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Darmstädter Convention betreffender Aktenstücke auf der Tagesordnung. Bei dicht besetzte' Gallerten beginnt die Verhandlung, und erscheinen u,s Regie- rungscommiffäre Ministerpräsident Freiherr von Dal- wigk und die Ministerialräthe Freiherr von Leh­mann und Freiherr von Rodenstein. Forstmeister Hofmann erstattet mündlich Bericht, bespricht die Motive des Antrags, der durch die Eröffnungen des Prof. Brück hervorgerufcrr sei, und macht Mitthei- lung über die Antwort des Ministerpräsidenten im Ausschuß. Hiernach ist die Convention voin Jahre 1654 zwischen ter Regierung und dem Bischof ab­geschlossen worden; sie wurde hierauf von letzterem dem Papste vorgelegt und von diesem das Verlan­gen auf Modificationen ausgesprochen. Die Regie- rung habe sodann erklärt, nicht auf alle gewünschten Abänderungen eingehen zu können und sei hierauf noch keine Antwort vom päpstlichen Stuhle erfolgt. Demnach sei die Convention in Kraft geblieben, bis sie aufgehoben worden. Da also die erste Convention und keine andere bestanden habe, die Regierung aber nicht verbunden sei, die Acten, Vie aus bloßen Unterhandlungen erwachsen seien, vor- zulcgen, so gehe der Antrag des Ausschusses auf Ablehnung des Antrags. Außerdem beantrage er aber dringend, die Regierung um Aenderung der kirchlichen Verhäitniffe zu ersuchen, um der Beäng­stigung der Gemüther em Ende zu machen.

Darmstadt, 6. Juli. Die Abgeordnetenkam­mer beschloß nach fünfstündiger erregter Debatte, in Betreff der Convention mit dem Bischof von Mainz, den Antrag Hoffmann's auf Aetenvorlage abzuleh. nen, die Staatregierung aber zu ersuchen, einen Ge­setzentwurf zur Regulirung der kirchlichen Verhält­nisse vorzulegen.

Berlin, 5. Juli. Heute Vormittag begannen die Verhandlungen im Zastrow'schen Prozesse. Es fungiren als Vorsitzender des Gerichtshofes der Stadt- gerichtsdi, ctor Delius, als Ankläger ter Staats­anwalt Hencke und als vorn Angeklagten gewählter Verlheidiger der Rechtsanwalt Holthcff. (Der Of- ficia! - Vertheidiger Rechtsanwalt Hirsemenzel ist un­ter Zustimmung des Angeklagten beurlaubt.) Der Antrag des Vertheidlgers Holthoff auf Zuziehung der Professoren "imann, Skrzerzka und M.yer Letz­terer von cer Göttinger Irrenanstalt), um die Zu­rechnungsfähigkeit des Angeklagten zur Z0t des Ver­brechens zu constatiren, wird vom Gerichtshöfe ab- gelehnt. Hierauf erfolgt Verlesung der Anklage und das jitquijitorium. Der Angeklagte erklärt sich des Verbrechens widernatürlicher Unzucht und Mordes für nicht schuldig. Der Prozeß wurde schließlich aus unbestimmte Zeit vertagt und soll vor der Wie- deraufnahme der Verhandlungen das Gutachten der Sachverständigen über die Zurechnungsfähigkeit des Angeklagten zur Zeit der Ausübung seines Ver­brechens eingeholt werden.

Stuttgart, 5. Juli. Das amerikanische Un- abhängigkellsfest wurde heute von den hiesigen Ame­rikanern im Actiengarten gefeiert. Man zählte 200 Tischgäste und im Ganzen waren an 1000 Personen anwesend. - Der Präsident, Hr. Heermann, aus dem Staate Ohio, brachte den Toast auf die Unabhän­gigkeit Amerika's aus. Weitere Toaste wurden aus- gebrawt auf den Präsidenten Grant, auf den Con- 9ltb- 'le Armee, die Flotte, den König von Wür» tembrrg rc.

