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Hausbursche wird ipcr, im Garten.
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§ Den verehrlichen Herren Aeylen
hiermit die ergebene Anzeige, daß wir heute dem Herrn Julius Mallach in Gießen die erste Sendung diesjähriger Füllung unseres Elisabethbrunnens gemacht haben.
Bad Homburg, den 6. März 1869.
König!. Preuß. Brumicnvcrwaliung.
heilt
ur Epilepsie Dr. O. KllUsclt in Berlin, — Auswärtige brieflich. Schon über Hundert
Isucht)
Mlttel-
3009) Ein unbemittelter Soldat, welcher sich außer seiner Exercierzeit durch Neben: verdienst mühevoll ungefähr 6 fl. erwarb, verlor dieselben am Dienstag Nachmittag auf dem Wege vom Bahnhofe bis in bie Caserne- Der redliche Finder wolle solche an die Exped- d. Bltts. abgeben.___________
2947) Ein guter Arbeiter kann dauernde Beschäftigung erhalten und ein braver Junge in die Lehre treten bei
Philipp Mootz, Schuhmacher.
2978) Hausbursche oder Taglöhner gesucht- Bon wem? sagt die Expedition d. Bltts. _____________________________________
2948) Eine gebildete Familie wünscht einen Gymnasial- oder Realschüler in Kost und Logis zu nehmen. Näheres bei der Exped. d'. Bltts.
WodMUsis-Veräildermtg.
2945) Von jetzt an wohne ich Asterweg Lit- A- Nr. 105 neben Herrn Schmiedmeister- Wei d i g, was ich meinen geehrten Kunden und Gönnern hiermit ergebenst anzcige.
G- H- Ledermann, Herrenkleidermacher.
Ä n z e i ß e.
2959) Eine gesetzte, zuverlässige Person, welche seither in guten Häusern in Dienst war, empfiehlt sich zu allen vorkommenden Hausarbeiten, namentlich auch im Kochen. Näheres in ihrer Wohnung bei Herrn
Gensd'arm Kraft, ___________________________Hintergasse.
2942) Einen kräftigen Hausburschen sucht Fritz Fürst.
F e u i l
2982) Ein mit den Comptoirarbeiten vertrauter junger Mann, der eine schöne Handschrift besitzt, wird auf ein hiesiges Comptoir gesucht- Selbstgeschriebene Offerten nebst genauer Adreßangabe beliebe man unter Nr- 2982 bei der Exped. d. Bltts. einzureichen.____________________________________
2980) In dem Walde zwischen Steinbach und Gießen ist eine gelbrothe Kuh entlaufen. Der Unterzeichnete bittet, dieselbe gegen Belohnung ihm wieder zuführen zu lassen oder ihm über deren jetzigen Verbleib Nachricht zu geben-
Meier Katz, ________________________aus Laubach.
2879) Eine Kleidermacherin wünscht in und außer dem Hause Beschäftigung. Zu erfragen bei Herrn Petri, Neuenweg 117.
Geschäfts-Empfehlung.
2963) Einem geehrten Publikum die ergebene Anzeige, daß ich mich dahier als Schuhmacher etublirt habe, und bitte ich um geneigten Zuspruch.
Meine Wohnung befindet sich bei Herrn ann Schwalb, Tiefenweg.
Theodor Stohr.
Zwei Mädchen
werden auf sogleich für mein Putzgeschäft in die Lehre gesucht-
(2920) Wilhelmine Fuhr.
2968) 3000 fl. sind gegen gute Sicherheit auszuleihen. Bei wem? sagt die Exped. d. Bltts.
(C i n g e s a n d t.)
Die beginnende GartewArbeit lenkt die Aufmerksamkeit der sorgsamen Hausfrauen auf das (in siebenter vermehrter Auflage so eben erschienene) „practische Gartenbuch von Henriette Davidis"*) der bekannten Verfasserin des Kochbuchs, der Hausfrau u- a- In der vorliegenden neuen Auflage hat die Verfasserin an den Küchengarten sowohl, wie an den Blu in en gart en wiederum die bessernde Hand gelegt und das Buck) zu einem fast unentbehrlichen Rathgeber gemacht. In Folge dessen ist die Verfasserin von der praetischen Gartenbau-Gesellschaft in Frauendorf zum Ehren-Mitglied ernannt worden.
♦) In allen Buchhandlungen für 1 fl. 48 fr. — fein gebunden für 2 fl. 24 fr. zu haben, in Gießen in der Ferb er'schen Univ.-Buchhandlung.
Telegraphischer Bericht, mitgetheilt von dem Haupt-Agenten C». W. Dietz.
Das Postdampfschiff des Nordd. Lloyd Hansa, am 20. März von Bremen abgegangen, ist am 3. April, Morgens 8 Uhr, wohlbehalten in New-Iorf angefommen.
leis ti.
