Töchtern« stitul.
9534) <\n einer schönen Gebend der franz- Schweiz können auf diesen Winter noch einige Töchter in Pension ausgenommen werden, um in französischer und englischer Sprache gründlich unterrichtet zu werden- Gesunde i’eine tuft, beschrankte Anzahl Zöglinge, Familienleben, liebevolle Behandlung- Gute Referenzen, llrahere Auskunft'erthellen gefälligst Herr Präsident Doctor Bourckhar. rmd Herr Gym- nasialdirector Doctor Rasiow in Weimar oder direct. Madame Emma Hubert, chälcau de Salla vaux, pr£s Avcnclies, Canton de Vaud, Suisse.
(C ingefandt.)
Wie wir bereits früher mitgetheilt haben, ist von der Lebensversicherungs-Gesell- schafk zu Leipzig die Einrichtung getroffen worden, daß sie an Beamte sowohl in Staatsund Communaldiensten, als auch bei Eisenbahnen rc. zum Zwecke der Bestellung neuer, wie auch gegen Abtretung bereits bestellter Dienstcautionen, Darlehen bis zum Betrage von vier Fünftel des versicherten Capitales gewährt- Es ließ sich von Anfang an erwarten, daß dieses Unternehmen, welches vielfachen Uebelständen Abhilfe geschafft und dadurch einem in den betreffenden Kreisen sehr lebhaft gefühlten Bedürfnisse entsprochen hat, eine ausgedehnte Benutzung finden würde und diese Erwartung hat sich schon jetzt in reichem Maaße erfüllt- Denn obgleich mannigfache, durch die Neuheit der Einrichtung herbeigesührte Bedenken ihrer Benutzung anfänglich entgegengetreten und sonstige nicht geringe Schmierigkeiten zu überwinden gewesen sind und obgleich im Interesse der Darlehensempfänger selbst jede Zusage eines solchen Darlehens selbst von einer zuverlässigen, zu keinerlei Bedenken Anlaß bietenden Auskunft über die persönlichen Verhältnisse der Darlehensempfänger abhängig gemacht werden muß, so haben doch bereits in einem Zeiträume von 6 Monaten an 382 Personen Darlehen im Betrage von 120,530 Thalern bewilligt werden können, wovon 87,335 Thlr- an 276 Personen theils baar ausbezahlt, theils zur unmittelbaren Bestellung von Eautionen verwendet worden sind.
Lebensverstcherungsbank f. D. in Goths.
Dcrfichcrunasbcstaud am 1. Oktober 1869 63,850000 Thlr.
Effektiver Fonds am I. Oktober 1869 • • 16,000000 „
gahrescinnahme pr. 1868 ...... 2,779,355 „
ividcnde der Versicherten im Jahre 1869 ... 39 Proc.
9529) Der große Umfang und die solide hypothekarische Belegung der vorhandenen Fonds gewähren die unbezweifelbare Sicherheit, worauf beim Abschluß einer Lebensversicherung vor Allem Rücksicht zu nehmen ist, — die unverkürzte Vertheilung der Ueberschüsse an die Versicherten verschafft denselben zugleich den Vortheil möglichster Billigkeit der Versicherungskosten.
Versicherungen werden vermittelt durch: . ,
Buchhändler A. Ricker, Haupt-Agent m Gießen- Domänenpfandmeistcr Müller ebendaselbst- Ortseinnehmer Louis Hohler in Büdingen- Lehrer H. H. Walz in Lich.
OScar Ehrhardt in Marburg._____________
Berlinische Lebens-Versichrrungs-Geseöschiist.
9491) Wir bringen hierdurch zur öffentlichen Kenntniß, daß die Geschäfte unserer z^itherigen Agenten der Herren Franz Pcpplcr Ü Comp. in Gießen am 28. September 1869 auf den Herrn Louis Wittich daselbst übergegangen sind, welcher stets bereitwillig st jede Auskunft ertheilen und Anträge entgegennehmen wird.
Berlin, den 28. September 1869. D i e Direction:
Buffe, vollziehender Director-
v.
jetzt
Halte
eS
tivvater vorgefallene Scene.
(Fortsetzung folgt.)
ihm sehr
Die U a m e n l o s e.
Novelle von Theodor König-
„Willst Du es wagen, die Wahrheitsliebe und Ehre eines Sohnes von i. Bergen in Zweifel zu ziehen?" „
„Ich thue nur, was jetzt Jedermann thut, gnädiges Fraulein," anttoor-
krank." „
Hyacintha seufzte tief auf und schritt der Thur zu.
