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darauf meldete der draußen em-

Temperatur in Gießen, Mai 1868 :

R.

+

Par. Zoll.

Mittel früherer Jahre: an 14 Tagen . . . 2,23

1,3 13,58 10,38 13,6

23,7

1.17

Geistlichen erblickte, ging er ernst- Hand zum Willkommen und sagte

niederste ......

mittlere......

Mittel früherer Jahre .

Mittel im Jahre 1847 höchste ......

Niederschlag: an 8 Tagen

Ein neuer Wagen fuhr vor und gleich pfangenoe Diener, die Thüre öffnend:

Rath Veerenborg."

Veerenborg trat ein, und sobald er den haft auf Mad. Gralman zu, reichte ihr die mit scheinbar tief ergriffener Stimme:

»So lassen Sie uns also aufbrechen, wenn es Ihnen gefällig ist! Ihren Arm, Herr Myers."

Und wenige Augenblicke nachher rollte der Wagen mit ihnen davon, doch nicht nach Barklaystreet, sondern hinauf nach der 42. Straße, wo sie ihren Weg nach der Newhawken Ferry nahmen.

Obgleich es ein schöner Sommerabend war, so hatte doch Niemand von ihnen, a>s sie über den Fluß letzten, Augen für die schöne vor ihnen liegende Landschaft, ^edes schien ernst mit seinen eigenen Gedanken beschäftigt. Erst als sie am andern Ufer ankamen und der Wagen vom Landungsplätze der großen Straße zufuhr, um dann dieselbe rechts herum weiter den Berg hinauf zu ver­folgen, brach Perry endlich das Schweigen mit den Worten:

^Wenn ich nicht fürchtete, daß es See zu heftig angreifen würde, möchte ich xlhnrn den Vorschlag mach.n, den Wagen hier halten zu lassen, um dort unten jenen Platz am Ufer aufzusuchen, wo man die Kleider des unglücklichen John gefunden hat."

Sie haben Recht, lieber Myers, ich würde zu viel leiden, wir besuchen jenen Platz ein Mal in späteren Tagen, wenn die Wunde vernarbt und uns nur D'e sänftigenve Erinnerung geblieben ist."

Der Wagen fuhr langsam die Höhe hinan, kreuzte die oben an der Seite des Berges sich hinziehende Landstraße und bog wieder in den Wald ein, bis er an die schon früher erwähnte Lichtung anlangte, von wo er sich langsam bis zum Waldschloß hinaufbewegte. Hier bat Perry die beiden Damen auszusteigen, da John's Wohnung ganz in der Nähe im Holze lag. Langsam wanderten sie derfelbcn zu, und als sie ihrer ansichtig wurden, sah nur Perry's Auge hinter dcrfelben einen Strohhut mit blauem Bande im Gehölz verschwinden. Eine ehrliche Bauernfrau stand an ter Thüre des Hauses und begrüßte Perry als alten Bekannten, während sie sich gegen die beiden Damen linkisch verneigte.

"D"ß ist die Mutter und Schwester des Herrn John, gute Frau," sagte Perry,welche angekommen sind, um die Sachen ihres unglücklichen Sohnes und Bruders mitzunehmen."

Es steht oben noch Alles unangerührt, wie er es Vas letzte Mal verlassen. Ich habe Niemanden hinaufgehen lassen, hier ist der Schlüssel zum Zimmer," fagtc sie, einen Schlüssel aus ter Tasche ziehend und denselben Perry gebend, wollen Sie die Damen hinaufführen, mein Herr?"

»Lassen wir das," sagte Mad. Gratnian, ihr den Schlüssel aus der Hand nehmend,Sie wissen, Eveline ist sehr nervös, ich möchte sie dieser Aufregung nicht aussetzen; thun Sic mir den Gefallen und bleiben Sie mit Evelinen hier unten, fahren Sie sie ein wenig in den Wald und lassen Sie mich oben allein die traurige Pflicht erfüllen. Jahre sind verflossen, daß ich meinen John nicht gesehen, und wenn ich oben auf seinem Zimmer allein bin mit meinen Gedanken, werde ich mir denken, daß sein Geist mich unsichtbar umschwebt und sich mit mir versöhnt."

Sie können nicht fehlen," antwortete Perry,gehen Sie die Treppe hin­auf, cs ist die erste Thüre."

Dann reichte er Evelinen den Arm und führte sie in den Wald, während Mad. Gratman die Treppe hinanstieg. Oben angekommen, öffnete der Schlüssel leicht die Thüre, und sie stand in Johii's Zimmer. HForts. folgt.)

Sie haben einen schweren Verlust erlitten, liebe Freundin, und dieß ge­rade in einem Augenblicke, wo Sie ihm von Neuem die schlagendsten Beweise Ihrer Herzensgüte geben wollten, venu denken Sie sich nur, Ehrwürven, meine brave Elieutin hier hatte mich vor ein Paar Tagen beauftragt, Ihren Sohn John aufzusuchen, ihm ihre Verzeihung zu bringen und ihm die Thore der müt­terlichen Wohnung wieder zu öffnen. Sie beabsichtigte, Alles zu vergessen und ihn wie den verlornen Sohn wieder aufzunehmen."

