Politische Nun
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Berlin, 21. Juli. Die Commission für die norddeutsche Civil-Prozeßordnung Hal ihre Sitzungen vorläufig geschloffen. Der Entwurf ist, soweit er Vas gesammte erstinstanzliche Verfahren betrifft, in erster Lesung vollendet. Am 7. September tritt die Commission zur Fortsetzung ihrer Arbeiten wieder zusammen. — Ein Stückchen Mittelalter spielt sich gegenwärtig tn der Grafschaft Hohnstein am Harz ab. Das Rittcrgut Werna, schreibt man der „Harz- Zeitung", ein Lehen der Grafen Stolberg-Stolberg als Besitzer der Grafschaft Hohnstein, ist seit Jahr- hunderten im Besitz der Freiherr« v. Spiegel gewesen. In einem in diesem Frühjahre stattgefundenen Separationstermine läugnete der bevollmächtigte Vertreter des Freiherr» Domherrn v. Spiegel zum Dc- senberge die Lehnsqualität des Rittergutes Werna. Nach dem Lehnsrechte zieht aber die Lävgnung der Lehnsschast den Verlust des Lchngutes nach sich. Der Vertreter des Grafen von Stolberg-Stolberg berichtete dieses seinem Herrn, die Sache wurde verfolgt und dem Herrn v. Spiegel in zwei Instanzen die sofortige Herausgabe des Gutes aufgegcben, da die Lehnsqualität sehr leicht von Seilen Stoiberg's bewiesen werden konnte. Der Pächter des Ritter- gutes übergab nun dem gräflichen Bevollmächtigten die Schlüssel. Hinterher besann er sich jedoch eines Anderen und trat wieder auf die Seite des Herrn v. Spiegel. Da sich das Gerücht verbreitet hatte, der Graf von Stolberg-Stolberg werde binnen Kurzem das Rittergut einnehmen, nötigenfalls nut ge- waffneter Hand, so setzte sich auch der Pächter in Venheldigungszustand. Das Thor wurde veiram- melt, die Knechte unter Trommel>chlag im Exerzieren und im Schretzen geübt, Wachen werden aufgestellt und alle zwei Stunden abgelöst, der Schäfer hütet mit dem Kuhfuße auf dem Rucken die Schafe, kurz: man glaubt rns vierzehnte Jahrhundert versetzt worden zu fern. Ein großes Placat soll auch am Thore der Ritterburg kleben und die Aufschrift ha- den: „Verbotener Eingang für alle Raubritter!" Dte Bestürmung ter Burg ist noch nicht erfolgt, auch noch keine Schlacht geschlagen; aber man ist auf den Austrag Vieser Fehve sehr gespannt.
Berlin, 21. Juli. Das war nicht nothig, daß Vie „Prov.-Corr." heule ausdrücklich erklärte, zwischen dem Minister v. Bismarck und seinen übrigen Collegen bestünden Melnungsverschledenheiten nicht. Wo ter Ministerpräsident dem Rewyorker „Herald- Reporter" gewissermaßen in die Feder dictirt hat, Wie er zu feinen AmtSgenoffen, wie zur liberalen Partei steht, da bedarf es osficiöfer Aufschlüsse über des Bundeskanzlers politische Ansichten nicht weiter. Es war ebenso überflüssig, meinen wir, der nächsten LandtagSsefsion Reformgesctze in Aussicht zu stellen. Zu Reformgesetzen gehören Reformminister. Wer im Ernst noch von einem Schulgesetze Notiz nehmen kann, das unter de« Auspicien des Hrn. v. Mühler entstanden ist, den beneiden wir nicht, und wer das Wort Kreisorvtlung in den Mund nimmt, um Betrachtungen darüber anzustellen, wie des Grafen zu Eulenburg Vorlage ausfaüen mochte, der muß viel Zelt übrig haben. Es bleibt trotz der officiösen Prophezeihungen Alles beim Alten. Wer verlangt, baß nur Einer von unfern Ministern den Forderungen der liberalen Partei gerecht wird, der verlangt Unmögliches. Ohne die allergründlichste Umgtstal- tung der ganzen Politik, die neue Minister nölhig machen würde, haben legislatorische Versuche auf dem Gebiete der Schule und der Gemeinvc wie der Kreise gar keine Bedeutung. Besser schon, wir behelfen uns mit dem Status quo nunc, alS daß halbe, durch unselige Compromlsse entstandene Gesetze in Kraft treten. Die Reformen liegen unter den jeweiligen Verhältnissen außer dem Bereich der Möglichkeit.
