, Druck und Verlag der Brühl'schru Druckern (£r. <5 br. Pietsch) in- (Siffien.
Redaclion
sei gegen Garibaldi und die Aktionspartei gerichtet gewesen, weil dessen Einfluß unbequem und gefährlich geworden sei.
--Die Ernennung Magne's zum Fiuauzmmlster und Picard's zum Minister des Innern ist im „Moniteur" veröffentlicht. . ,
__Es ist eine russische Note wegen der orirnta- lischen Frage vor wenigen Tagen dem Marquis Moustier mit« getheilt, in welcher Frankreich aufgefordert wird zu gemeinsamen Schritten gegen die Türkei, da Rußland seine Pflichten gegen die christliche Bevölkerung der Türkei nicht außer Augen lassen dürfe.--An „Moniteur de l'Armee" zeigt die Dienstcnt-
laffung des Marquis de Gallifet und des Prinzen Murat, die sich kürzlich duellirt hatten, in einer Form an, die beweist, daß der Kriegsminister, wenn er die Ordre dazu hat, wenig Umstände zu machen pflegt. Bon beiden Herren, dem „Monsieur de Gallifet" und dem „Monsieur Murat", heißt es einfach : durch Dienstentziehung außer Aktivität gesetzt.
--Es ist bekannt, daß Frankreich sich an der an die Pforte gerichteten Eollectivuote nur dcßhalb bctheiligt haben soll, um Rußlands Politik in der orientalischen Frage gewisser Maßen zu bewachen und es keinen wichtigen Schritt allein thun zu lassen. Die Pall Mall Gazette thcilt nun sogar mit, daß Moustier dem türkischen Gesandten in Paris selbst eine darauf hinausgehende Erklärung gegeben und jede Unfreundlichkeit gegen die Türkei in Abrede gestellt habe. Aus dieser Versilberung Frankreichs sei wahrscheinlich auch der unabhängige 4.011 der türkischen Antwortnote zu erklären.
--17. Nov. Die Florentiner Regierung hat ihre Bereitwilligkeit zur Tbeilnahme an dem Congrcß unter den drei Bedingungen aussprcchcn lassen, daß derselbe zu Paris abgchalten werde, daß ihm eine Einigung über die Grundlagen der Berathung vorhergehe und daß Räumung Seitens der französischen Truppen vorher erfolgt sei. Die Fortdauer der Occu- pation mache die Stellung der Mächte untereinander ungleich und trage dazu bei, die Feinde Italiens zu ermuthigen und die Leidenschaften der Parteien wach zu erhalten.
--17. Nov. Indem der heutige „Moniteur in seinem Tagesbericht die Thronrede des Königs von Preußen wicdcrgibt, constatirt er, daß die Sprache des Königs in hohem
Verkauf der Inseln an die Vereinigten Staaten schon seit dre Jahren geführt worden und dürste nunmehr die Unterzeichnung des Contracts Seitens des dänischen Gouvernements und des amerikanischen Gesandten in Kopenhagen, Zjeaman, schon in den nächsten Tagen erfolgen. Im Jahre 1645 hat Dänemark sich in ähnlicher Weise seiner ostindischen Colonie Trankcdar an England entschlagen. Die „Conservative" bemerkt ganz ricktig, daß es bester sei, die Inseln jetzt für eine gute Summe zu verkaufen, als sie später durch emfacke Annecttrung erner anderen Mackt ohne Entschädigung zu verlieren.
