Stadt Madrider 3*1» I ns. 100 Loose.
garantirt durch sämmtliche Einnahmen, sowie durch das sehr werthvolle Grundeigenthnm der Stadt.
Zinsen und Capttalriickzahlung in Gold ebne jeden Abzug.
Jährlich 4 Gewinnziehungen.
Hauptgewinne Frs. 250,000, 100,000, 70,000, 50,000, 40,000, 35,000 re.
Diese Obligations-Loose sind mit jährlichen Hinscoupons ä Frs. 3 versehen, und geben also zum heutigen Ankaufspreis bei größter Sicherheit und unter Anrechnung der Rückzahlung ca. 7% ZinS und große Gewinne.
Nächste Ziehung am 1. Januar 1870.
Diese Obligationen sind bei allen Bank- und Wechselhäusern des Jn- ■ und Auslandes zu 14 Thaler = 24 Vs Gulden zu beziehen. (11834)
ß „Concordia»“
Morgen Abend 8 Uhr:
Im Bierfaale des Herrn C h r. Lony.
11871) Am zweiten Weihnachtsfeieitage:
L o n c e r t
von dem Blech-Sertett der hiesigen Regimentsmusik. Anfang 4 Uhr. Entree 6 fr.
Auf virlfeitiges Verlangen.
1 3m liremen Satire Öes Lase Leib.
Donnerstag den 23. Dec em der 1 869:
(WERT
der rühmlichst bekannten TrolFid>eu Musik-Capelle aus Prag.
Anfang halb 8 Uhr.
Weihnachtsfeier.
Der Vorstand.
Prämien-Anleihe der Stadt Venedig.
6 Gewinn-Ziehungen im Jahre 1870.
Im festlich dermirlen Saale des Lase Leib.
11873) Am dritten Weihnachtsfeiertage:
Großes Militar-Coucetl, ausgeführt vom Musik-Corps des Großh. Hess. 2. Infanterie- Regiments, unter Leitung seines Musikmeisters, Herrn V. Reifert.
I. Ziehung 10. Januar 1870
1 L 100,000
1 „ 2,000
3 ä 500 „ 1,500
10 ä 100 „ 1,000
25 ä 50 „ 1,250
10 ä 30 „ 300
—5Ö~ L 106,050 ’
II. Ziehung 31. Januar 1870
1 L 25,000
1 „ 1,000
3 a 250 „ 750
10 ä 100 „ 1,000
25 ä 50 „ 1,250
60 ä 30 „ 1,800
10b L 30,800
III. Ziehung 30. April 1870
1 L 100,000
1 „ 2,000
3 ä 400 „ 1,200
10 ä 100 „ 1,000
25 ä 50 „ 1,250
10__ä 30 „ 300
50 L 105,750
Im Merlaale des Herrn Chr. Lony.
11872) Am dritten Weihnachtsfeiertage:
C o n c e r t.
Anfang f Uhr. Entree 6 fr.
IV. Ziehung 30. Juni 1870
1 L 25,000
1 „ 1,000
3 ä 250 „ 750
10 ä 100 „ 1,000
25 a 50 „ 1,250
60 ä 30 „ ___1,800
100 L 30,800
V. Ziehung 30. Sept. 1870
1 L 50,000
1 „ 1,500
3 a 250 „ 1,050
10 ä 100 „ 1,000
25 ä 50 „ 1,250
60 ä 30 „ ___1,800
100 L 56,600
VI. Ziehung 30. Nov. 1870.
1 L 100,000
1 „ 2,000
3 ä 500 „ 1,500
10 ä 100 „ 1,000
25 ä 50 „ 1,250
10 ä 30 „ 300
50 L 106,050
Im Promenadehaus.
11866) Montag, als am 3. Weihnachtsfeiertage, von Morgens 9 Uhr an:
Concert,
ausgeführt von Mitgliedern der hiesigen Regimentsmusik.
Th. L o n y.
Interims - Scheine, worauf Lire 15 innerhalb des 30. Juni 1870 einzuzahlen sind, a fl. 3 — Rthlr. 27/a- Vollbezahlte Obligationen ä fl. LT Rthlr. 67/8 bei allen
Wechslern des In- und Auslandes. (11838)
F e LS i L
Die Wolssspur.
Criminalgeschichtc nach einer wahren Begebenheit von
Rudolph Müldener.
(Schluß.)
Angestellte Nachforschungen bestätigen auch, daß am Morgen des Tages, on welchem Schoeters mit der Seeländerin von Ossendrecht weggegangen, wirklich zwei fremde Juden, über deren Herkunft und Verbleiben sich indessen nichts ermitteln ließ, in Ossendrecht gesehen worden waren, und, gleich SchoetcrS und feiner Begleiterin, den Weg nach Putten eingeschlagen hatten
Die Tochter Schoeters, gesprächsweise befragt, wo ihre Mutter die Schuhe, welche sie trage, gekauft habe, hatte geantwortet, daß sie die Schuhe von ihrem Vater erhalten habe, der ihr dabei gesagt: „Da hat ein JudeZmtt Deiner Mutter einen Handel gemacht; siehe einmal zu, ob die Schuhe Dir nicht zu groß sind."
Obgleich das Zeugniß der ohnedem noch minderjährigen Tochter in diesem Falle vor Gericht von keiner Bedeutung sein konnte, fo bestätigte es doch das, was ihr Vater bei Gericht über den Erwerb der Schuhe angegeben.
Nun drängte sich demWericht die sehr wichtige Frage auf: Wie kam es, daß Schoeters, die Kleider in den Händen eines fremden Juden erblickend, der damit von Haus zu Haus ging, in demselben nicht sofort diejenigen erkannte, welche die Seeländerin getragen? Und ob, nach dem Ausfinden der Leiche auf der Haide, in ihm nicht sofort der Verdacht hätte entstehen müssen, daß die Ermordete die ihm bekannte Seeländerin gewesen?
