Einzelbild herunterladen

r1U86l, Es ist in "-u-r-r Z-lt mehrfach, namentlich auch »an mitwirkenden Künstlern, über Mangel an Ruhe wahrend der Concerte geklagt worden und der Vorstand hat sich daher veranlaßt gesehen:

i) die Diener anzuweisen, beim Beginne einer jeden Nummer des Programms die Thure zu schließen und dieselbe erst bei Beendigung der Nummer wieder zu offnen;

2) Kindern unter 10 Jahren den Eintritt in die Concerte nicht zu gestatten.

Sodann ist zu einer Controle des Concertbesuches, namentlich da die Anzahl der eintrittsberechtigten Mitglieder einer abonnirten Familie von der Anzahl der ge­lösten Karten abhängt, durchaus nothwendig,

3) daß jeder Besucher ohne Ausnahme am Eingänge des Concertlocals seine Eintrittskarte vorzeigt. Ein Mitglied des Vorstandes selbst wird jedesmal die Befolgung dieser Anordnung überwachen, und wir bitten die verehrlichen Abonnenten dringend, uns hierin entgegen zu kommen.

4) Im Innern des Saales wird gleichfalls stets ein Mitglied des neuerdings verstärkten Vorstandes zur Aufrechterhaltung der Ordnung, Entgegennahme von Desiderien, Führung der Fremden rc. rc. bereit sein.

5) Endlich sollen nach einem mehrfach geäußerten Wunsche noch etwa 15 Sperr­sitze für ältere Herren, und zwar auf der zunächst der Eingangsthüre liegen­den Estrade vorgesehen werden. Bestellungen auf solche Sperrsitze, deren Preis für die noch bevorstehenden 4 Winterconcerte ä 48 fr. beträgt, bitten wir bis zum Mittwoch, Vormittags 10 Uhr, einzureichen.

Gießen, den 10. Dccember 1869. Die Concertdirection.

Geschäfts - Empfehlung.

11449) Das von mir seit einer Reihe von Jahren betriebene Geschäft in Beider- wolle und Zupfelzeug habe ich unter dem Heutigen an den Herrn K. Jung dahier käuflich abgegeben, welcher dasselbe in gleicher Weise fortzubctreiben beabsichtigt, und bitte ich, das mir bisher geschenkte Vertrauen und Wohlwollen in geschäftlicher Bezie­hung auf den genannten Herrn übertragen zu wollen.

Gießen, den 9 December 1869. Luise Seibel.

Bezugnehmend auf obige Annonce, theile ich verehrlichem Publikum mit, daß ich stets ein reichhaltiges Lager in allen bekannten Artikeln halte, auch durch Umtausch, billige Preise und gute Waare meine Kunden zufrieden zu stellen mich bemühen werde.

K- Jung, Weber.

Landwirthschaftliches Kränzchen

nächsten Sonntag, Nachmittags 2 Uhr, in dem Schulsaale der II. Schule zu Lollar- Gegznstand der Besprechung; Viehzucht. (11514) Röoelfperger, Führer.

Geschäfts-Anzeige.

11446) Einem hiesigen und auswärtigen Publikum zur Nach­richt, daß das seither von Georg E i f f "betriebene Kappenauferti- gungs - Geschäft durch den Tod desselben keine Unterbrechung erleidet, sondern nach wie vor fortbetrieben und stets ein wohlassortirtes Lager in Pelzmützen, Kinderkäppchen, wie überhaupt in allen Arten Kappen unterhalten wird.

Stadt Madrider 3"|. Frs, 10(1 Loose, garantirt durch fämmtliche Einnahmen, sowie durch daS sehr werthvolle Grundeigenthum der Stadt.

Zinsen und (fapttalrnckzahlunq in Gold ohne jeden Abzug.

Jährlich 4 Gewinnziehungen.

Hauptgewinne Frs. 250,000, 100,000, 70,000, 50,000,

40,000, 35,000 re.

Diese Obligations-Loose sind mit jährlichen Zinscoupons ä Frs. 3 versehen, und geben also zum heutigen Ankaufspreis bei größter Sicherheit und unter Anrechnung der Rückzahlung ca. ?o/o Zins und große Gewinne.

Nächste Ziehiliist am 1. Januar 1870.

Diese Obligationen sind bei allen Bank- und Wechselhäusern des ^n- und Auslandes zu 14 Thaler = 24'/r Gulden zu beziehen. (11477)

i! ui .................< h h j.

< r im ei SS i a.

LebkilSversicherungs-Actien-Gkskllschast in Stettin.

