Ausgabe 
4.5.1867
 
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der Türkei und Griechenland entbehren der Begründung. Ja Betreff Eanria's soll der französische Gesandte neuerdings Vie Abtretung an den Dice-König von Aegypten angerathcn haben, der die Insel sodann an Griechenland übergeben sollte. Omer Pascha hat seine Truppen concentrirt, um gegen Spakia zu operiren.

Aus New-Uork wird gemeldet, daß nach Berichten au« Mexico Puebla von den Liberalen genommen wurde, und der Commandirende, General Diaz, die Officiere ter Garnison ent­haupten ließ. Ein dem Senate der Bereinigten Staaten vor­gelegter Vorschlag zur Vermittelung in ter mexikanischen Frage ist für die nächste Session ausgeschoben worden.

Locales.

Beschlüsse

des Gemcinveraths der Stadl Gießen aus der Sitzung vom 2. Mai 1867.

1. Wilhelm Schmidt von Fellingshausen, welchem in Folge des Be­schlüsse« de« Gemeinderalh« die Fortsetzung de« ohne Erlaubniß begonnenen, schon ziemlich vorgeschrillenen Bauwesens in seinem Garten am Rodt von der Po- lizeiverw-ltung war untersagt worden., hatte sich mit einem neuen Gesuch an diese Behörde gewendet, darin seine ftuhrc Bitte wiederholt und zur Unter­stützung derselben letzt Zeugnisse über seine tatellose Aufführung beigelegt. Der Gemeinderath, von jener Behörde zur weiteren Aeußerung veranlaßt, er­klärte, daß er im Princip seinen ersten Beschluß festhalte, dagegen der Polizei­behörde anheim geben wolle, ob bei den, vom Bittsteller beigebrachten gün­stigen Zeugnissen und bei dem Umstande, daß derselbe sein Bauwesen in gutem Glauben begonnen und schon bedeutende kosten darauf verwendet Hobe, nicht eine Ausnahme von dem ausgestellten Grundsätzeder Unzulässigkeit von Wohnungen im freien Felde" zu gestatten sei.

Bei dieser Beranlaffung hielt es der Gemeinderalh für angemcffen, daß zur Abwendung von Nachthcilen von hiesigen Stadtansässigen, da« hiesige Publikum durch die geeignete öffentliche Ansprache über die Nachtheile aufge­klärt werde, welche das Bauen ohne polizeiliche Erlaubniß im Gefolge habe, und er beschloß sofort, in diesem Sinne eine Berwarnung bei Großh. Kreieamte zu beantragen.

2. Ter Gemeinderalh Hal beschlösse», daß von der Ecke des rechtsseitigen Wachthauses nach dem Promenadehaus hin, vorzugsweise im Interesse des Publikums ein Uebergang mit rauhen Steinen gepffasicrr wird. Für die er­wachsenden Kosten eröffnete er zu Lasten der Ueberschuffe von 1867 einen Eredit von 49 st.

3. Ter Gemeinderalh genehmigte, daß cm Stück Wiescckböschung hinter dem Realschulgarten, welche« dem früheren Rcalschulpedellen gegen 1 st. 34 fr. jährliche Abgabe auf Dienstdauer uberlage war, dem jetzigen Realschulpedellen linier gleichen Bedingungen übertragen werde.

4. Eine von der Burgermeistereivcrwaltung angeordnete und zum Vollzug gebrachte Ausbesserung des Schweinmarktplatze« mit Fullgrnnd wurde vom Gemeinderalh gutgcbcißen und der Kostenbetrag mit 7 st. 48 kr. auf die Stadtkaffe angewiesen.

5. Auf Vorstellung mehrerer Gartenbesitzer auf dem Gartfeldc wurde die Räumung des, zur Entwässerung des Letzteren dienenden Grabens angeordnet.

6. Für 3 Ries Polizeianzeigen, welche für den Bedarf der Polizeiver- 1 waltung auf Bestellung der Letzteren waren gedruckt worden, bewilligte der Gemeinderath den erforderlichen Eredit mit 17 fl.

7. Der Schulvorstand beantragt eine Erhöhung des Schulgeldes in den | beiden unteren Elasten der höheren Töchterschule (3. und 4.) und motirirt sie damit, daß durch das »nverhältniß mäßige Ansteigen des Schul­geldes in der I. und 2. Elaste jener Schule (dasselbe beträgt nämlich für die 3. nnd 4. Elaffe 10 und 8 st. für die 1. und 2. Elaffe 16 und 14 fl.) viele Kinder nur die unteren Elasten besuchten, dann aber in die Stadtmädchen­schule übertreten und diese« Verfahren, ohne Nutzen für solche Kinder, nur zu : einer, dem Unterricht nachtheiligen, Ueberfüllung der unteren Elasten der- ! Heren Tochterichule rühre. Ter Gemeinderalh, diese Grunde würdigend, und in der Absicht jenen Uebelstand zu beseitigen, daniit aber gleichzeitig die Interessen der Schule und des Sladlärars zu wahren, erklärte sich mit dem Anträge des Schulvorstandes einverstanden.

