Schlesische FeuerverstchermlgsgesellschaN
in Breslau.
5061) Das
Wetzlarer Gisenwerk
X
tleldsorten.
44%-45%
Heinrich Fink.
9
9
5
9
Börseunachrichten.
21. Juli 1868.
571/2-58V2 47-49 48-50 54-56 38-40 28-29 53-57 48-50 27-28
„ doppelte Holl. fl. 10 St. Ducaten 20 Frankenst.
Prioritäten.
5% östr. F. St. E. B. 265% Ludwigsh.-Bexbach 158s/s Maxbahn 109%
Bayer. Ostbahn 127% Hess. Ludwigsbahn 135 30/g östr. Stsb.-Prior. 54 3% östr. s. Lombard. 44 3% Livorneser 31% Toscaner 47%
Frankf. Hypoth.-Bank — Frankf. Vereins-Kasse — 5% Elisabeth-Prior. 75 do. II. Emiss. —
Wechsel.
Amsterd. k. S. 100% Augsb. k. S. 99% Berlin k. S. 105 Bremen k. S. 98 Cöln k. S. 105 Hamburg k. S. 87% Leipzig k. S. 105 London k. S. 119% Lyon k. 8. — Paris k. 8. 94% Wien k. 8. 104 Disconto 3% G.
Anfang 4 Uhr Nachmittags. Zu recht zahlreichem Besuche ladet ergebenst ein
Engi. Souver. 11
Huss. Imper. 9
Doll, in Gold 2
Anlelieiisloose.
Kurh. 40 Thlr. Loose 55% Nassau fl. 25 b. Roth. 36% Gr. Hess. fl. 50 b. R. 152% Gr. Hess. fl. 25 b. R. 40 4% bayr. Präm. Anl. 103% 4% badische Loose 101 Badische fl. 35 Loose 52% 1858r Prioritätsloose 140% 1860r Loose 78% 1864r „ 102
ausgesührt vom ganzen Musik-Corps des 11. Jäger-Bataillons zu Marburg, unter Leitung ihres Musikmeisters,
Herrn Noack
Staufenberg.
Sonntag den 2 6. Juli 1868:
Großes
Militär-Coneert
Pr. Gass. Sch. 1 Div. Cass.-A.
Pr. Friedrdor. 9
Pistolen . . 9
von
Rudolph Hartz in Wetzlar
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Würtemb. 4%% Obi. 95
Baden 4%% Obi. c. E.L. 95%
Oestr. 5% b. R. — „ 5% National 54%
„ 50/0 Metall. Obi. —
„ M. steuerf. 53%
Amer. 6% 1882r Bds. 76% „ 6% 1885r 75%
Actlen.
1 Frankf. Bank 125%
। Oester. Bank 770
\ „ Creditact. 224
Darmst. Bankaot. 244
Grnndcavital fl. 5,250,000.
Versichertes Capital ultimo 1867 . fl. 626,776,120. 13 fr.
Prämien-Einnahme im Jahre 1867 . „ 1,660,729. — „
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Feuilleton.
Die Verschwörer von 1799.
Roman von de Saint-Felix.
(Fortsetzung)
__ Sie werden mir einwenden, mein Fräulein, fuhr der Marquis fort, daß die Renceys eine Anemone auf goldgelbem Grunde im Wappen führen . Und ohne Zweifel werden Sie ferner sagen, daß die Rohans ein weißes, mit schwarzen Flecken getupftes Feld auf blauem Grunde in ihrem Schild tragen — wer stellt das in Abrede? Aber wissen Sie nicht auch, daß die Schildstutzen der Renceys weiß und schwarz gesprenkelt sind und daß auf der Helmspitze der Ro- Hans Anemonen hervorblühen? .Aha, daran hatten. Sie wohl nicht gedacht i Sehen Sie, hiermit kann ich alle meine Feinde schlagen! Und gewiß, ich werde meine Rechtfertigungsschrift darüber aufsetzen und mich nach Versailles begeben, um sie dem Könige selbst zu überreichen. Ich werde mein Recht erhalten und meine Gegner schachmatt setzen. Ja, ja, ich werde mit Seiner Majestät sprechen — —
Der Edelmann, dessen Wangen sich plötzlich färbten, fuhr fort, mit fieber- Hafter Aufregung in dieser W-ise zu reden. Helene wandte sich ab und senkte ihr Haupt, während zwei Thränen ihren schönen Augen entglitten.
