Ausgabe 
18.9.1867
 
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Desinfecttons - Mittel.

Da« Princip ttr Süvern'schcn iL'ujferrtinigung besteht in einer chemijchen Füllung unv Ausscheidung der tue Shjufitr verunreinigenden organischen und mintiulifdjcn Matcricn unv i|t al« solches neu.

Der bauliche Thcil der Anlage ist ebensalls eigcnthümlich, besonder« in so weil er zwei wichtige Forderungen schon erfüllt, nämlich:

a) Da« Wasscr von seinen chemisch auSgeschictenm Schmutz- stoffen zu irennen, so ratz dasselbe klar unv sardlvs wie Queuwaffcr abstictzi;

b) die au« dem Schmutzwasser geschiedene Masse kostcnlo« in eine mit dem Spaten st.chbarr Dungcrinasse üb.rzusupren.

Dem Schmutzwasser werden nicht allein seine <Stnt|lv|ft u. v aßt darin susp.ndirt n Materien vollpandig entzogen, sondern auch ein großer Thcil der chemisch in ihm autgelosten uiiueraliichen und fäulnitztahigen organischen Materien, Nach mehrsachen Aua- sysxN von L)r. Grouven verlicit es in Summa je nach seiner Unreinheit und VoUkomuicnhc.t der Prozedur:

5O75% seiner stickllvssyaltigcn orga-.ischen Materien, 5575% seiner slickstogloscn organischen Maiericn, 4065% seiner mtnerattscheii Anihe.ie f,autzcrSand m Thon.)

Diese Ausscheicuilgen geivahikn eine >0 grotze Menge Ovni- postdüngrr, daß eine aut dc»cn Gehalt an Stickstoff, Phoephor- säure und JL1I1 basiric agricuiiuichem,sche Weithberechnung zu einem mehr als gcniigenvcn (p.say cer täglichen Material- unv vetnebö- kosten hinsuhri.

Tit S üvern'sche Desillfecticns - Masse besteht au« drei Stoffen, thcils mineralischer, lhci.s organischer Natur. Tie Mischung richtet sich nach der Natur und Unreinheit des Wassers und vermag der (5rsinder dieselbe für j den spekecllen jsrall aus Grund kleiner, oerumger Proben bestimmt vorji-schretbrn.

Der Rein>gungs-Äpparat ist dir Alt evnstru.it, datz er seine Funktion jahrelang ehne Unterlaß rrsüllen kannz !ödriti'6|ibi ungen sind daber kaum zu sürchteii. llb^n ,v wenig ei» eihrblicher linr- . schleiß der Anlage.

Außer einer Reinigung erzielt diese Methode gleichzeitig eine D e s i n s c c t i v n ^G>eiuchlosmachung) des Scvu.utzwa>s.rs. Diese DeSinsection ist in der Ar, turchgreisend,. datz das avslie- ßendc Wasscr unter keinen Berhältniffen me^r bcla,Irgend au, Cie Gcrucheorgane wirkt. ..... , Lr . ,

Das abfließenre Wasser hat seine Fäulnißsahigkert absolut verloren denn es kann wochenlang in offenen jtueeui und in warmen Stuben stehen, ohne übelrrechenv zu weiden. Jn reinen Kanälen und Gräben stuncenweit slietzenv, wirb es »1 |i>rtuaiaen- der Berührung mit der tuit auch foitwährend biss r, so datz man an schließlicher Tauglichkeit zur Lichtcante nicht zwei,et,. Zucker- sabriken, die an Wassermangel le.cen, konnten dasselbe, nach An­lage geeigneter, großer Sammelbassiiiö wieder zur Stubennäsche und Kondensation benutz n.

Die bekannten graua c ßcn Pilz. Vegetationen, welche sonst den Beden der Abzugsgräben aus lange Strecken hin schwamm- artig überziehen, und d>nen man die üblen Ausdunstungen 111* direkt zuschtcibt, verschwinden gänzlich in dem gerei.dgt.n Wasser.

Die Aiiwetidiit'g der Süvern'schen Methode aus dte -Li»- infection der städtischen Kanäle, behu,s Gewinnung von 607Uu/o der in dcn Kanalwassern besindl chen Dungstosse sche.nt angesichis der dazu von Süvern entworsenen L-ispositivnen

wohl ausführbar und rentabel. Cb e« sich dabei um tägliche Rein gung von 1 Mill, oder 20 Mill. Kubikfuß Schmutz- wasser handelt, ist der Methode gewiß gleichgültig. Sir reinigt d e größten Wass.rmasscn eben so sicher, wie dir klrinstrn. Gbtn so wenig scheint >S fit ju erschweren, wenn die Latrinen der Stadt in das Kana.wasscr mündcn, denn solch ein mit Latrine verunreinigt.« Wasser fuhrt doch höchstens, w e die Kanalwaffer von Paris und tonten maßgebend zeigen, 2 per Mille Trocken­substanz , ist also reiner und nicht so schlimm, al« die Essturicn ter meisten Zuckerfabriken.

