Renten- nnd LeLensNersichmings-Anstlilt zn Darmstadt. ... nr 7404) Die Rentenversicherten dieser Anstalt werden hierdurch benachrichtigt, daß die Auszahlung der Jahresrenten für das Jahr 1868 in den Monaten November und December d. I. stattfindet und die nachstehend bemerkten, auf eine volle Einlage kommenden Beträge entweder bei unserer Hauptkasse dahier, oder auswärts bei unseren betreffenden Herren Bevollmächtigten *) erhoben werden können.
In der
Jahresgesellschaft
1844: Rente. .
Dividende
1845: Rente. .
■ Dividende
1846: Rente. .
Dividende
1847: Rente. .
Dividende
1850: Rente. .
Dividende
1852: Rente. .
Dividende
1854: Rente. .
Dividende
1855: Rente. .
Dividende
1857: Rente. .
Dividende
1860: Rente. .
Dividende
1863: Rente. .
Dividende
1866: Rente. . Dividende
In der Altersklasse
VII.
II.
III.
IV.
VIII.
X.
fr.
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fr.
fl.
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I.
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fl.
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5
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2
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10 36
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7
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45
7
38
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An den Einnahmen deS Verwaltungsfonds sind nach Bestreitung sämmtlicher Verwaltungsfosten im vorigen Jahre 21499 fl. 33 fr. erübrigt morden, woraus die diesjährige Dividende erwachsen ist.
Hiervon sind die Antheile der jüngeren, zum Baarbezug der Dividenden noch nicht berechtigten Altersklassen, sowie die Antheile der Theil-Einlagen in den älteren Klassen dem Rentencapital zinstragend beigeschrieben worden.
Mit dieser Bekanntmachung verbinden mir zugleich die Einladung zu der in der Bildung begriffenen XIII. Jahresgesellschaft, welche seit dem 1. Januar 1867 eröffnet worden ist.
Darmstadt, den 21. September 1868. Die Direktion.
*) In Gießen bei Herrn A. L. Balser.
„ Lich „ „ Gemeindeeinnehmer Volp.
„ Butzbach „ „ I. I. Seippel.
Leliensversicherunysbank für Deutschland in Gotha.
Berstcherungsbestand' am 1. Oktober 1868 39,450,000 Thlr.
Effektiver Fonds am 1. Oktober 1868 . . 15,230,000 „
Jahreseinnahme pr. 1867 ...... 2,608,095 „
Dividende der Versicherten im Jahre 1868 . ... 36 pCt.
„ „ „ „ .1869 .... 39 ,
7433) Diese Anstalt gewährt durch den großen Umfang und die solide hypothekarische Belegung der vorhandenen Fonds eben so nachhaltige Sicherheit, wie durch die unverkürzte Vertheilung der Ueberschüsse an die Versicherten möglichste Billigkeit der Versicherungskosten.
Versicherungen'werden vermittelt durch
Buchhändler A. Ricker in Gießen, Ortseinnehmer L. Hohler in Büdingen, Lehrer H. K. Walz in Lich, Oskar Ehrhardt in Marburg. (7433)
Tanzunterricht!
,n . 7329) Unterzeichneter macht hiermit die ergebenste Anzeige, daß Montag den 19. d. Mts. ein neuer Tanzcursus beginnt-
- Diejenigen, welche daran Theil nehmen wollen, werden ersucht, unter sich Gesellschaften von 12—16 Personen zu bilden, damit sie mit Freunden und Bekannten den Unterricht theilen können. — Anmeldungen beliebe man gefälligst bis dahin an Unterzeichneten ergehen zu lassen. Rose, Univ.-Tanz- und Fechtmeister.
- 7449) Dem Kutscher Heinrich 1
<- L .... r zu seinem heutigen 20. Wie- <> t genfeste die herzlichsten Glückwünsche! Z
Ein Freund, $
^-0-0-0 <>- OO-O-O-O-O-O-O <3»-O-<>-O-O o -o-o-jC*
7451) Ich suche einen geübten Scriben- ten zum alsbaldigen Eintritt.
____Engelbach II., Hofger. - Advokat.
7445) Ein braves Dienstmädchen findet sofort Stelle bei ®. Sch mehl, am Brand.