Wien, 3. Juli. Der Bürgermeister hat dem Gemelnderath die Mittheilung gemacht, daß er zum Kaiser berufen gewesen sei. Der Kaiser, von den cermaligtn Theuerungsverhältnissen unterricht.t, habe in Der Aud enz auf das Eingehendste über die Ur­sachen der Theucrung und über die zur Abhülfe zu ergreifenven Mittel gesprochen und seine Unter­stützung zugesichert. Ein Schreiben des Vicekönigs Flucht bei dem Sultan um die Erlaubniß, alle an feine Reise geknüpften Mißverständnisse und Verdachte persönlich beseitigen zu dürfen. Ein militärisches Fachblatt, welches dem KriegSrninister nahe stehen soll und deßhalb d.r Schwarzmalerei kaum verbuch- rig seii' rann, bringt neuestens erschreckende Data übrr die Sterblichkeit in der österreichischen Armee, wohlöeimril in Friedenszeiten. In Preußen sterben von je 1000 Soldaten durchschnittlich 7, in Eng­land (trotz des mörderischen Colonialdienstes) 15, in Frankreich 20, in Oesterreich aber kommen auf K 1000 Mann nicht weniger als 28 Todesfälle, und nur die russische Armee weist eine noch größere Sterblichkeit auf. Die Erklärung für diese Erschei­nung findet das genannte Blatt theils in derelen­den Nahrung", theils in DemCafernengift." Oester- reich gibt aber im Verhältniß zum Norddeutschen Bunde wenig G-ld für fein Militär aus.

Wien, 4. Juli. Der päpstliche Nuntius Fal- cinelll Hai die böhmischen und mährischen Bischöfe ersucht, den ihnen untergebenen Clerus aufzufordern,

daß er Alles aufbiete, um eine größere Becheiligung der katholischen Bevölkerung an der Hußfeier zu ver­hindern. In Folge dessen soll von allen Kanzeln geg<n bas Ketzerfest gepredigt werden. Der diplo­matische Vorschlag des altczechischenProkryk", eine Massenpetition an den Papst zu richten, um eine Revision des Jnquisitionsprozesses gegen Huß zu er­bitten, wird von demNarodni Listy" als ein Der böhmischen Nation unwürdiges Manöver zuruckge- wiesen. Das Hauptvrgan der Jungczechen sagt: Lasset den Fluch des Scheiterhaufens von Konstanz auf den Häuptern Jener, die ihn angezundet, und auf den Häuptern ihrer Nachfolger! Als großer Reformator verurtheilt von einer Versammlung von Bischöfen und Prälaten, steht Huß in Der Geschichte Der Menschheit unendlich höher, als wenn er jetzt von Den römischen Hierarchen wieder in Gnaden aus enommen würde."

Brest, 5. Juli. Capitän Sherard Oöborne telegraphirte an Julius Reut r: DerGreat Castern" befand sich heute Mitiag im 46,03 Gr. nördlicher Breite und 38,47 Gr. westlicher Lange. Die Eni- fernung von Brest betrug 1347, die Länge des ver­senkten Kabels 1562 Seemeilen. Die Signale sind vorzüglich. Das Uferende des Kabels auf der In­sel Saint-Pierre ist gestern gelegt worden.

Vermischtes.

Gießen. (Sitzung d Gemein deralhs vom 1. I Juli.) 'Anwesend: der Großh. Bürgermeister Bogt, die Ge­meinde rathsnulgiieder Gail, äetsing, Weidig, Keller, Petri, Wallenfels, Bücking, Haustein, Sitdereisev, Wofenbetg u. Heß.

Ter Gememderath beschließt, die Kosten des Durchganges unter der Eisenbahn auf dem Seitersberg aus den paraten Mitteln der Stadt vorzuregen und in das 1870er Budget auf; zunehmen, uno heißt dann die von dem Ingenieur Lippold mit dem Maurer Ehr. Haubach, (S. Kuhn und H. Töiner abgeschlossenen Handaccorde vom j. und 19. Juni gut.

jn der Voraussetzung, daß der Großherzogliche Hoige- richtsrath Dr. Kraft die Zustimmung der Knorr schen Erben beibringe, findet der Gemeinderath bei der von Ersterem bean­tragten Fassung des Kaufbriefes des Hardtberges Nichts zu bemerken; bei der 'Ausfertigung fei nur die Bestimmung zu beruckfichtigen, daß der Käufer sämmtliche durch die Beiäupe- rung rc. entstandenen Kosten zu tragen habe.

