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bester Freund

Unheils sich

Die Namenlose.

Novelle von Theodor König.

das für

Doctor Sommerfragte das junge Mädchen. Leider Gottes, ja, Kind," war die Antwort.

Schlaganfall gehabt"

Einen Schlaganfall?" rief Hyacintha aus. theurer Papa! Ahnt er denn weiß er"

Hier verfiel sie in ein so heftiges Zittern, daß

(Fortsetzung.)

Das junge Mädchen lag noch immer im tiefsten Schlafe.

Ja, unsere arme junge Freundin schlief, während ihr treuester, einen grausamen Tod erleiden mußte, während die Schatten des dichter und dichter auf ihrem Lebenswege zusammenzogen!

Wie außerordentlich gern wüßte ich aber doch, was denn eigentlich jene tiefe Ohnmacht verursacht hat," dachte die Französin bei sich selbst. .

Sollte sie von diesem dunklen, unheimlichen Geheimnisse vielleicht gar etwas Näheres wissenV

Wie thöricht ich aber doch bin! Welche ruchlose Gedanken nur der Bose

""^Das Auffinden der Hutes durste sie nicht zu erwähnen wagen, denn junge Mädchen schien so völlig außer sich zu sein, daß Felicie im Stillen ihren Verstand zu zittern begann.

Nein, nein," keuchte Hyacintha,o, dieser furchtbare Schreck! Diese setzliche Angst!

Ich muß aufstehen! Ich muß zu Papa! rief sie dann, plötzlich aus

Abe/zu Ihrem Papa dürfen Sie jetzt nicht, mein liebes, gutes Kind,"

sagte Felicie sanft und beschwichtigend, als Hyacintha mit zitternden Händen ihren Nachtrock überwarf.Doctor Sommer ist eben bei ihm."

*Ist er denn krank?"

Er hat einen sogenannten

O, mein armer, lieber,

Frage vollständig auszusprechen.

Er ahnt und weiß durchaus nichts," antwortete Felicie,aber der Baron ist ein alter Mann und liebt seinen Sohn außerordentlich; die Furcht, daß ihm irgend ein Unglück zugestoßen, ist es, welche diesen Krankheitsfall verursacht hat."

Ach, Felicie," sagte das arme junge Mädchen, die Hand aufs Herz pressend,möchte der barmherzige Himmel doch ihm wenigstens nur dieses Ge­fühl tödtlichen Entsetzens ersparen, das ich in diesem Augenblicke empfinden muß."

Welche Ursachen aber können Sie nur haben, Kind," begann Die Fran­zösin, doch Hyacintha legte ihr die Hand aus den Mund.

Still, frage mich nicht," flüsterte sie,denn ich darf nicht darauf ant­worten. Nein, liebe, gute Felicie, frage mich nicht. Hilf mir beim Ankleiden und laß mich zu Papa gehen.

Du wirst Niemandem auch nur das Geringste von dem, was ich geredet, wiedererzählen, nicht wahr, weine liebe, gute Felicie? flüsterte Hyacintha, al- sie endlich nach mit Mühe vollendeter Toilette im Begriffe war, das Zimmer zu verlassen.Nicht wahr, wenn ich Dich darum bitte, so wirst Du es nicht thun, um Fräulein Mathilden's willen?"

Von mir erfährt gewiß keine lebende Seele etwas davon, Kind/ ver­sicherte Felicie. , ,

Was Sie mir anvertrauen, ist so sicher bei nur aufgehoben, wie tm Grabe."

Aber für jetzt darf ich Dir dennoch nichts Weiteres mittheilen, meine gute Felicie," murmelte Hyacintha mit fieberhafter Angst.Man möchic Dich aus- fragen und dann" .

Hier stahl sich auf'S Neue ein leises, schmerzliches Gewimmer über ihre Lippen.

Felicie trieb unsere junge Freundin jetzt selbst an, daS Krankenzimmer des Barons ohne ferneres Zögern aufzusuchen.

Sie gab sich der Hoffnung hin, daß die Pflege ihres Adoptivvaters und die Fürsorge für ihn die entsetzliche Angst und den Argwohn, welche das Der» schwinden Carl's in ihr hervorgerufen zu haben schien und ihr augenscheinlich außerordentliche Qual verursachten, wenigstens etwas in den Hintergrund zu­rückdrängen würden, und hatte sie sich hierin Denn auch keineswegs getäuscht.

Wenn beim ersten Anblicke des leidenden, krampfhaft verzogenen Gesichtes des Barons allerdings ihre Thränen in reicher Fülle flössen, so waren es doch nicht jene heiß brennenden Thränen der Seelenqual und des namenlosen Ent­setzens, welche sie vorher geweint batte.

