Leipriger Fkuer-Versichcrungs-Anstalt, gegründet 1819, Gefammt-Garantiemittel circa fl. 5,000,000»
599) Der Unterzeichnete beehrt sich hiermit zur Kenntniß zu bringen, daß ihm die Conceffion zum Betriebe einer Agentur für obige altrenommirte Anstalt ertheilt worden ist. Derselbe empfiehlt sich zum Abschluß von Versicherungen gegen Feuerschaden, Blitzschlag 2c., auf Mobilien, Waaren, Vieh, Erndteerzeugnisse zu den billigsten, festen Prämien.
Antragsformulare, sowie Anleitung zur Aufstellung von Versicherungen, ertheilt bereitwilligst gratis
Gießen, im Februar 1868. I- H- Fuhr, Agent.
Gesangverein „Harmome "
569) Zu der am 9. Februar, Abends 7 Uhr, im Prinzen Carl stattfindenden
Aben - unterhSlt u it g können Karten bei den Herren L. Bramm, Neustadt, H. Schnell, Marktplatz und Th. Schneider, Maigasse, für Herren zu 18 kr. und für Damen zu 6 kr. gelöst werden. Der Vorstand.
Zucht- und Mast-Vieh-Ausstellung mit Prämiirung.
Internationale
Maschinen-Ausstellung und Markt
von
Maschinen, Geräthen rc.
für Land-, Forst-, Garten- und Haus-Wirthschaft
in
Frankfurt a. M.
am 9. und 10. Mai 1868
von der Süddeutschen Ackerbau-Gesellschaft und dem Frankfurter Laud- wirthschaftlicheu Verein.
572) Programme, Prämienliste und allgemeine Bestimmungen für beide Ausstellungen, Formulare zu Anmeldungen werden auf franco einlaufende Bestellungen gratis verabfolgt:
1) Von dem General-Sekretariat der Süddeutschen Ackerbau-Gesellschaft, Schwanenstraße 11 in Frankfurt a. M.
2) Von dem Sekretariat des Landwirthschaftlichen Vereins, kleine Hochstraße 10 in Frankfurt a. M.
3) Von der Expedition dieses Blattes.
Die Ausstellungs-Commission
Tunoaranhia! - 8. LS. -
603) Reifende nach Amerika befördert billigst
CH r. Wallenfels, jun.
557) Unterzeichneter Macht hiermit bekannt, daß er fick seit dem 25. Januar d. I. in Treis a. d. L. als praktischer Arzt niedergelassen hat.
LS-'. C. Dickorv.
Zur gefälligen Beachtung!
562) In vorkommcnden Fällen empfehle ich mich hiermit einem geehrten Publikum als Taxator bei Versteigerungen vonHaus- geräthschaften aller Art, als : Möbeln, Betten, Weißzeug, Gold- und Silbersachen rc., unter Zusicherung der pünktlichsten und gewissenhaftesten Besorgung des mir Aufge- tragenen. — Zugleich offerirc ich meine Dienste als Mithelfer bei Versteigerungen. Isaak Rothenberger, ________________________Lindenplatz.__________
558) Ein junger Mann, welcher bei der Musterung des Jahres 1867 ein Freiloos gezogen, wird sofort als Einsteher gesucht. Ven wem? sagt die Exped. d. Bltts.
Lansum-Verein.
. 590) Den Mitgliedern hiermit zur Nachricht, daß die Rückzahlung ihrer Einlagen von heute an und in den nächstfolgenden 14 Tagen (mit Ausnahme Sonntags) bei Herrn Ehr. Petri III. in Empfang genommen werden können; zugleich kann daselbst Einsicht von der Rechnung genommen werden.
Gießen, den 1. Februar 1868. _________________Der Vorstand.
565) Ein Mädchen vom Lande, welches sich auszubilden wünscht, kann bei einer Wittwe, bei weicheres zugleich alle Handarbeiten erlernen kann, gegen angemessene Vergütung Kost und Logis erhalten. Nä- heres bei der Exped. d. Bltts.__
594) Ein ordentlicher junger Mensch findet dauernde und leichte Beschäftigung in meinem Atelier. Hans Stix.
,frifcf)6äcäer zu gießen.
Sonntag den 2. Februar. Louis Keil in den Neuenbäuen. Emil Noll in der Löwengasse. Daniel Rühl am Rathhaus.
Kirchliche Anzeigen.
Evangelische Gemeinde zu Hießen.
Gottesdienst.
Am 2. Februar.
Morgens: Pfarrer Landmann.
Nachmittags: Mitprediger-Vicar Drescher.
(Feier des heil. Abendmahls.)
K o p u l i r t e.
Den 26. Januar. Heinrich Rübsamen, Bürger und^Kappenmacher dahier, des Bürgers und Schneidermeisters zu Homberg a. d. O., Heinrich Rübsamen, ehelicher Sohn; und Elisabeth Eiff, Wittwe des verstorbenen
Bürgers und Kappenmachers, Heinrich Eiff, geborne Theis.
Den 28. Januar. Franz Albrecht Haustein, Bürger und Postbureaudiencr dahier, ein Wittwer; und Karoline Möhl, des verstorbenen Bürgers und Metzgermeisters, Jakob Melchior Möhl, eheliche Tochter.
