Ausgabe 
30.1.1867
 
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Beilage zu Nr. 9 dcs Aiizeigeblattes.

Das Gewerbeblatt für das Großherzogthum Hessen enthält folgenden Artikel : Tie allgemeine Ausstellung in Paris im Jahr 1867, betreffend.

Die Pariser Weltausstellung von 1867 soll am 1. April eröffnet werden. Es unterliegt keinem Zweifel, daß, wenn nicht ganz besondere Ereignisse eintreten, die aber nicht wahrscheinlich find, dieser Termin der Eröffnung eingehalten werden wird. Die Arbeiten sind bereits so weit vorgeschritten, wie dies noch nie, drei Monate vor dem Eröffnungstag, bei einer früheren ähnlichen Ausstellung der Fall war.

Der Ausstellungspalast ist so weit fertig, daß die einzelnen ansstellendcn Nationen bereits mit ihren speeiellen Einrichtungen beginnen konnten und begonnen haben. Man sieht überall Wände rcn Holz errichten, um Salons und einzelne Abtheilungen her- zustcllen, Fußböden legen (was auf Kosten der ausstellenden Staaten geschieht) und Schränke aufftellen. In der französischen Abtbeilung sind schon sehr viele Schränke aufgestellt. In der Kunstgallcrie haben die Wände ihren letzten Anstrich erhalten und sind für die Aufnahme der Bilder bereit. In der Maschinen- gallerie sieht es verhältnißmäßig noch am wüstesten aus. Der große Pont, der in einer Höhe von 20 Hess. Fuß mitten durch die Gallene ringsum zieht und dazu bestimmt ist, dem Publikum von einem erhöhten Weg aus eine lieber» und Aufsicht der Ma­schinen zu gewähren, ist noch nicht ganz, aber nahezu, vollendet. An den Fundationen der größeren und schwereren Maschinen wird gearbeitet. In die zwei Haupt-Ring-Wege der Maschinen- gallerie werden Eisenbahnstränge (auf Kosten der beteiligten Staaten) gelegt; an die Kreuzungepunkte derselben mit den ra­dialen Wegen kommen Drehscheiben zu liegen. Rings um das Gebäude im Park führt eine Ringbahn (auf Kosten der Kaiserl. Commission errichtet), welche mit dem im Ausstellungsgebiet er­richteten Bahnhof in Verbindung steht. Durch diese Anordnun­gen wird es möglich, die mit den Ausstellungsgütern beladenen und von den verschiedenen Eisenbahnen ankommenden Waggons bis in das Gebäude und an die Stellen zu bringen, wo die Güter abgeladen werben sollen.

Alle Fußböden in den Hauptwegen und in der Kunstgallerie, der Gallerte für die Geschichte der Arbeit jc. sind fertig; sie sind nicht gedielt, sondern mittelst eines Cement-Bötons hergestellt. Die Fußböden in den Salons je., welche die ausstellenden Na­tionen aus eigene Kosten herstellen, werden dagegen meistens gedielt.

Unter allen Hauptrundwegen sind 3 Meter breite und 3 Meter (12 Hess. Fuß) hohe, gewölbte Kanäle angelegt, welche zur Ventilation des Gebäudes dienen sollen. Diese Rundkanäle haben zahlreiche Oeffnungen nach oben erhalten, welche mit Holz- gittcrn auf den Wegen überdeckt sind, so daß die Luft in den­selben mit der Luft im Gebäude circuliren kann. Diese Rund­kanäle stehen mit radialen Kanälen in Verbindung, welche außer­halb des Gebäudes im Park in große Schächte ausmünden. Mittelst großer Luftpumpen, die durch Dampfmaschinen getrieben werden, will man.frische Luft aus dem Freien ansaugen, in's - Innere des Gebäudes führen und dort am Fußboden der Rund­wege ausströmen lassen, wogegen die warme, verbrauchte Luft durch die Dentilationsöffnungen am Dachwerk ausströmen soll.

In dem Park, welcher das Gebäude umgibt, herrscht die größte Thätigkeit. In seiner Vollendung wird der Park in der Totalwirkung reizend und in seinen Einzelnheiten vielleicht inter» effanter als das Hauptgebäude. Ueberall erheben sich Bauten, Häuser und Häuschen, Pavillons, Theater, Hallen, Schornsteine rc. An einzelnen Stellen ist man noch mit Planirarbeiten be­schäftigt, während an anderen Stellen bereits schöner grüner Nasen wächst und Baumgruppen sich befinden. Bäume und Sträucher werden hierher versetzt, denn das Marsseld enthielt deren nicht. Das Bett des Flüßchens, welches das Marsfeld i durchströmen soll, ist bereits vollendet und seine Ufer grünen, i Das Flüßchen wird in der Nähe der Militärschule entspringen, j das Marsfeld in Schlangenlinien durchziehen und sich in die Seine ergießen; bevor dies jedoch geschieht, bildet es einen See, in welchem sich ein kolossaler eiserner Leuchtthurm erhebt, dessen Fuß demnächst vom Wasser bespült werden wird. Das Bett des Sees und der Leuchtthurm sind fertig.

