Ausgabe 
9.7.1868
 
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Redaction, Druck und Verlag der Brühl'schen Druckerei (Fr. Chr. Pietsch) in Gießen-

losiqkeit des Werks, was wir mit einem Ausdruck unserer Kunstsprache die innere Form nennen könnten, dafür müssen wir dann bitten, uns Jüngern Gutenbergs die Verantwortung zu erlassen. Wir machen euch wohl hie und da ein n für ein u, die Herren Gelehrten und Schriftsteller aber machen euch noch viel häufiger ein r für ein u vor.

Es gibt zweierlei Druckfehler. Wenn z. B. vor etwa zwei Jahren dieHessische Morgen-Zeitung- stattHeffische- Husarenregiment" durch erne kleine Auslassung etwas ganz Anderes zu Stande brachte, so war das von einer Bosheit des Setzers abgesehen ein allerdings arges Versehen, und doch ein leicht erklärliches und sehr verzeihliches. Wenn fer­ner Beispiele aus eigener Erfahrung der Setzer aus einemMenfchenhaffer" einWaschwasser", ausWollverbeffe- rung" eineWeltvecbefferung" macht, so vermuthet der Leser nicht mit Unrecht, daß da tin schlecht und undeutlich geschrie­benes Manuskript vorlag. Der Setzer ist dabei vollkommen schuldfrei; er kann sich nicht viel mit Sinn und Zusammen­hang abgeben: er muß rasch arbeiten; sein Auge muß fest, seine Hand muß flink sein; sein Griff muß sicher und blitz­schnell zwischen Kasten und Winkelhaken hin und wider fahren, und seine Linke darf nicht wissen, was die Rechte thut; er muß rasch arbeiten, um etwas vor sich zu bringen und sein saures Brod zu verdienen. Anders würde die Sache, wenn nun der erste und zweite Eorrector, oder wenn die revidirenden Redacteure jenesWaschwasser", jeneWeltverbefferung" über­sähen. Sie lesen nach dem Sinn und werden lächelnd oder lachend augenblicklich den Fehler erkennen und trotz schlechter Handschrift aus dem Zusammenhang das naheliegende Richtige finden. Wie nun aber, wenn nach einigen Tagen ein zürnen­der Brief des Autors kommt, des Inhalts: er habe nichts von Wvllverbefferung", er hübe vonWiesenwässerung" geschrie­ben! Man sucht das Mannscript hervor und findet, daß der Zusammenhang jenes so gut wie dieses gestattet, aber auch, daß die Handschrift nach wie vor die gleiche Wahl läßt. Das sind die Druckfehler, welche die Autoren machen.

I Und wenn nun vollends von einer Entzifferung aus dem

Zusammenhang gar keine Red- sein kann, z. B. bei den oft |o hochwichtigen Zahlen und Eigennamen? Namentlich im letzten Punkt und hier sprechen wir ganz allgemein ist -s geradezu unglaublich, was die sogenannte gebildet- Mensch­heit in naiver Unbefangenheit, in vornehm sein sollender Af- fectation und Rücksichtslosigkeit zu leisten vermag. Da kommt . ein Brief, der irgend etwas von uns verlangt, zum mindesten eine Antwort. Aus der Schlußzeile kann ich zur Roth ent­ziffern, daß Hr. R. mein hochachtungsvollst ergebener Diener. fei. A-ußerst erfreut über diese interessante Nachricht, beeil- ich mich auch den verehrten Namen meines neuen Dieners zu er­fahren und finde eine Hieroglyphe vor,, vor welcher die Herren Ehampollion und Grotefend, LepfiuS, Lauth, Brugsch und Rawlinson und vielleicht sogar der neue Keilschrift-Prophet, Hr. Gaugengigl in München ewig starr und rathlos stünden. Ich suche auf Pult und Boden nach, ob nicht etwa eine ein­gelegt gewesene Visitenkarte mit dem gestochenen Namen mir entfallen, ich suche in den Ecken des Papiers nach dem einge- preßtcn Namen, oder wenigstens nach den Anfangsbuchstaben.