Zn Betreff der vom Gemeinderath beim Reichstage einge­gebenen Boistellung gegen Beiieuerung des Leuchtgases erhielt derielbe aus den, Bureau drS Letzteren die Erwiederung, daß die Eingabe durch die Nichtvorlage -es Leuchtgasbesteuerungs­gesetzes als erledigt zu betrachten sei.

Ber Gemeinderath findet bei dem Baugesuch des Dr.- niger Nichts jh erinnern, und beschließt zugleich, dem Bitt­steller das Gelände an der bezeichneten Stelle (nächst dessen neu erbauten» HauS) nach den Bestimmungen vom 2. April 1868 käuflich zu überlassen.

Es soll sich durch Anfragen bei solchen Städten, welche ebenfalls städtische Waagen besitzen, darüber informirt werden, ob eiue Berbindlichkeit vorliege, die von der hiesigen Districtö- Einnehmerci für die Staatskasse geforderten Gebühren (i/10 des Netto-Erlrageö) zu bezahlen. Bis zur Beschlußfassung wäre das weitere ereeutorische Einschreiten gegen die Stadt- kaffe zu inhibiren.

Auf den Borschlag des BauauSschuffeS wurde beschloffen: 1) daß Steighauö auf dem Turnplatz abzubrechen und dem Großh. Bürgermeister die Berwerthring besielben zu überlasten; 2) eine Leiter zum Fenstcrputzen anzuschaffen; 3) das Holz zum Gehrkopf und die erforderlichen Stellte zum WurfwaU abzugeben; 4) das Pflaster am Pissoir heben zu tasten; 5) die zerbrochenen Scheiben auf Kosten der Stadt wieder ein­ziehen zu lassen.

Die Küche in der Wohnung des Octroi-ErhebcrS Roloff soll erweitert und mit Fenster verletzen, etwas Weiteres aber nicht vorgrnouimen werden.

In Betreff der Bcrbesserung der Gebäude auf der Pipp- scheu Schanze überläßt es der Gemeinderath dem Großh. Bür­germeister uno ersten Beigeordneien Felsing, den Bolanschlag des städtischen Bauaufsehers an Ort und Stelle zu prüfen und nach ihrem Ermessen zu modernen.

Der Geuieindtralh gibt seine Zustimmung zur Auszahlung der tui Budget von 1869 für die hiesigen Pol»zeidiener vorge­sehenen Remuneration.

Der Gemeinderath beschließt, uunmehr auch den Abbruch der Scheuern von Oeser und Mayer und die Ferber'schen Hin­terhäuser in der Schulstraße vornehmen zu lassen.

Die übrigen Beschlüsse betreten Angelegenheiten persön­licher Art.

Darmstadt, 1. Juli. Das gestern erschienene Regie- rnngsblatt Nr. 26 enthält:

I. Publication der Schifffahrts - Polizei - und Floßorbnung für den Rhein.

11. Bekanntmachung, den Transport entzündlicher, ätzender und giftiger Stoffe auf dem Rhein betr. Diese Verordnung tritt gleichfalls vom 1. Juli l. Z. an in Kraft.

111. Belanntm.ichung Großherzoglichen Ministeriums des Innern, das Einwandern ausländischer Handwerksgesellen betr. Mtt Allerhöchster Genchniigung Seiner Königlichen Hoheit des GroßherzogS ist die Bervrdnung vom 3. Mai 1830, das Ein­wandern ausländischer Handwerksgesellen betr., außer Wirk­samkeit gesetzt worben.

IV. Bekanntmachung Großherzoglichen Ministeriums der Finanzen, die Steuervergütung für ausgefuhrten Rüben­zucker betr.

V. Dienstnachrichten. Seine Königlich Hoheit der Großherzog haben allergnädigst geruht: am 1. Mai den Oberiechnungsprobator 1. Elasse, JSrnft Lehmann, zum Oberrechnungörevisor, den Lberrechnungöprooator 2. Eiaffe, Friedrich Eisen, zum Ober^echnungSprobator 1. Elasse, den Iustifiraturgehülfen, Heinrich Pusch aus Echzell, im Kreise Nidda, zum OderrechnungSplobator 2. Elasse bei der ! zweiten Iustificalur-Abtheilimg der Oberrechnungskammer,