Die Bauten im Park sind bereits jetzt schon außerordentlich zahlreich und fortwährend mehren sie sich noch. Vor Kurzem sind russische Arbeiter eingctroffen, um russische Wohnhäuser zu bauen; man kann dieselben täglich in voller Thätigkeit sehen. Auch Oesterreich, das eine Anzahl Bauernhäuser mit Restaura­tionen im Park errichten will, ein böhmisches, ein ungarisches, ein kroatisches re., hat seine Arbeiten jetzt begonnen. Wir sind noch nicht in der Lage, eine vollständige Uebersicht der Ge­bäude im Park geben zu können, weil manche Bauten erst ange­fangen sind, oder noch des Anfangs harren. Fertig wird jedoch Alles bis zum 1. April, dem Eröffnungstag, daran ist nicht zu zweifeln, denn die Bauten werden mit der größten Energie be­trieben und erheben sich außerordentlich rasch. Nur andeuten wollen wir heute einige Anlagen des Parks.

Eine hervorragende Stelle nehmen die 12 Dampfschornsteine mit ihren Kesselhäusern ein, welche das Ausstellungsgebäuve um­geben und die dazu bestimmt sind, den Dampf für die in Be­wegung zu setzenden Maschinen zu liefern. Es ist eine wahre Musterausstellung von Dampfmaschinen-Schornsteinen. Unseres Wissens sind nur 3 derselben mit Gerüsten aufgeführt worden; die anderen alle wurden ohne äußere Gerüste aufgemauert; alle sind, mehr oder weniger, zierlich und aus verschiedenfarbigen Backsteinen aufgeführt.

Photographische Anstalten werken sich mehrere im Park be­finden, in welchen Jeder sein Conterfei abnehmen lassen kann.

Eine große Bäckerei und Mühleneinrichtung, mit Dampf- maschinenbetrieb, in welcher fortwährend Getreide gemahlen und Brod gebacken wird, befindet sich in dem franz. Theil des Parks. Außerdem ist dort noch eine große Bäckerei mit neuen Backofen- einrichtungen zu sehen. Französische Arbeiter haben ein Wohn­haus für Arbeiter errichtet, das sich durch Billigkeit der Herstel­lung auszeichnen soll. Ein Theater ist noch im Bau begriffen. Eine Holzschneiderei mit Dampfmaschinenbetrieb, eine Diamant­schleiferei, eine Drahtgitterfabrik, eine Schäferei, Bauernhäuser, Schweizerhäuser, besondere Wagenhalle für Eisenbahnwaggons aus Belgien, besondere Gemäldegallerie für Belgien, desgl. eine für Bayern, große Treibhäuser, großes Aquarium, Pavillon des . Kaisers von Frankreich, Palast des Vice-Königs von Aegypten, verschiedene Bauten von Portugal, der Türkei rc. sind theils vol­lendet, theils in Arbeit begriffen.

Ein großartiges Gebäude Circle internationale be­findet sich' nicht weit vom Haupteingange im Park. Dasselbe enthält einen großen Saal, einem Börscnsaale ähnlich, welcher als Gefchästshalle dient, und Geschäftslocale. Rings herum an den Wänden sollen Schreib- und andere Tische aufgestellt wer­den, auf welchen die vorzüglichsten Zeitungen aller Länder auf­liegen werken. Dieses Gebäude soll dem internationalen Verkehr dienen. Nicht nur jeder Aussteller kann Mitglied des Clubs werden, sondern Jedermann, der von einem Aussteller eingeführt wird unv 40 Francs zahlt. In der oberen Etage des Club- Hauses wirk sich ein Speisesaal für 400 Personen befinden und außerdem noch kleinere Zimmer für Gesellschaften von 1050 Personen.

Von den durch besondere Programme und Erlasse der Kai­serlichen Ausstellungs-Commission getroffenen allgemeinen Einrich­tungen wollen wir für jetzt nur einige hier erwähnen und be­sprechen.

Programm für den Generalkatolog in fran­zösischer Sprache. Bei früheren Ausstellungen wurde der Generalkatolog nach den Nationen zusammengestellt und bildete demnach eigentlich nur eine Reihe von Specialkatologen. Um jedoch die Arbeiten der Jury zu erleichtern, hat die französische Commission beschlossen, den Generalkatolog im Jahre 1867 nach Gruppen herauszugeben und in demselben die Aussteller nach Nationen und Classen anzuführen.

Der Generalkatalog soll in 10 Lieferungen erscheinen, deren jede folgenden Titel führt :

1. Lieferung. Einleitung mit vier Takeln (nämlich per­spektivische Ansicht des Ausstellungsgebäudes, Pläne des Parkes und Palastes, eine Ansicht des inneren Raumes der Maschinen- gallerie). Daran schließen sich eine Beschreibung der Listen der französischen oder fremden Commissionen der Jury, eine lieber-