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in Hamburg, Bank- und Wechsolgeschäft.

4078) QJ 6 | II t

wird zu sofortigem Eintritt oder auf Jo­hanni ein Mädchen, welches perfekt kochen kann und sich der Hausarbeit unterzieht. Nähcrcs bei der Expcd- d- Bltts.

S den allergrösste» Haupt R gewinn ausbezahlt.

Lax. Sams. C'olin

| Freiburger ® $ Stoats-Prämien-Anleilie. 8 ® 4102; Der Verkauf der Prämien- >; ® Obligationen ist von allen Kegle- ® ® rungen des In- und Auslandes gestattet, g ® Die Haupt-Gewinne betragen Francs @ M 60,000,50,000,45,000,40,000,35,000,® 8 32,000,30,000,25,000,20,000,18,000, ® f 16,000, 15,000, 6000, 5000, 4000, Z ® 3000, 2000, 1000 u. s. w. ®

® Beginn der Ziehung am iS. J uni <1. J". ® ß »ur r Tlialer Z ® kostet ein wirkliches Original- ® ® Staats - Loos, (nicht von den ver- g g botenen Promessen) und werden solche ® ® gegen franhirte Einsendung des ® ® Betrages oder gegen Post- g g Vorschuss, selbst nach den ent- U gs ferntesten Gegenden von mir ® ® versandt. S

g Es werden nur Gewinne® ®gezogen. ®

® Gewinngelder und amtliche g § Ziehungslisten sende nach Ent- g I Scheidung prompt u. verschwie- L ® gen. S

® Unter meiner iiliCi'ftll IJClÄdl- § teil GlikckS-Devise:

|Gottes Segen bei Cohn ! I ® habe allein meinen Interessenten in ® ® Deutschland die allerhöeh- & stell Haupttreffer von 300,000, g»»3,OOO, iS«,300, 833,500, « » 150,000, 130,000, 135,000, ® I 103,000 , 100,000 und jüngst..

8 am 14. Mai schon wieder®

4084) Ein junger Mann, z- Z- in einer- achtbaren auswärtigen Wein-Groß-Hand­lung als Buchhalter thätig und mit ver­schiedenen Branchen vertraut, sucht zum 1. Juli a. c. Stellung sür's Comptoir in einem größeren hiesigen Geschäft. Gefällige Adressen beliebe man bei der Exped- d. Bl. sub -A. W. niederzulegen._____

4104) Ein braves Mädchen, in allen häuslichen Arbeiten erfahren, sucht Stelle Näheres bei der Exped. d. Bltts.__________

4119) Ein Vorderpflug ist bei mir ent­liehen worden; ich bitte um dessen Rückgabe- __________________________L- Kauf.

4069) Mit dem Inserat in Nr. 67 d. Anz., die Brodpreise betreffend, erklären sich einverstanden

_______mehrere Brodesser.

4098) Eine Köchin wird gegen guten Lohn gesucht. Von wem? sagt die Exped. d. Bltts.______________________________________

4100) Ein Knecht, mit Pferden vertraut, wird zu sofortigem Eintritt in Dienst ge­sucht- Näheres bei der Exped- d- Bltts-

4072) Ein Zapfjunge wird auf den Loos'schen Felsenkeller gesucht-_____________

4079) Auf Becker's Bauplatz kann immer Schutt abgeladen werden und wird ent- sprechend hoch bezahlt-_______________________

4076) Ein ordentliches Mädchen wird sogleich oder auf Johanni in Dienst ßcfudjt Von wem? sagt die Exped. d- Bltts.______

4077) Ein Hausbursche, welcher sogleich eintreten kann, wird gesucht von

F- Fürst.

Feuerverstcherungsbank für Deutschland in Gotha.

4091) Nachdem Herr Hofgerichts-Advokat F- Krauskopf in Gießen die Ver­tretung unserer Anstalt niedergelegt hat, bezwecken wir hierdurch zur öffentlichen Kennt- niß zu bringen, daß wir dem Herrn Buchhändler A. Ricker eine Agentur der Bank für die Stadt Gießen und Umgegend übertragen haben.

Gotha, den 1. Juni 1868. Die Feuerversicherungsbank f. D.

