concils abwarten."
Wien, 19. Aug. Ein ministerielles Organ sagt, indem es die Beust'sche Antwort auf die Thile'sche Depesche bespricht, die Bemerkung des Reichekanzlers über das Verhältniß der preußischen Militärverträge mit den süddeutschen Staaten zu dem Pra- ger Frieden enthalte den „Kern der ganzen Auseinandersetzung". Es sei darin „unzweideutig und osssciell constatirt, daß Oesterreich in jenen Verträgen die Nullisscirung der im Prager Friedcnsver- trage vorgesehenen internationalen Selbstständigkeit Süddeutschlands, mithin die Umgehung dieses Vertrags erblickt", und die ofsiciöse Stimme fügt hinzu: „Das wird bei der ferneren Entwicklung der deutschen Frage stets im Auge zu behalten sein." Da nun die preußische Regierung jene Militärverträge nicht freiwillig aufgeben wirb, so ist allerdings nicht abzusehen, wie eine Verständigung zwischen Wien und Berlin erfolgen könnte, und jede weitere Diskussion über die Bereitwilligkeit einer solchen Verständigung wäre pure Zeitverschwendung. Die unabhängige Presse diesseits und jenseits der Leitha gibt teßhalb dem Reichskanzler den Rath, auf wettere Provocationen von preußischer Seite nicht einzu- gehen und seinerseits Alles zu vermeiden, was die bestehenden Differenzen noch verschärfen müßte.
Bern, 19. Aug. Gegenüber den Mittheilungen verschiedener Zeitungen kann auf das Bestimmteste veisichert werden, daß der Bundesrath wegen Ausweisung der das schweizerische Bürgerrecht besitzenden jungen Frankfurter bisher noch keinerlei Schritte gethan, da ihm nichts Officielles in der Sache vorliege.
Basel, 20. Aug. Der Bundesrath dürfte eine Einmischung in die Frankfurter Ausweisungsaffaire, die er möglichst von sich fern zu halten bemüht scheint, in einem hier vorliegenden Falle kaum ablehnen dürfen. Ein in Kleinhüningen eingebürgerter Frankfurter befürchtet die Anwendung des preußischen Ausweisungstecretes auf sich und seine Familie, und hat sich deßhalb an den kleinen Rath von Basel gewendet mit der Bitte um guhn Rath. Die Behörde von Basel hat darauf beschlossen, unter Darlegung der Grundsätze, nach welchen Basel bei den Bürger- Ausnahmen verfahren sei, den BundeSrath anzugehen, den Betreffenden den Schutz des Bundes angedeihen zu lassen.
Paris, 19. Aug. Die Senalscommisston fährt in ihren Arbeiten ununterbrochen fort, fördert ihre Beschlüsse aber nur langsam. Wurde auch Hr. Devienne von der Majorität als Berichterstatter bezeichnet, so schien cö, bei der sich täglich immer mehr geltend riechenden Verschiedenheit der Ansichten, trotz-
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von 26,323 Thaler nach, während der Dresdner Easfirer de» CentralhülfScomitv S eben mit der Zusammenstellung seiner zweiten Hauptquittuig beschäftigt ist. Bei Dresdner Mitglie- dern und Sammelstellen des „EentralhülfScomite'S" find auch heute wiederum namhafte Beiträge von auswärts eingegangen, so 200 Thaler vom Prinzen Albrecht von Preußen, 1000 Thaler als sechste Einzahlung deS königl. GeneralconsulS Ritter I. Gerson in Frankfurt a. M. (dessen Sendungen damit die Höhe von 6200 Thalern erreicht haben.)
* In der Nähe des Odeons in Parts sammelten sich dieser Tage eine Menge Leute um ein Mädchen, welches ein hölzertteS Bein auf seiner Schulter trug, während aus dem Fenster der ersten Etage eine« nahe liegenden Hauses ein Mann schrie und gestikulirte, man möge jenes Mädchen festhalten. Dieses gab jedoch bald Aufschluß über den Zusammenhang der Dinge. Dasselbe war Wäscherin und der Herr der ersten Etage sein Kund«. Die Wäscherin hatte ihm ihre Rechnung überreicht, und da er nicht zahlen wollte, nahm die unbarmherzige Gläubigerin, um sich selbst bezahlt zu machen, da« künstliche, in einer Ecke stehende Bein, welches dessen Eigen- thümcr noch nicht angelegt hatte.