I Ich suche und finde zum Glück noch das Couvert, finde aber I weder Siegel noch Oblate, noch sonst ein Zeichen; ja der I Poststempel ist auch unleserlich und nun soll ich dem Ein- I falt vonDiener" antworten. Er verlangt vielleicht eine für

I ihn sehr wichtige, für mich vielleicht nicht unbeschwerliche I Dienstleistung von mir, und er mag sich nicht einmal di- Mühe geben, seinen Namen deutlich zu unterzeichnen. Da meint irgend ein beliebiger Amtmann ober Schultheiß, ein I Notar oder Revierförster oder sonstige« Individuum in Amt I und Würde, es gehöre zu den Attributen dieses Amtes, daß I alle Welt den Namen und Namenszug seines Trägers so gut I kenne, wie die Worte Schiller und Göthe, Cäsar und Napo- I keon.' Sitzt vollends dieser homo obscurus in irgend einem ebenso obscuren Neste, dessen Namen er auch nur so hinsudelt, bann soll die Zeitungserpeditivn schuld sein, wenn er seinen I ausgeschriebenen Spitzbuben nimmer fängt, sein Holz nicht an I den Mann bringt, zur Erbschaft keine Erben findet u. s. w.

(Trunkenbolde.) DerNewyorker Abendzeit." entnehmen ! wir die nachstehenden Not zen. Zur Aufnahme in dasAsyl für - I Trunkenbolde" des Staates Newyork wurden nach officiellen I Berichten der Anstalt angemeldet: Geistliche 39, Richter 8, I Kaufleute 340, Aerzte 226, Gentlemen 240. Töchter von I reichen Männern 1300, zusammen 211:3! Das Blatt macht I zu dieser Statistik folgende Bemerkungen: Es ist sehr leicht I möglich, daß das Newyorker Institut für Trunkenbolde nicht I alle Klaffen von Säufern und Säuferinnen repräsentirt. Aber unwiderleglich geht aus obiger Statistik hervor, daß die Un- I Mäßigkeit bei uns weit mehr unter den vornehmen Klaffen grasfirt, als unter den eigentlichen Volksklassen, weit mehr nn- I ter denen, die zu Hanse in üppig ausgestatteten Palästen spe- I culiren, als unter den sogenannten mittleren und unteren Klas­sen, welche zu Hause keine geistigen Getränke halten, sondern I im Wirthehause solche zu sich nehmen. Am auffallendsten ist die Ueberhandnahme des sich bis zur förmlichen Krankheit stei- I ^rnden unmäßigen Trinkens unter unseren vornehmen Damen. I Man denke an die in obiger Tabelle figurirenden 1300 reichen I Frauenspersonen aus dem Staate Newyork, die den Trunk so weit treib n, daß ihre Versetzung in -ine Heilanstalt für Trun- I fenbolbe unvermeidlich wird.

(Gestohlene Lo-omotive.j Schwieriger rst wohl nichts zu stehlen als eine Lokomotive; und doch Haden vier I Knaben, von denen drei vierzehn, der vierte zwölf Jahre alt, I (n Yen Bereinigten Staaten von Amerika es ausgeführt. Um oon Freesvld nach Jamesbury zu fahren, beschlossen sie, sich I einer Lokomotive zu bedienen. Sie stiegen zur Nachtzeit in

I Freesold durchs Fenster des LocomotivenhaufeS, beizten die I Lokomotive Monmouth, öffneten die' Thore des Hauses von innen und traten ihre nächtliche Reise ordnungsmäßig an, denn I sie pfiffen bei den Weichen und läuteten auf den Uebergängen. Die Beamten der Bahn waren über den ungewöhnlichen Zug um so mehr erstaunt, als derselbe mit rasender Geschwindigkeit vorüberjagte. Vor Jamesbury ging der Lokomotive das Wasser aus. drei der Knaben liefen davon, der vierte nahm eine La­terne mit und legte sich in der Nähe schlafen. AIS am. an­dern Morgen di- Lokomotive vermißt und deßhalb telegraphisch- Anfragen erlassen wurden, suchte man auch in Jamesbury, wo man dieselbe fammt dem schlafenden Knaben fand, der daS Unternehmen erzählte und nur befeuerte, er habe di- mitge­nommene Laterne nicht stehlen wollen. .