Getaufte.
Den 26. Januar. Dem Zug-Oberfeldwebel im 1. Großh. Jägerbataillon dahier , Philipp Thomas, ein Sohn, Adolf Emil Ehristian Johann Adam Apollonius, geboren den 13. December 1867.
D enselben. Dem Bürger zu Klein- Linden und Gensd'arm zu Pferd I. Classe, Johann Röder, ein Sohn, Georg Karl, geboren den 25. December 1867.
Beerdigte
Den 24. Januar. Christine Wagner, geborne Bender, Wittwe des verstorbenen Bürgers und Schneiders, Martin Wagner, alt 76 1.1 M. 5 T-, gestorben den 22. Januar.
Den 26. Januar. Johann Ludwig Scheid, Bürger zu Steinbach und Schäfer dahier, alt 69 I. 2 M-, gestorben den 24. Januar.
. Denselben. Ein ungetauft verstorbener Sohn, des Bürgers und Schreinermeisters, Ferdinand Krailing, geboren den 24., gestorben den 25. Januar.
Den 28. Januar. Wilhelmine Sophie Cäcilie Backhaus, des Großh. Hofgerichts- Canzlisten, Friedrich Backhaus, eheliche Tochter, alt 2 I. 6 M. 5 T-, gestorben den 26. Januar.
Denselben. Ludwig Philipp König, Bürger und Bierbrauer dahier, alt 42 I. 7 M. 28 T-, gestorben den 26. Januar.
Den 30. Januar. Anna Rohm aus Wetzlar, alt 7 I., gestorben den 28. Januar.
Denselben. Wilhelm Hillgärtner aus Climbach, alt 22 I-, gestorben den 29. Jan.
Die Pfarrgeschäfte in der nächsten Woche besorgt Pfarrer Landmann.
Börsennachrichten.
30. Januar 1868.
Preuss. 4l/2% Obi. — Frankf. 3 >/3% Obi. 823/g Nass. 4i/3% Obi. 941/g
Kurh. 40/0 Obi. 891/2
Hess. 40/g Obi. b. Roths. 90</g „ 3y2% do. do. 85
Bayer. 5$/q Obi. 1015/s
„ 4V2O/o 1 jährige 94
„ 4‘/Wo ‘/jjährige 93y4
Würtemb. 41 /2% Öbl. 94
Baden 4,/2% Obi. c. E.L. 93s/4
Oestr. 5°/o b. R. 60‘/4
„ 5% National 533/4
, 5% Metall. Obi. —
„ M. steuerf. 483/4
Amer. 6°/q 1881r Bds. 777/g „ 6% 1882r 76 ‘ §
Actien,
Frankf. Bank 127
Oester. Bank 662
„ Creditact. 185^
Darm st. Bankact. 213'/z
Prioritäten.
50/g östr. F. St. E. B. 2431/2
Ludwigsh.-Bexbach 1567/s
Maxbahn 106% Bayer. Ostbahn 1197/8
Hess. Ludwigsbahn 1305/g 3% östr. Stab.-Prior. 521/4 3% östr. g. Lombard. 421/$ 3% Livorneser 271/s
Toscaner 411/4
Frankf. Hypoth.-Bank — Frankf. Vereins-Kasse — 5% Elisabeth-Prior. 743/4 do. II. Emisa. 73
AHileSienslooee.
Kurh. 40 Thlr. Loose 533/< Nassau fl: 25 b. Roth. 381/4 Gr. Hesa. fl. 50 b. R. 143 Gr. Hess. fl. 25 b. R. 425/8 4O/o bayr. Präm. Anl. 997/g 4O/o badische Loose 98h?
Badische fl. 35 Loose 51 xj.k 1858r Prioritätsloose 127 1860r Loose 7O7/g 1864r „ 79
Wechsel.
Amsterd. k. S. 1003/8 Augsb. k. 8. 100 Berlin k. S. 105
Bremen k. 8. 97i/4
Cöln k. 8. 105
Hamburg k. 8. 881 /2
Leipzig k. 8. 105
London k. 8. 119'/z
Lyon k. 8. —
Paris k. 8. 947/g Wien k. 8. 987/8 Disconto 3% G.
tieldsorten.
Pr. Gass. Sch. 1 447/8-451/g Div. Cass.-A. — Pr. Friedrdor. 9 57-58 Pistolen . . 9 49-51
n doppelte 9 50-52 Holl. fl. 10 St. 9 54-56 Ducaten . . 5 37-39 20 Frankens!. 9 29-30 Engi. Souver. 11 54-58 Rus«. Imper. 9 50-52 Doll, in Gold 2 27-28
Feuilleton.
Vrtter und Base.
Eine Familiengeschichte.
(Fortsetzung.)
„Und warum nicht?" fragte sie. „Es genügt mir zu wissen, daß Sie ein Verwandter meines herzensguten Onkels sind, ein Neffe, auf welchen er so große Stücke hält, damit ich Ihnen schon um des Onkels willen gut bin!"
