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Redaction, Druck und Verlag der Brühl'schen Druckerei (Fr- Chr. Pietsch) in Gießen.

für Heizung des Schullocals; die evangelische Psarrstelle zu Dietzenbach, im Decanate Offenbach, mit einem Gehalte von 1509 st. 19 fr.; die evangelische Pfarrstelle zu Wctterfeld, tut Decanate Laubach, mit einem Gehalte von 1209 fl. 32 fr.; dem Herrn Grafen zu Solms-Laubach steht das Prä- sentationsrecht zu dieser Stelle zu.

XII. Sterb fälle. Gestorben sind: am 29. April der evangelische Pfarrer Doll zu Kleestadt; am 6. Mai der Steuercommissär ces Steuer- commiffariats Wörrstadt, August Baur zu Wörr­stadt; am 8. Mai der Schullehrer Christoph Ritter zu Sauer-Schwabenheim; am 10. Mai der Schullehrer Hildebrand zu Rieder-Wöllstadt; am 11. Mai der Kreisveterinärarzt des Kreis- vetcrinäramts Bingen, Johannes Baptist Müger in

Hoheit der Großherzog haben allergnädigst geruht: am 28. April den Schulamts - Aspiranten Johann Friedrich Schmidt aus Rieder-Weidbach, im Kö­nigreich Preußen, in der Eigenschal als Volksschul­lehrer zum siebenten Lehrer an dem evangelischen Schullehrer-Seminar zu Friedberg zu ernennen; am 2. Mai den Privatdocenten Dr. theol. Friedrich Ritzfch zu Berlin zum ordentlichen Professor bei der theologischen Fakultät der Landes-Universität, I insbesondere für die Fächer der systematischen Theo­logie, zu ernennen und in der gedachten Eigenschaft zu berufen; an demselben Tage den Militärarzt Dr. Karl Friedrich Buxbaum, unter Enthebung von dieser Stelle, zum Mitglied und Rath bei der Ober-Medicinal-Direction, am 9. Mai den Frie­densrichter bei dem Friedensgerichte Mainz I, Franz Adam Ernst Hoffmann und den Advocat-An- walt bei den Gerichten zu Mainz, Dr. Ludwig Bruch, zu Ergänzungsrichtern bei dem Bezirksge­richte Mainz zu ernennen.

VIII. Charakterertheilungen. Seine Kö­nigliche Hoheit der Großherzog haben allergnädigst geruht: am 9. Mai dem Friedensrichter bet dem Friedensgerichte Mainz I. und Ergänzungsrichter bei dem Bezirksgerichte Mainz, Franz Adam Ernst Hoffmann, den Charakter als Justizralh und am 15. Mai dem ersten evangelischen Pfarrer zu Ober-Rosbach, im Dekanate Friedberg, Georg Friedrich Wilhelm Fuhr, in Rücksicht auf seine nfzi g fahrigen treu geleistesten Dienste, den Cha­rakter als Kirchenrath zu verleihen.

IX. Dienstenthebung. Seine Königliche Ho­heit der Großherzog haben allergnädigst geruht: am 9. Mai den Advokat-Adwalt bet den Gerichten in Mainz, Dr. Eduard Levita, von den ihm über­tragenen Functionen eines Ergänzungsrichters bei dem Bezirksgerichte in Mainz auf fern Nachsuchen zu ent­heben.

X. Ver setzungen in ven Ruhestand. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben allergnä­digst geruht: am 1. Mai den Mmiftcrialrath bei dem Ministerium der Justiz, Geheimcrath Dr. Da­mian (Sreoe, auf sein Nachsuchen und unter Siner» tennung seiner langjährigen ersprießlichen Dienste, bis zur Wiederherstellung seiner Gesundheit in den temporären Ruhestand zu versetzen; am 5. Mai die Lehrerin an der katholischen Schule des Schul­bezirks St. Jgnaz-Stephan zu Mainz, Josepha D u- puis, die Lehrerin an der dritten Mädchen- klasse der katholischen Schule des Schulbezirks St. Jgnaz-Stephan zu Mainz, Anna Keßler, unter Anerkennung ihrer vieljährigen treuen Dienste, und am 6. Mai den Domänenpfanrmeister bei dem Rentamte Darmstadt, Johann Michael Kramer, auf fein Nachsuchen und unter Anerkennung seiner langjährigen treuen Dienste, in den Ruhestand zu versetzen.

