Ausgabe 
26.1.1867
 
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3. Emil Becker, Taglöhner von Gießen, wegen desgl. im H. Rücksalle in eine geschärfte CorrectionshauSstrafe von 4 Monaten.

4. Johann Müller von Battenfeld, wegen Diebstahls und Unterschlagung im V. Rückfalle in eine geschärfte CorrectionshauSstrafe von 4 Monaten.

II. Am 23. Januar d. I. wurde

1. Ludwig Balser, Joh. Balser 4. Sohn, von Rödgen, von der Anklage der Körperverletzung freigesprochen.

2. Die Untersuchungen gegen

a) Wilhelm Bath II. und 14 Cousorten zu Rieder-Eschbach, wegen Verletzung der Amts- und Dienstehre,

b) Katharina Elisabeth« Ackermann von Wabern, dermalen dahier und Consorteu, wegen Diebstahls und Diebstahlsbegünstigung wurden vertagt. __________________

Verzeichn der bei Großh. Bezirksstrafgericht Gießen zur Ab- urtheilung kommenden Untersuchungen.

I. Am 30. Januar d. I.:

1. Gegen Georg Ludwig Krämer von Ober-Roßbach und Consorten, wegen Gewaltthätigkeit.

2. Gegen Heinrich Dörr von Flensungen, wegen Diebstahls.

3. Gegen Katharina Hofmann von Stangenrod, wegen deSg).

4. Gegen Hermann Wagner von Oberrosphe, wegen desgl.

Lebensversicherung. Welche wachsende Benutzung die Lebensversicherung im deutschen Volke findet, zeigen die neuesten statistischen Ausweise. Nach denselben bestehen jetzt in Deutsch­land nicht weniger als 34 Lebensversicherungsanstalten, welche zusammen eine Summe von 277 Millionen Thaler aus das Leben von 280000 Personen versichert haben. Diese bedeutenden Erb­schaften werden also binnen einem Menschenalter beim Tode der versicherten Personen zur Auszahlung kommen, die pünktliche Fortsetzung der Versicherungen vorausgesetzt. Solche Capitalbil- dungen aus verhältnißmäßig kleinen Beisteuern tragen nicht wenig zur Beförderung des Familienwohlstandes und dadurch auch un­seres Nationalwohlstanoes bei. Zur Begrünoung jener Erbschaf­ten sind im Jahre 1865 103/4 Millionen Thaler an Beiträgen eingezahlt worden; anszugebcn waren in diesem Jahre nur 41/; Million Thaler für 4550 Gestorbene. Die Fonds jener Anstal­ten an Prämienrescrve, Ueberschüssen und dergleichen belaufen sich, abgesehen von den Actiencapitalien, auf 38</3 Million Thaler. Etwa der dritte bis fünfte Theil dieser Summe kömmt auf die älteste und größte deutsche Lebensversicherungsanstalt, die gegen­seitige Gothaer Bank, allein, aus deren Casse bereits 18i/2 Million Thaler an die Erben gestorbener Versicherten gezahlt und 7 Millionen Thaler Ucberschüsse als Dividenden an die lebenden vertheilt worden sind.

Aerztliche Verordnung.

Von zahlreichen Aerzten sind die Johann Hoff'schen Malzheilfabricate, das Malzextrakt-Gesundheitsbier, die Malz- Chocolade, das Chocoladenpulver, der Brust-Malzzucker und die Bonbons aus der Dampfbrauerei und Chocolarenfabrik des Kö­niglichen Commissionsrathes und Hoflieferanten Herrn Johann Hoff zu Berlin, Neue W lhelmsstraße 1 (dessen Filiale in Köln, Comödienstraße 26), als heilsam bei Gicht- und Rheumatismus- Leiden anerkannt. Neuerdings ist ein Schreiben von einem Pri- vatmanne eingegangen, demzufolge der Gebrauch des Hoff'schen Malzextract-Ge>undheitsbieres bei einer schon 7 Jahre andauern­den Bleigicht von Seiten des Arztes angerathen worden ist, und sei hiermit dasselbe im Interesse ähnlich Leidender der Oeffent- lichkeit übergeben. Es lautet :

Berlin, 15. September 1866. Vor 7 Jahren habe ich mir durch meine Beschäftigung eine Bleigicht an den Armen und Beinen zugezogen, welche sich so verschlimmert hat, daß es mir seit 3 Monaten nicht möglich ist, meinem Geschäft vorzustehen re. I. Flath, Anstreicher, Admiralsstraße 11" (Beifügung des Arztes;)Dem kranken Anstreicher Flath wird das Malzextr ac t - G esund h e it s bier gewiß zuträglich sein. Dr. Koch.

Mit dem Verkauf der ächten Johann Hoff'schen Malzprä­parate ist Herr I. Wallach in G i e ß e n betraut. (299)

Zur laudwirthschastlichen Unterrichtsfrage.

(Aus der landwirthschaftl. Zeitschrift.)