Grund-Capital

Reserven Ende 1868

Eröffnung des Geschäfts bis Ende 1868'bezahlte Versicherungssummen .....

Versichertes Capital Ende September 1869 . . Jahres-Einnahme Im Monat Novbr. sind eingegangen 1800 Anträge auf Mäßige Prämiensätze.

Schleunige Ausfertigung der Policen. Darlehen auf Policen.

Prompte Auszahlung bei Todesfällen.

Gegen Kriegsgefahr kann bei Ausbruch eines Krieges versichert werden.

Bedingungen $erfld)Crung uon Renten bietet die Gesellschaft die vortheilhaftesten Prospccte und Antragsformulare gratis durch die Agenten:

Ga. PH. Fillmann in Gießen, PH. Zimmer in Lich, Rechner Schmidt in Londorf, ,11Aar\ 2 Henrich in Lang-Göns,

_________________ ÄSalth. Scibcrt in Wieseck.

Frachtbriefe für die Main-Weser- und Cöln-Mindener- Eisenbahn, sowie fämmtliche zollamtlichen ^ormu; late, sind zu haben bei Wilhelm Klee, Marktstraße.

Gulden 5,250,000.

5,316,206.

4,477,401.

91,448,352.

2,885,083.

1.795,696.

MöbelTransport G.LJANSEN Frankfurta/M.

VoUIländige Umzüge

per Bahn oder auf der Landstraße, einzelne Möbelfuhren über Land, sowie daS Abholcn von Möbeln aus den Eisenbahn-Waggons in Frankfurt a. M., besorge bei Garantie prompt und billigst, mittelst großer, geschlossener Federwagen. Bestellungen oder Frachtbriefe erbitte Brön- nerstraße 17, Frankfurt a. M. (11356)

Telegraphischer Bericht, mitgetheilt von dem Haupt-Agenten C. W. Dietz.

Das Postdampfschiff des Nordd. LloydBaltimore", welches am 17. November von Bremen abgegangen war, ist am 5. December, 10 Uhr Morgens, wohlbehalten in Baltimore angekommen. '

Das Postdampfschiff des Nordd. LloydHansa", welches am 20. November von Nremen abgegangen war, ist am 5. December, 11 Uhr Morgens, wohlbehalten in Bewyork angekommen.

Feuilleton.

Aus dem Leben einer Nonne.

Novelle von I. H.

(Fortsetzung.)

Anfangs hatten Adolph von Felseck's Kameraden oft über den Korb, den er sich geholt hatte, gespottet; aber als sie den furchtbaren Ernst sahen, worin sich seine ehemalige Heiterkeit und sein Frohsinn verwandelt hatten, da betrach, toten ihn selbst die Leichtfertigeren mit mitleidigen Blicken und suchten ihn durch freundliches Entgegenkommen aufzuheitern und zu zerstreuen. Es gelang ihnen inveß nicht; Adolph erkannte es dankbar an, aber diese Zeichen der Theilnahme berührten ihn stets schmerzlich, sie erinnerten ihn an sein verlo­renes Glück, und daß er es nie wieder erlangen könne.

Seine Tante Marion haßte er als die Zerstörerin seiner Jugend, seines ganzen Glückes. Er hatte nichts wieder von Schloß Felseck und seinen Be- wohnern gehört; was kümmerte es ihn, toteres droben aussah, nun Elisabeth nicht mehr dort war? Der heutige Tag war ein sehr trauriger für Adolph gewe­sen; er wußte nicht, woher so plötzlich der Schmerz mit erneuerter Heftigkeit hervorgedrungen war; aber er hatte den ganzen Tag an Elisabeth gedacht. Es war doch hart, so früh schon auf alles Glück der Welt verzichten zu müssen, und er wußte nicht einmal, was die kleine Lizzi wohl bisweilen litt, oder ob sie sich schwer in ihr Schicksal gefunden und den Vetter Adolph ver­gessen hatte. Er war so in Gedanken vertieft, daß er es nicht einmal hörte, wie leise die Thür geöffnet wurde und eine Frauengestalt hereintrat. Plötzlich sah er auf und bemerkte in dem gegenüberstehenden Spiegel die Eingetretene.

Es war ihm, als wenn er dieses feine blasse Frauenantlitz schon früher gesehen hatte; aber bald gab er diesen Gedanken auf, er kannte kein solches in seiner Bekanntschaft.

Entschuldigen Sie, mein Herr, sagte eine sehr melodische Stimme, deren Klang ihm bis in das Innerste seines Herzens drang,man bat mich hierher zu dem Lieutenant Adolph von Felseck gewiesen. Können Sie mir wohl sagen, wo er sich befindet?"