„Und um meiner selbst willen nicht auch ein klein wenig, Büschen?"
„Ach, gehen Sie! welche Frage!" flüsterte sie und blickte verschämt zu Boden. „Wir kennen uns ja kaum 1"
„Und hab' ich selber denn gar nichts, was Sie mir freundlich stimmen könnte?" fragte er leise die mit abgewandtem Gesicht dastehende und erglühende Pauline. Sie zögerte einen Augenblick, dann aber wandte sie ihm ihr freundliches Antlitz zu, sah ihn mit ihren treuen blauen Augen offen und theilnehmcnd an und sagte:
„Und doch, Vetter! Wenn Sie nichts andres wären, als ebenfalls einer der armen Verwandten des Onkels, so würd' ich Ihnen schon gut sein, denn .... denn — es ist vielleicht undankbar von mir, cs zu sagen, aber ich kann mir nicht helfen, ich fühle es einmal — es thut Einem in diesem Hause wohl; wenn man auch außer dem Onkel noch eine Seele hat, die Einem freundlich und theilnehmenv begegnet!"
Rudolph sah eine stille Thräne in ihren langen und seidenen Wimpern zittern, welche eine größere Beredtsamkeit entwickelte, als ganze Bücher gethan haben würden. „Liebes, herziges Büschen! wie gut Sie sind !" flüsterte er mit einem warmen Händedruck. „Es ist also die Freimaurerei des Unglücks, die mir Ihre Freundschaft und Sympathie verschafft."
„Sind Sie denn unglücklich, Vetter?" fragte Pauline besorgt.
„Ich? keineswegs! Aber Sie, bestes Büschen?"
„O, ich gar nicht so sehr," sagte Pauline. „Der Oheim liebt mich wie ein Kind, und ich mache mich nützlich, wo ich kann, und die kleineren Kinder sind mir gut, und in einem so großen und vornehmen Hause muß man sich darauf gefaßt machen, auch Leute zu treffen, die Einem nicht ganz gefallen, und man muß sich gewöhnen, auch mit solchen Leuten zu leben."
„Das ist nur eine Wohlredcnheit, Büschen, ein Euphemismus, der da besagen will: man muß sich auch in das Widrige schicken. Aber sagen Sie, Pau-
linchen, wie kommen Sie denn eigentlich hieher?" setzte er hinzu, und dachte auf diese Weise am besten etwas Näheres über das Mädchen erfahren zu können, das ihn so sehr interessirte
„Wie ich hieher komme?" wiederholte sie und ein Schleier von Wehmuth und Ernst überflog ihr freundliches Antlitz. „Hat Ihnen denn Onkel Christian nicht geschrieben, daß ich eine Waise geworden bin — eine vater- und mutter- lose Waise?"
„Nein, fürwahr, das wußt' ich nicht," versetzte er mit inniger Theilnahme und drückte ihr die Hand; „arme, arme Pauline! welch ein hartes Loos!"
„Es wäre ein hartes Loos gewesen, wenn sich nicht der Onkel Commer- zienrath meiner angenommen hätte. Aber kaum hörte er von meines Vaters Tode, — denn meine liebe Mutter war schon vor zwei Jahren gestorben, — so schrieb er, ich solle hieher kommen. Er wußte, daß mein Vater als ein niedriger Beamter nicht im Stand gewesen war, ein Vermögen zu sammeln, und das Bißchen Vermögen meiner Mutter war nach und nach in der Wirth- schaft eingebrockt worden, und die kleine Pension kam nur meinem jüngsten Bru- der zu gut. Da hätt' ich denn unter Fremden dienen müssen, wenn der Onkel sich nicht meiner erbarmt und mir ein Unterkommen in seinem Haus gegeben hätte. Die Tante wollte mich zur Gouvernante ausbilden lassen, allein ich hatte keine Gaben und keine Lust dazu, und der Oheim wollt' es glücklicherweise auch nicht zugeben."
„Und er hatte Recht!" rief Rudolph. „Gouvernante? erste Haussklavin hochmüthiger Emporkömmlinge, Mädchen für Alles, Marterholz für die Launen herzloser Mütter, — welch ein kümmerliches Loos! Und dann ein Mädchen von Ihrer Jugend, Ihrem vertrauensvollen sanguinischen herzlichen Wesen, hinaus- zustoßen in die verdorbene Welt der Vornehmthuerei — das wäre ein Frevel sonder gleichen gewesen, und ich bin froh, daß der Oheim dieß nicht zugab. Aber ehrlich gestanden, Paulinchen," setzte er dann heiterer hinzu, „ich bin in die Genealogie unserer Familie noch nicht genugsam eingcweiht, um zu wissen, auf welche Weise wir beide eigentlich verwandt sind!"
„Wie, das wissen Sie nicht, und doch sind unsere Eltern so genau befreundet gewesen, und ich war so oft bei Onkel Christian in Wetterfeld?" rief Pauline lebhaft, froh daß die Unterhaltung eine andere Wendung nahm. „Erinnern Sie sich denn nicht mehr, wie wir uns das letzte Mal sahen? damals bei der großen Schlittenfahrt, wo der Vater und die anderen Förster nach Wetter-


