Politische R u ndschau
dercrseits, sowie auch auf Sendungen unter sich.
Redaction, Druck und Verlag der Brühl'schen Druckerei (Fr. Ehr. Pietsch) in Gießen.
borene der Union, ausgenommen Verbrecher gegen fremde Regierungen und Deserteure, wenn dieselben im Auslände angesievelt sind. Bei allen sonstigen soll der Präsident in VerhastungSfällen die Freilassung des Verhafteten fordern und eventuell die Unterbc- amten der betreffenden Regierungen verhaften lassen.
ten wird. .
Aus New-York, vom 25. Januar überbringt die mit dem Steamer eingetroffene Post folgende Nachrichten: Der Präsident hat gestern (24. Jan.) Den Gesandten des Nordveutschen Bundes officiell empfangen. Dem Vernehmen nach wird der Gon- greßansschuß für auswärtige Angelegenheiten Folgen- Des beantragen: Naturalisirte Eingewanderte sollen im Auslände ebenso geschützt werden, wie Einge-
Königsberg. Von hier aus berichtet der „Gr. Ges.": Die Zahl der Subhastationen wächst derart, daß man die Güter in nächster Zeit für Bagatellen wird kaufen können. Die Mühlenbesitzung in der Stadt Heilsberg — woselbst gleichfalls der Nothstaud entsetzlich ist — nach der Penuauer Die größte in Der Provinz, die vor wenigen Jahren noch von Möllert an Hahn für 100,000 Thlr. verkauft, zuletzt mit 82,000 Thlr. (5000 Thlr. Pachterträge) taxirt war, würde am 31. Januar d. I. im Wege der Subhastation für 50,000 Thlr. erstanDen! — Bei kleinen Darlehen müssen Die NothleiDenDen 50 pCt. Zinsen zahlen! — Unsere Schuldgefange- nen petitioniren an das Abgeordnetenhaus, um für die Sistirung Der Schuldhaft während der Zeil des Nothstandes zu sorgen, damit Die SchulDgefangenen ihre Familien ernähren und der Verbreitung der Ty- phuS-Epidemie in den vollgepfropften engen Zimmern Des Schuldthurmes entgehen können. — Mehrere der von hier nach der Provinz gesendeten Hülfsärzie sind der Typhuspest bereits erlegen; andere sind auf'S Siechbette geworfen. — Wie in der Provinz, so hier in deren Hauptstadt Stockung von Handel uno Gewerbe, Coneurse und Subhastationen, Ausreiße- reien, Proeesse ohne Enve, Exeeutionen und Wirer- setzlichkeiten, Schwindel, Diebstahl, Betrug und Raub. Die Armen stehlen, was nicht niet- und nagelfest ist und man wundert sich kaum Darüber. „Noth bricht Eisen. — In der Provinz geht'S noch viel schlimmer zu, dort werden die Brücken uno Geländer, die Zäune von den Gärten, die LäDen von den Fenstern, Die Stackete von den Kirchhöfen und Gräbern abgebrochen, um in den kalten Ofen, um auf den Feuerherd zu wanvern, mitunter nur — um eine verhungerte Katze zu rösten!
Dornänen-Direction zu ernennen.
VII. Dienstenthebung. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben allergnäDigst geruht: am 20. Dccember 1867 Den Großherzoglichen Con- sul Georg Wort mann in Gibraltar auf sein Nachsuchen von dieser Stelle zu entheben.