Schoeters entkräftete die ihm in dieser Hinsicht gemachte Bemerkung, daß erstens nicht er, sondern seine Frau die Kleidungsstücke von den betreffenden Juden gekauft, und daß er außerdem die Kleidung der Seeländerin nicht so genau betrachtet habe. Bei dem Auffinden der Leiche in der Haide habe er allerdings einen Augenblick an die Seeländerin gedacht, aber den Gedanken, daß dieselbe mit der Ermordeten identisch sei, zuletzt doch als zu unwahrscheinlich von der Hand gewiesen.
Wie man sieht, stand die Angelegenheit für die beiden Jnhaftirten nicht ungünstig; selbst im Richter entstanden Zweifel an SchoeterS Schuld; so daß er Anstand nahm, denselben,' wie er anfangs wollte, der Folter zu nnterwerfen.
Indessen wurde das Gericht doch nicht müde, weitere Erkundigungen über den früheren Broderwerb und Aufenthalt seines Gefangenen cinzuziehen. Der Drossard erhielt die Abschrift eines Erkenntnisses, wonach Jan SchoeterS einige Jahre früher in seinem im damaligen Oesterreich'schen Brabant belegenen Geburtsorte Hemixem wegen Viehdiebstahls zum Strange verurtheilt worden war, welche Strafe indessen vom General-Gouverneur der Oesterreich'schen Niederlande auf dem Gnadenwege in eine ewige Verbannung aus den Staaten der Kaiserin umgewandelt worden war.
Gleichzeitig brachte der Drossard in Erfahrung, daß zu Kloetingen aus der Insel ter Goes seit einiger Zeit ein junges Frauenzimmer vermißt werde,
Sets sr.
die, einige Wochen vor Entdeckung der Leiche in der Haide von Putten, ihren Dienst und Wohnort verlassen, angeblich um sich nach Antwerpen zu begeben. Sofort begab sich der Drossard, in der Hoffnung durch die in seinem Verwahr befindlichen Kleidungsstücke die Person der Ermordeten endlich festgestellt zu sehen, persönlich nach Kloetingen. Dies gelang in der That. Eine Tante der Vermißten bezeugte, daß ihre Nichte die mit schwarzem Bande eingefaßte Kreppmütze im vorigen Jahre zur Trauer um ihren verstorbenen Bruder erworben, und daß sie den gefundenen Unterrock für die Vermißte selbst gekauft und genäht habe. Eine zweite Verwandte recognoscirte die bei der Leiche gefundenen Strumpf, bänder als der Vermißten gehörig, und ein Schuhmacher bezeugte, daß die von Schoeters Tochter getragenen Schuhe in seiner Werkstatt gefertigt, und von der Vermißten kurz vor ihrem Verschwinden aus Kloetingen gekauft worden seien.
^Nun war kein Zweifel mehr: die in der Haide gefundenen menschlichen Ueberreste gehörten derselben Frau, die eine Nacht in Schouten's Hause zuge- bracht. Der Drossard kehrte nach Bergen-op-Zoom zurück, um seine Gefangenen auf'S Neue zu vernehmen; dieselben leugneten nach wie vor beharrlich jede Wissenschaft von dem Morde. Da indessen, nach damaliger Rechtsanschauung, ein Bekenntniß des Angeklagten zur Vollstreckung eine- UrtheilS für unerläßlich gehalten wurde, so sah sich der Drossard, wenn auch widerwillig, endlich genö- thigt, zur Folter seine Zuflucht zu nehmen. Durch Schöffenbeschluß wurde Jan Schoeters der Folter unterworfen, seine Frau jedoch vorläufig mit derselben verschont.
Noch beharrte Schoeters bei seinem Leugnen; als jedoch Befehl gegeben wurde, ihn zu entkleiden und mit der Folter den Anfang zu machen, da erbleichte er und legte zitternd ein Bekenntniß seiner Gräuelthat ab.
Er erklärte, den Vorsatz zur Ermordung der Fremden erst gefaßt zu haben, als er mit ihr fast schon das Dorf Putten erreicht, da er dann erst wahr- genommen, daß sie eine kleine Summe Geldes bei sich trage.
Demgemäß habe er sie von der Straße ab nach dem abgelegensten Theile der Haide gebracht. Zu zwei verschiedenen Malen habe die Unbekannte ihn gefragt, ob sie noch nicht bald nach Putten kämen, und, als sie bereits eine Strecke in der Richtung nach der Haide sortgegangen, auf das Dorf zeigend, gefragt: „Mich dünkt, wir lassen Putten rechts liegen!" Schoeters habe sie jedoch dadurch zu beruhigen gewußt, daß er ihr gesagt habe, daß sie einen Seitenpfad gingen, der direkt nach jenem Theile des Dorfes führe, in welchem Michael Gyzen wohne.
Bevor er sich mit ihr in die Senkung der Düne begeben, habe er sich nach allen Richtungen sorgfältig umgcsehen, ob Jemand ihm folge. Als er Niemand bemerkt, habe er sie in die Senkung hinab geführt und ihr dort ihr Geld abvcrlangt. Auf die Antwort hin, daß sie selbst arm sei, habe er sie zu Boden geworfen und ihr mit einem scharfen Messer, das er für gewöhnlich bei sich getragen, den Hals abgcschnitten.
Hierauf habe er sein Schlachtopfer der Kleidung beraubt und dieselbe neben ihren anderen, in ein Tuch gewickelten Effecten mit sich genommen und seiner Frau mit nach Hause gebracht. Letzterer habe er gesagt, daß er die


