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Hmrdels-Lehr-Jnstitttt zu Büdingen

mit Pensionat.

2431) Das diesjährige öffentliche Examen findet Statt am 31. März und 1. April. .

Das Sommer-Semester beginnt am 16. April a. c. Auf das theoretrfche und practische Erlernen der modernen Sprachen, der kaufmännischen Wissenschaften re. wird hauptsächlich Gewicht gelegt. , .

DieBefähigung zum Freiwilligen-Examen wird durch Ab solo rrung der 1. Klasse sicher erlangt- ~ r

Honorar für Pension und Unterricht beträgt p. a. fl. 250. Prospecte befagen das Nähere. Anmeldungen werden alsbald erbeten.

Büdingen (Eisenbahnstation Meerholz), im März. 1868.

Der Director:

-frischbäcker zu gießen.

Am 1.Osterfeiertag, den 12. April- Jakob Vogt in der Wallthorstraße.

Am 2- Ost erfriertag, den 13. April. August Noll auf der Mäusburg. Christian Noll Wittwe in der Neustadt.

Kirchliche Anzeigen.

Evangelische Gemeinde zu Gießen. G o t t e s d i e n ft.

Am 1-Osterfesttage, den 12. April.

Morgens: Pfarrer Landmann.

Nachmittags: Mitpredigcr-Vikar Drescher.

Am 2. Osterfesttage, den 13. April.

Morgens: Pfarrer Dr. Seel.

Nachmittags: Mitprediger-Vicar Vizelins.

(Collecte für die Stadtarmcn.) Getauft.

Den 4. April. Dem Großh. Lehrer an der Realschule dahier, Dr. Christian Ludwig

Ottcnsoser.

Otto Buchner, eine Tochter, Mathilde Emilie Bertha Minna, geboren den 2. März.

Beerdigte.

Den 3. April. Karl Johann Martin Ludwig Hörster, Schuhmacher, des Bürgers und Schuhmachermeisters, Karl Friedrich Hörster, ehelicher Sohn, alt 19 I. 10 M., gestorben den 1. April.

Denselben. Georg Herrmann aus End­bach, Kreis Biedenkopf, alt 42 I. gestorben den 1. April.

Den 5. April. Johann Jakob Martin Stoll, Bürger und Schreiner dahier, alt 55 I. 11 M. 8 T., gestorben den 4. April.

Den 7. April. Ludwig Moritz Karl Kreiling, Bürger und Wagnermeister dahier, alt 64 I. 6 M. 12 T., gestorben den 6. April.

Die Pfarrgeschäfte in der nächsten Woche besorgt Pfarrer Landmann.

Die Prioritäten der Ludwigsbahn sollen demnächst ausgcgeben werden; sie tragen 5% Zinsen und der Preis soll 100 sein. Der Capitalist macht also 5°/o, kann aber nach 10 Jahren abgelegt oder reducirt werden. Endlich ist am Cours von 100 kein Gewinn möglich. Die Oberhessischen Eisenbahn-Actien haben Staatsgarantie, tragen zum Cours von 75 48/4% auf 99 Jahre sie haben die Aussicht einer höheren Dividende und eines großen Gewinnes auf den niedrigen Cours von 75. Diese Parallele für Solche, die zwischen diesen zwei Papieren wühlen wollen._____________________________(2468)

Frachtbriefe für die Main-Weser- und Cöln-Mindener- Eisenbahn, sowie sämmtliche zollamtlichen Formu­lare, sind zu haben bei Wilhelm Klee, Mäusburg.

Börsennachrichten.

9. April 1868.

Prioritäten.

50/0 östr. F. St. E. B. 258i/2 Ludwigsh.-Bexbach 150'/,

Wechsel.

Amsterd. k. 8. 1003/g Augsb. k. 8. 993/4 Berlin k. 8. 105 Bremen k. S. 981/3 Cöln k. 8. 105 Hamburg k. 8. 885/3 Leipzig k. 8. 105 London k. 8. 119i/2 Lyon k. 8. Paris k. 8. 95 Wien k. 8. lOl/s Disconto 3% G.