Mit Bezug aus obige Bekanutmachung empfehle ich mich zur Vermittlung von Versicherungen bei der Feucrversicherungsbank f. D- in Gotha und zur Ertheilung sonst gewünscht werdender Auskunft.

Gießen, den 5. Juni 1868. A. Ricker.

Antwort

auf dieAnfrage" sub 4026 in Nummer 67 dieses Blattes.

Bestehender Vorschrift gemäß müssen die Angebote für die summisstonsweise Lie­ferung des Brodbcdarfs an hiesiges Jägerbataillon dergestalt gemacht werden, daß sich der Summittent erbietet, um eine bestimmte Summe unter dem demnächstigen Ladenpreise des Brodes in Gießen den nöthigen Brodbedarf zu beschaffen. Dieser Vergcbungsmodus mag für größere Städte, wie Berlin, Frankfurt, Cöln re-, ganz zweckmäßig sein, weil dort die große Anzahl der Bäcker und die Verschiedenheit deren Interessen eine Coalition derselben und insbesondere eine Vereinigung zur gemein­samen Uebernähme der Lieferung unmöglich macht; anders dagegen an kleineren Orten, hier wird gerade der entgegengesetzte Erfolg erzielt und jede andere Concurrenz als die der coalicirten einheimischen Bäcker ausgeschlossen, und wenn wirklich ein Aus­wärtiger als Wenigstnehmcnder den Zuschlag erhalten sollte; dann würde es den gegen den auswärtigen Eindringling geeinigten Bäckern ein Leichtes fein, diesem den Geschmack an ferneren Brodlieferungen durch vorübergehendes Herabsetzen des Ladenpreises für Brod auch selbst unter den wahren Werth gründlich zu verderben. Wenn nun, wie dieß von den hiesigen 19 Bäckern geschehen, die Brodlieferung um einen nach dem obigen Modus zu berechnenden Preis von allen hiesigen Bäckern zusammen über­nommen wird, dann geht deren Interesse selbstverständlich dahin, den Ladenpreis des Brodes für das Publikum möglichst hoch zu halten, weil ja hiernach auch der von dem Militär zu zahlende Preis zu berechnen ist, und da alle Bäcker das nämliche Interesse verfolgen, somit jede Concurrenz ausgeschlossen ist; so leidet unter dieser Coalition so­wohl das Publicum wie die Militärverwaltung. Diesen Verhältnissen ist es zuzuschreibcn, daß an hiesigem Platze das Brod um mehrere Kreuzer per 4pfündigen Laib theuerer ist als in den benachbarten Städten.

Eine Abhülfe dieses Mißstandes ist nicht durch Wiedereinführung des glücklich abgeschnittenen Polizei-Tax-Zopfes, sondern nur dadurch möglich, daß fernerhin die Militärbrodlieferungeu um von vornherein fest zu fixirende Preisangebote vergeben werden und hierdurch eine wirklich freie Concurrenz einheimischer und auswärtiger Lie­feranten ermöglicht und die einheimische Bäckercoalition gesprengt wird.

Gießen, dm 9. Juni 1M8.

F e u t 1 1 e t o n.

Das Testament des Großonkels.

(Fortsetzung)

Das Bauernhaus war ein einfaches Brettcrhaus von drei Etagen und drei Fenster breit; in ver zweiten Etage waren zwei Zimmer, eines mit zwei, das andere mit einem Fenster, welche die Aussicht auf den Walv gewährten. John hatte beide Zimmer bewohnt und das kleinere zum Schlafen benutzt. Beide waren durch eine Mittelthür verbunden, hatten aber auch jedes einen besonderen Eingang auf den Corridor.

Mad. Gratinan war auf der Schwelle stehen geblieben und ließ ihre Blicke prüfend durch's Zimmer schweifen. Das Meublement lvar sehr einfach, doch an- stänvig, und Alles stand und lag gerade so, als ob der Bewohner das Zimmer erst wenige Augenblicke vorher verlassen hatte.