Ein Schrei unendlichen Entzückens brach sich von Adolph's Lippen, und im nächsten Augenblicke hatte er seine Arme um die zarte Frauengestalt geschlungen, die schluchzend den Kopf an seine Schulter lehnte.

Lizzi, süße kleine Lizzi, bist Du's wirklich?" jubelte Adolph, indem er sie fest an sich preßte,hast Du mich doch aufgesucht, und bist dem alten Kloster entflohen? O, Lizzi, wird man Dich nicht wieder dahinschleppen? fügte er dann trostlos hinzu, indem er an den harten Sinn der Gräfin Marion dachte.

Elisabeth sah ihn mit einem strahlenden Lächeln an.

Rein, Adolph," sagte sie dann, sich fester an ihn schmiegend,ich gehe nicht wieder dahin zurück. Ich konnte es nicht aushalten in dem lebendigen Gefängnisse, ich mußte wieder zu Dir, und da bin ich entflohen, und gehe nicht

wieder von Dir. O, Adolph," fuhr sie bittend fort, Du hast mir immer ge­sagt, Du hättest mich lieb, laß' mich bei Dir bleiben!"

Lizzi," rief Adolph, sie festtr an sich ziehend, voller Entzücken aus,ich lasse Dich nicht mehr, wenn Du bei mir bleiben willst, und sollte ich Dich ge- gen alle Mächte der Welt vertheidigen. Ich habe es genugsam erfahren, wie viel Werth das Leben ohne Deine süße Nähe für mich hat, ich will bei Dir bleiben, todt oder lebendig."

Der Abend dämmerte bereits herauf, als die Beiden aus ihrem Freuden­taumel erwachten, und Adolph Elisabeth bat, einige Zeit allein zu bleiben, während er ein passendes Unterkommen für sie suchte.

Sieh', Lizzi," sagte er scherzend,ich habe mich schon ganz auf das Iunggesellenleben eingerichtet, und kann nichts für Deine Bequemlichkeit thun. Ich habe da aber eine alte, würdige Dame in meiner Bekanntschaft, sie ist bei einem Herrn von Dallenberg als Haushälterin"

Dallenberg?" unterbrach ihn Elisabeth erstaunt.

.Ja, Hugo von Dallenberg, Lizzi, kennst Du ihn etwa?" entgegnete Adolph.Ich glaube es zwar nicht, denn er ist, trotzdem er noch nicht hoch in den Vierzigen stehen mag, ein Menschenhasser, und hat seit elf Jahren keinen Schritt mehr über die Schwelle seiner Wohnung gesetzt. Ich bin der Einzige, der das Glück hat, mit ihm bekannt zu sein; vielleicht zog ihn mein gleichfalls menschenscheues Wesen an. Uebrigens ist er ein sehr guter Mensch, besser, als man sie gewöhnlich in der Welt findet."

Elf Jahre, das könnte stimmen," murmelte Elisabeth halblaut, und dann fügte sie laut hinzu:Führe mich nur dorthin, Adolph, wenn Du cs kannst, ich halte es sogar für einen Wink des Himmels."

Obgleich Adolph Elisabeth nicht begriff, so forschte er doch nicht weiter, sondern brachte sie mit Anbruch der Dunkelheit nach dem einsamen Hause Hu- go'S von Dallenberg, wo die alte Haushälterin, ein vermögenloses altes adli­ges Fräulein, bereitwillig Elisabeth ein Asyl anbot, bis man die Gräfin Marion bewogen habe, in eine Verbindung Adolph's mit ihrer Tochter zu willigen.

Oben in dem alten Schlosse auf dem grauen Felsen begann sich indessen ein drohendes Unwetter über Elisabeth'- Haupt zusammen zu ziehen. Es war ein furchtbarer Augenblick gewesen, als man der Gräfin Marion die Flucht ihrer Tochter aus dem Kloster meldete, und der alte Castcllan fühlte noch eine Art Schauder durch seine gebeugte Gestalt rieseln, wenn er daran dachte, wie sich ihr stolzes, sonst so ruhiges Gesicht verzerrt hatte. Alles Blut schien aus demselben gewichen, und nur die Augen sprühten todt- und verderbenbringende Blitze, die Lippen waren krampfhaft geschlossen. Allmählig hatte die Gräfin sich wieder äußerlich vollkommen beruhigt, aber um so entsetzlicher tobte es in ihrem Innern, und sie schwor es sich, Elisabeth dennoch wieder zu erlangen und dem Kloster zurückzugeben. (Schluß folgt.)