XL Concurrenzeröfnungen. Erledigt sind: die erste Knabenschulstelle zu Finthen, im Kreise Mainz, mit einem Gehalte von 406 fl. 19 fr., nebst einer Vergütung von 39 fl. für Heizung des Schul­locals; die erste katholische Schulstelle zu Op­penheim, im Kreise Oppenheim, mit einem Gehalte von 541 fl. 15 fr., nebst einer Vergütung von 30 fl.

Darmstadt, 27. Mai. Das heute erschienene Regierungsblatt Nr. 27 enthä t :

I. Gesetz, die Ausgleichung und Vergütung der in dem Jahre 1866 durch die Königlich Preußischen und die mit denselben verbündeten Truppen während ih­res Aufenthalts in dem Großherzogthum verursach­ten Kriegslasten betreffend.

II. Bekanntmachung Großherzoglichen Kriegsmini­steriums , die Errichtung des Artilleriedepots be­treffend.

III. Bekanntmachung der Commission für Post- angelegenheiten, die Einrichtung einer dritten Perso- nenpost zwischen Alzey und Creuznach über Flonheim betreffend.

IV. Uebersicht der für das Jahr 1868 genehmigten Umlagen zur Bestreitung von Communalbebürfnissen in den Gemeinden des Kreises Erbach.

V. Uebersicht der für das Jahr 1868 genehmigten Umlagen zur Bestreitung der Bedürfnisse in den israeli­tischen Religionsgemcinven des Kreises Oppenheim.

VI. Ermächtigung zur Annahme eines fremden Ordens. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben allergnädigst geruht: am 14. Mai dem Cabinets - Archiv - Director, Geheimcrath Dr. Baur, die Erlaubniß zur Annahme und zum Tra- gen des ihm von Seiner Majestät dem Kaiser von Rußland verliehenen St. Stanislaus-Ordens zweiter Classe mit dem Stern zu erthcilen.

VII. Dienstnachrichten. Seine Königliche

Gau-Algeshcim.

Darmstadt, 27. Mai. DieDarmst. Zeit." erklärt osficiös, durch Annahme des Antrags von Bamberger habe das Zollparlament seine Competenz überschritten, indem nach dem Zollvertrag das Sy­stem der Besteuerung der Landesgesetzgebung über» zassen sei.

Berlin, 26. Mai. DerStaatsanzeiger" publi- cirt das Gesetz, betreffend die Abänderungen der einzelnen Bestimmungen der Zollordnung und der Zollstrafgesetzgebung laut der Vereinbarung des Zoll- parlamenls, sowie den Vertrag zwischen dem nord­deutschen Bunde und den vereinigten Staaten von Amerika über die Staatsangehörigkeit der beidersei» tigen Einwanderer.

Berlin, 27. Mai. In seiner heutigen Sitzung überwies der Reichstag dem Bundeskanzler mit großer Majorität die Petitionen zur Berücksichtigung, welche sich auf die Beobachtung cer Sonnenfinsterniß bezie­hen. Präsident Delbrück erklärte, daß das hierzu erforderliche Geld nur durch einen gemeinsamen Be» schleiß der Bundeeregierungen zu beschaffen fei, da das Budget des norddeutschen Bundes keinen Dispo- sitionschnv aufweife; der BundcSrath habe über ten Expedilionsplan noch keinen Beschluß gefaßt. Bei ! der Berathung des Schuldhaftgesetzes wurde Der erste Paragraph nach langer Discusston angenommen. DasMilitär-Wochenblatt" theilt mit, daß laut komgl. Cabinetsordre vom 14. d. M. in Preußen auch in diesem Jahre, wie bereits im vorigen, die beiden ältestem Jahrgänge Der Landwehr ihrer ferne­ren Dienstverpflichtung enthoben werden.

