Ausgabe 
20.4.1867
 
Einzelbild herunterladen

des

Volksvertretung, haben bereitwillig Opfer unserer Ansichten, un­serer Wünsche gebracht; wir dursten es in ter Ueberzeugung thun, Daß diese Opfer für Deutschland gebracht sind und daß unsere Einigung derselben wcrtb war.

In diesem allseitigen Entgegenkommen in der Ausgleichung und Ucberwindung der Gegensätze ist zugleich ric Bürgschaft für die weitere fruchtbringende Entwickelung des Bundes gewonnen, mit dessen Abschluß auch die Hoffnungen, welche uns mit unseren Brüdern in Süddeutschland gemeinsam sind, ihrer Erfüllung- hcr gerückt werten. Die Zeil ist hcrbeigekommen, wo unser Deutsches Vaterland durch seine Gesammikraft seinen Frieden, sein Recht und feine Würde zu vertreten im Stande ist.

Das nationale Sclbstbcwußiscin, welches im Reichstage zu erhebendem Ausdruck gelangt ist, hat in allen Gauen des Deut- scheu Vaterlandes kräftigen Wicterdall gefunden. Nicht minder aber ist ganz Deutschland in seinen Regierungen und in seinem Volke darüber einig, tast die wiedergewvnnene nationale Macht vor Allem ihre Bedeutung in der Sicherstellung der Segnungen des Friedens zu bewähren hat.

Geehrte Herren! Das große Werk, an welchem mitzuwir- fen wir von der Vorsehung gewürdigt sind, geht seiner Vollen­dung entgegen. Die Volksvertretungen der einzelnen Staaten werden dem, was sie in Gemeinschaft mit den Regierungen ge­schaffen haben, ivre verfassungsmäßige Anerkennung nicht versagen. Derselbe Geist, welcher die Ausgabe hier gelingen ließ, wird auch dort die Berathungen leiten.

So darf denn der erste Reichstag des Norddeutschen Bun­des von seiner Tdätigkeit mit dem erhebenden Bewußtsein schei- den, daß der Dank des Vaterlandes ihn begleitet, und daß da» Werk, welches er aufgerichtet hat, sich unter Gottes Beistand segenbringend entwickeln wird für uns und für künftige Ge­schlechter.

Gott aber wolle uns Alle und unser theureS Vaterland segnen!

Nachdem der norddeutsche Reichstag >n seiner letz­ten Sitzung am 16. April die Schlußberathung des Venagungs- Entwurfs vollzogen und mit den in ter Schlußberathung er- solaten Abänderungen und Zusätzen mit großer Majorität an- (tenommen hatte, lud ter Präsitent dir Abgeordneten noch ;u einer Sitzung auf Mittwoch den 17. April ein, um hier eine Mittbeilung ter Bundesregierungen entgegenzunehmen. Der gjräücent ertheilte dem Grafen Bismarck das Wort und sprach

Bittet, j, Wollcngaß' Ülc. 27, 28 )eu in viele» M st kau-

UH

frfjäft wird auf ! aus W ihnntni«

Näheres bet

raMkamd»

»"* w

Die Stelle, welche auf tas Verhäitniß zu Süvteutschland Bezug hat, wurde von der Versammlung mit Beifall begrüßt; ebenso die Hinweisung auf die Macht des geeinigten Deutschlands und die zu erhaltenden Segnungen des Friedens.

Als der König die Rede beendet, erklärte ter Präsident der Bundeskommissare, Graf Bismarck,im Namen der verbun- * beten Regierungen und auf Befehl des Königs von Preußen den Reichstag des nordveuischdn Bundes für geschlossen.

Unter einem dreimaligen, vom sächsischen Minister v- priesen ausgebrachten Hoch verließ der König den Saal.