Neapel, 9. Aug. Ein junger Reiterosfizier, Namens Negro, war in die Gräfin (Sattaneo, die von ihrem Manne getrennt lebte, sterblich verliebt und zwar nicht hoffnungslos, denn die Gräfin wohnte bei der Familie deS 9legro, und als dieser später nach Nola zu seiner Truppe einberufen wurde, miethete sie sich in San Paolo, einer kleinen Stadt von etwa 2500 Seelen, fünf Meilen von Nola, ein Haus, um ihrem Geliebten näher zu sein. Da sie nun aber hier auch von anderen Kameraden besucht wurde, so wurde Negro eifersüchtig und machte ihr einige heftige Vorstellungen, die einmal sogar in Gewaltthätigkeiten auSgeartet sein sollen. Sie verbot ihm in Folge dessen ihr HauS; allein dem kühnen Reitersmann war schwer etwa« zu verbieten, wobei er einigemal so gewaltthätig gegen sie auftrat, daß sie um Hülfe rief. Sie verließ nun in Begleitung dreier Offiziere ihre Wohnung, um sich nach Neapel und von da, wie man sagt, als reuige Magdalena zu ihrem Gemahle in Piemont zu begeben. Negro reiste ihr aber nach und wußte trotz ihres Verbotes im Gasthofe zu Neapel in ihr Zimmer zu kommen, wahrscheinlich um sie von ihrem Vorhaben abzubringen. Allein sie ließ sich nicht abwendig machen und reiste Abends, und zwar ans Furcht vor Negro von zwei Offizieren bis (Saferta begleitet, auf der Eisenbahn nach Rom weiter. Negro hatte sich Civilkleider verschafft und fuhr unerkannt in einem Wagen dritter Claffe mit. Als man in Jsoletta den Wagen erster Eiaffe öffnete, wo die Gräfin eingestiegen war, lag sie tobt auf dem Boden, mit einer Pistolenkugel im Auge. Das Wagenfenster war eingeschlagen und ihre Hand von GlaS- splittern zerrissen. Negro war also während deS Zuges auf dem Trittbrett bi« an ihren Wagen gekommen, hatte das Fenster eingeschlagen und sie, die in Folge dessen an's Fenster kam und sich gegen ihren früheren Geliebten mit der Hand schützen wollte, erschossen. Negro war spurlos verschwunden; bald hörte man aber, baß er sich aus bem Fenster eines Gasthofes in Santa Maria bei Germano herabgestürzt hatte und auf der Stelle tobt geblieben war.
Eine harmlose Schauergeschichte. Die berüchtigte Krakauer Klofteraffaire hat eine förmliche Manie für Kloster- mi)fierten hervorgerufen, so baß in diesem Genre überall die furchtbarsten Gräuel an das Tageslicht gezogen werben. Auch baS Franziskanerkloster zu Kerskemet in Ungarn war ber Schauplatz einer „erschrecklichen Einsperrung". Dieser Tage schrieb Jemanb einen Brief an ben Bürgermeister, daß im Franzis- kanerkloster ein Mönch eingemauert fei. Der Bürgermeister war zwar fern, aber ber Magistrat versammelte sich sofort, telegraphirte an bas Ministerium unb erhielt halb die Erlaub- niß, eine Untersuchung im Kloster vornehmen zu bürfen. Darauf erscheint die städtische Deputation im Kloster: „Wir wollen ben eingemauerten Mönch sehen." Die Patres scheinen nicht sehr entsetzt; man sucht einen Pater Ubryk, finbet ihn aber nicht. Schließlich bemerkt man an abgelegener Stelle eine geschlossene Thüre. Was ist da« ? Die muß geöffnet werden. Allgemein ist die Ueberzeugung, daß hier die Stätte des Entsetzens ist. Die Thüre öffnet sich, und im Halbdunkel sieht man wirklich einen Mönch, der aber weder unbekleidet, noch mager, noch traurig, sondern im Gegentheil sehr lustig ist; er war wirklich eingesperrt, aber nur, weil er sich de» Morgens betrunken hatte und man ihm im Kühlen Gelegenheit bieten wollte, ungestört seinen Rausch anszuschlafen .... Die Eommissiou entfernte sich befriedigt '.
* Folgendes Verbrechen tbeilt ber officiette russische „Regierungs-Anzeiger" aus Volhynieu mit: „Am 1. Mai fanb man in dem Walde deS Kirchdorfes Wuikowitsch (im Kreise Wladimir-Wolynski) ben Leichnam beS Bauernknaben Asanassij Butalei mit abgeschnittener unb abgewogener Haut. Die für diesen Fall eingesetzte UntersuchungS - Eommissiou er- mittelte: Die Frau beS Bauers Kirill Dshuff hatte diesen überredet, Jemanden von ben Hausgenossen zu tobten, auf biefe Weise Menschenfett zu gewinnen und daraus ein Licht zu bereiten, welches gut zum Stehlen wäre. Dshuff lockte in Folge dessen den Knaben Asanassij unter dem Vorwande, daß er mit ihm Vogeleier suchen wolle, in den Wald, versetzte dem Unglücklichen einen Schlag vor die Brust und zog ihm, als er tobt war, mit Hülfe seines Taschenmessers die Haut ab. Als er mit berfelben nach Hause gehen wollte, ergriff ihn ein jäher Schrecken, der besonders beim Rauschen ber Blätter so stark wurde, baß er bte Haut von sich schleuderte unb nach Hause eilte. Auf Zureden seiner Frau war er noch einmal in ben Wald gegangen, um das Fett von der Haut zu nehmen, aber immer hatte ihn das Grauen wieder nach Hause getrieben. Die Frau des Schuldigen gestand jedoch nicht, irgend welchen Antheil an dem Morde gehabt, ja nicht einmal davon gewußt zu haben.
*#* Als der Kaiser Nikolaus einst in Warschau verweilte, kam ein arme« Weib zu ihm, klagte, daß man ihren einzigen Sohn zum Soldaten gepreßt hätte unb bat um Schutz unb Rückgabe. Der Kaiser ließ den betreffenden Offizier rufen, doch dieser hatte die Stirn zu behaupten, die Frau habe zwei Söhne, es sei deßhalb genau nach dem Gesetz verfahren. Die Frau behauptet bas Gegentheil, so baß ber Kaiser nicht wissen kann, wer die Wahrheit sagt. „Sie haben ben ältesten Sohn eingezogen?" „Zu Befehl, Majestät." „Nun," fuhr der Kaiser mit gerunzelter Stirn fort, „bann lassen Sie ihn los und nehmen ben jüngeren!"
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