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(Eingesandt.)
Was will dies Fest?
Zum 22. und 23. Juni 1869.
Was will dies Fest? Was soll der Schmuck der Stadl Mit Fahnenprachl und grünen Laubgewindeu?
Wem gilt dies Rüsten, das kein Ende hat, Dies Kränzeflechten und dies Blumeulnnden? Wem gilt dec Ehrenpforten dufi'ger Bau, Der Häuser Glanz mit ihren Ornamenten, Der wie die Morgenröthe ans dem Than Hervorquillt heut an allen, allen Enden!
Naht wohl der Stadt ein großer Herrscher heut Mit Kron und Schwert auf einem Siegcszuge? Will ihm das Bolk mit neuer Freudigkeit Freiwillig huld'gen im Begeist'rungsfluge? Du hast's getroffen, ahnungsreiches Herz!
Es will dein König heut hier Heerschau halten, Der seine Schaaren führet himmelwärts, Wenn sie im Glaubenskampf hier Stand gehalten.
Fragst du den ärmsten Bettler im Gewühl, Sowie den Reichsten in den Prachtgebäuden, Die Sängerschaar in ihrem Hochgefühl: Was hat das Alles hier heut zu bedeuten? Ein jeder Bürger der geschmückten Stadt, Der Musensohn, der Kriegsmann, der Gelehrte, Es sagt dir jeder ^,der Messias" naht, Und fühlt's, er naht als heiligender Gefährte.
Und hätt'it du dich dem auch wohl abgewandt Und wärst ein Fremdling in der Kirche Hallen, Hält'si treulos ihm entzogen Herz und Hand Und wärst vom Christenglauben abgefallen, Ich hoff's zu Gott, heut findest du gewiß In „dem Messias" deinen Heiland wieder, Kehrst um in das verlor'ne Paradies Und stimmst still ein in die Messiaslieder.
Denn die sind doch die Perlen in der Fluth Der Töne an dem Jubelsängerfeste, Zu dem erschienen sind in Jugendglulh Gar viel schon alt und grau geword'ne Gäste, Die einst dem Sängerbund hier angehört In frohen lustigen Studententagen;
Auch Rosen viel, die 's Alter Hal berührt Und um die goldner'n Jugendzeiten klagen. Doch willst du seh'n, was Liebe richtet aus, Die ewig unverwelklich ist geboren, Komm Morgen wieder in das Gotteshaus, Deß Hauptfest dir da öffnet seine Thoren, Da wird dir sagen ein beredter Mann, Der Ostern in Jerusalem gestanden, Was Bruderliebe kann, was sie gewann, Was sie gebaut in nah und fernen Landen.
Denn einen Zimmermann wirst du auch sehn, Der einen Rresenbau hat helfen machen, Bei dem auch hier treu die Gesellen stehn, Daß freudiger blüh'n der Protestanten Sachen. Das will dies Fest. Nun weißt du, was es sucht, Nun mögst du ihm auch in dir Palmen streuen, Es zeigt, beim Wiedersehn, der Jahre Flucht, Es zeigt des größten Tonstücks Rleienwucht, Es zeigt barmherz'ger Bruderliebe Frucht, Die „der Messias" segnend nun mög^ weihen!
Amt l i cfe s* d r k ei 111$ t nt o d? it u <| c $$.
Das BundeS-Gesehblatt des Norddeutschen Bundes Nr 20, ausgegeben zu Berlin am 17 Juni 1809, enthält: (Nr. 302.) Postvertrag zwischen dem Norddeutschen Bunde einerseits und dern Kirchenstaate andererseits. Vout 22. April 1869.
Das Bundes-Gesetzblatt des Norddeutschen Bundes Nr. 21, ausgegeben zu Berlin am 17. Juni 1869 enthält: (Nr. 303.) Gesetz, betreffend die Wechselstempelfteuer im Norddeutschen Bunde Vom 10. Juni 1869.
Gießen, den 2J. Juni 1869. Großherzogliches Krcisamt Gießen.
In Verhinderung des Kreisraths:
Kekul6, Kreisassessor.


