Preuß. Waffen - Scheine Preuß. Friedrichsd^or - • • • • Pistolen..............
„ Doppelte ......
HoU. st. 10 Stücke Rand - ............
• 20 Franfenstücke längt Sovereign« Ruff. Imperial« Dollars in Gold...........
st. 1. 45-1
„ 9. 56J-57J
„ 9. >45-47
„ 9. 46-48
„ 9. 51-53
„ 5. 34-36 „ 9 27;-28i
„ 11. 50-54
„ 9. 46-48 „ 2. 271-281
Locales
Anfrage.
Sollte nicht unter denjenigen Eltern, für deren Tochter das Bedürfnis einer höheren Schulbildung vorlicgt, der Gedanke Beachtung verdienen, daß dieselben unter sich eine Commission ernennen und so die so wichtig gewordene Schulfrage selbst in die Hande nehmen und durch Beraihung mit erprobten Schulmännern zum Abschluß bringen '< Ein Unbethciligter.
Beschlüsse
des Gcmeindcraths der Stadt Äicßen aus der Sitzung vorn 7. März 1867.
1. Dem Bieibrauereibesitzer G. Heß dahier wurde bittweis« gestattet, ein WafferzuleitungSrohr unter dem Leihgestern« Weg her nach seiner Brauerei in dem ehemals Helmolt ssten Garten anzulegen.
2. Der Gemcinderath bewilligt zur Anschaffung eines Kohlenkastens und • anderer Feuergeräthe in die Turnhalle einen (Lredit von 8 st. 3 fr.
3. Der Gemeinderath erklärte sich bereit, das Gesuch des Wilhelm Dörr von hier um Dispensation vom fehlenden Alter behufs seiner Verehelichung bei
tritt nach langer Debatte diesem Anträge bei. Darauf ^olgt die , Verhandlung über GeschäftSordnungS-Antrage. Graf Schwerin beantragt den Eintritt in die Schlutzbcrathung, was das Haus auch beschließt. Präsident Simson ernennt tu Abgg. Kannglks>er -um Referenten und Bethusy-Huc zum Correferenten. — ES er- folgen weitere Wahlprüsungen und werden eine große Anzahl von Wahlen für gültig erklärt. Der Präsident theilt darauf mit, daß 207 Wahlprüfungen stattgefundcn haben und baß der Druck des Verfassungsentwurss sowie der übrigen Aktenstücke am 5. März geschehen sein könne. .... .
Oesterreich hat seinen Ausgleich mit Ungarn zwar glücklich vollbracht, ist aber dadurch in die Lage gerathcn, sich Dis- ferenzen mit seinen Ezechcn und Südslaven zu bereiten. Der böhmische Landtag mußte aufgelöst werden, weil seine Majorität eine förmliche Protest-Adresse gegen den Ausgleich nut Ungarn beschlossen hatte, und die Einberufung des Reichsraths der dies- seits der Leitha gelegenen Länder ist in Folge dessen bis zum 30 März vertagt worden. Die Südslaven (Kroaten, Serben rc.) wollen durchaus nicht Heloten der Ungarn werden und agillren für Integrität des „trucmigen Königreichs" nut der lenen Rationalitäten eigenen Leidenschaftlichkeit.
In Frankreich freut sich der gesetzgebende Körper seiner jungen Freiheit, des Jnterpellationsrechtcs; es wird gefragt, die Minister antworten, und die Majorität beschließt einfache Tages- ortnung; so ging es bei der Interpellation wegen des Brief- geheimnisscs und ebenso bei der wegen des Decrets vom 19. Januar. Das ganze macht den Eindruck einer Eomodie, oder erinnert an die großen öffentlichen Gelehrienturniere früherer Jahrhunderte, wo es darauf ankam, wer das letzte Wort behielt. Die Presse saßt es auch so auf und recensirt förmlich die orato- rischen Leistungen. Rvuher hat einen Triumph gefeiert, Ollivier schnödes Fiasco gemacht u. s. w. Die verheißenen Preß- und LcreinSgcsetze können schlechterdings nicht aus dem StaatSrath heraus; es wird so lange daran Herumbcrathen, bis schließlich alles beim Alten bleiben wird, wenigstens der Sache, wenn auch
nicht dem Namen nach. •
In der orientalischen Frage ist noch unmöglich klar zu sehen. Die Pforte soll neuerdings in seiner Note an die Mächte des Pariser Vertrages sich die Einmischung in ihre „inneren Angelegenheiten" energisch verbeten haben; die Zugeständnisse an Serbien werden an schwere Bedingungen geknüpft, und leicht kann es an diesem Punkte zum Eonflict kommen; die Ver- hällniffe zu Griechenland sind bis zum Zerreißen gespannt, cer Aufstand auf Kreta scheint nichts weniger als unterdrückt zu sein.
In Mexico läuten die Tvdtcnglocken des Kaiscrthums. Die Republikaner schließen die Hauptstadt immer enger ein. Die Verbindungen mit dem Meere sind abgeschnitten, von Tag zu Tag darf man die Nachricht von der Katastrophe erwarten.
Vermischtes.
Unfern Lesern wird au« früheren Ankündigungen in tiefen fSlättern bekannt fein daß in Dresden unter dem Titel „Der Agent" eme Zeitschrift b>I h, die'sich die kostenfreie Vermittelung von Stellen, namentlich der kausman u schen und höheren technischen Branchen, i»r Aufgabe gestellt hat. Die Erp^ dition deS genannten Blattes stellt nun die demnachstige Verostentlichung hr S vierteljährigen Geschäftsberichts in Aussicht, der gleichzeitig ein interessantes BÜd der bisherigen Wirksamkeit des Agent geben durfte. Al« ungeiahrer Maßstab für die Bedeutsamkeit des Unternehmens mochte "mstand Nena, daß die Erpedition während des verflossenen Quartal« über 4000 Briefe, Stellen- und Geschäfts-Vermittelungen betreuend, empfing und eine gleiche Anzahl abgesendet hat. Die leidige Eoncurrenzwuth hat übrigens an drei Orlen, nämlich in Hamburg, München und Berlin, versucht, da« Unternehmen, wenn auch in mißlungener Weise nachznahmeii.