In der luxemburgischen Frage hat die Welt das Ber- söhnungs- und Friedensfest zu früh gefeiert. Der formell erklärte Rücktritt des Königs von Holland von dem Handelsgeschäft hat die Sache keineswegs erledigt, und die Lage ist dadurch nicht um ein Haarbreit günstiger geworden. An den Börsen ist in Folge Der übertriebensten Allarmnachrichten eine außerordentliche Pank einaetreten, und wenn auch nach den amtlichen Auslassungen, soweit solche vorlieg'N, die Hoffnung aus Erhaltung des Friedens aufrecht erhalten werden muß, so ist Die Möglichkeit einer kriege­rischen Eventualität doch durchaus nicht abzuleugnen. Frankreichs Stellung zu der Frage ist nach der am 8. d. M. von dem Mar­quis de Moustier in den Kammern abgegebenen Erklärung äugen- blicklich allerdings nicht so schroff, wie die Journale sie varstelle , indem die Regierung sich als Richtschnur für ihr Verhalten drei Bedingungen auferlegt zu haben erklärt : 1) Zuf 'Euug Großherzogs von Luxe nburg, 2) Zustimmung der regele » g fragten Bevölkerung und 3) das E-nversta idn.ß der Mach e welche die Verträge von 1839 unterzeichnet ^ben. Die erst cieier Bedingungen war bereits erfüllt, die zweite laß ich einiger Vorsicht und Geschicklich'eit schließlich' j^ntaü3 und in Betreff der dritten scheinen Die übrigen rttagsmacht äusier Preuß-n sich indifferent zn verhalten t England hat sich bereits vollkomm-n klar darüber ausgefprochrn, daß eS bet Dem Streit zwischen Frankreich und Preußen durchaus nicht toter flirt ff E wff sich nun fragen, wie die von F aakreich .m «... verstä.dniß mit den anderen Cabinet-n von Europa beabsichtigte Untersuch ang der Klauseln des Tract .tr von 1839 austallt. Unterdessen rüstet, nach neueren Nachrichten von Augenzeugen, Zrankrei h beständig fort und läßt in der -stille bedeutende Mu- n'tionsvorräthe und Art llerie nach der deutschen Grenze ichasten. Eoen o haben verschiedene R gimenter Ordre erhalten Die Eom- pign-en und Bataillone zu vermehren.

deckten Hauptes :

Erlauchte, edle und geehrte Herren vom Reichs­tage des Norddeutschen Bundes!

Mit dem Gefühle aufrichtiger Genugthuung sehe Ich Sie am Schlüsse Ihrer wichtigen Thätigkeit wiederum um Mich ver­sammelt. , . _ , . ,

Dje Hoffnungen, Die ich jüngst von dieser Stelle zugleich im Namen der verbündeten Regierungen ausgesprochen habe, sind seitdem durch Sie zur Erfüllung gebracht.

Mit patriotischem Ernste haben S e die Große Ihrer Auf­gabe erfaßt, mit freier Selbstbeherrschung die gemeinsamen Ziele im Auge behalten. Darum ist es uns gelungen, auf lieberem Grunde ein Verfassangswerk aufzurichten, dessen weijere Entwicke­lung wir mit Zuversicht der Zukunft überlassen können.

Die Bundesgewitt ist mit den Befugnissen ausgestattet, welche für die Wohlfahrt und d e Macht des Bundes unent- behrlich, aber auch ausreichend sind, Den Einzelstaaten ist, unter Verbürgung ihrer Zukunft durch die Gesammtheit des Bundes, die freie Bewegung auf allen Den Gebieten verblieben, auf welchen Die Mannigfaltigkeit und Selbstständigkeit der Ent- Wickelung zulässig und ersprießlich ist. Der Volksvertretung ist diejenige Mitwirkung an dör Verwirklichung der großen nationa­len Aufgaben gesichert, welche d'm Geiste der bestehenden Lan­desverfassungen und dem Bedüriniß Der Reg'erungen ent-pncht, ihre Thä igkcit von Dem EinverstänDniffe Des Deutschen'soltes ge-