Die laudwirthschastlichen Vereine von Starkenburg und Ober­hessen haben neuerdings in vollkommen richtiger Erkenntniß des dringendsten Bedürfnisses unseres Bauernstandes die Gründung besonderer Ackerbau- und landwirthschaftlicher Fort- bildnugsschulen in Anregung gebracht und zur Förderung der Sache namhafte Prämien ausgesetzt, ohne daß dieselbe bei den Betheiligtcn selbst noch den rechten Anklang gefunden hätte. Es ist dies zu bedauern, und verdient die Thatsache in ernsteste Erwägung gezogen zu werden. Einsender dieser Zeilen hat dem Gegenstände schon seit dreißig Jahren die regste Theilnahme ge- schenkt, in Wort und Schrift auf die Nothwenbigkeit besonderer landwirthschaftlicher Fortbildungsschulen hingewiesen, solche auch an verschiedenen Orten seines Wirkens in Ausführung zu bringen gesucht. Dabei hat sich bei ihm die Ueberzeugung festgestcllt, daß es vornehmlich zwei Hindernisse sind, welche der größeren Verbreitung und dem wünschenswertben Besuche der landwirth. schastlichen Fortbildungsschulen entgegenstehen : einmal, daß die größere Masse des kleineren Landwirthes in dem unglückseligen Wahne befangen ist, daß er einer besonderen beruflichen Bildnug gar nicht bedürfe, daß er, so riel er brauche, in der Elementar­schule lerne. Ein zweites Hinderniß aber ist das, daß die bis­herige Vorbildung der Lehrer, die sie in den Seminarien erhiel­ten, eine in fraglicher Beziehung höchst mangelhafte, eine durch­aus genügende zu nennen ist. Um nun das erste Hinberniß zu beseitigen, um also den kleineren Landwirth zu überzeugen, daß er seine Wirthschaft rationell betreiben müsse, um mit den größe­ren Oekonomen und anderen Gegenden eoncurriren zu können, also der besonderen beruflichen Bildung, die die gewöhnliche Ele­mentarschule nicht geben könne, bedürfe, trafen die genannten Vereine die einzig richtige und ganz probate Veranstaltung : wir meinen das Wanderlehrer-Institut. Es hat sich gerade in dieser Beziehung in Württemberg, Rheinpreußen und Rhein- Hessen bereits trefflich bewährt und wird auch von den besten Er­folgen in Oberhessen und namentlich auch in Starkenburg durch die glückliche Wahl in der Person des Herrn Dr. Funk beglei­tet fein. Dessen Vorträge sind, obgleich wissenschaftlich gehalten, doch so populäre, stets die Praxis berücksichtigend, daß sie de» Zuhörer in hohem Grade befriedigen, in ihm aber auch zugleich das Gefühl lebendig rufen, daß ohne Kenntniß der Naturgesetze, die Bestandtheile des Bodens, der Ernährung dcr Pflanzen, der Eigenschaften des Düngers u. s. w. auch die kleinste Wirthschaft rationell, also mit Erfolg nicht betrieben werden könne, und daß darum die Heranwachsende männliche Jugend sich diese Kenntnisse in der Fortbildungsschule aneignen müsse. Sollen die Fortbil- dungsschulen aber die nothwendigen naturkundlichen und land- wirthschaftlichen Kenntnisse vermitteln, dann müssen die Lehrer hierzu besonders befähigt werden, und dies kann und wird am einfachsten dadurch geschehen, daß man bei uns, wie in Würt­temberg und anderwärts, für solche Lehrer, welche sich für die Sache besonders interessiren, landwirthschastlicheLehr- curse einrichtet. Der Besuch kann dadurch leicht ermöglicht werden, daß man diese Curse in die Erndtevacanz verlegt und, wie bei dem bereits stattgehabten Turncursus, jedem Besucher aus Staats- oder andern Mitteln zur Bestreitung der Kosten Tagegelder verabreicht. Die Dauer des Kursus könnte sich auf etwa 6 Wochen erstrecken. In unseren Herren Dr. Funk, Dr. Thiel und Dr. Hallwachs haben wir die vortrefflichsten Lehrkräfte. Wir empfehlen darum unfern Vorschlag der hoheu landwirthschastlichen Centralbehörde, den landwirthschaftlichen Provinzialvereinen re. angelegentlichst.

H. Sch.

Geld-Cours vom 24. Januar 1867.

Preuß. Eaffen-Scheinc .........

st. 1. 44^-45$

Preuß. Friedrichsd'or . ;........

9. 56-57

Pistolen..............

9. 42-44

Doppelte...........

9. 43-45

Holl. st. 10 Stücke...........

9. 48-50

Rand - Ducaten............

5. 32-34

20 Frankenstucke............

9. 25;-26J

Enql. Sovereigns...........

11. 48-52

Ruff. Imperials............

9. 43-45

Dollars in (Mui* ... .......

2. 26-27

Druck und Verlag der Brühl'schen Univ.-Buch- und Steindruckerei (Fr. Ehr. Pietsch) in Gießen.