Wien, 20. Juli. In Sachen des Bischofs Rutigicr meldet das katholische Linzer „Volksblatt": „Gtgenübcr den Notizen in verfchiedtnen Blättern, wonach der hochwürdigste Herr Bischof in seinem Processe den Gnadenact des Kaisers abgelehnt hätte, konnrn wir bestimmt versichern, daß derselbe Vie De- gnadigung angenommen habe, da damit nicht das Bckennlniß einer Schuld von seiner Seite ausge- drückt werd, und Voß er einstweilen schriftlich seinen Dank an Vie Stufen des Thrones nietergelegt habe. Heute hat der hochwürdige Herr Bischof eine Nichtigkeitsbeschwerde bezüglich des über denselben am 12. d. M. vom Gtschwornengcrichte gefällten Ur- theils an den obersten Gerichtshof eingereicht."
Wien, 20. Juli. Von Rom wurde zur Anzeige gebracht, daß es eine Einladung zum Cencil an die katholischen Regierungen ergehen lassen werde.
Paris, 20. Juli. Wenn die Regierung glaubt,
die Bewegung, welche seit einigen Wochen durch ganz Frankreich geht, werde sich bis zur Wiedereinberufung des gesetzgebenden Körpers besänftigt haben, so dürfte sie sich in ihren Berechnungen bitter ge- täuscht sehen. Die Kunde von cem staatsmännischen Kniff, mit welchem man der öffentlichen Meinung bis auf Weiteres den Mund zuzubinden denkt, hat eine tiefgehende Erbitterung hervorgerufen. Es ist gewiß bezeichnend, daß man vorgestern gerade Demjenigen der Oppofltionsmanner, der gegen die 93er» tagung der Kammer am nachdrücklichsten und formellsten prottstirte, eine so außerordentliche Ovation bereitete. Und das Publikum, das Hrn. I. Favre auf diese Weise ein Vertrauensvotum zuerkannte, bestand keineswegs aus üdermüthigen Studenten und brodlofen Blousenmännern, wie gewisse officiöse Blätter zu unterstellen scheinen, sondern aus' dem Kern der Pariser Bevölkerung. Noch um 12 Uhr glaubte man gestern allgemein, der Kaiser werde sich durch das offen ausgesprochene Verlangen des Landes bestimmen lassen und die Fortsetzung der Session auf einen der nächsten Tage fixiren. Man war zu dieser Annahme um so mehr berechtigt, als mehrere der eingeweihtcn Journale Andeutungen in viesem Sinne machten, und selbst Hr. Schneider versicherte, länger als drei Wochen werde die parlamentarische Pause nicht dauern. Um 2 Uhr wurde jedoch den Deputaten statt aller Benachrichtigung mitgethcilt, sie konnten sich ihre Diäten auszahlen lassen. Die- ses seltsame Verfahren beweist von Neuem, daß in St. Cloud von einer Politik der Principien nicht mehr die Rede sein kann. Jeder Windhauch gibt dem Schiff des persönlichen Regimes eine andere Richtung. Es ist daher nicht unwahrscheinlich, daß der Zeitraum bis zum Beginn der eigentlichen Session durch Ereignisse unterbrochen wird, die außer dem Bereich aller Berechnung liegen. Wiederdolt cursirt ein dunkles Gerücht von Ueberraschungen, die man sich für den 15. August Vorbehalte. Auch einzelne Vertrauensblätter ves Gouvernements spielen hierauf an.