Wte Alle, die wir zum Zustandekommen des nationalen Werkes mitgewirkt, die verbündeten Regierungen ebenso wie. Die

Ä-H lt4t» Piötttr

O1)11

Kleiber ter«ntt __ 1S Ver '^Satilheiin . 33 .©immer " 7tRWer in "">» fc, ü üeW61 [* 46 f, o fi ,' «eil «l Stroit in 10 Bibeln, - «inten berconfiftoriai, 6er ®tmeinDe r Blecher in »rn her Fran Murg weiter Bullen Kleider 3^,- h-, uon i) Herrn Gon- lim 65 fi., _ in Ranstadt born 18 p., i Herrn Singel be in Herborn der Gemeinde Pfamr Colli- cob Hahn hon IfL, »on p. 12 fr., - bürg, 3 fl, - ich 40 fL, - stMosi, - anliurt Zevz frühnm Be-

iomite.

i Anfragen zu t torjubeugen, ichen Pubiikuin och bei Herr» sse wohne und ch wie m alle ch außer dem e bei billigen

derselbe FvlgcnDcS : _ . .

Rachdem Der Hr. PräsiDent des Reichstags mir gestern die amtliche Ausfertigung der Beschlüsse dieses hohen Hauses über tun Entwurf der Verfassung des norddeutschen Bundes überreicht hat sind Die Bevollmächtigten Der verbündeten Regierungen qcste'rn Nachmittag zu einer Sitzung zusammengetreten »nd er­laube ich mir, das Protokoll dieser Sitzung zu verlesen. (Cr »erlieft Das Protokoll, nach d-ssen Inhalt Die BundeSbevollmach- tiaten einstimmig Den Derfassungsentwurf, wie er auS Der Schlußberathung hervorgegangen, angenommen haben-j kBravoI Die Commissarien Der verbündeten Regierungen baten mid) ersucht, dies zur Kenntniß Der Versammlung zu bringen, mit dem Hinzufügen, daß Die Regierungen bereit feien, Die Ver- Sung in Dieser Gestaltung, nach Maßgabe Der in Den e in leinen LänDern geltcnDen Verfassungen zur Altung zu bringen. In Folge dessen erkläre ich aus Grund der Machtvollkommenheit, welche die verbündeten Regierungen dem Könige von Preußen übertragen haben, und auf Grund Der Vollmacht, welche der König mir erthe.lt hat, Die 8 tri« fung

N ordd. Bundes für angenommen durch Die zum sRorDD Bunde verbündeten Regierungen. («ravo ) Graf Bismarck verliest alsdann eiste Botschaft des KomgS, »riebe anzeigt, daß Der Reichstag heute Mittag 12 Uhr im 'IBeifecn Saale Des k. Schlosses geschloffen werden soll, und Die Mitalieder iu diesem Akte einladet."

Mittags 12 Uhr versammelten sich Die Mitglieder Reichstags im Weißen Saale des königl. Schlosses; alle »rate Honen waren vertreten unD es fehlten nur wenige Der h'-r noch anwesenden Abgeordneten. In der Hof löge »schienen die Kon giu, die Kronprinzessin mit ihrem ältesten «ohne, die Prinzes ?mnen Karl und Friedrich Karl, letztere mit ihren beiden a test n Töchtern. Die Logen der Botschaster und des diplomatlftM Eorps waren gefüllt. Um 12'/» Uhr erschienen sammtl.che Ver- tretet der Bundesregierungen unter Vorantritt des Grafen Bis­marck; wenige Minuten darauf betrat der König, gefolgt von Den Prinzen, Den Saal. Präsident Simson rief :Se. könig­liche Majestät von Preußen, Der Schirmherr des Norddeutschen Bundes, lebe hoch!" Die Versammlung stimmte lebhaft Dreimal in das Hoch ein. Der König nahm aus den Händen des Gra­sen Bismarck die Thronrede entgegen und verlas dieselbe be-