Preuss. 5*/2% Obi. Frankf. 3i/2% Obi. 803/4 Nass. 41/2% Obi. 948/4

Kurh. 40/g Obi. 893/4

Hess. 40/0 Obi. b. Roths. 897/8 3i/2o/o do. do. 84

Bayer. 5% Obi. 101 */2

4V2% 1jährige 931/4

4/20/0 l/^ährige 93 Va

Würtemb. 41/2% Öbl. 93

Baden d'/^/o Obi. 0. E.L. 935/g Oestr. 5% b. R. 5% National 53,/g

5% Metall. Obi.

M. steueff. 503/4

Amer. 6% 1882r Bds. 75z/z 6°/o 1885r 745/3

Maxbahn 1061/4

Bayer. Ostbahn 1225/g Hess. Ludwigsbahn 1323/4 30/0 östr. Stsb.-Prior. 515/8 3% östr. s. Lombard. 43 3% Livorneser 283/g Toscaner 421/3

Frankf. Hypoth.-Bank Frankf. Vereins-Kasse 97 5% Elisabeth-Prior. 733/g do. II. Emiss. 70

Geldsorten.

Pr. Gass. Sch. 1 443/4-45 Div. Cass.-A.

Pr. Friedrdor. 9 57-58 Pistolen . . 9 49-51

doppelte 9 50-52 Holl. fl. 10 St. 9 54-56 Ducaten . . 5 37-39 20 Frankenst. 9 29*/2-30i/2 Engi. Souver. 11 55-59 Russ. Imper. 9 50-52 Doll, in Gold 2 28-29

Anlehensloose.

Kurh. 40 Thlr. Loose 561/4 Nassau fl. 25 b. Roth. 351/4 Gr. Hess. fl. 50 b. R. 144'/2 Gr. Hess. fl. 25 b. R. 38 40/3 bayr. Präm. Anl. 99 4% badische Loose 99 Badische fl. 35 Loose 503/4 1858r Prioritätsloose 133 1860r Loose 713/4 1864r 877/g

Aetieii.

Frankf. Bank 125 ('g

Oester. Bank 721

Creditact. 192*/2

Darmst. Bankact. 233 */2

Landwiethschaftliches.

Ernährung der Kälber nach der Abgewöhnung.

Die gesteigerten Milch» und Butterpreise geben immer mehr Veranlassung auch die für die Nachzucht bestimmten Kälber sehr frühzeitig abzugewöhnen. Daher muß es von Interesse sein, ein Verfahren, das wir nicht neu nennen wollen, kennen zu lernen, mit Hülfe dessen die frühentwöhnten Kälber beim Abbruch der Milch in ihrer Entwicklung nicht stille stehen, oder gar zurückfallen, sondern sich naturgemäß weiter entwickeln. Dieses Verfahren wird am Rheine mit bestem Erfolge geübt und verdient auch anderwärts bekannt zu werden. Es besteht dasselbe darin, daß man die für das Kalb bestimmten Futterstoffe: Heu, Kleie, Schrot, Oelkuchen, Gelberüben rc. zusammenkocht, dann durchseit und die laugewordene Flüssigkeit dem Kalbe als Tränke überweist. Die durch das Abseien sich ergebenden Rauhstoffe können natürlich dem Futter der erwachsenen Thiere einvcrleibt werden.

Möhrenbau.

Hinsichtlich des Möhrenbaues wurde folgender gelungener Versuch gemacht. Man säete im Spätherbst Möhrensaamen unter bereits aufgegangenes Winter­korn und ließ den Saamen, ohne ihn einzueggen, liegen. Unter dem im Frühjahr üppig emporgewachsenen Korn konnte man kaum ein junges Möh­renpflänzchen bemerken. Nachdem das Korn abgemacht war, sah man hie und da einzelne Möhrenpflanzen, doch sehr spärlich stehen. Nach einigen Wochen waren sie aber so gewachsen, daß man kaum eine Stoppel mehr stehen sah. Man ließ sie nun ohne alle Pflege bis Mitte Oktober stehen, wo sie dann aus­genommen wurden und einen reichlichen Ertrag lieferten. Wünschenswerth wäre es, solche leicht ausführbare Versuche nachgeahmt und die Ergebnisse bekannt gemacht zu sehen. Es dürfte sich vielleicht dieser Versuch, den man bei^Winter- getraive anstellte, ebenso Vortheilhaft bei Sommergetraive erscheinen, indem ja bei dem angestellten Versuch der Möhrensaamen doch erst im Frühjahr ausging.