Paris, 21. Juli. Ein leeret des Kaisers ernennt laut dem heutigen „Journal offictel", Rouher zum Präsidenten des Senats für die Session 1869. — Eine gestern stattgefunvene Versammlung der Mitglieder der Mittelpartei, welche die Interpellation unterzeichnet hatten, nahm einstimmig folgende Resolution an: Die Unterzeichneten beharren in den Ideen und Prinzipien, die ihren Ausdruck in der vorberei- teten Interpellation gefunden hatten und vertagen sich bis zur nächsten Berufung des gesetzgebenden Körpers.
Paris, 22. Juni, Morgens. Durch kaiserliche Dekrete vom 21. vatirt, werven Duruy und Vuitrp zu Senatoren, Lavalette zum Gesandten in London ernannt. — Nachrichten aus Spanien melden große Fortschritte der Carltstischen Partei. _
Der m i s ch t e v.
Darmstadt, 21. Juli. Das gestern erschienene Regierungsblatt Rr. 32 enthält:
1. Verordnung, die Vollziehung des Gesetzes vom G. Juli 1868, die Versorgung der als Invaliden entlassenen Unteroffiziere und Soldaten betreffend.
II. Verordnung, zur Vollziehung des Gesetzes vom 6 Juli 1868: 1) die Penfionöerhöhung für die un Kriege invalid geworbenen, sowie für die überhaupt durch den activen Militärdienst verstümmelten Offiziere der Linie und Landwehr und die oberen, beziehungsweise im Osfiziersrang stehenden Militär- beamten; 2) die Unterstützung der Wittwen und Kruder der im Kriege gebliebenen Mrlttärpersonur aller Rangklassen betr.
111. Namensveränderung. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben allergnäbigst geruht: am 1. Juli der Margaretha Susann« Katharina Mahr zu Eberstadt zu gestatten, daß dieselbe künftig statt ihres bisherigen den Fami- Uennamen Metdinger — und am 6. Juli dem Ludwig Friedrich Feuchtmann zu Darmstadt zu gestatten, daß der. selbe für.ftig statt de» bisherigen den Familiennamen Gott- mann führe.
IV. Ertheilung von Erfindungspatenten.
V. Dienstnachrtchlen. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben allergnäbigst geruht: am 25. Juni den Sergeanten tnt 2. Jäger-Bataillon, Jakob Debs aus Heides- Henn, — den Sergeanten im 4. Infanterie-Regiment, Martin Jung aus Offenbach, — den Gendarm zu Pferd, Ludwig Fink aus Rödgen, — den Sergeant tm 2. Infanterie-Regiment, Johannes Georg Göckel ans Groß-Zimmern, — den Referve-Hornistgefreiten iui 1. Lanbwehr-Regrment Darmstadt 1., Peter Finger aus Ober-Ramstadt, — den Sergeanten im 2. Jäger Bataillo», Johannes F tn k aus Egelsbach, — den Feldwebel im 2. Jäger-Bataillon, Jakob Albert Hermann Stahl aus Nierstein, — den Sergeanten im 2. Jnsanterie- Regrment, Johannes Jakob Dittmar aus Groß Rohrheim, — den Gendarm zu Fuß, Joseph Dapper zu Wtes-Oppen- heim, — den Feldwebel in der Feldartillcrie, Friedrich Balthasar Küster aus Langen — und den Feldwebel in der Felb- artillerie, Heinrich Möser aus Klein-Umstadt, — zu Steueraufsehern zu ernenntn; — am 26. Juni den von dem Ltan- desherrn dem Herrn Grafen zu SvlmS Rödelheim auf die erledigte evangelische Pfarrstelle zu Gonterskirchen und EinartS- hausen präsenttrten ersten evangelischen Schullehrer zu Rödelheim, Mitprediger Earl Fromm an n, für diese Stelle
zu bestätigen; — am 1. Juli den Ministerial - Secretär 3. Elasse, Earl Rothe, bei Großherzoglichem Ministerium des Großherzoglichen Hause- und des Aeußern zum Ministerial- Secretär 2. Elasse, — den Salzsteueramts-Rendanten, Earl Freiherrn Gedult zu Jungenselv zu Wimpfen, zum Rendanten bet dem Nebenzollamt I. Elasse Bensheim und der damit verbundenen Ortseinnehmerei der indirecten Abgaben, — den Niederlage-Verwalter bei dem Hauptzollamt Mainz, Ludwig Heinrich Wittich, zum Eontroleur bei dem Hauptzollamt WormS und der damit verbundenen Ortseinnehmerei der indirecten Auflagen zu ernennen. — Am 3. Juli wurde der Assistent im Bischöflichen Seminar zu Mainz, Friedrich Schneider, von dem Bischöflichen Domcapitel zu Mainz zum Dompräben- daten gewählt.
