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!!! GeschästS-Eröffmmg!!!

1510) Unterzeichneter erlaubt sich hiermit erflebeuft anzuzeigen, baß er auf hiesigem Platze ein

Paykllan- A- Glttswaareu-,

sowie auch

Galanterie- Z» Knrzwaaren - Geschäft

errichtet hat.

Agenten-Gesuch.

i503) Zum Einsammeln von getragenen Handschuhen für eine Pariser Kunstfärberei wird ein Agent gesucht. Provision jährlich einige Hundert Frcs. ohne alles Risico, da­bei stark vermehrter Ladenbesuch. Nur für offene Geschäfte mit Damen-Artikeln passend. Prosvecte einzusehen bei der Exped. d- Bl.

4546) Das Fertigen von 300,000 Feld- brandbackstcinen wird in Accord gegeben und können sich Uebernehnier bei dem Unter­zeichneten melden.

August Nauheimer.

Durch reelle Bedienung und billige Preise hoffe lch mir das Wohlwollen meiner

ge­

ehrten Abnehmer zu erwerben.

Gießen, 20. Juni 1868.

Achtungsvoll

Karl Fuhr,

Kirchenplatz, neben Herrn Conditor Lind.

4499) Einem geehrten Publikum hiermit die ergebenste Anzeige, daß ich meine Con- vitorei von dem Neuenweg auf den Sel­tersweg, in das von mir erkaufte vormals Becker'sche HauS, vis-a-vis der Löwengasse, verlegt habe. Robert Sattler.

ä | Auswanderer v

nach Amerika, sowie Guter erpedire ich

zweimal wöchentlich durch die Post-Dampstchiffe über Bremen und Hamburg, bei reelster Behandlung billigst.

Ehr. Wallenfels, jun.

Pr. 11. Juli über Bremen 15 Rthlr., anstatt sonst 50 Rthlr. bei alsbaldiger Anmeldung.

I Geschäfts - Anzeige!

1584) Dem geehrten Publtkum zur allgemeinen Nachricht, daß ich mein Geschäft in Frucht und Landesproducten im Nehmeyer'- schen Hause dahier eröffnet habe, und empfehle besonders gute Koch­erbsen, Bohnen und Linsen, sowie schönes Vorschußmehl.

Für reelle und prompte Bedienung werde ich stets besorgt sein.

Markus Engel,

in den Neuenbäuen Lit. B. Nr. 73.

4517) Den 5. und 6. Juli l. I. wird zu Lang-Göns das sechste Säugerfest des Land Särrgerbrmöes gefeiert, was wir hiermit zur öffentlichen Kenntniß bringeil und hierzu Freunde des Gesanges freundlichst einladen.

Lang-Göns, den 11. Juni 1868.

Das Fest-Comit^.

Einladung zum Abonnement auf die in Darmstadt erscheinende

Hessische Landes-Zeitung.

Wir erlauben uns, hiermit zum Abonnement auf unser Blatt für das 3. Quar­tal einzuladen.

Durch eine umfassende politische Uebersicht, durch Leitartikel von speeiell hessischem und allgemeinem Interesse, gute Correspondenzen, interessante Local-Notizen, Handels- und landwirthschastliche Nachrichten, sowie ein sorgfältig redigirtes Feuilleton, werden wir unseren Lesern so viel wie möglich Be­lehrendes und Unterhaltendes bieten. Die Tendenz der Zeitung ist eine entschieden freisinnige. Im demokratischen Sinne für die Wiedervereinigung des großen Vaterlandes wirkend, wird unser Blatt fortfahren, dem Leser ein genaues Bild der Tagesereignisse zu verschaffen.

kM* Der Abonnementspreis

für einen Monat beträgt für die hiesigen Einwohner und solche Interessenten, welche das Blatt direct von unserem Bureau beziehen, nur 20 kr., derjenige für ein Vier­teljahr nur 1 fl.- Auswärts, durch die Post bezogen, kostet das vierteljährige Abonnement nur 1 fl. 29 kr. Man bestelle auswärts in dem Falle nur bei dem nächstgelegenen Post - Amte, daß ein directer Bezug, etwa durch Boten, nicht stattfinden kann oder beliebt wird.

Darmstadt, im Juni 1868. Redaktion und Expedition.

Ernst-Ludwig-Stratze 5.

Abonttements-Gmladnng

Mit dein 1. Juli beginnt ein neues Abonnement auf die

Oberhessrfche Zeitung.

Dieselbe erscheint an allen Wochentagen und bringt in Telegrammen sowohl wie in ihrer politischen Uebersicht die neuesten Nachrichten stets so rasch, wie die aus­wärtigen größeren Zeitungen, die sie jedoch durch ihren weitaus billigeren Preis übertrifft. ... .. . . "

Die Oberhessische Zeitung wird in gleicher Richtung fortfahren, wichtigere Er­eignisse und Zustände unseres Vaterlandes ju besprechen, deren freiheitliche Entwickelung und größere Einigung sie zu fördern bemüht ist. Hierbei wird sie der gewerblichen Entwickelung unserer Stadt und Provinz stete Aufmerksamkeit widmen und alle inte­ressanten lokale» Nachrichten ans Stadt und Provinz, ans Nassau, Waldeck und den angrenzenden darmstädtischen Gebieten thunlichst rasch mittheilen.