ClavierstiMmung und Clsvikr- unterricht.
7448) Zum Stimmen von Elavieren und zur Ertheilung von Unterricht im Elavier- fpiel (nach Belieben in den Wohnungen der Schüler oder in seiner eigenen Wohnung) empfiehlt sich
M. Heil, Musiker im II. Jnf.-Regiment, wohnhaft bei Herrn Advokat Eo llermann vor dem Wallthor.
Stunden.
20.
1. November
_ « „ v Bavaria „ Hamburg „ New-Orleäns.
Wegen Auskünften und Passagen beliebe man sich an obig alleiniq-concessionirte
Agentur zu wenden.
Telegraphischer Schiffsbericht,
mitgetheilt von Ehr. Wallenfels jun.
„ Bremer
„ Amerikanische
Angekommcn in Rew-Uork:
Das Hamburger Postdampfschiff Westphalia, Reisedauer 9 Tage — ^ammonia, „ 10 „ -
Bremen, „ 11 „
Northern Light „ 16 „
Abgehendr
17. October Dampfer America von Bremen nach New-Bork. on Cella „ Havre
Tarisa „ Liverpool „ „
Cimbria „ Hamburg „ „
Baltimore „ Bremen „ Baltimore.
21- „ „
Feuilleton.
Die Verschwörer von 1799.
Roman von de Saint-Felix.
(Fortsetzung.)
Zehn Minuten waren verronnen, als man im Speisesaal ein lautes Geräusch vernahm. Eine klangvolle, gebieterische Stimme überscholl alle übrigen Stimmen; ein bejahrter, aber noch sehr rüstiger Mann eilte in den Salon, als ob er Händen, die ihn zurückhalten wollten, entschlüpft wäre. Es war der ehemalige Marquis de Rencey. Er kam an mit der Serviette in der Hand, funkelnden Auges und mit glühendem Antlitz wie ein Mensch, der vor Freuden über einen langerwarteten Besuch ganz außer sich ist.
— Also Sie sind es, mein theurer Sohn? rief er aus; das Kind meines besten Freundes, des Grafen de Chateauneuf, meines Waffenbruders . . . Wie geht's ihm denn?
Der Muscadin hatte keine lange Wahl — er mußte sich in die ausgebrei- teten Arme des Marquis stürzen.
— Verrückter Narr! murmelte er. Doch einerlei! Die Würfel sind gefallen — spielen wir also mit Geschick unsere Rolle!
— O mein bester Vicomte! rief von Neuem der alte Herr, welch' ein glücklicher Tag! Komm her, mein Junge! Wahrhaftig, ganz das Portrait seines Vaters!
Bei diesen Worten umarmte er stürmisch Herrn Chateauneuf ein Mal über das andere, ergriff dann ohne weitere Ceremonie dessen Arm und zog ihn in den Speisesaal.
— Ein Gedeck! ein Gedeck! herrschte er dem Bedienten zu. Er wird mit uns speisen; — keine Entschuldigung! Mein Fräulein, wandte er sich an Helene, endlich habe ich das Glück, ihn Ihnen vorzustellen. Sie erkennen ihn nicht wieder? Das glaub' ich wohl. Sic haben ihn nicht gesehen, seit Sie fünf Jahre alt waren. Er ward mit dreizehn Jahren Page der Königin; mit siebzehn trat er unter die Cheveauxlegers des königlichen Hauses. Gegenwärtig ist er einer der ausgezeichnetsten und unerschrockensten Offiziere der Armee Seiner Majestät. Mein Fräulein, ich bitte Sie, dem Vicomte de Chateauneuf eine liebenswürdige Wirthin zu sein. Legen Sie ihm vor und lassen Sie aus meinem Privatkeller den vorzüglichsten Madeira holen. Bedienen Sie sich, mein Bester; Sie werden hier zufrieden fein. Wir werden auf die Jagd gehen, denn ich kenne Ihre Passion für diese edle Beschäftigung. Abends werden wir dann Beide Schach spielen und Fräulein de Rencey wird uns vorlesen. Apropos, man gebe dem Vicomte das Zimmer im großen Thurme! Es steht mit dem meinigen durch die Galerie meiner Trophäen in Verbindung, liebster Vicomte. Eine Galerie, welche mit dreiundvierzig Hirschgeweihen verziert ist, ohne das kleine Wild zu rechnen — eine herrliche Sammlung! Trinken Sie, essen Sie und thun Sie, als wären Sie bei sich zu Hause in Chateauneuf. Und vor allem, mein Freund, machen Sie Fräulein de Rencey hübsch den Hof, welche verteufelt gesetzt ist, aber sich nicht der Verbindung zweier erlauchter Familien widersetzen, sondern Sie binnen Kurzem zum Gemahl annehmen wird. Hoch der König, Chateauneuf und Rencey!