Der Baron war jetzt bei völligem, klarem Bewußtsein, erkannte sie sogleich und suchte sie durch eine matte Geste und ein schwaches Lächeln zu bewill­kommnen. ., niin

Sie beugte sich über ihn hin, küßte ihn zärtlich und flüsterte ihm Worte des Trostes und der Liebe zu.

Durch innige Liebe und Verehrung des alten Herrn von nun an gänzlich an sein Zimmer gefesselt, begann sie schnell des eigenen Kummers und der eigenen Angst nur noch flüchtig zu gedenken und sich statt dessen mit unermüdlichem Eifer der Pflege ihres so hart betroffenen Adoptivvaters zu widmen, indem sie ihre Lust daran fand, ihm jeden, selbst den kleinsten seiner Wünsche von den Augen obzulesen und dessen Bequemlichkeit und Aufheiterung vom Morgen bis zum Abend fast ihre ganze Denkkraft in Anspruch nahmen.

Berthold, der noch immer mit vergeblichen Nachforschungen nach feinem Bruder beschäftigt war, betrat das Krankenzimmer seines Vaters erst mehrere Stunden später. , w

Als er dann sehr bleich und ermüdet dort eintrat, überkam Hyacintha das­selbe unwillkührliche Schaudern, das sie schon vorher empfunden hatte.

Er bemerkte es mit einigem Erstaunen, doch wurden nur wenige Worte zwischen ihnen gewechselt und außerdem blieb der junge Officier auch nur ganz kurze Zeit, denn seine Gegenwart regte den Baron sichtlich auf.

Einer langen, angstvollen Nachtwache folgte ein eben solcher Tag, während welcher Zeit Hyacintha sich weigerte, selbst einer kurzen Ruhe zu genießen.

Eine zweite Nacht des Wachens und vergeblich erwarteter Nachricht von dem Verschwundenen kam heran und verstrich, und nun machte Felicie von ihrer alten Autorität über das junge Mädchen Gebrauch und veranlaßte Hyacintha, sich zu Bette zu legen.

Der Schlaf ist in jüngeren Jahren für jeden Menschen schlechterdings eine Notwendigkeit und lange vermag kaum irgend Etwas ihn von den Augenlidern fern zu halten.

Auch Hyacintha entschloß sich endlich, von Müdigkeit ganz überwältigt, ihren Posten am Bette des Adoptivvaters wenigstens auf einige Stunden an Felicie abzutreten.

Die gute Französin brachte sie zu Bette, versetzte das Gemach in Dunkel­heit und verließ sie mit der festen Ueberzeugung, daß ein ruhiger Schlaf ihr schnell neue Stärkung und ruhigere Fassung bringen würde.

Keine Mutter kann zärtlicher und ängstlicher über das eigene Kind wachen, wie Felicie es über ihren Schützling längst vergangener Tage that.

Nachdem sie Hyacintha zur so Ruhe gebracht, nahm sie den Posten derselben am Bette des armen Barons ein.

Der alte Herr lag ganz still da, tm ganzen Hause regte sich nicht das Geringste und durch die wegen der großen Schwüle weit geöffneten Fenster stahlen sich die lieblichsten Blumendüste herein.

Die ununterbrochene Stille rings nmher, das regelmäßige Getickt Der alten Uhr übten aus Felicie einen ganz eigenthümlichen Einfluß aus.

Sie fühlte sich mehr wie vielleicht jemals zuvor in ihrem Leben zum Nach- , denken, zur Betrachtung angeregt und ließ die letzten Ereignisse in Der einst so glücklichen Familie mit allen ihren näheren Umständen langsam und ruhig an ! ihrem Geiste vorüberziehen.

(Fortsetzung folgt.)

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heute nur eingiebt! .

Wie wär's möglich, wie könnte das arme, unschuldtge Kmd von jener ent» setzlichen That nur das Geringste* wissen!" *

Wer kennt nicht das dumpfe Gefühl unbestimmter Angst, welches den Geist bedrückt, wenn man nach traurigen, kummervollen Erlebnissen zuerst wieder aus tiefem Schlafe erwacht und das Erinnerungsvermögen noch mit seiner vollen W Auch Hyacintha erwachte endlich zum ersten Male in ihrem jungen Leben mit einem matten Nachgesühle erduldeten, schweren Kummers irgend eines plötz­lich über sie hercingebrochenen, niederschmetternden Unglückes.

Als sie langsam den Kopf vom Kiffen emporhob und Dte Hand auf die Stirn preßte, um den Versuch zu machen, das in diesem Augenblicke noch wirre, wüste Chaos ihrer Gedanken zu ordnen, erfüllte es sie mit Verwunderung, Felicie an der Seite ihres Bettes sitzen zu sehen.