Seit der Schreckensperiode hatte der ehemalige Marquis de Rencep seinen Verstand verloren. Von Zeit zu Zeit jedoch kehrten einige ruhige Momente zu- rück. Manchmal nahm seine Geistesstörung den Charakter völligen Wahnsinns an und dann wurde Herr de Rencep stumpfsinnig, sobald seine Tobsucht sich legte. Eine traurige Alternative für das liebevolle Herz seiner Tochter! In seltenen Intervallen schien auch der Wahnsinn den Kranken plötzlich zu verlassen; ein Blitz der Vernunft zuckte in ihm empor — aber bann warf die lebendige, schreckliche, grausame Wirklichkeit den Vater Helenens schmerzlich darnieder. Das Fieber packte ihn dann, er war mehrere Stunden lang gar nicht zu erkennen, und Fräulein de Rencep mußte wohl um der Gesundheit ihres Vaters willen den Wunsch hegen, daß ihn der Wahnsinn niemals verlasse, oder daß er wenig- steus noch eine Zeit lang fortdauere. Helene vertraute, wie jeder kräftige Geist, aus bessere Zeiten, aber in weiter unbestimmter Ferne. Sie hoffte — und da sie aus ihren religiösen Gefühlen Trost schöpfte, bot sie dem Kummer und Unglück mit unvergleichlich heiterem Muthe die Stirn.
Während sie die Schachfiguren aufstellte, um ihren Vater zu einer Partie aufjuforvern, trat ein Diener ein und flüsterte Fräulein de Rencep vorsichtig zu, daß in der Vorhalle Jemand sie zu sprechen verlange. „
Helene stellte die letzten Schachfiguren auf und sagte zu ihrem Vater:
— Der Gärtner will mich wegen einiger Besorgungen in Tours sprechen ... In fünf Minuten, mein Vater, komme ich zu Ihnen zurück.
Sie verließ ihn. Der ehemalige Marquis kehrte zu seinem Buche, seinen Betrachtungen, Auslegungen und Träumereien zurück. ,
Helene fand in Der Vorhalle einen jungen Ackerknecht, der ihr einen Brief übergab und hinzufügte: , . „
— Der Herr hat mir aufgetragen, ihm eine Antwort zu bringen. r wartet zu Pferde hinter Der hohen Hecke des Parks.
Fräulein de Rencep erblaßte, sie hatte beim Lesen der Adresse die Hand- schrift erkannt. Aber sich schnell fassend, erwiederte sie mit vornehmer Wurde:
— Geh' in Die Küche, ich will sehen, ob etwas darauf zu antworten ist.
Und anstatt in den Saal zurückzukehren, wo der Marquis, wie sie wußte, sie bald über sein Wappenbuch vergessen würde, ging sie in ihr Zimmer hinauf .mit anscheinender Heiterkeit, die indessen ihrer Seele sehr fern lag.
Als sie hier, an der reizenden Wohnstätte der Anmuth und des guten 9t- schmacks, angelangt war, erbrach sie das Siegel des Briefes und las jolgcnde
„Auf verschiedene Briefe, die ich seit meiner Abreise aus Frankreich an Fräulein de Rencep zu richten so frei war, habe ich keine Antwort erhalten. Ich komme von Der Armee in Egypten und habe in Dienst. Angelegenheiten Drei Tage in Paris zugebracht. Ich bin beute Mittag
tn Tours eingetroffen. In diesem Augenblicke erwarte ich den letzten Ausspruch meines Geschickes. — Will Fräulein de Rencep dem Freunde ihres Bruders und dem ehrerbietigsten und ergebensten ihrer Freunde die Ehre erzeigen, ihn zu empfangen? — Wie immer die Entscheidung von Fräulein de Rencep ausfallen mag, ich werde mich ihr ohne Murren unterwerfen; Gott und Sie halten mein Schicksal in Ihren
Händen."