8. Dem Gutsinspector Le. pold Krebs von Gladenbach, aus dem Neuhof bei Leihgestern wohne,.d, wurde das Bürgerrecht ertheilt.

9. Der Gemeinderalh gibt auf Antrag der Baucommifsion, welcher die Rechnung über die Gaseinnchlung in der städtischen Turnkalle zur Prüfung übergeben war, leine Einwilligung, daß der Betrag der Kosten (657 fl.) auf die Stadlkasse angewiesen wird. Die Mittel sind, wie bei den Baukosten der Turnhalle geschehen, durch eine Anleihe zu beschaffen.

10. Für die Einfriedigung de« Schulhofs im ehemals Oswald scheu Gar­ten bewilligte der Gemeinderalh die Mittel (54 fl. 24 kr.) aus den 1867ger ; Einnabin «Überschüssen

Tie bei Großh. Bezirkssttafgericht Gießen in öffentlicher Sitzung gefällten Unheile.

I. Am 1. Mai d. 3- wurden verrirtbeitt :

1. «egen Gewaltthätigkeit :

a. Iobanne« Keßler von Alten-Bujeck und

b. Daniel 3hm von Wieseck, jeder in eine Gefängnißstrafe von 14 Tagen

c. 3ohanne« 3hm von Wieseck in eine de«gl. von 6 Tagen

2. Friedrich Ringel von Lollar, «egen öffentlicher Ihätlicher Ehrenkrän­kung, in eine de«gl. von 8 Tagen.

3. Heinrich Wenzel von Steinbach bei Vilbel, «egen Diedsiahl«, in eine CorrectionShauSstrafe von 5 Monaten.

Die Publikation de« Urthcil« gegen 3ohanne« Dach II.. Wirth zu Kirch- Gön«, wegen Bestechung, wurde bi« zur nächsten Sitzung ausgesetzt.

Tie bei Großh. Bczirksslrasgcricht Gießen zur Aburtheilung fommciiDcn Untersuchungen.

Den 8. Mai d. 3- :

1. Gegen 3obanne« Görtz II. von Helbenbergen, wegen Eigenthum«- beschädigung.

2. Gegen 3ohannc« Velten von Großen Linden, wegen Körperverletzung.

3. Gegen Jacob und Eonrad Tesch von Weltcrseld, wegen Grwaltthälig- kcit und Drohungen.

4. Gegen Petronella Wagner von Salzschlirf, wegen Diebstahl«.

Den 9. Mai d. 3. :

1. Gegen Alerandcr Rahn von Großen Eichen und Eons., wegen Kör­perverletzung.

2. Gegen Konrad Friedrich Zinndorf von Rendel und Eons., wegen mehrerer Betrügereien.

Au« S. Mode« Verlag in Berlin haben wir schon sruher verschiedener Schrislcn Erwähnung gelhan. Wenn wir diesmal einigt populäre mediemirche Schrislcn empfehlen, jo gerckieht diese« im 3nleresse derjenigen unlerer gerun- den und leidenden Leser, welckc sich Belehrung verschaffen wollen. Wir meinen folgende Schriften : 1) Dr. Havres, Der kranke Magen und die schlechte Verdauung. 2) Dr. Johnson, Aerztlichcr Ralhgebrr für Nerven- leidende. 3) Dr. Sintic, Heilung ter Giebt und de« Rbeumalismu-. 4) Dr. Williams, Taubheit ist heilbar! 5) Dr Marot, Keine Fleckten und Hautkranlhcilcn mehr! 6) Dr. Hames, Tic Hämoriboilen und ihre Bcfeiligung. 7) Dr. Henry, Haarlcidcn und Haarcrzeugung.

3cdce dieser Schrift chen ist in jeder Buckhandlung für den Prei« vor, 7*/z Sgr. zu haben.

Temperatur in Gießen, April 1867 :

niederste 1,3° R.

mittlere + 7,20 ,

Mittel früherer Zähre + 6,51

höchste.......... . . . + 16,5

Niederschlag: an 27 Tagen, 4.66 Par. Zoll.

Mittel früherer Zähre: an 11 Tagen 1,31 «

Summe des Niederschlag« vom 1. November 1866 bi« Ende April 1867 20,21 Par. Zoll.

im Mittel früherer Jahre (dieselben Monate) 8,93

Geld-t^ourH ccm 2. Mai 1867.

Preuß. Eafferr-Scheine .........i

fl. 1. 45-45]

Preuß. Fricdrichsd ............

9. 57-58

Pistolen..............

9. 44-46

Doppelte...........

9. 45-47

Holl. fl. 10 Stücke...........1

9. 50-52

Rand - Tucaten . ...........

5. 33-35

20 Frankeustücke .... .......

. 9 26;-27J

Enql. Sovereign« ...........

11. 47-51

Ruff. Imperial« .,...........

i 9. 44-46

Dollar« in Gold ........ . |

2. 27J-28J

Rcraction, Druck und Verlag ter Brühl'schen Druckerei (Fr. Ehr. Pietsch) in Güßen.