Berlin, 27. Mai. Wie man hört, gedenkt Graf Bismarck unmittelbar nach Schluß des Reichstages einen längeren Urlaub zu nehmen. In Der Presse ist wieDerholt von Der angeblichen Absicht Die ReDe, ein verautn örtliches Bundesministerium in's Leben zu rufen, und Dem bisher allein verantwortlichen Bundeskanzler andere verantwortliche DepartementS- chefs an Die Seite zu stellen. WährcnD indessen diese Frage bis jetzt in den Blättern nur eine theoretische Erwägung gefunden, tritt heute DieElberf. Zig." mit Der bestimmten Nachricht hervor, Daß Die Bil­dung eines Bundes » Kriegs » Marine- und Finanz- Ministeriums in Aussicht genommen fei, und Diefer- halb bereits mit den fremden Regierungen Verhand­lungen eingeleitet feien. Wenn wir auch nicht be» streiten können, ob diese Frage nicht in Der einen oDer anderen Form in den Regierungskreisen ventilirt worDcn sei, so ist sie doch in Der angegebenen Form insofern unrichtig, als Verhandlungen Diescrhalb nicht stattsinDen.

Kiel, 25. Mai. Die Festlichkeiten zu Ehren Der Mitglieder Dee Zollparlaments finD Dem Programme gemäß vor sich gegangen Vormittags fanD^unter Kanonen-Salutfchüssen Die Besichtigung Der 'schiffe statt. Die Matrosen waren in Parade auf Den Rauen ausgestellt. Nach Dem Frühstück wurde auf DerGefion" ein Ausflug nach Friedrichsvrt unter­nommen. Beim Diner: zahlreiche Toaste; Admiral Jachmann brachte Den ersten auf den König, Den Begründer Der deutschen Seemacht, aus. Bankprä- stdent Dechend trank auf das Zollparlament, Abg. Waldeck auf die Gastgeber, Lasker auf General Moltke, Völk auf Die aus Dem Zollparlament zu- I rückkehrenDen Missionäre des Deutschthums. Um 9J/4 Uhr erfolgte Die Abfahrt, um 11 Uhr Die Ankunft in Hamburg. Das dortige Alsterbassin war zum Empfange Der MitglieDer DeS Zollparlaments glän» zenD erleuchtet, unD von einem zu diesem Zwecke zu­sammengetretenen Comitd von Senatoren und Bür­gern wird heute eine Elbfahrt, sowie ein Festdiner, geboten, wozu ein Börsenanschlag auffordert.

Dresden, 25. Mai. Erste Kammer. Der Die Einführung des Geschworenen-Institutes betref­fende Gesetzentwurf wurde mit 22 gegen 14 Stim­men, Die dazu gehörenden Gesetze, betreffend Die

Schöffengerichte u. s. w., mit 32 gegen 4 stimmen angenommen.

München, 26. Mai. Der König hat au» Anlaß Der heute stattfinDenDen Jubiläumsfeier Der Verfassung eine Proclamation erlassen, in welcher er das Banner Der Verfassung hochzuhalten verspricht. Den Präsidenten Der betDcn Kammern wurDen zur Feier Des Tages OrDcn verliehen.

Wie», 26. Mai. DieWiener Zeit." publicirt Die kaiserliche Sanction des Ehe-, Schul- und in- terconfessionellen Gesetzes.

Wien, 26. Mai. DieN. fr. Pr." melDet: Der Ministerrath stellte im EinvcrstänDniß mit Dem ungarischen Ministerium Den Wehrgesetzeniwurs fest, welcher vierjährige Dienstpflicht für Die Linie unD Dreijährige für Die Reserve bestimmt.

Wien, 27. Mai. In Der heutigen Sitzung des Rcichsrathes wurde der Beschluß gefaßt, Die Finanz- Debatten am nächstm Mittwoch beginnen zu lassen.