Diesmal war es nicht leicht, die Fassung zu bewahren, und in der That fühlte sich der Muscadin wie betäubt durch den gänzlich unerwarteten Schlag. Seine Stellung war fertig, unwiderruflich bestimmt, und das alles so plötzlich, daß er nicht Zeit gehabt hätte, ein Wort dazwischen zu reden, zu husten oder „prosit" zu sagen.
Er war mit einem Male der Sohn des Grafen de Chateauneuf, selber Vicomte, ehemaliger Page, Chevauxleger, Freund und Jagdgefährte seines Wir- thes, des Marquis De Rencey, und — die Sache war ernst! — dem Fräulein de Rencey als ihr künftiger Gemahl vorgestellt, welcher ihr fein Vermögen, feinen Namen und seine ganze Person zu Füßen legen wolle.
Sich aus solch einer Lage zu ziehen, erschien Herrn Chateauneuf schwerer, als sich alle Polizeiagenten der Republik vom Halse zu schaffen. Er hatte es freilich mit einem alten Verrückten zu thun, aber mit einem Verrückten, dessen Wahnsinn Methode besaß, dessen Entschlüsse von schrecklicher Bestimmtheit waren, und der jeden Augenblick nach Jagdmesser und Pistole griff.
Was aber noch anziehender war, der Muscadin sollte Fräulein de Rencey den Hof machen, deren imposante Schönheit, strenge Tugend und forschendes Auge ihn zu verwirren begannen.
Ach, wir müssen gestehen, Herr Chateauneuf bereute schon, seiner eigensinnigen Laune gefolgt zu sein. Dies Schloß, in welches er sich so tollkühn gedrängt hatte, schien ihm ein Bienenkorb, den er nicht ungestraft anrühren würde.
Das Mahl ging zu Ende. Man begab sich aus dem Speisezimmer in den großen Salon.
Es war die Zeit des Kaffeetrinkens, d. h. der günstige Moment zu freundschaftlichen Erklärungen und ungezwungen heiterm Geplauder. Zum Glück für Herrn Chateauneuf häufte der geschwätzige Marquis Fragen auf Fragen, hörte kaum auf die Antworten, und machte sie oftmals selbst, wenn sie zu lange auf sich warten ließen.
Helene de Rencey, welche sich bis jetzt nur beobachtend verhalten hatte, begann sich mit einigem Interesse in das Gespräch zu mischen, was für unfern Muscadin noch minder erbaulich war.
Augenscheinlich hatte sich Herr Chateauneuf etwas zu viel auf die Gewandtheit seines Geistes und die tollkühne Verwegenheit seines Charakters verlassen. Der Blick Helenens setzte ihn in Verlegenheit: er vermied diesen Blick wie eine Dolchspitze.
Fräulein de Reneey bemerkte dies und ihr Stolz beschränkte sich noch mehr als zuvor auf die Defensive. Helene beobachtete ihn scharf, ohne sich den Schein davon zu geben, indem sie mit graziöser Anmuth und Würde den Kaffe servirte.
Jndeß begann der alte Marquis, nachdem er einen großen Theil von dem Schatz seiner Erinnerungen ausgekramt und alles erzählt hatte, was sein Ge- dächtniß und seine tolle Phantasie ihm an Träumen und Thatsachen zuführten, schläfrig zu werden. Er lehnte sich in seinem Sessel zurück, schloß die Augen und verfiel bald, wie es nach Tische immer seine Gewohnheit war, in einen tiefen Schlaf.
(Fortsetzung folgt.)