„3* weide sogleich zu P°pa gehen," fugte fit, „Dich, Felme, brauche ich
(Fortsetzung-)
.Genau so abgefaßt, wie ich es gewünscht hätte," sagte die Französin, nachdem sie den Brief gelesen, wiewohl der Inhalt eigentlich ihren Wünschen durchaus gar nicht entsprach. ...
„Ich Ci(e, das Schreiben auf der Stelle meinem Boten zu übergeben, denn wir müssen sehr, sehr schnell sein." ,
So spute Dich, spute Dich um Gotteswillen, liebe, theure Felicie! ruf das geängstigte Mädchen, ihr liebliches Gesicht bittend zu der treuen Französin
emporhcbend.^^ ^bes, gutes Kind," antwortete Felicie, indem sie sich niederbeugte und einen fast mütterlichen Kuß auf die Stirn Hyacintha's drückte
„Möge Gott ihr Kraft verleihen, den Elenden zu vergessen! seufzte sie
dabei jedoch im Stillen. v
Ja diesem Augenblicke wurde an die Thür geklopft und Felicie und Hyacintha wechselten verstörte Blicke.
„Herein!" rief die Französin.
Die Eintretende war die Hausmeisterin, deren Augen sehr verweint aussahen. Will Fräulein Hyacintha sich gütigst zum Herrn Baron verfügen?" sagte sie.
"Weiß er denn — ?" fragte Hyacintha, sich erhebend.
"Ja wohl, gnädiges Fräulein. Herr Willert und der Doctor haben es so^ schonend wie es sich thun ließ beigebracht und gegenwärtig ist er wleder
tete Felicie.
„Aber ich gehöre nicht zu seinen Richtern und so, denke ,ch denn, brechen wir von dem Gegenstände lieber ab."
Hyacintha's stolzes Schweigen mußte als Zustimmung gelten und ihr ganzes Benehmen war Tage lang so kühl, daß es der armen Felicie wirklich Schmerz verursEe.r^stete mit tem Gedanken, daß die Zeit die Entfremdung,
welche ihre Worte veranlaßt, wieder in Vergessenheit bringen werde.
Ich würde diese Worte nicht zurücknehmen, selbst wenn ich dadurch auch zugleich ihre Folgen ganz verwischen könnte," dachte sie bei sich selbst; „wer weiß, ob sie dem armen Kinde nicht noch einmal neue Schmerzen ersparen können. Wenn sie sich jetzt nur ollmälig gewöhnt, an ihm zweifeln zu lernen, so wird sie auch nach und nach ihre Liebe zu dem Unwürdigen vergessen."
Die Abende wurden endlich kühl, durch die alten Eichen sausten rauhe Herbstwinde und man zündete im Zimmer des Barons ein Feuer an.
Während der letzten Tage hatte er zu reden vermocht, obgleich nur un- deutlich. . . ., , r m ..
Hyacintha saß im Zwielichte mit ihrem ^trrckzeugc neben seinem Bette.
Das Zimmer war vom Feuerscheine erhellt, der seinen röthl-.chen Schimmer auch über das bleiche Gesicht des Barons ousgoß.
Draußen heulte und seufzte der Wind, der sich dann und wann sogar zu ein.m sturmähnlichen Gebrause erhob.
Während einer augenblicklichen Stille desselben horte Hyacintha den alten Herrn ihren Namen aussprechen und als sie sich vmwandte, sah sie, daß seme Augen mit einem Ausdrucke auf sie geheftet waren, der verrieth, daß er sich bet völligem Bewußtsein befinden mußte.
„Wünschest Du etwas, lieber Papa?' fragte sie sanft.
„Geh' nach jenem Bureau dort," flüsterte er. „In demselben liegt zur Linken ein Packet Papiere. Hole mir dieses."
nicht mehr."
Der alte Herr hatte einen zweiten Schlaganfall gehabt.
Sobald er erfahren, daß Carl'S Leiche im Hause sei, hatte er wieder und wiever verlangt, daß nach Berthold geschickt werde, und dies dahin geführt, daß man ihm die Wahrheit, wenigstens theilweise, mitgetheilt.
Sehr schonend hatte Willert ihn davon unterrichtet, daß Argwohn gegen seinen zweiten Sohn vorliege, der es wünschenswerth mache, daß dieser auf einiae Zeit zu seinem Regimente zurückkehre. ,
8 Der alte Herr errieth bas Uebrige selbst und sein Unwille, fein tiefer Kummer über die Schande der Familie verursachte ihm jenen zweiten Schlaganfall
Als die feierliche Beerdigung des früheren Majoratserben stattfand, zu wel- chem sich die Gutsbesitzer der ganzen Gegend eingefunden hatten, lag der gute alte Baron sehr leidend und gänzlich besinnungslos wieder auf feinem Schmerzens-
Wa?HyaUntha vor einem Rückfalle in ihre frühere Krankheit bewahrte, waren vielleicht nur Pflichtgefühl und Zärtlichkeit.