Das Homburger ABC. Die drei Advokaten in Hom­burg heißen: AntheS, Bing und Cäsar. Die Homburger neu- neu das scherzweise ihr ABC. Der praktische CursuS zur Er- | lernung desselben soll ziemlich thener sein._____________ _

ein Unterschied zwischen acciclent (Unfall) und maliiear (Un­glück) fei, antwortete der Kaiser: Liebes Kind, wenn Dein Onkel Plon-Plon in. Wasser fiele, so wäre eS ein accident, wenn et aber wieder herausgezogen würde, fo wäre das ein malheur.

Wer macht die Druckfehler? so fragt mit einer gewissen Berechtigung sehr oft das abonnirenbe unb kaufende Publikum. Die Aniwvrt aber ist nicht so einfach; es geht uns ungefähr wie wenn die Kinder fragen, woher ihr neues Geschwister ein gekommen; und fast möchten wir ant­worten:. Verehrtes Publikinn, die Druckfehler macht der liebe Gott. Der die Lauf - und Druckerbuben, di-Setzer, die Buch­drucker, die Corrcctoren, di- Faktoren, Redaktoren und Auto­ren, die Prosaiker unb Poeten und in feiner Langmuth sogar Orthographie verachtende Bürgermeister geschaffen hat, der ne­ben dem Guten das Böse duldet, zwischen dem Waizen das Unkraut wachsen läßt, bet läßt zwischen den Lettern auch die Druckfehler gedeihen. Der Druckfehler ist eine Naturerscheinung, wie Hagelschlag, Pestilenz und thcuere Zeit; er ist eine physi­sche Macht, wie der Blitz und eine metaphysische Nothwcndig- feit, wie das Uebel; er wurzelt in der Unvollkommenheit der irdischen Dinge und in der Schwachheit des menschlichen Flei­sches. Seine Abwesenheit beruht darauf, daß 1) der Verfasser oder Einsender das Richtig- geschrieben, 2) dieses Richtige deut­lich geschrieben hat, baß 3) der Setzer in alle Fächer des Setz­kastens lauter richtige Lettern geworfen hat, 4) die richtige Let­ter greift, 5) sie richtig -infetzt, 6) der Eorrector richtig liest; 7) der Setzer di- erste Correctur richtig verbessert, 8) der Cor- rector die zweite Correctur richtig liest, 9) die zweite Correctur richtig verbessert, 10) die Revision richtig gelesen wikd, unb baß 11) noch ein Dutzend andere Umstände sich ebenf) glücklich ab­machen. Und da nun ein Großoctavbogeu in gewöhnlicher Schrift 50- bis 55,000 Buchstaben zählt, fo müssen jene 10 bis 20 günstigen Umstände sich 5055,000mal wiederholen, um dem lieben Publikum einen einzigen fehlerfreien Bogen in die Hand zu liefern. Für die größten unb häufigsten und am wenigsten beachteten Druckfehler aber, für die innere Jnhalts-

fechte, stattfinden.

Oesterreich. Zur Charakteristik des Erzbischofs von Olmutz, des Grafen Schafgotsch, welcher jetzt die Civilehe als Concubinat und die aus ihr entsprossenen Kinder für unehelich erklärt hat, wird daran erinnert, daß dieser selbige Herr Fürst­bischof die Ehe seines Neffen, eines Grafen Schafgotsch, mit I ter unehelichen Tochter des Bergwerksbefitzers Godulla einfeg- I nete. Dieses Kind hatte freilich die vortreffliche Eigenschaft, daß es die einzige Erbin dieses reichen Mannes war und ihrem I Gatten ein Vermögen von 14 Millionen Thaler zuführen konnte. I ' Oesterreich. Prinz Napoleon spielte in Wien und Pesth seinen großen Oheim inkognito. Plancher verspätet heimkeh­rende lustige Wiener unb Ungar sah den Schatten Napoleons an sich vorüberhufchen, aber nicht um nächtliche Heerschau I über sein Geisterheer zu halten. Der Prinz scheint außer sei- I nem Gesicht- vorzüglich die Jncvgnitv - Eigenschaften seines Oheims geerbt zu haben, denen Graf Morny, WalewSky u. A. I ihr Dasein verdankten.