Die bei Großh. Bezirkssttafgericht Gießen in öffentlicher Sitzung gefällten Urtheile.
I. Am 28. Februar d. 3. wurden verurtheilt:
1. Johanne« Weißel, Soldat, von Blofeld, wegen -KörperVerletzung, Widersetzung und Verletzung der Amt«- und Dienstehre, in eine Eorrectwn«. ^E"wegen Ä!letzun"/'d« Amt«- und Dienstehre de« Großh. Kreisamt« 33116,1 Wilhelm Väth II., Johanne« Fahz, KaSPar F-Hz, Siegfried Heil.
Wilhelm Hofmann, Lorenz Fritzel, Anton Seibold L, Philipp -^atl), Justu« Kester HI., Christian Köster III., Iustu« Kester 11.
sämmtlich von Nieder-Eschbach, Jeder in eine Geldstrafe von fünf Gulden, dagegen Decker I., Dionifiu« Schneider, Wilhelm Schmidt und
Sophie Schmidt von da von der erhobenen Anklage freigesprochen worden sind.
II. Am 6. März d. I. wurden verurthellt :
1. Karl Neuling und Heinrich Marr von Gießen, wegen Körperverletzung, Jeder in eine Gefängnißstrafe von drei Tagen. Diebstabl«
2. Daniel Nikolai von Beffungen, dermalen dahier, wegen Viebstayi«, in eine geschärfte Eorrection-Hausstrase von vier Monaten. -
3. Philipp Schmidt vo» Llch, wegen Wider,etzung, in eine Gefangen? strafe von sieben Wochen.
?'gegen"Äb"Lu"h, Jakob« Sohn, von Großen-Linden, wegen thät- liche6^gegen«Iohan'nes Schmidt von Maibach, wegen desgleichen, wurden durch Vergleich erledigt.
Die bei Großh. Bezirkssttafgericht Gießen zur Aburtheilung kommenden Untersuchungen.
I. Den 13. März d. I.:
1. Gegen Konrad Möckel V. von Langenhain, wegen Körperverletzung.
2. Gegen Heinrich Damm von Lollar, wegen Widerietzung.
3. Gegen Heinrich Wagner, Balser« Sohn, von Großen-Buseck, wegen öffentlicher thätlicher Ehrenfränkung.
4. Gegen Katharina, Heinrich Rühl« Ehefrau zu Garbenteich, wege Körperverletzung.
II. Den 14. März d. I.:
Gegen Heinrich Philipp und Balthasar Münk von Ober-Wöllstadt, wegen Gewaltthätigkeit, Bedrohung, Amtsehre-Verletzung, Körperverletzung thätlicher Shrenkränkung.
-CourS vom 7. März 1867.
Der reichhaltige Verlag von S. Mode in Berlin bietet de« Mannigfaltigen in Fülle. Haben wir früher au« demselben Verlage beehrende Schriften empfohlen, so wollen wir diesmal einige unterhaltende Schriften erwähnen, welche besonders manchen unserer jüngeren Leser willkommen fein 01,1,17) Boöco'S Zauberkünste. Enthält 253 interessante Kunststücke mit den nöthigen Abbildungen. (Preis 20 Sgr.f. 2) BoScoö Kartenkunste (112 an der Zahl), ebenfalls mit Abbildungen. (Preis 10 Sgr.) 3) »r. »iciitcr, Bomben und Granaten aus gezogenen Kanonen. Enthatt 400 Anekdoten, Schnurren, Schwänke, Rälhfel ,c. und ist besonders emp,ehlens. werih (Preis 10 Sgr.) I) Max 'Xichtcr, Der unverwüstliche Ge e - schafter! Enthält eine reichhaltige Sammlung von uiiterhallenden Gesell- schafts-Pfänder-Spielen nebst Pfänderauslöfungeii >.., koimfche Vorträge, .Sie- der Eommando deS Contredanse und Quadrille a la cour etc. Wer ein lustiger Gesellschafter werden will, der möge dieses Buch stch an,chasten.
$ie genannten Schriften hält übrigens jede Buchhandlung vorrathig.
Großherzoglichem Kreisamte zu unterstützen.
4. Dem Lehrer Jung wurde bittweise und gegen Entrichtung einer jährlichen Zinse von 12 fr. erlaubt, von dem zwischen dem Feldwege in der SkephanSmark und seinem Hofe liegenden städtischen Eigeuthum, so viel als für feine Zwecke iiöthig, als Fahrt benutzen zu dürfen. ~
5. Zur Fortsetzung bezw. Beendigung eines, die Geschichte der «ladt Gießen betreffenden, interessante und wichtige Urfunden enlhaltenden Werks wurde vom Gemeinderath weitere Bewilligung gemacht.
6. Dem Ludwig Keßler wurde derjenige Theil seines Gartens, den die Stadt zur Herstellung einer Straße nach dem Bahnhofe hi» erworben, und welcher bis jetzt noch feine Verwendung gefunden hat, für 5 ff. auf 1867
pachtweise überlasten.
Redaktion, Druck unv Vertag ter Lrühl'schen Druckerei (Fr. Ehr. Pietsch) in Gießen.


