Ausgabe 
23.3.1867
 
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Befriedigung einmal wieder bewähren, wenn die Vielen, nämlich die hochgeschätzten hie- sigen Theaterfreunde, sich freundlichst recht zahlreich zur Benefiz-Vorstellung cinfänken, um sich das anerkannt classische Werk R a i- mund'S:Der Verschwender' anzu­sehen, welches von den Wenigen, v. h. unsere bescheidene Gesellschaft mit größter Lust einstudirt ist, wodurch denn auch ter Zweck des Benefizes für den Einen, näm­lich meine erwartungsvolle Wenigkeit, in freudige Erfüllung ginge. Auf diese ganz leichte Art wäre Einem, durch Wenige, von Vielen geholfen! Möge daher das hochge- schätzte Publikum diese meine ergebenste Ein­ladung zu geneigtem zahlreichem Besuche freundlichst erhören.

Mit Achtung

Otto Grunert.

Jrifdjöäcfter au gießen.

Sonntag den 24. ML rz. Jakob Vogt in der Wallthorßraße. Karl Steinberger in der- wengaffe. Karl Wallenfels II. an der Wettergaffe.

kirchliche Anzeigen.

Evangelische Hemeinde zu Hießen.

Gottesdienst.

Am 2 4. März.

Morgens: Pfarrer Dr. Seel.

Nachmittags : Mitprediger -Vikar Vigelius.

(Feier des heiligen Abendmahls.)

Passions-Gottesdienst in der Hospital- kirche.

Mittwoch den 2 7. März, Nachmittags 4 Uhr:

Mrtprediger Krug.

Kopnlirte.

Den 17. März. Wilhelm Chriffian Hermann Lindcnstnrth, verwiltweter Bürger und Fuhrmann dahier; und Elisabeths Bastian, des verstorbenen LrtSburgers und Ackermanns zu Günterod, Johann Ludwig Bastian III., eheliche Tochter.

Den 2 1. März. Adolf Karl Wilhelm Stahl, verwiltweter Burger und Kaufmann in Herborn ; und Luise Wilhelmine Witt«, des verstorbenen hie­sigen Burgers und Apothekers, Heinrich Ehristian Witte, eheliche Tochter.

Denselben. Georg 'Nikolaus Rodemer, evan­gelischer Mrtprediger, erster Knabeulehrec und Rector zu La.ckerbach, des verstorbenen evangeli­schen Lehrers zu Dauernheim, Christoph Rodemer, ehelicher Sohn; und Luise Elisabeth Henrike Au­guste Geißmar, des verstorbenen Großherzoglichen Physikats-Chirurgen zu Altenschlirf, Wilhelm Geiß­mar , eheliche Tochter.

Getaufte.

Den 17. März. Dem Bürger und Schuh­macher, Friedrich Simon, ein Sohn, Karl Wil­helm Martin, geboren den 22. Februar.

Denselben. Dem Bürger und Metzgermeister, Karl Sack, eine Tochter, Anna Katharine Theo­dore, geboren den 16. Februar.

Denselben. Dem Ortsbürger in Alten-Buseck und Diener am Veterinär-Institute der Universität, Philipp Körber, eine Tochter, Margarethe Luise Christiane Katharine, geboren den -20. Februar.

D enselben. Tem evangelischen Lehrer, Hein­rich Schmidt, ein Sohn, Heinrich Karl, geboren den 5. März.

Beerdigte.

Den 13. 'März. Ein todtgeborner Sohn des Bürgers und Bäckers, Konrad Ludwig Repp, ge­boren den 12. März.

D en 14. März. Johannette Friederike Karo- line Luise Sonnemann, geborne Ouvrier, des ver­storbenen Großherzoglichen Landbaumeisters, Friedrich Ludwig Sonnemann, hinterlassene Wittwe, alt 80 I. 2 M. 23 T., gestorben den 11. März.

Den 19. März. Christiane Reit, geborne Simshaußer, des Bürgers und Postbedicasteten, Heinrich Reit, Ehefrau, galt 61 I. i M 4 T., gestorben den 17. März.

D en 20. März. Philippine Margarethe l'Alle- mand, geborne Gail, des veistorbcnen Bürgers und Kaufmanns zu Dillenburg, Benjamin Georg lÄlle- mand, hinterlaffene Wittwe, alt 79 I. 3 M. 26 T., gestorben den 19. März.

Denselben. Elisabethe Katharine Christiane Möhl, geborne Schwan, des verstorbenen Bürger« und MetzgermeisterS, Adolf Andreas Möhl, hinter­laffene Wittwe, alt 60 I. 11 M., gestorben den 18. März.

Die Pjarrgeschäfte in der nächsten Woche besorgt Pfarrer Dr. Seel.

Rundschau.