Paris. DerMoniteur" gibt in einem aus Honolulu, 5. Mai, datirten Schreiben eine kurze Schilderung der furcht­baren Naturerscheinungen, die sich auf der großen Hawai-Jns-l zug-tragen haben. Der erste gewaltige Erdstoß ward am 2. April verspürt. Innerhalb fünf Minuten kaum waren einund­dreißig Personen und mehrere Hundert Stück Vieh von einer Erbmasse überschüttet, die eine Dicke von 5 bis zu 30 engli­sch- Fuß hatte. Um 4 Uhr Nachmittags schwoll der Oceau plötzlich auf 25 Fuß über fein gewöhnliches Niveau an, brach in das Land ein und spült- über 50 Eingeborene mit sich fort. Der Vulkan Kilanea, der in fortwährender Thätigkeit ist, ver- stegte, nachdem er am 2., 3. und 4. gewaltige Lavaströrne aufgeworfen, am 5. unb am 7. brach 15 Stunden vom Krater entfernt an den letzten Abhängen des Maunu-Loa eine mächtige Lavamaffe aus dem Boden unb durchströmte, Alles vernichtend, innerhalb weniger Stunden ein etwa 9 Meilen langes Thal. Der König Kamahameha V., der sich gerade zur Eröffnung der Kammern der Sandwichs-Jnseln in Honolulu befand, be­stieg sofort in Begleitung verschiedener Beamten und des ka­tholischen Bischofs einen kleinen Dampfer, um di- am meisten mitgenommenen Küstenpuukte zu besuchen unb d-n Noihleidcn- den Kleider, Nahrungsmittel unb sonstige Unterstützungen zu spenden. Seine Schwägerin, die Königin Emma, hat Samm­lungen veranstaltet, die sich bis jetzt auf 15,000 Fr. belaufen. Der König war am 25. April von seiner Rundreise wieder nach der Insel Oahu zmückgekommen.

Paris. Den Prinzen Napoleon, der als politischer Com­mis Voyageur in der Welt umherreist, nennen di- Pariser Plon-Plon. Das ist einfach ein« Verballhornung des Namens Napoleon, eine zärtliche Verkleinerung; Fürst Demidoff pflegte feine Napoleonische Frau, die Prinzeß Mathilde, Plon-Plon zu rufen. Die Pariser aber nannten den Prinzen, als er 1854 I die Krimm plötzlich verließ, Croiir-Plon d. h. Fürchteblei. Der Prinz unb sein Vetter, bet Kaiser, stehen ost auf dem KriegS- I fuß, vielleicht nur aus Politik, jedenfalls hat der Prinz ein I böses Maul. Als Louis Napoleon mit feinem Staatsstreich zu lange zögerte,. machte ihm fein Vetter den Vorwurf, daß I er nichts von dem Blute Napoleons I. in sich habe.Aber feine Familie habe ich auf dem Halse!" fertigte ihn LouiS Napoleon ab. Eines Tages, als sich das Kaiserreich in Gefahr befand, riech der Prinz zum Kriege mit Deutschland. IIch fürchte den Rhein," sagte Louis Napoleon,wir können leicht in ihm ertrinken!Besser wir ertrinken im Rhein als I in einer Goffe!" meinte der Prinz. Der Kaiser soll es fei­nem Vetter lang nachgetragen haben, daß dieser, nachdem er seine Gemahlin Clotllde (Tochter Victor Emanuels) bei Hofe I vorgestellt, daS Wort hingeworfen:Jetzt haben wir doch wieder eine ordentliche Prinzessin in unserer Familie." Der I Kaiser soll sich damals durch einen bekannten Witz gerächt ha­ben. Als der kleine Napoleon seinen Vater fragte, was für

Vermischtes.