London. Napoleons Ansichten auf das Zustandcbrmgen einer Conferenz zur Besprechung der römischen Frage sind sehr schwach. Kaum eine Macht Europa's, Spanien met- leicht ausgenommen, ist dem Eongrcste hold und alle baden Bedenken, sich an der Ehre zu beihciligcn, ihr Land m rrgcnv einer Hauptstadt Europa's am grr'tnen Tische vertreten zu scden, damit es eine Frage ordnen helfe, die ohne fremde E>n- mischnng vielleicht schon gelöst wäre. Der „Globe da t cme Ueberfchau über die Großmächte und meint, Preußen habe gewiß kein Jntereste, den Kaiser von Frankreich durch a. Heck nähme an einer Conferenz aus der Verlegenheit zu ziehen und so vtc leicht ein Bündniß zwischen Frankreich und Italien anskommen zu lassen^ Rußland sei in ähnlicher Lage; Oesterreich wünschte sich möglicher Weise durch seine Bctbeiligung dem Kaiser -,"'0- leon angenehm zu machen. Nun hege zwar auch tue briti, c Regierung freundschaftliche Gesinnungen gegen Frankreich; aver was könne England thun? Eine „Garantie" von zetten Englands würde in dieser Frage eine leere Form, ein SAwlt scu,, und es würde atich keine englische Regierung sich anmaßen, auch nur eine nominelle Bürgschaft zu übernehmen, deren 3'1'C cs wäre, Rom den Italienern vorzuenthaltcn. Was England betreffe, so müßten Italien und der Papst ihre ^«che selber ausmachcn. Da endlich der Papst vom Status quo nicht ad- gehen würde, so verspricht der „Globe" sich vom Congrcß oder Conferenz ganz und gar keinen Erfolg. Wenn England Frant- reichs Freund sei, so sei es eben so gut Italiens Freund, und die französische Intervention habe die einer etwaigen 4.hctlnahme Englands an der Ordnung der römischen Frage entgegcnstchen- den Schwierigkeiten nur erhöht.
Grade friedlich sei. ,
__12. Nov. In demselben Augenblicke, tu welchem der „Moniteur" die italienische Regierung mit Lobsprüchen über- häuft, erhält Lavalctte, der einzige ansrichtige Freund, welchen Italien in den hiesigen Rcgicrungskreiscn hatte, seine Entlassung. Es wird dies genügen, um in Florenz Täuschungen zu zerstören, welche etwa 'an die amtlichen Freundschaftsbethcuernngcn geknüpft werden können. Herr von Lavalette hat das Ministerium des Innern drei Jahre geführt, war jedoch immer mehr Diplomat als Verwaltuugsmann und kümmerte sich nicht allzu viel um die Einzelheiten seines Ressorts Er trat nicht nur, so viel er cs vermochte, für die italienische Einheit ein, sondern verfolgte auch die gleichlaufende Bewegung in Deutschland mit unbefangenem Blicke, und galt daher als eine Hauptstütze der französischen Fricdcuspartci. Illach seinem Rücktritt steht Ronher vereinsamter den chauvinistischen Gleichgewichts- Politikern, sowie den klerikalen Einflüssen gegenüber, die sich jetzt am Hofe so breit machen. Lavalctte's Nachfolger Pinard ist 1801 in Auxerre geboren; er zeichnete sich als Advokat aus, war später Generalproknrator in Dotiai, kam dann in den Staatsrath und half in der letzten Zeit die Vorlagen der Regierung im gesetzgebenden Körper vcrthcidigen. Im höheren Sinne ist er so wenig Staatsmann; doch gilt er als scharfer Jurist und wird im gesetzgebenden Körper immerhin mehr leisten als Lavalette der für die Debatten ganz unbrauchbar war.
Kopenhagen. Das Verkaufsgcschäst, das Dänemark mit seinen westindischen Colonien macht, ist jetzt in der Thal dem faktischen Abschluffe nahe. Bekanntlich bestehen ^dieselben aus den Inseln St. Thomas, St. Croix und e^t. Jean, von denen nur die zweite (St. Croix) dem Mutterland erhalten bleiben soll. Diese Insel darf zufolge eines Contractes an keine andere Macbt veräußert werden, ohne Frankreichs Einwilligung, nnd da augenblicklich keine Veranlassung vorhanden ist, eine solche zu verlangen, so kann selbstverständlich von dem Verkauf der genannten Insel auch keine Rede sein. Der Kaufschilling sür die übrigen betragt midi der Kopenhagener „Conservative" etwa 14 Millionen Rigobankdaler. Wie das genannte Blatt mittbeilt, sind die Verbandlungen über den
Vermischte Nachrichten.