Im Norddeutschen Reichstage ist die General-Dis­kussion über den Verfassungsentwurf zu Ende gekommen. Die i viertägige Debatte hat die Situation bedeutend geklärt, und das Resultat ist die freudige Zuversicht auf das endliche Zustande­kommen einer Verfassung, welche die einzelnen deutschen Stäät- chen zu einem großen Ganzen vereinigen wird. Am meisten hat zur Hebung der allgemeinen Stimmung eine Rede des Grafen j Bismarck in der Montagssitzung bcigetragcn, welche von allen Seiten mit dem größten Beifall ausgenommen wurde, und die * einen sächsischen Abgeordneten zu dem Ausspruch veranlaßte, daß er erst jetzt sich in dcm Parlamente eigentlich heimisch fühlte. Zur Specialdiscussion der Verfassung des norddeutschen Bundes trat der Reichstag anfangs dieser Woche ein und da bei Schluß unseres Blattes schon mehrere Artikel des Verfassungsentwurfs ihre Annahme mit cntschiedencr Majorität gefunden hatten, so zweifelt man nicht, daß längere Zeit als vier Wochen für Be- rathung darauf gehen werden. Schon während der General- und jetzt auch bei der Special-Discussion haben mehrere Redner das Schreckgespenst einer etwaigen Vereinigung der süddeutschen Staaten mit dem Auslände heraufbeschworen, obgleich Graf Bismarck mehrmals in seinen Reden hervorgehoben hat, baß die militärische Verbindung zwischen Nord- und-Süddeutschland bereits seit dcm Friedensschlüsse vertragsmäßig fe st g e st e l l t sei. Zum Er- staunen Aller veröffentlicht plötzlich der Preuß. StaalSanzeiger zwei gleichlautende Actcnstucke, welche wohl als nicderschlagendes Pulver auf die großsprecherischen Erklärungcu des Herrn Thiers in der französischen gesetzgebenden Versammlung (siehe unten Frankreich) dienen sollen. Man muß eS Bismarck lassen, er ist ein vorsichtiger Arzt, er gibt seine Pillen und Mixturen nur nach und nach ein, damit sie desto nachhaltiger wirken können. Die beiden vorerwähnten Actenstücken beziehen sich aus die Friedens­schlüsse mit Bayern und Baden und sind gleichlautend für jedes dieser beiden Länder. Sie beginnen :Se. Maj. der König von Preußen und der König von Baiern (Großherzog von Baden), beseelt von dem Wunsche, das künftige Verhältnis der Souveräne und Ihrer Staaten möglichst innlgst zu gestalten, haben ic.

Art. L Zwischen Sr. Majestät dem Könige von Preußen und dcm Könige von Baiern (dem Großhcrzoge von Baden) wird hiermit ein Schutz- und Trutzbundn ß geschloßen. Es garantiren Sich die hohen Contrahenten gegenseitig die Jntegntät des Gebietes Ihrer bezüglichen Länder, und verpstichten Sich, im Falle eines Krieges Ihre volle Kriegsmacht zu diesem Zwecke einander zur Verfügung zu stellen.

Art. 2. Se. Majestät der König von Baiern (Großherzog von Baden) überträgt für diesen Fall den Oberbefehl über Seme Truppen Sr. Majestät dem Könige von Preußen.

Art. 3. Die hohen Eontrahenten verpflichten Sich, diesen Vertrag vorerst geheim zu halten.

Art. 4 bestimmt Näheres über die Ratifikation, die gleich­zeitig mit der Ratifikation des Friedcnsvertrages (bei Baiern spätestens am 3. Septbr., bet Baden am 21. August) erfolgen Zollte.

Hoffentlich wird Bismarck bei einer gelegenem Zett noch anderweitige solche Verträge nachfolgen lassen und gebührt ihm fonach die Ehre, jetzt schon facltsch bei einem Kriegsfall das gesummte Deutschland, freilich noch ohne Oesterreich, unter einen Hut gebracht zu haben, denn es ist unter solchen Um­ständen wohl nicht anders zu erwarten, daß auch mit Württem- I berg und Hessen bereits solche Verträge bestehen.

Oesterreich ist im Begriff, das Siegel auf den Dualis- mus zu drücken. Der Kaijer ist nach Pesth gereift, um sich in aller Farm zum Könige von Ungarn krönen zu lassen und die Vereidigung des neu bewilligten Ministeriums vorzunehmen. Aber trotz des außerordentlichen Jubels, mit dem man ihn überall be- grüßte, trotz aller Loyalitätsversicherungen und Dankvoten muß seine Stimmung durch Die Hast getrübt werden, mit Der man bet allen fpecifisch ungarischen Behörden die kaiserlichen Adler von den Wappen entfernt, noch mehr aber durch das Votum der Dcputirtentajel, das die MilitärauShibung allerdings bewilligt, diese Bewilligung aber als ein Vertrauensvotum hinstellt, das , man dem Mminerium Andrassy giebt und zu dem man sich aller i Wahrscheinlichkeit nach einem andern Ministerium gegenüber kaum bewogen fühlen würde. Für das Kaiserreich wird durch Ein- führung von Postanweisungen zum Behuf der Geldübermittlung i eine wesentliche Erleichterung im Postverkehr eintreten.

Frankreich scheint sich mit dem Gedanken einer Einigung ! Deutschlands durchaus nicht versöhnen zu können; Die von Thiers schon seit geraumer Zeit angefünDigte Interpellation in Bezug auf Die äußere Politik Der Regierung Der preußischen Machter- ! Weiterung gegenüber ist von Demselben jetzt erfolgt und vom i aesetzaebenDen Körper mit ungeteiltem Befall aufgenommen worden. Zn allen Kreißn herrscht ein gespanntes Interesse

sßr diese Erklärungen und Verhandlungen. Kaum i|t man über die Pression hinweg, welche angeblich Die Regierung auf Preußen in Bezug der Ausführung des in den Nikolsburger Frieden hmeingeörachten Paragraphen über eine etwaige Abtretung .Nordschleswigs ansüben sollte, so giebt man sich Muhe, einen neuen Zankapfel zu finden, und wirst als solchen, Luxemburg hin, das Frankreich sich von Holland gegen eine entsprechende