Versuche solcher mit Latrine extra vermischter Kanalwaffer nach dieser Voischnst zu dcsinfieiren und zu reinigen, lieferten ein überraschendes Resultat.

Chnc damit einer ruhigen und allseitigen Beratbung der jetzt in v.elcn großen Städten lebhaft vcntilirtcn Alternative : ob ^Kanalisation", obAbfuhr" vorgreifen zu wollen, sprechen wir dos unsere Ansicht dahin au«, daß diese wichtige Frage durch diese (iipntung leicht möglich eine ganz andere Gestalt gewon­nen hat.

Welch hohen Wrrth das Mittel selbst in sanität-polizeilicher Beziehung hat, beweist das nachstehende

Zcugniß dcs Lauiiiueralhs Hru. L)r. Tclbrückzu Halle a. S.

Das Süvern'sche Desin,cct orsvcriahrcn, nelckeSsich be­reits zur IkSinfkltlcn von Schmutzwässern in Fabriken als vor­züglich biwähri hat, ist neuerer Zeit auch von nur in ausgedehntem Matz,labe auf der hiesigen Strafanstalt und anderweit geprüft wviden, und hat sich auch für Schmutzwasser führende Kanäle, Scnkgiubcn, Latrinen, Goss nsteine ic. al« tin sehr gute« Xcein- s ctivnemilicl bewährt, so daß ich cS in jeder Beziehung allen ni.r bis jetzt bekannten Desinfcciionsn itteln vvrziebe; namentlich über trifft es das (Lucnv triol an Wirksamkeit bedeutend. Dabei habe ich keine üble Nebenwirkung bemerkt und soll c« auch den Vvrthkil haben, daß es den Weith dcs Düngers nicht vermindert, svndein erhöht.

Cbig.S bescheinige ich hierdurch gern auf Verlangen und im allgemciNiN sanitats-polizeilichen Int.resse."

Halle, den 24. Juni Ib67. Dr. Telbriick, Sanitätsrath.

W-iin in gesundheiilicher Beziehung ein Mi.tel verdient, dir allgemeine Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen, so ist e« in der Thal die Beuchsalbe des Herrn Gottlieb Sturzenegger in Herisau, Kt. App nzcll in der Schweiz, gegen Unter- Icibebiüche. Sie verdient dies aus zwei Gründen, einmal, weil dieselbe in weitaus dcn meisten Fällen diejenigen Brüche, Cie ohne Cpcration zu heilen nur möglich sind, ohne jede Ontzundung u. dergl. vollkommen hcilt; zweitens weil unser« Wissens die ganze mecicinische Wiffcnschait zur Stunde noch kein Mittel gegen Uiiteilcibsbrüchc zu Tage gefördert. (5s ist deshalb erfreulich, daß schon eine bedeutende Anzahl der Herren Aerzte die Praxis über die Theorie hinwegfetzen und in Anerkennung ter wuklech vorzüglichen Eigenschaft dcr S t u r zcn e g g c r'schen Bruchialbe d eselbe bei Unieileibolrüdjcn verschreiben und empfeclen. (5294)

Temperatur in Gießen, August 1867 : niederste + 4 0 R.

mittlere '.....+ 13.3« ,

Mittel früherer Jahre *) + 13 71 höchste.............. 23 9

Niederschlag: an 8 Tagen * 06 ilat. Zoll. Mittel früherer Jahre: an 14 Tagen 2,47 . ,

Morgen, Donnerstag dcn 19. Tcptcmbcr, von Nachmittags H Uhr an:

8 cf) i e ß ü 0 u n fl.

Tillmifp: 125 Ccbiitte (aufgelegt). Hciauk sau firn ter v. Sßre benfcbm ß)nbe von 4 Ubr an.

öruchlproise von nad)benaiinit*ii Slädleu und Fruchtuiiirfleu.

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Ort und Datum.

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Mettelvrei« vom Matter.

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Mittelprei« ooui Malter.

Ver­kauft

Mittelpreis vom Malter.

er­kauft

Mittetprei« vom Malier.

Ver­kauft

Mittelprei« kam Malier.

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Gießen, September .

Grimberg, 14.

Mainz, 14.

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Druck und Verlag der Bruhl'schcn Druckerei (8r. (ihr. Pietsch) in Gießen.