Paris, 26. Mai. DerArrnee-Moniteur" ver­öffentlicht einen Bericht Des Kriegsministers Riel vom 20. Mai, worin Derselbe Die Vvrtrefflichkeit Der Chassepotgewehre constatirt, und sagt, ihre unver­gleichlichen Eigenschaften sichern ihnen Den ersten Rang unter Den heute angewandten Kriegswaffen. Die Herstellung Derselben wird lebhaft fortgesetzt und belief sieh während der letzten Woche die Zahl Der im Durchschnitt per Tag fabricirten Gewehre auf 1600. Wie aus dem Berichte hervorgeht, ist nun­mehr Die gefammte französische Infanterie mit Chassc- potgewehren versehen.

England. Nach mehreren Berichten will Die englische Regierung Die Großmächte zu einer großen Friedenskundgebung veranlassen, unD sollen bereit» Unterhandlungen im Gange sein, um eine allseitige Zustimmung zu diesem Projekt zu sichern.

London, 26. Mai. Die geographische Gesell- schäft hielt gestern ihre jährliche Generalversammlung, welche für Deutschland dadurch eine besondere Be- teutung gewann, daß die beiden königlichen Denk­münzen an deutsche Männer der Wissenschaft verlie- I hxn wurden. Die Fourniers Medal erhielt Dr. August Peter mann, dem Veranstalter derdeut- sehen Nordpol-Expedition," wegen der Verdienste, die er sich als Schriftsteller und Kartograph, zumal durch Die Herausgabe seiner berühmtenGeographischen Mitthcilungen,' um die Förderung der geographischen Wissenschaft erworben hat; die Patrons Medal wurde Herrn Gerhard Rohlfs zuerkannt wegen seiner wich­tigen Reisen durch die afrikanischen Binnenländer und besonders durch seine Wanderung quer über den Con­tinent von Tripoli nach Lagos am Meerbusen von Guinea.Rohlss weilt bekanntlich noch >n Abyssi. nie»; Petermonn aber wohnte selbst der Sitzung bei und stattete dem Präsidenten in seinem und seines Freundes Namen den öffentlichen Dank für die ihnen erwiesene Ehre ab.

Newyork. Die amerikanischen Zeitungen ent­halten furchtbare Berichte über eine Reihe von Erd- beben, die vom 27. März bis in Den ersten Tagen des Apiil auf Den Sandwichinseln große Verhee­rungen angerichtet haben. Nicht weniger als 2000 Erdstöße sollen, wie schon milgetheilt, zwischen Dem 28. März und 13. April verspürt worden sein. In Waischina öffnete sich Der Boden auf mehreren Stel­len, und eine 60 Fuß hohe Fluthwellc, Die eine Viertelmeile weit in's Land hineindrang, riß alle» mit sich fort. HunDcrt Menschenleben nebst vielen tau­send Stück Pferden und Hornvieh gingen zu Grunde. Aus verschiedenen Kratern wälzten sich 56 Meilen lange glühende Lavastrvme mit einer Geschwindig­keit von 10 Meilen per Stunde dem Meere zu, verwüsteten alles, was ihnen in ihrem Laufe be­gegnete, und bildeten eine mue Insel im Meere. Ans einem neugebildeten, 2 Meilen im Durchmesser haltenden Krater flogen feurige Felsstücke 1000 Fuß hoch in die Lust, so daß dessen Feuererscheinungen 50 Meilen IN Der Runde sichtbar waren. Der Jam­mer und das Elend ist furchtbar. Zu bemerken ist, daß diese Schauderberichte aus San-Francisco tele­graphisch vom 7. Mai gemeldet werten.

Washington, 26. Mai. Johnson ward we- : gen des zweiten und dritten Artikels der Anklage freigesprochen, Da Die Zweidrittelsmajorität fehlte. Wie bet der ersten Abstimmung stimmten 35 Stim­men mit Ja (Schuldig), 19 mit Nein (Nichtschul­dig). Ohne die anderen Artikel abzustimmen, vertagte . sich Der Gerichtshof auf unbestimmte Zeit.

: I Berichtigung Der Geschwornenliste für Das III. Quartal l. I

- Ordn. - Rr. 20 lese: Karl Haberkorn, Kaufmann : ansGrünberg" statt: Friedberg.