VI. Eoncurrcnzeröffnung. Von dem Gehalte der auf Seite 376 des Regierungsblatts zur Eoncurrcnz ausgeschriebenen ersten katholischen Schulstelle zu Ilbenstadt, im Kreise Friedberg, ist eine temporäre jährliche Abgabe von 120 fl. zu entrichten.
VII. Gestorben: am 4. Juli der Großherzogliche KreiS- arzS Dr. Friedrich Do sch zu Gedern.
Darmstadt. Bei der Eoncurrenz deö böhmischen Nationaltheaters in Prag, an der sich Sacre, Ehes-Maschinist der großen Oper in Paris, ein bedeutender englischer 'Luhnentech- nicher, Kerkhoyen Maschinist auö Braunschweig (Erbauer der Buhne des neuen Leipziger Theaters) und Earl Brand, Maschinist des hiesigen Großh. Hoftheaters, betheiligten, hat Letzterer den Sieg über seine fianzösischen, englischen und deutschen Eollegen davongetragen, indem seine Pläne, nach einem neuen System (nach welchem Brand in diesem Augenblick die Münchener Hosbuhne umbaut), als die besten erkannt und dem Darmstädter Maschinisten somit dte Arbeiten übertragen wurden.
Worms, 15. Juli. In der gestern urter dem Vorsitze der Großh. KreiS-Schulcommission hier abgehaltenen, von ungefähr 1UÜ Lehrern befuchten Geneial-Eonferenz der Lehrer deS Kreises Worms hielt Hr. Kumpa, Professor der polytechnischen Schule zu Darmstadt, einen längeren, sehr belehrenden Vortrag über den Zeichenunterrtcht, indem er die Bedeutung diefeS wichtigen UnterrichtszweigeS nicht nur als Haupthebel zur Förderung der Kunstindustrie, sondern auch als allgemeine« Bil- duiigsmittel nachwieS und die Volksschule als die erste Pflanz- stätte bezelchnete, in der das Zeichnen mit Sorgfalt gepflegt werden müsse, bannt in den höheren Lehranstalten aus dem hter schon gelegten Fundamente stusenweise gebaut werden könne. Die Versammlung erkannte als zeitgemäß an, daß der Zeichenunterricht in der Volkschule obligatorisch werden muffe, und begrüßte mit Freuden die Mittheilung, daß daö Ministerium deö Innern zur Errichtung eines ZeichencurseS für die Volksschullehrer die Mittel bewilligt habe. — Dre hessischen Schulbehörden sind überhaupt von der Wichtigkeit und hohen Bedeutung diese- UnterrichtSzweigeS durchdrungen und haben angeordnet, daß in den Schullehrerseminarren dem Zeichenunterricht in einem dreijährigen EursuS die größtmöglichste Sorgfalt zujuwenden sei. Wenn die Sache so angegriffen wird, so muß sie gelingen, und e- darf dem Zeichenunterricht in Hessen schon nach einem Decenniurn ein herrlicher Aufschwung pro- gnosticirt werden, wenn auch die Volksschullehrer, woran wir nicht zweifeln, mit Lust und Begeisterung die Sache ergreifen. — Hrn. Kumpa ist die schöne Anerkennung geworden, von Großh. Oberstudien-Direction benachricht zu werden, daß der Zeichenunterricht auf alle öffentlichen Schulen deö Großherzog- thumS ausgedehnt und ferne Zeichenschule als Lehrmittel dabei benutzt werben solle.