- Gießen, 8. Juli. Heute Morgen hat der Befehlshaber des 11. Armeecorps, General-Lieutenant v. Pionski aus Kassel, das hier garnifonitenbe 1. Großh. Hessische Garde - Jäger- Bataillon inspicirt, und seine volle Zufriedenheit über die eract ausgeführten Hebungen ausgesprochen Derselbe wohnt heute Mittag den Turniibungeu des Bataillons bei.

Gießen. August . Wehrmann, jener 22jährige Aben­teurer aus dem Wupperthal,- der u. A. dahier als Arthur Be­resford Lyndhurst, Lieutenant auf Ihrer Majestät SchiffEn- ryalus" auftrat, der iw Amerika, Italien, Frankreich, Spanien, England, selbst in fremden Erdiheilen gelebt haben will, und endlich in Kassel verhaftet und in Gießen wegen Führung eines falschen Namens und Gebrauch eines auf feinen Namen nicht ausgestellten Paffes zu 8. Wochen Gefängniß verurtheilt, auf -in Zminebiaigesilch hin aber begnadigt wurde, ist feit einigen Tagen dahier ein getroffen. Der mit reichen Geistesgaben aus- gefiattete junge Alaun hat es, ohne regelmäßigen Schulunter­richt genossen zu haben, dahin gebracht, daß er sechs Sprachen redet, und beachfichtigt nun vorerst seiner Militärpflicht in We­sel zu genügen.

Darmstadt. Denp. V." entnehmen wir die mteres- sante Alittheilüpg, daß ein hiesiger Ingenieur kürzlich eine Sen­dung von baarem Gelbe aus Indien ohne Werthangabe erhielt bei der ein 20 Franc-Stuck fehlte. Man stellte auf der Post Recherchen an und es ergab sich, daß bei dem Auslceren des indischen PostbeutclS in London ein 20-Franc-Stück h-rausge fallen war; das dem Adressaten nachträglich zugestellt wurde. Durch die schlechte Verpackung war das Geld aus dem Packet entkommen. Jedenfalls ist eine Organisation bewundernswerth, bei der es mög ich, ein auf dem Weg von Indien nach Darm­stadt verloien gegangenes Geldstück wieder aufzufinden.

Ostpreußen. Auch ein Beitrag zur Geschichte des NotbstandeS ist folgende Miltheilung: Als man dieser Tage in Königsberg einen; Handlungslehrling wegen Unterschlagung gefänglich einziehen ließ, wollte der Beamte durchaus nicht glauben, daß die Person die richtige sei, denn er hatte gehört, kaß sie im Besitze zweier Augen sich befinde, während der Arrestant sich -ihm einäugig repiäsentirte. Der Zweifel löste sich, jedoch, als der ck-tztere treuherzig gefianb, allerdings bisher zweiäugig umhergegangen zu fein, nämlich ein natürliches und ein künstliches Auge getragen, das letztere aber in seiner Noth bei einer Höckern: für 4*/2 Sgr. versetzt zu haben.

, Hamburg, i. Juli. B n den setzt im Betriebe befind- lichen 15 Smacks der ,,norddeutschen Seefischerei-Gesellschaft" wurden im »ersoffenen Monat 111,175 Fische gefangen und Lno ' «ensungen hierher gebracht. Dieselben bestanden aus stos-37.Schollen, 57,572 Zungen, 12,528 Schellfischen, 1465 1430 etembutten, 24 Kabeljau unb 19 diversen ande­

ren Fischen. Die Fische finden imfhcr mehr Begehr, da sie, ans Eis transportirt, vorzüglich schön und frisch sind, und regelmäßig jeden Morgen an den Marit kommen.