ES lag etwas in dem Gesichte der guten Französin, was dem jungen Mäd­chen sogleich von traurigen Nachrichten erzählte, welche ihre alte Erzieherin »hr mitrutheilen haben mußte.

Felicie!" rief das junge Mädchen erschrocken.Aber Felicie, was ist denn vorgesallen?" , m £

Ach, Kind, viel, viel Unglück," war die traurige Antwort.

"aber was Denn? Was ist Denn geschehen?" fragte Hyacintha m,t unsicherer Stimme und hoch aufathmend noch einmal, denn in eben diesem Augenblicke begann es wie eine schreckliche Erinnerung, wie Furcht vor entsetzlichen Er- eianissen in ihr aufdämmern. , ,

Der iunae Herr Carl ist verschwunden und nirgends aufzufinden, berich­tete Felicie mit zögernder Stimme.Er ist gestern Abend mit seinem Bruder zusammen ausgegangen, Capitän Berthold trennte sich bei Dem Teiche von ihm und seitdem ist nicht das Geringste von ihm mehr zu Horen und zu sehen

H^yacintha's Gesicht Überzog sich bei dieser Rede mit todtlicher Blasse, ihre großen blauen Augen öffneten sich weit und hefteten sich mit einem Ausdrucke unaussprechlichen Entsetzens auf Felicie. ..

Noch nachdem die Französin zu reden ausgehort hatte, saß sie da, als wäre sie plötzlich zu Stein erstarrt.

Felicie war hierüber natürlich außerordentlich erschrocken.

Beide Hände auf die Schultern des jungen Mädchens legend, schüttelte |te dasselbe leicht hin und her. , v .

Hyacintha, Kind, so sprechen Sie doch wenigstens zu mir. bat sie dabei

Diese antwortete nur durch ein leises, trostloses Gewimmer und Felicie s Anast nahm immer mehr zu. n A

Aber Kind, ich bitte Sie um Gotteswillen, so reden Sie doch wenigstens iU mir!" rief sie auf's Neue aus. f

Es ist ja auch immer noch möglich, daß der junge Herr Carl wohlbe­halten zurückkehrt," fügte sie dann hinzu, um Hyacintha doch vielleicht wenigstens in etwas zu beruhigen. . -

Nein, nein," schluchzte Hyacintha hysterisch,er ist ermordet, grausam er- mordet^word ^wiß wissen, so sprechen Sie sich doch näher Darüber au«!" rief die Französin.Ist Ihnen Denn wirklich etwas Zuverlässiges dar-

Ich hörte sie," flüsterte Hyacintha, am ganzen Körper zusammenschaudernd.

Ich hörte es, wie der Streit sich zwischen ihnen entspann."

"Zwischen welchen denn?" fragte Felicie athemlos^

Jarl und Berthold," war die Antwort.O Carl, mein Bruder, für mich. UM meinetwillen! ., , . -.

O Felicie, nicht wahr, er kann Die ruchlose That nicht begangen, nicht

*Um Aber so "rede doch nur! Gieb mir Die Zusicherung, Daß es nicht Berthold gewesen ist, der ihn erschlagen hat!" wimmerte daö unglückliche Mädchen, die Arme in Verzweiflung und tätlicher Angst flehend um den Nacken ihrer alten, treuen Wärterin schlingend. .

Aber so beruhigen Sie sich doch nur, mein liebes, gutes Kind, entgeg­nete die Französin, Deren eigenes Gesicht freilich ebenfalls leichenblaß war.

.Der eigene Bruder hat die That sicherlich nicht begangen. Es Ware ja ru entsetzlich, um es auch nur zu denken.

* Es kann ja auch sehr wohl sein, daß Monsieur Charles sich noch am Leben befindet^ mehr wie einmal gehört, daß Menschen auf einige Zeit

verschwanden und Dann Dennoch wieder aufgesunden wurden.

Es ist ja noch gar nicht so lange her, daß wir Nichts von Monsieur Carl

SS»* ^Mstohr.

J\:Expeditio"-

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roolle man bei Be- r,wniB halber auf bitten.

t Co., imburg.

Gotha.

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Ä. Ricker, danbler in Gießen.

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lung, daß sich n Locale besindel, rioflle.

A:las-Taille ist auf boi dis in bie neue in, und kann bieielbe drcn bei Frau Pfar- imtn Anlage wieher ~n werden.

:erinnen, .Köchinnen, jcbm werben zu iebex n nachgewiesen durch jrcau von Rosalie hrßdfie 113 in Zrank-