I sowie am 13. Mai dem Schullehrer an der evangelischen Schule zu Rainrod, im Kreise Alsfeld, Heinrich Ludwig Ra. den au, die erledigte evangelische Schulstelle zu Stumperten­rod, im Kreise Alsfeld, dem Schullehrer au der katholi­schen Schule zu Neckar-Steinach, im Kreise Heppenheim, Peter Schmitt, die erledigte erste katholische Schulstelle zu Oppen­heim, im Kreise Oppenheim, und dem Schulamts Aspiran­ten, Heinrich Seidel aus Dorn Dürkheim, im Kreise Worms, die erledigte evangelische Schulstelle zu Wintersheim, im Kreise Oppenheim, zu übertragen ; sodann am 22. Juni den Pri- vatdocen Dr. Alexander Naumann aus Butzbach zum außei- videntlichen Professor bei der philosophischen Fakultät der Lau- deö-Uuiversstät zu ernennen.

VI. Eoncurrenz für. die evangelische Pfarrstelle zu Angeröbach mit einem Gehalte von 886 fl. 19 fr. ; die evangelische Pfarrstelle zu Crainfeld mit einem Gehalte von 1101 fl. 52 fr.; die evangelische Pfarrstelle zu Nieder- FlörSheim mit einem Gehalte von 1427 fl. 5 fr.; die erste evangelische Pfarrstelle zu Rvdheim v. d. H. mit einem jähr­lich"' ^halte vom 1900 fl. in Geld, Genuß freier Wohnung, und Bezug, der Aceidenzien lzu 44 fl. 17 fr. veranschlagt)- die erste evangelische Schulstelle zu Wölfersheim mit einem Ge- lwlte von 412 fl., nebst einer Vergütung von 40 fl. für Hei­zung deö SchulfaaleS; dem H rrn Fürsten zu Solms Braun­fels steht das Präsentationsrecht zu dieser Stelle zu.

^11. Gestorben: am 17. 2)15rz der Großherzoglicht Hofstall-Fourage Mayazinsverwalter Wolff zu Darmstadt; am 24. März der Schullehrer Eckhardt zu Lang-GöuS- am 25. April der evangelische Pfarrer und Dekan, Kirchen- rath Dr. Decher zu Pfungstadt.

Aus Herrieden, 1. Juli, wird derFränk. Ztg." ge­schrieben :Wir haben gegenwärtig die sehr seltene und nur in falten und nassen Sommern stattfindende Erscheinung von Regenwetter beim Eintritt der Polarströmu g gehabt, indem ein Luftthal vom südwestlichen nach dem nordwestlichen Europa schief abfälllt. Die Mitteltemperatur des Zuni war so tief daß sie dahier um 3,67" C. 12,04» K.) unter dem 58jährigen Durchschnitte blieb, und überhaupt in diesem Zeitraum nur der Juni 1821 noch um 0,090 (0,07« K.) kälter war. Mehr als 36 unter dem Mittel hatten noch die Juni 1H29, 1843 und 1847 mit je 3,27" (2,62), 3,02 (2,42) und 3,30 (2,64" R.) unter dem Durchschnitt. Schließt man von diesen vier Zahrgängen auf die Witterung des heurigen Juli und August, so wurden die beiden Monate ebenfalls kühl und feucht werden, indem mit Ausnahme des Monats August 1847 die­selben auch in den erwähnten Jahren so ausfielen. Im Gan zen sind die Aussichten auf dauernd schönes ^Wetter durch die herrschenden atmosphärischen Berhältnisse getrübt, nur das nordwestliche Eurnpa erfreut sich heiterer Tage."