VIII. Sterbfall. Gestorben ist: am 19. Ja- nuar der evangelische Pfarrer Georg Schweis gut zu Burkhards.
Berlin, 4. Februar. Die „Nordd. Allg. Ztg." theilt mit, Daß Die Homburger Spielbank-Interessenten noch Schwierigkeiten machten, aber Die endgültig gestellten Bedingungen jedenfalls annehmen würden; anDernfalls sei sofortige Aufhebung Der Spielbank Durch einen Act Der Gesetzgebung zu gewärtigen. -- In Der vorletzten unD letzten Woche Des Monats Januar sind hier Vertreter Der Postverwaltungen Baierns, Württembergs und Bavens zu Besprechungen mit einem Vertreter der diesseitigen Postverwaltung zusammengetreten und ist in Diesen Besprechungen Die Basis zu Den bevorstehenden postalischen Verhandlungen mit Der Schweiz festgesetzt worDen. Es handelt sich darum, einen Postvertrag mit der Schweiz herbeizuführen, Der gegen früher beDeutenDe Porto - Ermäßigungen herbeiführen soll. Es fungirte als Vertreter Preußens dabei der Geheime Ober-Postrath Stephan, als Vertreter Baierns der Ministerialrath Baumann, als Vertreter Württembergs der Geheime Postrath Hofacker unv endlich als Vertreter Badens der Post-Assessor Hefe. — Den landwirthschaftlichen Vereinen in den neuen Provinzen ist Die Portofreiheit gewährt worden, wie sie bereits für Die Vereine der alten Provinzen besteht. Sie bezieht sich auf Sendungen der landwirthschaftlichen Central- und Zweigvereine einerseits und der königl. Behörce an»
Florenz, 1 Februar. Es circulirte bekanntlich seit längerer Zeit das Gerücht, Die Regierung beab- sichtige eine militärische unD maritime ExpeDition gegen Die Republik und Uruguay, was dem Abge- ordneten Comi vor Kurzem Gelegenheit zu einer Interpellation über diesen Gegenstand bot. Der Ministerpräsident gab die beruhigendsten Versicherungen, weigerte sich aber im Interesse seiner Landsleute die gestellte Frage zu beantworten. Heute deutet die italienische Korrespondenz an, daß die Expedition wahrscheinlich gegen Montevideo gerichtet sein werde, da diese Republik sich sowohl bereits früher wie schon neuerdings geweigert habe, Entschädigungspflichten, welche ihr gegen sardinische resp. italienische Unterthanen oblagen, in geeigneter Weise zu erfüllen.
Florenz, 4. Februar. Die Nachricht von dem bevorstehenden Abschluß einer neuen italienisch-fran- zösischm Convention wird von unterrichteter Seite vernentirt; das Ministerium wünsche im Gegentheil auf die alte Convention zurückzukommen.
Rom, 4. Februar, Der „Observatore" deinen- tirt Die Nachricht, daß der Papst den italienischen Bischöfen befohlen habe, für den Sieg der Kirche ein Tedeum zu feiern. Dasselbe Blatt dementirt auch die Mittheilung verschiedener Journale, daß der König Franz II. von Neapel die Abgeordneten der depossedirten Fürsten um sich versammelt habe, um mit denselben sich über Die Befolgung einer gc- meinsamen Politik zu verständigen.
Paris. Nachstehende Betrachtungen stellt der General Cluseret in einem an den „Courier Francis" gerichteten Schreiben über das neue französische Militärgesetz an: „Man muß sich sehr dringlich mit Der Militärfrage beschäftigen und durch jedes mögliche Mittel verhindern, Daß dieses nunmehr votirte und darum unangreifbare Gesetz nicht die beklagenswer- theste Folge, Den Krieg, nach sich ziehe. Zum Krieg- führen beDarf es zweier Dinge: Der Menschen unD des GelDeö. Indem man Die Familienväter in di- recte Berührung mit militärischer Realität bringt, wird man sie nicht sonderlich anfeuern, das Werk ihrer Vertreter dadurch zu krönen, daß sie ihre Er- sparnisse für eine Kriegsanleihe hergeben. Erinnert Euch der mexikanischen Anleihe; behaltet Eure Ersparnisse: dies ist das einzige Mittel, auch Eure
Vermischtes.