Ohne dasz sich ein Zug in ihrem Gesichte rührte, schweiften ihre Augen langsam über die einfachen hölzernen Stühle, das Sopha, in dessen einer Ecke ein Hausen von Büchern und in dessen anderer Ecke ein Schlafrock lag, über den Schreibtisch, auf dem eine Menge Papiere und ein angefangenes Manuscript sich befanden, über ein Büchergestell und andere Gegenstände, bis sie auf einem Tisch in der Mitte des Zimmers haften blieben, auf welchem eine Art Reise- Necessaire in Form einer Schatulle stand. Sie schloß die Thiire hinter sich zu, und einen Stuhl nehmend, setzte sie sich an diesen Tisch, um den Inhalt der Schatulle, in welcher ein Schlüssel steckte, mit Muße untersuchen zu können. Sic saß, den Rücken der Schlafzimmcrthüre zugewandt, gerade dem zwischen den bei­den Fenstern hängenden Spiegel gegenüber. Sie öffnete die Schatulle mit Hast, die mit Papieren ungefüllt war. Sobald sie einen Blick auf die Handschrift geworfen, schob sie dieselben eines nach dem andern zur Seite, bis ihr endlich das rothe Buch in die Hände fiel und sie, sobald sie ihres verstorbenen Mannes Schriftzüge erkannt hatte, einen Schrei der Freude ausstieß. Bald war sie so in Vie Lcctüre Vieser Blätter vertieft, daß sie cs gar nicht gewahr geworren war, wie sich hinter ihr Vie Kammerthür leise unv lautlos geöffnet hatte. Sie unterbrach ihre Lectüre hie und da durch einzelne abgerissene Worte, Ausdrücke des Zornes und der Wuth, bis sie endlich, bei der letzten Seite angelangt, Vas Buch mit den Worten schloß:

Vernichtet werde auch dieses letzte Zeugniß, wie ich Euch Alle vernichtet habe!"

______Da blickte sie auf, ihr Auge fiel auf den gerade ihr gegenüber hängenden Spiegel, mit einem lauten, gellenden Angstschrei sank sie zusammen, Venn bleich wie ein Tovtcr, mit klaffender, blutiger Wunde am Kopfe, stand vor ihr mit drohenden Augen ihr ältester Sohn John.

ElfteS Kapitel.

Schnell, schnell, Deliah," sagte John Gratman, sobald er seine Mutter ohnmächtig sah,komm und hilf mir, diese Ohnmacht wird nicht lange dauern!"

Sie war schon neben ihm und führte ihn zu dem Sopha unbjegte, die Bandage von Neuem um seinen geschwollenen Kopf, an dessen rechter «eite eine große zugenähte Wunde sichtbar war. Dann brachte sie eine Schaale mit Eis, auf welchem leinene Umschläge lagen, von welchen sic einen über die ganze rechte Seite von John's Kopf legte.

Jetzt nimm das Buch auf, was sie hat fallen lassen, und verschließe die Thüren," fuhr er fort. Und als sie seinen Wunsch erfüllt hatte, fügte er hinzu: Spritze ihr einige Tropfen kaltes Wasser in's Gesicht, damit sie sich erhole.'

Deliah that, wie ihr geheißen, und als John's Mutter endlich die Augen wieder aufschlug, sah sie ihren Sohn vor sich auf dem Sopha liegend und Dc- liah zu seinen Häupten sitzen.

Beider Augen begegneten sich, doch die ihrigen mußten sich senken vor den Flammenblicken des Mädchens, welches ihr in ihrer erhabenen Schönheit wie ein vom Himmel hernieder gestiegener Engel der Rache erschien.

Welch ein schändlicher, namenloser Betrug!" rief Mad. Gratman aus, und begrub das Gesicht in ihre Hände.

Ich habe Sie schriftlich um eine Unterredung gebeten, meine Mutter der Brief ist Ihnen auf sonderbare Weise wie aus einer anderen Welt in die Hände gekommen ich hatte beabsichtigt, Sie aufzusuchen, hatte nicht erwartet, daß Sie mich aufsuchen würden, hatte nicht geglaubt, daß es Sie so zu mir hinziehen würde kommt freilich ein wenig spät, doch besser spät als gar nicht hören Sie daher jetzt ruhig an, was ich Ihnen mitzutheilen habe.

Mad. Gratman blickte ihren Sohn an und antwortete:

Sollte das, was wit uns zu sagen haben, John, nicht besser unter vier Augen abgemacht werden können?" Wozu sollen wir Fremde mit in unsere Familienangelegenheiten blicken lassen?"