Dassel, den 20. Juli. Wir müssen noch einmal auf die ftattgehabte Aushebung der Administration-- und RechnungS- Eommission der Universität Marburg und die Uebertragung ihrer Befugnisse aus den vom Abgeordnetenhause Nicht genehmigten Eurator der Univeisität, Geh. RegierungSrath Rödenbeck, um deßwillen zuruckkommen, weil man im Publikum vielfach auf die Ansicht stößt, daß diese Maßiegel von untergeordneter Bedeutung sei. Dem ist aber nicht so. Die Universität Marburg ward von Landgraf Philipp dem Großmu- thigen im Jahre 15*27 gestiftet und aus den Gütern der auf- gehobeucn Klöster mit 13 Vogteien dotnt, von denen sie, bei der Theilung mit Gießen, die zu Lmglis, Homberg, Fritzlar und Nordhausen durch Vertrag von 1648 behielt. Durch Vergleich vom 11. Juni 1767 kamen jedoch die in den Hessen- Kassel scheu Landeötheilen gelegenen Gießener Universitätsguter und Gefälle, welche durch den angeführten Theilungsvertrag Gießen erhalten hatte, namentlich die Vogteien Eulbero, da« Prediger - und KugelhauS, das OeconomenhauS, Gärten, nebst allen damit verbundenen Rechten und Gerechtigkeiten, als dem Patronatrecht, der Jagd, Fischerei rc., weil darüber ein langjähriger Streit entstanden war, wieder zu Marburg, wofür die Hessen-Kassel scheu Landstanbe die Bezahlung von 80,000 fl. übernahmen. Zur Verwaltung dieses Universität-vermögers hatte Philipp der Großmuthige eine UniversitätS- RechnungS- unb AdmiuistrationS-Eommission vermittelst der ReformationS- orvnung vom 24. Januar 1564 eingesetzt, die, wie wir bereit- mttgetheilt, aus mehreren Professoren unter dem Vorsitze einet Regierungsbeamten bestehen sollte. Diese Einrichtung hat denn auch ununterbiochen svrtbestanden bis zur westphälischen Zwischenherrschast, wo dieselbe aufgehoben und die Administration emem Regierungödeamten, 1812 dem Präsidenten de« Erian- nalgerichtshofeS milubertragen ward, welcher in dieser seiner Eigenschaft unter dem Minister deS Innern stand. Daß in dieser Zwischenzeit daS UniversitätSvermögen vielfache Einbuße erbt!, ist bekannt. Nach der Rückkehr des Kurfürsten Wil- htlm I. trat die frühere Einrichtung wieder in Kraft und hat bestanden, bis sie auf Grund deS Erlasses vom 5. v. M. der Minister der geistlichen, Unterrichts- und Medicinal-Angelegen- heiten die Aufhebung und den Uebergang ihrer Geschäfte aus den Eurator der Universität verfügte, wa« derselbe selbst zur öffentlichen Kenntniß gebracht hat.
Marburg, 15. Juli. Nach der „Oberh. Ztg." find in voriger Woche zwei Schäfer vom Amtsgericht zu 6 Wochen Gefängniß verurthellt, weit sie dem Hunde eines anderen Schä, fers, der sie angefallen, bei lebendigem Leibe das Fell abgr- zogen hätten. Es ist das die höchste Strafe, welche dapreußische Strafgesetzbuch für Thierquälerei androht.
* Ein Witz des alten Thiers wird vom „Gauloi-" mit; getheilt. Thiers begegnete einem Gesinnungsgenossen. „Nun," sagte dieser, die Freiheit ist ja endlich zur Welt gefördert." „Ja, durch einen Kaiserschnitt!" erwiederte Thier-.
Redaction, Druck und Verlag der Brühl'schen Druckerei (Fr- Ehr. Pi et ich) in Gießen.