Auf daß Friede im Haufe sei," ergänzte der Geistliche salbungsvoll, unter allen Brüdern und allen Schwestern."

Leider können Ihre wohlwollenden Absichten jetzt nicht mehr in Ausfüh­rung kommen," fügte der Advokat hinzu,und werden sich darauf beschränken müssen, der Leiche, wenn man sie findet, die letzte Ehre zu erweisen."

Es fuhren nach und nach mehrere Wagen vor mit Eondolenzbesuchen; auch Perry und Eveline waren in den Salon getreten, um ter Mutter den Empfang der Gäste zu erleichtern, die sämmtlich den Eindruck mit von dannen nahmen, daß Mad. Gratman, so hart und schroff dieselbe zuweilen auch fein mochte, doch im Ganzen eine musterhaft christliche und in dem Willen des Herrn ergebene Fran sei.

Perry batte, so weit sich dieß ohne auffallend zu werden thun ließ, sich ihr so viel als möglich genähert, er gab ihr Cie deutlichsten Zeichen der tiefsten Theilnahme, und ließ es sich besonders angelegen sein, sich über den Brief zu vergewissern, den sie noch immer in ihren Händen hielt. Als er sich hierüber klar geworden zu sein schien, fuhr er fort, die Honneurs in derselben zarten Weise zu machen, wie vorhin, so daß sein Benehmen selbst die Aufmerksamkeit von Evelinen's Mutter auf sich ziehen mußte.

Herr Myers, Sie könnten mir eine Gefälligkeit erweisen," redete sie ihn an.

Was in meinen Kräften steht," erwiederte er,steht zu Ihrer Verfügung; Sie haben nur zu befehlen."

Sie haben meinen John gekannt, Herr Myers, Sie haben sogar in letzter Zeit intim mit ihm gestanden nun, Sie brauchen nicht verlegen zu werden, ich wußte Alles, daß Sie ihn gleich nach seiner Ankunft aufgesucht und ihn oben auf dem Berge besucht haben, um so mehr gedachte ich Sie zu überraschen, wenn ich Ihnen eines Tages den Auftrag geben würde, mir meinen John wie­der zuzuführen. Das ist freilich jetzt unmöglich geworden," fügte sie mit einem Seufzer hinzu,doch ich habe statt dessen eine andere Bitte an Sie. Sie wissen, wo er droben gewohnt hat; wollen Sic mich zu jener Wohnung begleiten, auf daß mir wenigstens die Erinnerung bleibt des Ortes, au welchem er »ulekt geweilt." 8

SRit dem größten Vergnügen," antwortete Perry, Sie haben nur zu be- stimmen, wann Sie hinüber zu fahren wünschen."

Ich danke Ihnen, Herr Myers, ich denke in einigen Stunden im Stande ju sein, auch dieser Prüfung mich noch zu unterwerfen."

So erlauben Sie mir zwei Stunden, mich zurückzuziehen, um einige un­aufschiebbare Geschäfte zu besorgen, damit ich mich für den ganzen Abend frei machen kann."

Gehen Sie, lieber Myers, in zwei Stunden werden Sie mich mit Eve- linen bereit finden, ich glaube nicht, daß Hani uns begleiten kann, da ihm die Erfüllung anderer trauriger Pflichten in dieser selben Angelegenheit obliegt."

Perry empfahl sich, und auch die anderen Gäste, welche Ohrenzeugen des ovigen Gespräches gewesen waren, entfernten sich bald Einer nach dem Andern. I

Das Testament des Großonkels.

Zehntes Kapitel.

, (Fortsetzung)

Sie wurden mir meine schwere Pflicht sehr erleichtern, wenn Sie die Güte haben wollten, in den gelesensten New-Iorks - Anzeigen veröffentlichen zu wollen, dahin lautend, daß ich dem eine Belohnung von 500 Dollar anssetze, wer mir die Leiche meines Sohnes bringen wird, damit ich ihm die letzte Ehre erzeigen und der Weit gegenüber beroeifen kann, daß ich endlich vergeben und vergessen W; Lassen Sie es gleich morgen bekannt machen, und zwar in solchen Aus­drucken, daß die Welt sogleich daraus entnehmen kann, daß ich mit ihm »er» fbint bin. Sein Andenken soll nur heilig fein, und ich werde durch neue Wohl- ttyaten gegen die Armen seinen verklärten Schatten, wenn er mir zürnen sollte, zu sühnen suchen."