Sie haben dieselben leider nur schon zu lange Fremden anvertraut, Mutter, als daß ich nicht wünschen sollte, dieselben meinen Freunden zu überlassen. Deß- halb verlaß mich nicht, Deliah, Du weißt, ich bin noch schwach und ich fürchte mich vor ibr. Und jetzt, Madame, hören Sie, fürchten Sie nicht, daß man uns überraschen werde, Venn Perry Myers ist mit im Geheimniß und er wird Evelinen schon passende Gründe für Ihr Warten hier anzugeben wissen."

Als ich vor Jahren meine Heimath verließ und mich selbst verbannte, als ich Sic und Ihren ehrenwerthen Advokaten in dem Glauben ließ, daß ich durch Unterzeichnung jenes teuflischen von Ihnen entworfenen Schriftstückes mich Ihnen auf Gnade und Ungnade ergeben habe, dachte ich wirklich selbst nicht daran, je wieder nach den Vcre. Staaten oder wenigstens nach New-Aork zurückzukehren; als mich aber ein Zufall, oder besser gesagt, die waltende Hand der Vorsehung mit der Absicht des alten Großonkels bekannt machte, ein Testament zu meinen Gunsten haben machen zu wollen, da änderte sich mit einem Male die Lage der Dinge; von diesem Augenblicke an stand ich auf dem Boden des Rechts, wenn ich gegen Sie auftrat, und der Entschluß wurde in mir fest, Ihnen Ihren Raub um jeden Preis wieder abznjagen."

Wie ich Kenntniß von der Absicht und dem Willen meines Großonkels erhielt, mögen Sie wissen, oder nicht wissen, das bleibt sich hier gleich, doch je­denfalls werden Sie darum wissen, da des Alten Papiere ja in Ihre Hände gefallen sind. Ich hatte von je daran gezweifelt, daß er zu ihren Gunsten testiren werde, denn nach der Art und Weise, wie Sie diejenigen, welche mit Ihnen unter einem Dache zu leben gezwungen sind, behandeln, hatte mir das sehr zweifelhaft geschienen. Ich kehrte deßhalb jetzt nach New-Iork zurück, und obgleich ich, mit den hinterlassenen Papieren meines Vaters in Händen, mit den Zeugnissen der FirmaJohn H. Schröver & Co. in meinem Besitz Sie zwingen konnte, wozu ich Sic zwingen wollte, so zog ich es doch vor, einen Weg der Güte einzuschlagen, denn ich bin es stets gewesen, Madame, der die Oeffentlich- keit gescheut hat, nicht Sie. Sie haben von jeher jedem Skandal die Stirn geboten unv in schamloser Weise getrotzt."

Ich schrieb Ihnen jenen Brief, in welchem ich Sie um eine Unterredung bat, und in welchem ich, wenn Sie mir dieselbe versagen würden, Sie durch die Drohung, meines Vaters Manuskripte der Oeffentlichkcit zu übergeben, mir die­selbe zu gewähren. Sie werden mir erwiedern, Madame, ich hatte kein Recht dazu, Sie zu einer solchen Unterredung zu zwingen, Sie durch solche Mittel zu zwingen, denn Ihr Verhältniß zu meinem Vater habe nichts mit Ihrem Ver­hältnisse zu mir zu thun. Antworten Sw mir, Mavame, wann haben sie ie» mals in Ihrem ganzen Leben, meinem Vater gegenüber, mir gegenuoer, der Welt gegenüber, Ihre Handlungsweise von der Beantwortung von Rechtsfragen abhängig gemacht? Antworten Sic mir, Madame! Sie schweigen. Sic können cs nicht! Wie dürfen Sie also, deren ganze Handlungsweise gegen meinen Vater cink einzige lange Kette des Unrechts war, auf Recht von Andern An­spruch machen! Sie haben roch jene Memoiren gelesen, Madame? Nicht wahr, sie sind fürchterlich? Hat er Ihren Charakter richtig gezeichnet, oder ist er noch hinter der Wahrheit zurückgeblieben? Jetzt beantworten Sie mir eine andere Frage; denken Sie, daß die Menschen diese Memoiren, wenn sie veröffentlicht würden, glauben würden oder nicht?"

Ein unmerkliches Beben durchfuhr ihren ganzen Körper. (Forts, folgt.)