Ueber Baumpflanzung über der Erde.

Wie gerne würde man an mancher Stelle einen Obstdaum pflanzen, wenn man nicht befürchtete, daß Härte, Unfruchtbarkeit und Nasse des Bodens seiner Entwickelung im Wege stünden. Man hat es schon oft genug probirt, bei solchen Verhältnissen Löcher zu graben, dieselben mit etwas guter Erde auszu­füllen und die Bäume hincinzusetzen, hat aber gefunden, daß dieses eine sehr mühsame Arbeit ist, und die Bäume nur solange gedeihen, als die Wurzeln im Loche Raum haben, sobald sie aber dieses überschreiten und in den unfruchtbaren Boden kommen, eine traurige Gestalt annehmen und nach und nach zu Grunde gehen. Ein mit der Baumzucht sehr vertrauter Landwirth, dem nach angege- denen Bodenverhältnissen und angegebenen Behandlung kein Daum gedeihen wollte, machte vor ungefähr 23 Jahren den Versuch, Bäume über der Erde zu pflanzen. Zu diesem Zwecke lockert er den Boden oberflächlich mittelst Umgraben auf, setzte die zurecht gemachten Bäume darauf und führte dann um die Bäumch n herum kleine Hügel von guter Erde an, so daß also die Bäume mit ihren Wurzeln der Hauptoberfläche des Feldes gleichstunden. Die Hügel wurden von Jahr zu Jahr durch Zufuhr von Erde immer mehr vergrößert, was im Winter geschehen ist, wo man keine sonstige nöthige Arbeit hatte. Diese Bäume stehen jetzt noch im kräftigsten und schönsten Gedeihen. Nicht ein einziger ist durch den Druck des Windes in eine schiefe Lage gekommen, wie man es anfänglich befürchtete. Auf gleiche Weise wurden während dieser Zeit mehrere Pflanzungen mit größtem Vortheile vorgenommen. Auf diese Weise kann man nicht nur auf hartem unfruchtbarem Boden, sondern auch auf nassen Stellen Bäume mit Vor­th eil erziehen. Auf diese Weise werden Bäume auf nassen Stellen der Nässe entrückt. Es ist dieses weiteren Versuchen und Beobachtungen werth. Die Schwierigkeit dabei liegt offenbar nur in der mit Ausbreitung der Baumwurzeln nothwenvigen Vergrößerung der Hügel durch Zuführung guter Erde, welches sich ja, wie schon bereits angeführt, ganz gut im Winter bewerkstelligen läßt.

Excremente.

DasHannoverische Land - und Forstw. Vereinsblatt" spricht in Nr. 15 von de n verschiedenen Düngerarten und behauptet, was die menschlichen Exkre­mente anbelangt, daß Jeder von seinem 14. Jahre an davon wenigstens gegen 8 Thaler jährlich producirt. Die Excremente von sämmtliche» Bewohnern

Deutschlands repräsentiren also gewiß einen Werth von 200 Mill. Thaler. Sämmtlicher Abtrittsdünger Deutschlands wird aber kaum 20 Mill. Thlr. Nutzen bringen. Man versteht aber denselben nicht zu behandeln, und kennt deßwegen seinen Werth nicht; es fehlt an den nöthigen passend eingerichteten Abtritten, und wird ein großer Theil dieses kostbaren Düngers überall hin verschleppt, nebenbei noch unnöthig die Luft verpestend. Man ekelt sich vielfach, jenen zu verarbeiten, und steht hierin den Chinesen nach, die vernünftig und praktisch genug sind, den Werth desselben anzuerkennen und deßhalb ihrem Geruchssinn gerne ein Opfer auferlegen. Mancher kleine Ackersmann kann seine Steuer nicht bezahlen und klagt jämmerlich über die hohen Abgaben; doch es betragen die­selben inSgesammt vielleicht nur 2030 Thaler, während er für 40 Thaler Knochen u. dgl. ziemlich unbenutzt zu Grunde gehen läßt.