Gicpcn. Am 16. d. M. hat hier der iäinzug unserer neuen Garni sonstruppcn, des 1. Garde-Jäger Bataillone, unter ganz massenhaft«^ whcll- nahine der Bevölkerung von Stadt und Land ftattgrsundcn. ^>e Truppen wurden von dem Bürgermeister und dem Gemcindcrathc an der vhrenpscrle am Seltcrsthor mit einer Ansprache willkommen geheißen, worauf von dem Commandern in herzlichster Weife der Brwillkommnungegruß erwidert wurde und mit einem Hoch aus die Stadt, worin die Truppen einstimmten, endigte. Der Gememderalh geleitete sodann die Truppen in die neu hergerichtct« Caserne. Die Stadt war scstlich mit Fabnen aller Art geubniudt. Abend« war große« Abendessen im Gasthof zum Crnhorn, wozu da« Ofstriercorp» als Gäste der Stadl eingeladcn war. . . .
__ — Schon dieser Tage haben Truppenübungen aus dem Brandplatze stattqesundcn, wozu sich jedesmal «telc Zufchauer tinfinttn. Obgleich die« wohl dem fönst fo menschenleeren Platze eine rechte Lebhaftigkeit gibt, >0 befürchtet man doch wieder aus der anderen Seite, daß die Spuler de» diesigen Gymnasiums, dessen Lehrzimmcr gerade nach dieser Seite res Brands planes hin gelegen sind, ihre Aufmerksamkeit mehr den Lcmmandosiimmrn der Jnstructoren des Militärs als den Worten der Lehrer zuwenden lvrrden und manche Strafen werden wohl wegen Unaufmerksamkeit mehr zu registriren
Tricdbcra. Wir lasen kürzlich die Mittheilung, daß in Darmstadt der erste einjährige Freiwillige in die großherzoglichc Division cingeireten Heute können wir berichten, daß vor einigen Tagen auch dahier ein szrc - williger, ein junger Kaufmann, seine einjährige Dienstzeit begonnen hat.
Darmstadt. 68 circulircn falscbc hessische Funfguldcu fGruntrcntc 1) Scheine vom 1. Sept. 1848, die höchst täuschend na-l-gemart-t, und nur durch eine etwas grellere Farbe, hauptsächlich der Rückseite, von achten zu unterscheiden sind.
Wohl kein Nahrungsmittel ist dem Gesunden wie Rceonvalescrnten^ zuträglicher, al« eine reine, unverfälschte Cboeoladr; übertrifft roch eine gaf'e guter Cbocolade bei weiten, die beste Bouillon am Gehalte de« Positiven Nab- rungestoffcs ! Zur Herstellung billiger Preise sinket f et och sovelseitig llnternnschung Statt, baß ein« garantitt re,ne Qualität zur Seltenbe worben ist. Um so mehr verdient zur allgemeinen Kenntn „ gebracht zu wer den, baß ter Dampf-Ebocoladen-Fabrik von Kranz blollwer» in 6öfn a ,2{ü. welche zu den bebeutcndflen des Zollverein zahlt, au, der Pariser Welt Ltu.'stellung für Reellität, vorzügliche Qualität und 2 >. >gke- ihm Cboeoladen die Preis Medaille zucrkann, wurde D„,e Auszeichnung M um io rbrender, a!« die ertheilte die einzige Medaille ist. welche in der Branifl auf ganz Preußen fällt! Tu Fabrik verdankt den, Prmc.p: nur durchaus reine Waare an den Markt za bringen, ihren verbreiteten Ruf. Zebes grotzere «eschäft sollte fi* zur Pflicht machen, seine Kundschaft nut nrfto, Vn’Wcu m verfeben._______________________________________ V —