Meiner Mutier Schicksale.
Erzählung von Fanny Herbert.
(Fortsetzung.)
Außerdem gab ich ihr noch Erlaubniß, den Abend bei ihrer Mutter, welche nur wenige Häuser von uns entfernt wohnte, zu verbringen, nur müsse sie jeden- falls gegen halb zehn Uhr zurück fein.
Da sie diese Erlaubniß schon öfter von mir erhalten hatte, so konnte ihr dieselbe auch jetzt natürlich nicht den mindesten Anlaß zu irgend welchem Argwohn gegen mich geben.
Sie dankte mir und stellte den Kaffee für mich über die Lampe; als ich sic das Haus verlassen sah, legte ich eilig aufs Reue meine Verkleidung an.
So schnell ich zu gehen vermochte, schritt ich jetzt der Station der Chemin de fer du Nord zu, nahm ein Billet zur zweiten Classe für den acht Uhr-Zug und rollte gleich darauf blitzgeschwind Boulogne zu.
Die schnell wechselnden Gedanken, welche mich während dieser Fahrt be- stürmten, vermag ich nicht zu beschreiben.
In der einen Minute ging der Zug mir unendlich viel zu langsam, in der andern erfaßte mich die Angst, daß man ihn plötzlich anhalten werde, um mich nach Paris zurück zu schleppen.
Konnte ich nur erst den Fuß auf englischen Boden fetzen, so war ich in Sicherheit.
Je mehr wir uns Boulogne näherten, desto mehr kehrte mir denn auch die ruhige Fassung wieder, denn Dank den von mir getroffenen Vorsichtsmaßregeln konnte Rouffel meine Flucht ja vor dem folgenden Morgen unmöglich entdecken.
Endlich war Boulogne glücklich erreicht und da schon in einer Stunde ein Dampfbot abgehen sollte, so nahm ich unverzüglich ein Billet für dasselbe und ging an Bord.
Wir gelangten in einer Stunde und vierzig Minuten über den Canal und ich stand zu meiner unaussprechlichen Freude endlich wieder auf heimischem Boden.
Ich hatte den Entschluß gefaßt, sogleich nach Woodfield weiter zu reifen und Mrs. Bainbridge — deren ich mich als einer sehr freundlichen und gutherzigen Dame erinnerte — um Beistand und Rath zu bitten.
Sie hatte selbst eine Tochter und ich war fest überzeugt, daß sie meine Flucht aus Frankreich billigen werde, wenn ich ihr die Ursache derselben mitge- theilt haben würde.
So verließ ich also in Folkestone die Eisenbahn, fuhr dann in einem Omnibus nach der Station von Great Western, von wo ich in der dritten Classe weiterreiste, und fand mich nach drei Viertel Stunden in einem Zustande höchster Erschöpfung vor Mr. Bainbridge's Haustbür nieder.
Ich zog die Glocke und fragte nach der Herrin des Hauses. Der Diener sah mich, obgleich ich meine Brille abgelegt hatte, argwöhnisch an und ersuchte mich um meinen Namen.
„Miß Mason," antwortete ich, „MrS. Bainbridge wird sich meiner schon noch erinnern," und blieb in der Halle stehen, während er die Treppen hinauf» ging, mich zu melden.
In wenigen Augenblicken kehrte er zurück und bat mich, ihm zu folgen.
Ich wurde die Treppe hinnus und in jenes Zimmer geführt, in welchem ich als Kind so häufig mit Lizzie Bainbridge gespielt hatte.
„Ja, es ist wirklich Lina?" rief Mrs. Bainbridge, mir, nachdem sie mich einen Augenblick näher betrachtet hatte, die Hand entgegenstreckend.
„Ja, es ift Niemand anders, MrS. Bainbridge," sagte ich, „und ich komme, Sie um Rath und Hülfe zu bitten, denn ich stehe fast ganz freundlos und verlassen in der Welt da. Wenn Sie hören, wie es mir ergangen ist, so werden Sie, glaube ick, die Schritte, die ich gethan, billigen.
„Setze Dich, liebes Kind, und dann erzähle," entgegnete die gute Dame. „Sage mir um Alles in der Welt, wo hast Du Dich während all dieser Jahre aufgehalten? Du siehst schrecklich angegriffen aus!"
„Ich bin die ganze Nacht gereist, — verließ Paris gestern Abend um acht Uhr."
„Aber, lieber Gott, dann mußt Du ja entsetzlich ermüdet sein. Nimm Hut und Shawl ab und genieße etwas. Willst Du ein Glas Wein oder Kaffee?"
Ich bat um letzteren und Mrs. Bainbridge klingelte, worauf ich ihr alle meine Schicksale, seit meine Mutter und ich Woodfield vor sechs Jahren verlassen, in der Kürze rnittheilte. Sie hörte mir mit größter Aufmerksamkeit zu.