Neu erworbene kürzere Original-Erzählungen, Crimmalnovellen u. bergt m- werden mit vermischten Notizen allgemein anziehenden Inhaltes abwechseln.

Der Abonnementspreis ist wie bisher nur IS Sgr. für das Quartal, frei ins HauS, auswärts mit dem üblichen Postaufschlag.

Die auswärtigen resp. Leser ersuchen wir am gefällige sofortige Erneuerung des Abonnements bei den betreffenden Postanstalteii.

Inserate finden bei der sich fortwährend ausdehnenden Verbreitung der Ober- hessischen Zeitung und ihrem gebildeten Leserkreise stets große Beachtung. Die drei­spaltige Zeile wird mit 1 Sgr. berechnet und bei Jnsertionsabonnemems ein ansehnlicher Rabatt bewilligt.

Marburg, den 25. Juni 1867. Die Expedition.

Z Die Pariser Handschuhsarberei

ist die billigste Art, stets elegante Handschuhe zu tragen. Die alten Handschuhe werden in fünfzehn Farben ächt und wie ne« gefärbt, und ist nur etwas theuerer wie Waschen.

L. Kattrein.

Telegraphische Schiffsberichte,

mitgetheilt von Ehr- Wallenfels jun.

Angekommen in Neiv-?jork r

Das Hamburger Post-Dampffchiff Bavaria. Reisedauer .12 T.

Börseiinachrichteu.

27. Juni 1868.

Preuss. 4</2% Obi. 95s/4 Frankf. 3i/?/o Obi. 81 Nass. 4i/2o/o Obi. 941/3

Kurt. 40/o Obi. 88>/4

Hess. 4O/o Obi. b. Roths. 89% 3>/?/o do. do. 85>/z

Bayer. 5% Obi. 1017/s

4Vs°/o 1jährige 95>/2

4</2O/o Vzjährige 95%

Wiirtemb. 41/g% Obi. 94

Baden 4'/2°/o Obi. c. E.L. 91/j

Oestr. 5% b. R.

5% National 53

5% Metall. Obi.

T M. steuerf. 515/a

Am er. 6«/0 1882r Bds. 77-/e 6% 1885r 763/a ___

Act Sen.

Frankf. Bank 125

Oester. Bank 741

Creditact. 202>,2 Darmst. Bankact. 232

Prioritäten.

5% östr. F. St. E. B. 2671/2 Ludwigsh .-Bexbach 156 Maxbahn 107/< Bayer. Ostbahn 125*/g Hess. Ludwigsbahn 1323/j 30/0 östr. Stsb.-Prior. 521/4 3% östr. s. Lombard. 44 3% Livorneser 31 */2 Toscaner 46

Frankf. Hypoth.-Bank Frankf. "Vereins-Kasse 50/0 Elisabeth-Prior. 743/4 do. II. Emiss. 73%

AnlelienMloose.

Kurh. 40 Thlr. Loose 54l/t Nassau fl. 25 b. Roth. 35;>/g Gr. Hess. fl. 50 b. R. 1471/4 Gr. Hess. fl. 25 b. R. 38% 40/0 bayr. Präm. Anl. 1013/4 40/0 badische Loose 99 Badische fl. 35 Loose 511 4 1858r Prioritätsloose 138% 1860r Loose 73 */g 1864r 91y2

Wechsel.

Amsterd. k. S. 1001/4 Augsb. k. 8. 100 Berlin k. 8. 1047/g Bremen k. 8. 98*/g Cöln k. 8. 1043/4 Hamburg k. 8. 883/, Leipzig k. 8. 105 London k. 8. 1193/, Lyon k. 8. Paris k. 8. 943/4 Wien k. 8. 1023/, Disc.onto 30/0 Q.

Cieldsorten.

Pr. Gass. Sch. 1 44/6-45*/, Div. Cass.-A. Pr. Friedrdor. 9 57i/2-58I/j Pistolen . . 9 48-50 doppelte 9 49-51 Holl. fl. 10 St. 9 54-56 Ducaten . . 5 38-40 20 Frankenst. 9 27-1/2281/2 Engi. Souver. 11 54-58 Russ. Iniper. 9 49-51 Doll, in Gold 2 27/,-28V,

Zweites Concert des Concert - Vereins im Sommer-Semester.

2 5. Juni.