DieLand- und Forstw. Ztg." für die Provinz Preußen" behandelt ein ähnliches Thema, indem sie in Nr. 15 den sog. Taffos, d. h. ursprünglich den mit Lehm durchkneteten und in Ziegelform getrockneten menschlichen Dünger in China, im vorliegenden speciellen Fall jedoch den Kunstdünger bespricht, welchen der Chemiker Hr. Grün in Königsberg seit Jahren, und neuerdings wesentlich verbessert, in seiner Fabrikanlage neben der Stadt fertigen läßt. Die Zeitung wünscht, es möchten sich die für die Kanalisirung ihrer Residenz schwärmenden Berliner die Fabrik und das Fabrikat ansehen, um sich zu überzeugen, daß es doch noch eine Form der Verwendung für den Inhalt der Latrinen gibt, welche weder das Geruchsorgan beleidigt, noch unfähig für weiteren Transport in civi- lisirten Staaten ist.

Laubstreu.

Bei der Mistproduction wird nicht selten dadurch gefehlt, daß man zu häufig noch sich des Laubes als Einstreumittel bedient. Es ist unausbleiblich, daß der Laubdünger schon im Stalle an dem Kapitale des Landwirths zu zeh­ren beginnt. Nicht nur, daß er dem Urtne einen zu raschen Durchzug gestattet, sondern der Urin schwemmt auch noch andere, leicht lösliche Diingertheile aus, und da er selber nicht gesammelt wird, so verliert sich auch mit ihm ein wesent­lichen Theil der festen Auswurfsstoffe. Zudem ist es bekannt, daß der Laubdünger auch auf dem Felde noch die Zersetzung der besseren Düngertheilchen beeinträch­tigt, und so der Wirthschafk Schaden zufügt. Allerdings zeigt sich, trotz des so sehr ausgedehnten GetraidebaueS häufig Mangel an Streustroh; allein nicht die Anwendung der Laubstreu ist das Mittel, demselben vorzubeugen, sondern bessere Bewirthschastung des Bodens, Hebung des Futterbaues und der Vieh- zücht, und endlich Abschaffung der Laubstreu. Um indessen einen entsprechende» Ucbergang zu vermitteln, dürfte die Anwendung getrockneter Erde mit etwa 1/3 der Streustrohungen neben öfterer Reinigung des Stalles allen denen zu empfehlen fein, die sich von der Anwendung der Laubstreu frei machen wollen.

Das Beschweren der Obstbäume mit Steinen.

Sor einiger Zeit kam ich, so erzählt die ZeitschriftPomana", in den Garren eines alten Obstbaumzüchters, um Praktisches zu sehen und zu lernen. In meinen Erwartungen nicht getäuscht, fand ich merkwürdige Anstalten getroffen, um die Bäume zur Fruchtbarkeit zu zwingen. Unter Anderem schien mir da« Wichtigste das Beschweren mit Steinen, weil ich davon noch nie etwas gehört oder gelesen habe. Dieser originelle Mann behauptet, von selbst auf diesen Einfall gekommen zu sein, und zwar durch Zufall. Neben einem Aborte stand ein kräftiger Birnbaum, der wegen feiner Ueppigkeit keine Frucht trug , trotzdem der Zauberring u. dgl. mehrmals angewendet worden sei. Von einer neben anstehenden Mauer fei vor mehreren Jahren ein Stein zwischen die Aeste gefallen und in folgendem Jahre habe der Baum getragen! An jungen kräf- tigen Kirschbäumen hängen an den Besten mehrere Steine, an Pyramiden steht man solche etwas kleiner von unten bis oben in den Besten liegen, Hochstämme tragen auf ihren dicken, alten Besten große Steine, so daß Jedermann über dieses sonderbare Aussehen ebenso erstaunt ist, als über die außerordentlich große Fruchtbarkeit aller Bäume. Ich selbst habe, so sagt der Berichterstatter, sogleich die dicken Aeste eines großen Apfelbaums, der nur selten und wenige Aepfel trug, mit großen Steinen belegen lassen, und habe die Freude, in diesem Jahre so viele Aepfel zu ernten, wie ich an diesem Baume noch nie gesehen.

(Hierzu eine Beilage.)

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