„Du hast recht und verständig gehandelt, Lina, und bist ein gutes, braves Mädchen, Mr. Bainbridge wird wohl sogleich nach Hause zurückkommen und wir wollen dann besprechen, was für Dich zu thun ist. Vorläufig bleibst Du hier bei uns und kannst Lizzie's Zimmer benutzen, da diese auf Besuch abwesend ist. Doch was mir da einfällt! Du wirst am besten daran thun, Dich sogleich niederzulegen und Dich durch einen möglichst langen Schlaf zu erquicken. Komm', komm', ick führe Dich in Lizzie's Zimmer."
Und die gute, würdige Frau erhob sich, ihr Versprechen auszuführen.
„Hier, Kind," sagte sie, als wir tu dem freundlichen Stübchen anlangten und sie ein Kleid aus der Garderobe nahm, „wenn Du erwachst, so ziehe dies an und komm' in's Wohnzimmer hinab. Vor vier Udr wird nicht gespeist."
Ich sprach meiner gütigen Wirthin gerührt meinen herzlichsten Dank aus, entkleidete mich so schnell ich konnte und sank, als mein Haupt das Kissen berührte, sofort in tiefen Schlaf.
Als ich nach mehreren Stunden erwachte und mich allmälig erinnerte, wo ich mich befand, kam ein überaus wonniges Gefühl der Sicherheit über mich.
Ich sprang rasch aus dem Bette, kleidete mich an und ging die Treppe hinab.
Mr. Bainbrirge war in dem Wohnzimmer allein, als ich in dasselbe eintrat.
„Ich weiß schon Alles, mein liebes Kind," sagte er, mir warm die Hand drückend. „Du hast gehandelt, wie es Dir nur zur Ehre gereichen kann. Ich werde für Dich thun was nur irgend in meinen Kräften steht "
Um meine Geschichte nicht allzulang auszuspinnen, will ick nur erzählen, daß ick, der Uebereinfunft gemäß, so lange bei Mr. und Mrs Bainbridge bleiben sollte, bis sich eine gut salarirte Gouvernantenstellung für mich finden würde, bis dahin aber sollte ich Lizzie im Gesänge und in der französischen Sprache weiter ausbilden.
Daß ich diese Vorschläge mit der größten Dankbarkeit annahm, brauche ich nickt zu sagen, doch gestaltete sich, als Lizzie zurückkehrte, mein Aufenthalt im Hause keineswegs ganz so freundlich, wie ich erwartet hatte.
Sie schien nicht eben angenehm, sondern sogar unangenehm erstaunt zu sein, als ich ihr als Hausgenossin entgegentrat.
Ich habe in der That kaum jemals ein junges Mädchen gesehen, dem die kindischen Unarten der Schule in solchem Grade anbafteten wie ihr.
Es war Alles an ihr lächerliche Affeetation und sie hatte nur eine einzige, wahrscheinlich von ihr für besonders effektvoll gehaltene Körperstellung, in welche sie ein für allemal zurücksank, mochte sie der Situation, dem Gespräche oder der Umgebung anpassend sein oder nicht.
In den Augen ihrer sonst so höchst liebenswertden Mutter war sie ober freilich die Vollkommenheit selbst, und diese machte mir, nach mehreren Berath- schlagungcn mit ihrem Gatten, denn endlich den Vorschlag, die Stelle einer Hülfslehrerin an einer Schule in dem drei Meilen von Woodfield gelegenen Harrling mit einem Salair von vierundzwanzig Pfund jährlich anzunehmen.
Daß ich natürlich keinenfalls zu bleiben wünschte, wo ich kein angenehmer Gast mehr war, so gab ich zur Antwort, ich würde diese Gelegenheit, mir selbst mein Brod zu verdienen, mit Freuden ergreifen, und hatte auch schon wirklich die Feder in der Hand, um an die Vorsteherin dieser Schule zu schreiben, als Mr. Bainbridge zu mir in's Zimmer trat.
„Nein, nein, Lina," sagte er heiter, „schreibe nicht, denn ich habe etwas Besseres für Dich gefunden. Miß Price von Gothic Lodge fragte mich, ob ich nicht eine paffende Gesellschafterin für sie wisse. Ich habe ihr ausführlich von Dir erzählt und sie wünscht auf heute Nachmittag einen Besuch von Dir."
Wie unendlich dankbar ich dem guten, würdigen Manne mar ’.
Noch an demselben Nachmittage wurde ich von Miß Price für ein Salair von fünfzig Pfund engagirt.
Diese Dame befand sich im Alter von ungefähr 46 Jahren, war sehr reich und lebte außerordentlich zurückgezogen.
Sie gewann schnell Zuneigung zu mir und meine Stellung wurde bald I eint sehr angenehme. (Forts, folgt.)