Gießen. In der am 3. v. M abgehaltenen Generalversammlung des Handelsvereins wurde von dem Vorsitzenden Herrn Carl Gail eine Uebersicht über die seitherige Thätigkeit des Vorstandes gegeben und unter Anderem angeführt, daß dem bleibenden Ausschuß des deutschen Handelstages zu Berlin die Mittheilung gemacht worden, daß Der hiesige Handelsverein, dessen Ansichten über Erweiterung der Kompetenz der Zollvereinsgesetzgebung, wohin insbesondere gehören: Freizügigkeit, Maaß-, Münz- und Gewichts-System rc. re. zustimme; daß ferner der bleibende Ausschuß ersucht worden sei, dahin zu wirken, daß innerhalb des Zollvereins alle lieber» gangssteuern in Wegfall kommen, sowie daß ein all- gemeines deutsches Versicherungsgesetz für alle Staaten des Zollvereins mit Zugrundelegung der Gleichberechtigung aller deutschen Versicherungsgesellschaften geschaffen werde.
Nachdem hierauf die eingegangenen Corresponden- jen zur Kenntniß der Versammlung gebracht waren, trat dieselbe dem von der ernannten Commission für Eisenbahnen gemachte Vorschlag: „von weiteren Schritten in der oderheff. Eisenbahn - Angelegenheit so lange abzusehen, bis die Großh. Staatsregierung den in der Kürze wieder zusammentretenden Stän- Den hierüber Vorlage gemacht haben wird", bei. — Der Antrag, betreffend „Handelsbericht" wurde von dem Antragsteller in Folge eines Schreibens des Großherzoglichen Kreisamtes, bezüglich der Errichtung einer Handelskammer dahier", vorläufig zurückgezogen und wird der Vorstand beauftragt, vorerst den Inhalt dieses Schreibens einer Vorberathung zu unterwerfen und der nächsten Versammlung Vorlage hierüber zu machen.
Die Rechnung für das abgelaufene Jahr wird als richtig anerkannt und alsdann die Ersatzwahl des Vorstandes vorgenommen, welche die Wieder- wähl des Vorsitzenden und des Herrn W. Lieblich als Ausschußmitgliedes, sowie die Neuwahl des Herrn Fritz Koch in den Ausschuß, ergiebt.
Nach Erledigung der Tagesordnung übernimmt noch der Vorstand auf eine deßfallstge Anregung des Herrn I. Hanstein hin, bei der einschlägigen Be» Hörde zu befürworten, daß die von Gladenbach nach Rodheirn fahrende Personenpost bis hierher weiterge- führt werde.
Darmstadt, 30. Jan. Das heute erschienene Regierungsblatt Nr. 7 enthält:
(Schluß.)
V. Ermächtigung zur Annahme eines fremden Ordens. Seine Königliche Hoheit Der Großherzog haben allergnäDigst geruht: am 20. Ja- nuar Dem Obersteuerrath August Fabrieins Die Erlaubniß zur Annahme und zum Tragen Des ihm von Seiner Majestät Dem Könige von Italien ver- liehenen Ritterkreuzes des St. Mauritius- unD La- zarus-Ordens zu ertheilen.
VI. Dienstnachrichten. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben allergnädigst geruht:
1) am 1. Januar den Vorstand Der Hofgartenr Direction Hofgarten-Jnfpeetor Carl Heinrich Geiger zum Hofgarten-Direetor, — Den Kanzlei-Gehiilfen auf Der Ober-Forst- und Domänen = Direction Cornelius Leonhard Kramer zum Hofgarten-Kanzlisten, — den Hofgartenwärter Friedrich Heppenheimer in der Großherzoglichen Hofgärtnerei Kranichstein zum Hofgarten-Auffeher, — den provisorischen Gartenwärter Karl Koch zum Hofgartenwärter daselbst zu ernennen — und den Hofgartenaufseher Jacob Schmidt aus der Großheezoglichen Hofgärtnerei Kranichstein in die Großherzogliche Hofgärtnerei Darmstadt zu versetzen; 2) am 7. Januar Den Fr- nanz-Accessisten Julius Hill von AlsfelD zum