LauberbischosSheim, 1. Juli. Den bei Hundheim, sfßallourn und Werbach gefallenen badischen Soldaten werden zwei gleiche Denkmäler errichtet, das eine bei Hunsheim, das andere bei Werbach. Letzteres ist bereits voilendet und tragt auf dem Sockel di- Inschrift: ,,DaS dankbare Vaterland den Tapfern, welche in den Gefechten bei Werbach und Walldürn am 24. Juli 1866 den Tod auf dem Selbe der Ehr- fanden." Auf den beiden S-itenfeldern des pyramidenförmigen Mvnu- ments sind die Namen der Gefallenen eingehanen. Di- Ent­hüllung des Denkmals in Hundheim wird am 23., desjenigen in Werbach am 24. Juli, als an den Jahrestagen der G--

Freiheit und Unabhängigkeit angenommen. Indem I w r erklären, Dass wir uns zurückzuhalten beabsichti­gen, haben wir verlangt, daß Ankere sich ebenfalls zurückhalten, unv somit den Aulonomiecn ihre Un­abhängigkeit unb damit ihre Macht zurückgeben. Wir begreifen einen Krieg nur in ven Grenzen der Bertheidigunz, ich sage nicht, unseres Gebiets, son­dern unserer Würde, unserer Ehre und unseres Ein­flusses in Europa. Opposition und Majorität wollen den Frieden; die Regierung theitt diese Gesinnung. ' I Rouher stellt den politischen Charakter der Regierung in einem Gesammtbiloe dar und schliesst mit den Worten:Ucbrigens find wir durchaus Willens, den Frieden in Europa mit der Würde zu wahren, welche Der großen Regierung eimS großen Landes geziemt."

Paris, 6. Juli.Reuter's Telegramm Com- pany' in London und das Bankhaus v. Erlanger u. Komp. dahier erhielten heute die Concejston für Anlage und Betrieb eines franko-amerikanischen Ka- bels auf die Dauer von 20 Jahren, DiePresse" I sagt, Die Angelegenheit Der hannöver'schen Legion würbe bei Gelegenheit DeS BuDgetS für auswärtige Angelegenheiten in Der Kammer Diseutirt werDen. Die Regierung missbillige diese Diseussion.

London, 2. Juli. Zu Dem gestern Abend im Buckingham-Palaee stattgehabten Hofball waren etwa 1800 Einladungen ausgegeben worden. Herzog und Herzogin d'Aumale sind nach dem Kontinente | abgereist. Im Krystallpalaste wird nächsten Sonn­abend ein grosser Empfang zu Ehren des Herzogs von Edinburgh unb des glücklichen Ausganges der Ayfsinifchen Expebition stattfinden. Außer Ersterem und Dem Prinzen von Wales wirD wahrscheinlich auch Sir Rob. Rapier, Der heute von Paris hier eingetroffen ist, an Der Festlichkeit jtheilnehmen. (Rach dem BlatteDrol" WirD er zum Pair ernannt wer­den.) Die Trophäen von Der Abyssinischen Expeci- tivn sine von gestern ab im SüD-Kensington-Museum öffentlich ausgestellt.

Rom. Dem Korrespondenten derPall-Mall- Gazette" in Rom zu'vlge hat GarDinal Antonelli wieder über seine Gegner triumphirt und WirD seinen Posten behalten. Vor einigen Tagen habe der Papst gesagt:Ich bin zu alt lür einen Minifterwechsel und habe mich übrigens auch einmal an Antonelli gewöhnt. Es ist nicht Der Mühe werth, für Die mir noch übrig bleibende Lebensspanne einen neuen Rath­geber anzunehmen."

Washington, 4. Juli. Allen noch nicht amiieftirten Tyeiliiehmern an Der Rebellion Der SüD- staaten, ausgenommen diejenigen, welche Des Hoch- verratbs angeklagt sind (also Jeffersohn Davis)^ Hut Der Präsident ans Anlaß Des heutigen Unabhängig­keitsfestes die BegnaDigung verkündet.