Heute ist Beethoven munter! In der Jntroduction hat er sich noch einmal ausgesprochen über das Elend und die Richtigkeit der gewöhnlichen Welt, die besser gar nicht da wäre: dann aber setzt er sich mit kühnem Schwung darüber hinaus und überläßt sich ganz der Freude. Worüber freute er sich denn? Ei! lieber Gottes freie Natur, über den blauen Himmel und die grüne Erde; über jedes vergnügte Gesicht; endlich über sich selbst, daß er sich selbst hat, an seinem eigenen Leben genug hat »nd sich über alles Ungemach erheben kann. Man sieht ja, wie er in den ersten Takten des Allegro piano innerlich jubelt, mit dem ganzen Gesicht lacht; und daun laut dem drängenden, nicht mehr bedrängten Herzen Luft macht. Aber wir würden nicht zu Ende kommen, wollten wir fortfahren mit unseren Phantasien die ganze Symphonie zu verfolgen. Der Leser mag sie, jeder iu seiner Art fortspinnen. Das ist ja gerade ein Vorzug der Musik, daß jeder dabei seinen eigenen Luftgebilden Raum geben kann. Die Stimmung hat freilich der Tondichter vorgezeichnet, aber wenn man sich darin ihm anvertraut, ihm darin willig folgt die Illustrationen kann jeder Hörer nach seiner Weise dazu liefern. Im ersten Saß konnten die Basse das Thema gar nicht zur Geltung bringen. Durch Unreinheit ganz verfehlt war der Ueber- ganz nach Fis. In Bezug auf die Ausführung war der Anfang des Adagio das Allerbeste. Feierlich-stille Andacht herrscht in der Tiefe des Herzens. Im Menuett darf wieder die Laune ihr Spiel treiben. Das gemüthliche Trio hat mehr idyllischen Charakter, der sich auch sonst noch au einigen Stellen bemerkbar macht, z. B. in dem Thema der sich ablösenden Blasinstru­mente des ersten Satzes. Man könnte darin die Vorklänge der Pastorale hören. In dem über­sprudelnden Finale hätten die Cello, und Baßsigurm namentlich deutlicher sein können. Neber- Haupt vermißt man noch eine gewisse Sicherheit, die jeder Note den rechten Platz anweist, auf dem sie sagen kann: Da steh' ich! Im Ganzen klingen diejenigen Stellen immer am schönsten, in denen die Holzbläser die Melodie haben und der Streicherchor zurücktritt. Dagegen wo dieser hineinfeuern sollte, da fehlt ihm die Tonfülle und somit auch die Kraft.

Die Discretion, mit welcher die folgende Arie:Beglückte Heerde" von I. S. Bach be­gleitet wurde, muß um so mehr anerkannt werden, als es für ein so zusammengesetztes Orchester sehr schwer ist, sich in den Altmeister zu finden. Auch das Publikum muß immer näher mit ihm bekannt werden, um ihn würdigen und lieben zu lernen. Wer ihm aber mit offenem Herzen entgegen kommt, sich recht lebhaft in seine ernst-heitere Weit versetzt, der wird nicht unbelohnt bleiben; denn er findet eine unversiegbare Quelle innerer Wärme und Freudigkeit in ihm. Die Sängerin bewies durch ihren ausdrucksvollen Vortrag, daß sie ans dieser Quelle schon reichlich geschöpft hat. Ein etwas lebhafteres Tempo hätte die Wirkung des Gesanges sicher noch erhöht; denn sie ist so innig und hingcbend vom Komponisten gedacht, daß sie unwiderstehlich mit sich fortreißt Offenbar hielten strategische Rücksichten davon ab.

Ganz heterogen reihte sicheln wenig gehaltvolles Concert für das Cello an. Hr. Lübeck hat einen kräftigen, beißenden Strich; für die Cantilene ist sein Ton jedoch zu herb. In den halsbrechenden Passagen, Octavengängen, Flageoletttönen u. dgl. konnte er seine Virtuosität tüchtig zur Geltung "bringen; er zeigte and) eine bewunderungswürdige Fertigkeit, die den Hor­nissen' so zu verblüffen schien, daß ihm nachher im Adagio Hören und Sehen verging, was natürlich die entsprechende Wirkung auf den geneigten Zuhörer ausübte. Herrn Lübeck's Vortrag ließ nnS heute kalt; wahrscheinlich war seine sichtliche Indisposition daran Schuld. Aus dem­selben Grunde mag auch die Bach'sche Sarabande weggefallen sein.

Göthe's Erlkönig, die ewig junge ErstlingScamposition des deutschen Liederfürsten, wurde, von ausgezeichneter Begleitung unterstützt, mit dem nöthigen Feuer und dramatischen Leben vor­getragen. Die Angstrufe des Knaben gingen durch Mark und Bein. Alle Hörer waren im Innersten erschüttert. Er war die Krone des Abends, da er ohne Zweifel am meisten gezündet hat. Sollten wir eine so vortreffliche künstlerische Leistung noch bekritteln und den Mangel au durch­gehender Egalität der Stimme hervorheben? Ich denke, ist besser sich zu freuen, daß die hiesige Stadt eine so tüchtige Stütze der wahre» Kunstpflege besitzt.

Spontini's Ouvertüre zur Vestalin ist weder ein geniales Werk, noch wurde eS so aufgeführt. An Mozart'schen Styl wird man zwar erinnert, aber das innere Leben fehlt; über die Phrase hebt stch die Ouvertüre nicht weit hinaus.

Mit Spannung sehen wir der Ausführung von Schumann'sParadies" undPeri" entgegen. H.

(Hierzu eine Beilage.)