Sie wich niemals vom Bette ihres Wohlthäters, - des alten Vater m. dem gebrochenen Herzen, der jetzt wohl auch nicht einmal eine so theilweise ®'ne@I'n Xtan“^to«mß(lX7te"er^S:TÖfllic6teit für fit hatte, blieb °» armen
in Folge ihrer Warnung
i ™ L aus dem Lande zu entfliehen, obgleich es ihr allerdings noch St befannt geworden »ar, wo er eigentlich Schutz gesucht und gesunden hatte.
* Sn trüber EinfSrmigkeit »ersloß so em Tag nach dem andern.
Nur ein einziges Mal nach dem Abgänge zenes Bneses hatte Htzaetntha ,u Fel eie über Berthold gesprochen, und dies war eben gewesen, als sie von Mitt,r erfahren, daß der junge Mann aus dem Lande entflohen sei.
" Nicht ohne ein leises Frohlocken in der Stimme hatte sie der guten Fran- $6fin @e »-« « ,•«*'«“ faulem,"
antwortttt Fettete, „lassen Sie uns Hoffen, daß er m Zukunft emen besseren Gebrauch davon machen möge wie bisher.
Felicie!" rief Hyacintha vorwurfsvoll, „Du glaubst doch ganz gewiß nicht — nein' Du weißt es, daß Berthold unschuldig ist."
„Das glaube und weiß ich doch noch gar nicht so ganz gewiß, liebes Kind," war die Antwort. .
Monsieur war schon von seiner Knabenzeit an leidenschaftlich und — entschuldigen Sie - selbstsüchtig. Es sind schon Thaten wie diese von noch besseren Leuten begangen worden." ,
D, Schande, Schande über Dich, Felicie!" rief das junge Mädchen er- hjtzt und aufgebracht, mit glühenden Wangen und blitzenden Augen.
Hyacintha gehorchte sogleich.
„Behalte sie, Kind," murmelte er leise. „Es ist Carls Testament, an" Dir! Gied cs nicht an Willert!"
Hyacintha nickte. -
Er verlangte es von mir, — aber — meine Schwester Mathilde, — sie war hier, — gebot mir, — es nur an Dich selbst auszuliefern, — sie sagte, er er — o, ich vermag cS gar nicht einmal zu denken, —"
Der alte Herr schwieg und blickte verstört im matt erhellten Zimmer umher.
Ich werde es in Verwahrung nehmen und an Niemand anders ausliefern wie an Dr. Wilder, Papa," versicherte das junge Mädchen.
Der arme Baron schien sich hierauf einer schweren Last enthoben zu suhlen.
„Berthold ist unschuldig. Mein armer, armer Berthold!" flüsterte er nach emer 9MC Dir soll es überlassen bleiben, seine Ehre zu retten."
"Ich'möchte dafür sterben, dies zu thun," antwortete sic; „aber ich werde für diesen Zweck leben." . , ,
Der liebe Gott segne Dich, Kind! Aber halte diese Papiere verborgen!
Sie steckte das Packet in die Tasche und hatte dies kaum gcthan, als die Tbür sich leise öffnete und Willert eintrat. ,
Papa befindet sich ein wenig besser, glaube ich," antwortete sie auf einen stummen, fragenden Blick von ihm. „Wollen Sie auf einige Minuten meinen Platz hier einnehmen?" .
„Gewiß, gerne, gnädiges Fräulein," entgegnete der Informator mit einem erfreuten Lächeln. . . „ ,
„Ich sehe es stets außerordentlich gerne, wenn sic sich einige Ruhe von Ihrem angreifenden Posten erlauben."
Hyacintha erhob sich, lächelte ihrem Adoptivvater freundlich zu und verließ das Zimmer. Als sie in das ihrige trat, klingelte sie sogleich nach Felicie.
„Willst Du heute Abend noch nach unserer Landstadt für mich reifen, Felicie? fragte sie die Französin. - , , .
„Heute Abend noch?" fragte diese im Tone des höchsten Erstaunens und
,z3a wohl, noch heute Abend muß es geschehen, ich will Dir auch sagen ""^Mit geflügelten Worten erzählte sie jetzt die zwischen ihr und ihrem Adop-