Das Volk des vorwärts! Das Volk der nord amerifauischen Union nennt sich mit Rechtein Volk deS Bor wärts." Die Republik der Union war, nachdem sie im Kampf für ihre Selbstständigkeit ihre Eristenz gegründet hatte, nickt auf militärischem Wege, nicht durch Krieg und Eroberung zu der Größe, auf der sie noch steht, emporgestiegen. Mit Pflug und Sichel, mit -Lchreibgriffel und. Rech en st ist, mit Triebrad und Steuerruder war sie daö geworden, was sie ist. Und als sie in ihrem Berwärtsschreiten die Abschaffung der Selaverei als eine Nothwendigkeit erfannte, wurde sie ihrem Grund- latz des Fort|chrjtts, wenn auch der Durchführung befielben firt in diesem Fall noch so große Schwierigkeiten entgegen, stellten doch nicht untreu. Sie wich selbst vor den Gräueln des Bürgerkrieges nicht zurück, sondern setzte für die Berwirk- Uchung des Gesetzes der Humanität tue eigne Eristenz auf s Spiel. Sie schuf ein kostspieliges, ihren ganzen bisherigen Wohlstand verschlingendes Heer und ruhte nicht, dis sie in einem furchtbaren Krieg, wie ihn die Welt drüben niemals und Europa seit einem halben Jahrhundert nicht gesehen hatte, die Anhänger der Sclaverei zu Boden geworfen hatte. Und als das Heer seine Pflicht gethan und 'die Republik gerettet hatte, da verstand es sich von selbst, daß eS sich sofort wieder auflöste, und die siegreichen Generale und Offiziere sahen sich nicht als die Herren des geretteten Staats an. sondern traten sofort in die Reihen der Burger zurück und erwarben, wie vorher, ihren Lebensunterhalt durch ihrer Hände Arbeit. Die Union wandte sich wieder ihren bürgerlichen Aufgaben zu. Sie bemühte sich auf der einen Seite, die durch den Krieg bewirkte coloffaie Schuldenlast in einem Maße zu bezahlen, wie noch nie ein Bolk gethan, auf der anderen Seite aber widmete sie sich mit um so größerer Rührigkeit der productiven 4 fiätigfeit. Der beste Beweis dafür, welche großartige na­tionale Werke deS Friedens dieses Bolk in kurz.r Zett und unter den schwwrigsten Verhältnissen zu schaffen im Stande ist, ist die den großen Ocean mit dem atlantischen Ocean verbin­dende Rieseneisenbahn (Pacificbahn). deren Vollendung für unsere europäischen Begnffe als ein Wunder ohne Gleichen zu betrachten ist. Das ist das Volk der neuen Welt, das fast kein Militär hat, und doch in der Stunde der Gefahr ein mächtiges Burger- und Volksheer zu schaffen im Stande ist, bab Volk, bas im Frieden feine besten Kräfte und Mittel nicht dem Heere und der Kriegsbereitschaft opfert, sondern den Arbeiten des Friedens widmet, das lebensfrohe, lebenSmuthige, strebende, schaffens, siegesgewiffe Volk des Vorwärts, dem die große, reiche Zukunft der Menschheit gehört. Und nun, ihr Staaten der alten Welt, insbesondere ihr an dem alten Mili- tärsystem so festhaltenden Staaten Mitteleuropa'S, Frankreich, Oellerieich und Preußen, die ihr dem Militarismus die Ar- beitefraft und den Wohlstand des Volkes opfert, erkennt ihr nicht die Gefahr, die euch von dem ohnehin durch die Natur reicher gesegneten Volk der neuen Welt für euere volkswirth- schaftlichen Verhältnisse mit den Jahren in einem höheren Erade droht? Wollt ihr von dem Volk des Vorwärts, das mit Recht den wahren Fortschrift nickt auf dem Gebiete oeS Krieges, sondern des Friedens sticht und der Friedensarbeit, d. h. der Steigerung der Production und des Erwerbs, der ^örderiiug der Agricultur, der Industrie uns des Handels alle seine Kra,t widmet, euch überflügeln und von demselben über euch hinschreiten lassen? Wollt ihr, anstatt in eurem Volks, Wohlstand, der ja doch für die einzelnen Staaten auch die un- erläffliche Bedingung für t>;e Entwickelung ihrer Macht und sur die Erhaltung ihrer Militäckrast bildet, vorwärts zu lchreiten, immer mehr rückwärts kommen? Möchten doch endlich die Regierungen Frankreichs, Oesterreichs und Preußens ihren Völkern durch eine allgemeine Entwaffnung die Mög­lichkeit gewahren, daß auch sie, wie das Volk des Vorwärts, der Friedensarbeit ihre volle Kraft widmen und nicht zu ihrem Nachtheil hinter demselben zurückbleiden!

Rcdaction. Druck und Verlag der Brühl'schen Druckerei (Fr. Ehr. Piet'ch) in Giessen.

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