Ich werde mit Freuden thun, was in meinen Kräften steht, um Sie in diesem edlen Vorhaben zu unterstützen, und was ich dazu beitragen kann, daß biefer Ihr löblicher Entschluß unter unserer Gemeinde bekannt werde, soll ge­schehen, denn Vergebung ist der Ehristcn Pflicht und Sie, meine thenre Tochter, werden der Gemeinde vorieuchten als ein würdiges Beispiel."

Ich komme soeben von Hoboken zurück, wohin ich sogleich gefahren, um cje am toUance gefundenen Sachen des Verstorbenen in Empfang zu nehmen. In feiner Brieftasche fand ich einen an mich gerichteten Brief, der leider wieder in jenem unkindlichen Tone geschrieben war, mit dem er, ach, nur schon zu oft mein Herz verwundet hat; doch ich verzeihe ihm, wie ich ihm alles Andere ver­ziehen habe, und dieser selbe Brief wird mir ein ewiges Andenken an ihn fein und mich nie verlassen."

»Hoffen wir, daß der Herr ihm ein milder Richter fein möge, und Ihnen möge es zuni Trost gereichen, daß dieser frühe Tod ihn vor manchen, manchen Leiden bewahren mag."

»3ch höre," fuhr Mad. Gratman fort,er soll oben auf dem Berge über Newhawken gewohnt haben, ich werde in diesen Tagen auch dort hinausfahren, um die guten Leute zu belohnen, bei denen er gewohnt, und Die Kleinigkeiten, Die er hinterlassen hat, an mich zu nehmen, Die nur für immer liebe, thenre Andenken bleiben werden."

Sie sind Die Wohlthätigkeit und christliche Liebe selbst, meine Tochter, und Ihr Name wird in Der Hütte Der Armen nur mit Ehrfurcht genannt."

UnD Doch ist es leichter," antwortete sie,Daß ein Kameel durch's NaDel- öhr gebe, als daß ein Reicher in's Himmelreich komme."

Nur Veerenborg war zurückgeblieben. Mad. Gratman gab ihrer Tochter einige H"&e,d-ese das Zimmer verließ; dann ihre Maske der Frömmigkeit plötzlich abwerfend, fragte sie den Advokaten: 8

Veerenborg, was denken Sie von dieser ganzen Geschichte?"

.. . das Glück Ihnen Ihr ganzes Leben hindurch treu bleiben zu wollen scheint, denn letzt stehen Sie am Ende der Erfüllung Ihrer Wünsche."

Glauben Sie wirklich, Veerenborg, daß er ertrunken ist? Man hat keinen Leichnam gefunden." *

Als ob man Die Leichen aller Derer fände, Die im Hudson ihr Grab finden." 1 7

Und doch muß ich gestehen, daß ich das Ganze noch unerklärlich finde, denn es hat mich wirklich zu unerwartet betroffen."

Ich hege nicht den geringsten Zweifel daran, daß er ertrunken ist, ob nun be,m Baden oder auf andere Weise, das bleibt sich gleich, so viel ist gewiß, wir sind ihn los, und ich wünsche Ihnen noch einmal Glück dazu. Haben Sic mir sonst noch Etwas aufzutragen, worin ich Ihnen behülflich fein könnte?"

Nein, Herr Veerenborg, ich fahre nachher mit Myers auf den Berg, um feine Hinterlassenschaft in Empfang zu nehmen, und sollten wir irgend etwas von Wichtigkeit finden, so erhalten Sie gleich morgen früh von mir einige Zeilen." u

Hierauf trennten sich die würdigen Verbündeten. Während dieser Zeit war Perry Myers, so schnell die Pferde nur laufen wollten, in einem Mietbwagen nacb seiner Wohnung geeilt, und hatte dort eine Stunde dazu benutzt/ einen ^ries zu schreiben. Als er denselben geschlossen, rief er seinen vertrauten Kom­mt« und hatte mit diesem eine längere ausführliche Besprechung über die Be­sorgung dieses Briefes. Als der letztere ihn endlich verstanden zu haben schien, eilte er rasch mit dem Briefe von dannen, welcher die Aufschrift trug: , Miß Deliah McLane. U. H." ®

Ein wenig länger als zwei Stunden nach feinem Weggehen war Perry wieder im Gratman'fchen Hause. Der Wagen stand bereits vor dem Hause, der Kutscher ohne Livrcke und im einfachen schwarzen Anzuge. Mad. Gratman und Eveline, Beide in tiefster Trauer, empfingen Perry im Salon.

»Harri kann nicht vor Abend abkommen," sagte die Erstere,er bleibt unten in Der Stadt, um etwaige Nachrichten in Bezug auf die Auffindung der Leiche entgegen zu nehmen, wozu die umfassendsten Befehle gegeben worden sind. Sie werden daher der traurigen Last sich allein unterziehen müssen, auf diesem schweren Gange unser Führer zu fein."

»Wenn cs auch eine traurige Pflicht ist," antwortete Perry,so bin ich doch stolz darauf, Ihnen nützlich fein zu können, und auf der andern Seite ehrt mich Ihr Vertrauen."