Lahn- hofs-Jnspections-Assistenten, zugleich Güterexpedicnten der Station Friedberg der Main-Weser-Eisenbahn, — Den Feldwebel im ersten Infanterie-Regiment, Christian Friedrich Schneider aus Groß-Gerau zum Bremser bei Der Main-Weser - Eisenbahn, — 3) am 10. Januar Den Regierungs-Accessisten Eugen Kritzler aus Darmstadt zum Kreisasseffor bei Dem Kreisamte Friedberg, — den Ludwig Wilh. Bayerer aus DarmstaDt zum Lehrer an Der Realschule zu Gießen zu ernennen — unD dem Schulamts - Aspiranten Reinhard Dietz aus Utphe, im Kreise Nidda, Die evangelische Schulstelle zu Ober-Gleen im Kreise AlsfelD, zu übertragen; 4) am 14. Januar Den Rudolph von Helmolt zu Darmstadt zum Kam- merherrn zu ernennen; 5) am 18. Januar dem Schullehrer an Der evangelischen Schule zu Fischbach, im Kreise Alsfeld, Heinrich Klingel die evange- lische Schulstelle zu Grein, im Kreise Heppenheim, — dem Schulamts-Aspiranten Johann Friedrich Jeckel aus Ueberau, im Kreise Dieburg, Die evangelische Schulstelle zu Bermersheim, im Kreise Alzey, — und dem Schulamts-Aspiranten Jacob Stern aus Heppenheim, im Kreise Heppenheim, die israelitische Elementar-Schulstelle zu Storndorf int Kreise Als» felD zu übertragen; 6) am 18. Januar Den Ober» Domainen-Caleulator zweiter Klasse Georg Hoffmann — unD den Finanz-Accessisten Carl Planz aus DarmstaDt zu Ober-Domänen-Calculatoren erster Klasse, — sowie den Finanz - Aspiranten Hermann Kröll aus Frankfurt a. M. zum Ober-Domänen- Caleulator zweiter Klaffe bei Der Ober-Forst- unD
.Kinder zu behalten."
Paris, 4. Februar. Seit einigen Tagen haben Die von verschiedenen Punkten Des Orients, namentlich aber von der unteren Donau eingelaufenen Nachrichten hier neue Besorgnisse für Die Erhaltung Der Ruhe in Den christlichen Provinzen Der Türkei wach- gerufen. Heute erhielt man im Ministerium des Aeußeren Kenntniß von dem Auftreten bewaffneter Banden in Bulgarien; Banden, welche, wie es scheint, ans Den Donaufürstenthümern in Diese Provinz ein- geDrungen sinD. Herr v. Monstier hat auf Befehl Des Kaisers sofort an Den Vertreter Frankreichs tn Bukarest die Weisung ergehen lassen, bei der Regierung des Fürsten Karl Vie energischsten Vorstellungen zu Gunsten einer strengen lleberwachung der rumänisch - bulgarischen Gränzen zu machen. Eben in Diesem Augenblick finDet in Dem Ministerium des Aeußeren eine Konferenz Des Herrn v. Moussier nut Den Botschaftern von, England unD Oesterreich wegen weiterer .gemeinsamer Schritte statt. Man steht mit gespannter Aufmerksamkeit Dem Ganz Der Ereignisse 'an Der unteren Donau entgegen-
London, 5. Februar. In Birrntngham hielt gestern Bright eine Rede, in welcher er Die irischen Angelegenheiten als Die wichtigste Aufgabe Des Par- laments bezeichnet. Eine Trennung Irlands von Großbritannien sei unzulässig, aber es müsse eine Versöhnung angestrebt werden durch Förderung eines unabhängigen Bauernstandes in Irland, in der Art wie dies in verschiedenen preußischen Provinzen statt- gesunden, und durch Abschaffung der Staatskirche, ohne diese jedoch gänzlich zu berauben.
Dublin 5. Februar. Ein großes Meeting von Protestanten hat stattgefunden, viele Mitglieder des Oberhauses wie des Unterhauses waren zugegen. Es wurde beschlossen, eine Petition an die Königin zu richten, worin um Wahrung Der Union, um Ver- theiDigung der irischen Kirche, um Abwehr des Einflusses der Ultramontanen auf ihre Erziehung, gebe«