Das Blatt war „Reymond de Vitry" unterzeichnet.
Helene verbarg es in einer Schieblade. Sie kniete zwei Minuten lang vor einem Crucifir, das in einer kleinen Nische hinter ihrem Betschemel stand. Dann -chrieb sie, ruhig, lächelnd sogar, mit sicherer Hand und in Der ganzen Würde ihrer Unschuld, die folgenden Worte:
„Ja, es liegt mir daran, den Freund meines unglücklichen Bruders wiederzusehen, aber meinem Vater muß diese Zusammenkunft unbekannt bleiben; er würde einen so heftigen Kummer darüber empfinden, daß derselbe sein Leben gefährden könnte. Ich werde in einer halben Stunde mit meinem Kammermädchen am Ausgange des Parks bei Der Fasanerie fein."
Das Billet wurde nicht unterzeichnet. _
Fräulein de Rencep ging langsam Die große «schloßtreppe hinab, abergab dem Knechte Das versiegelte Blatt und rief Den Gutsverwalter.
— Herr Clement, sagte sie, leisten Sie meinem Vater Gesellschaft. Iw habe einen Gang mit Marguerite zu machen.
Eine Viertelstunde später betraten Helene und ihr Kammermädchen die lange Allee, welche zu der Fasanerie des Parks führte.
7.
Das Medaillon.
Es war ungefähr vier Uhr Nachmittags. Die sinkende Sonne beleuchtete mit schrägen Strahlen die dichten Baumgruppen des Parks. Ihr Licht war. seinen Goldschimmer über die fmaragDgrünen Blätter und glanzte auf den ,cho- nen Marmorvasen, die sich an jenem Kreuzwege der Allee erhoben. Eine hohe Hagedornhecke verkleidete Die Ringmauer. Eine kleine, neben Dem Fasanenhaufe befindliche Pforte führte an der Westseite auf's Feld h-naus.
Fräulein de Rencep, von Marguerite, einem sehr hübschen Mädchen der Tourraine, begleitet, schritt langsam dem eben erwähnten Ausgange zu. Helene bl-eb fünfzig Schritte von der Mauer entfernt stehen. Marguenie näherte sich, mit einem Schlüssel in der Hand, der kleinen Parkthür und öffnete siL
Ein Reiter zeigte sich außerhalb Derselben. Er befestigte sein Pferd an einen Der außenstehenDen Bäume unD schritt durch die Pforte, welche Marguerite anzog, ohne sie zu verschließen.
Der Reiter war der Hauptmann Repmond.
Nachdem er mit einem Lächeln des Dankes das junge Mädchen gegrußl hatte, das wie ein Schutzengel ihm soeben die Pforte zum heißtrsehnten Para. diese geöffnet, näherte Reymond sich, mit dem Hute in der Hand, dem schonen jungen Mädchen, das unter dem Schatten einer großen Eiche stanD.
Helene erwartete unbeweglich, mit gesenktem Blick uno einer wenigst sch bar ruhigen Würde, den Freund ihres Bruders.
Der Hauptmann war bleich vor Aufregung. Man fab, daß I Gange Festigkeit zu geben suchte. Er gitterte, ‘“»J™ “»«"'blieb er stehen
Als er sechs Schritte von Fräulein de Rencep enttferntt »ar, und richtete einen unsicheren, ehrfurchtsvollen Blick a f f • $
beit geblendet, fuhr er zusammen und -r en^te sich,^o n ^e n ^Won ^rw bringen zu können. Helene trat ihm zwei öojt » a
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Güte zu zweifeln. 9 )


