Druck und Verlag der Brüh loschen Univ.-Bucb- und Steindruckerei (Fr. Ehr. Pietsch) in Gießen.

Städten und Fruchtmärkten

von

stand der Anstalt wartet. Ihren, meistens armen Eltern, stnd ste eine namenlose Last, für ihre Umgebung sind ste ein Gegen­stand des Abscheus, oft selbst des rohen Spottes, von den Irrenanstalten werden sie zurückgewiesen, von den Schulen imd Wohlthätigkeits-Anstalten sind sie regelmäßig ausgeschlossen, ^o verfallen sie meistens einer vollkommenen Verwahrlosung und enden ihr trauriges Dasein im Armenhause ober am Heerde ihres Pflegers, dem die Gemeinde widerstrebend einen niedrigen Preis für dürftigen Unterhalt zahlt. So bilden sie den elend­sten und ärmsten Theil unserer Armen. ....

Hiernach kann es nicht zweifelhaft sein, daß das rege ge­wordene Mitgefühl für die armen Idioten ein gerechtfertigtes ist. Die Endesunterzeichneten sind deßwegen znsammengetreten, nur die Gründung eines Vereins in unserem Großherzogthum anzuregen, welcher sich zur Aufgabe macht, durch Sammlung einmaliger oder wiederkehrender Gaben die Mittel herbeizn- schaffen, eine Jdioten-Austalt zu gründen.

ou diesem- Zwecke soll der Verein Zweig-Vereine i,nd ins­besondere Frauen-Vereine stiften, um dein guten Werke Freunde zu ^e^nii3(ic()e Hoheit, die Prinzessin Ludwig, hat huld­reichst das Protectorat der zu gründenden Anstalt zu überneh­men geruht. Damit aber keine Zweifel entstehen können über den Geist, in dem die Anstalt gegründet werden soll, so mögen die leitenden Bestimmungen derselben gleich hier ausgesprochen werden.ib nQ(t ^ll ein Werk sein allgemeiner Menschenliebe, zu dem sich Glieder aller Glau­bensbekenntnisse vereinigen, deswegen wird die­selbe keiner einzelnen confessionellen Richtung an gehör en. Selbstverständlich begründet das religiöse Be- ken'.itniß für die Aufnahme der Kranken keinen Unterschied, jn den Fällen, in welchen der Zustand eines Pfleglings es gestattet, wird für das religiöse Bedürfniß nach dem Bekenntnisse, dem er angehört, gesorgt werden.

Den alljährlichen Gcneralversammlnngen des Vereins bleibt es Vorbehalten, die Gründung und Unterhaltung der Anstalt diesen Grundsätzen geinäß, durchzuführen.

Es wird zunächst zu diesem Zweck der ersten General- versanimlnng ein, den hier ,ausgesprochenen Grundsätzen ent­sprechender Statuten-Entwnrf, zur Berathung und Beschluh- fasiung vorgelegt werden. Diese Generalversammlung hat auch an die Stelle des gegenwärtigen provisorischen Comitv's einen definitiven Verwaltungsrath znr Leitung der Anstalt zu erwählen.

Stimmrecht auf dieser Generalversammlung haben i Personen, die mindestens zwei Gulden jährlichen Beitrag zahl

Einstweilen haben die am 17. März versammelt gewest Endesunterzeichneten einen provisorischen Ausschuß, besteh aus den Herren ;

v. Bechtold, Geheimer -Staats - Rath, erster Präside E i g e n b r o d t, Dr. med.; Gerschl a n e r, Kaufmann, Rechn Köhler!., Hofger.-Advokat, Schriftführer; Weber, C, Dr. med. und v. Willi ch, Provinzial Directvr, Vicepräsid gewählt. Dieser provisorische Ansschuß wird bis zur eh ordentlichen Generalversammlung alle Vorbereitung zur Gr' düng der Anstalt treffen und die Gelder verwalten.

So möge denn dieser Aufruf hinauswandern in Stadt i Land, mitleidige Herzen zu rühren, und werkthätige Hülfe i zu bringen.

v. Bechtold, Geheimer Staatsrat!) in Darmsts Dr. Diegel, Professor in Friedberg. Dr. Eigenb re in Darmstadt. Dr. F. L. Feist, Mediciualrath in Md Ferber, Beigeordneter in Gießen. Goldschmidt, 8 pold, in Mainz. George, Abgeordneter in Büdeshe Gerschlauer, Carl, in Darmstadt. Kohler I., i gerichts-Advokat in Darmstadt. Ludwig, Director Irrenanstalt in Heppenheim. Möser, Georg Sohn, Darmstadt. Pfalz, Henry, in Offenbach. Racke, geordneter in Mainz. Dr. Seel, Pfarrer in Seitz, Professor m Gießen. Schreger, Jnwelier Darmstadt. Dr. Weber, Carl, in Darmstadt, v. WilVv Provinzial-Director in Darmstadt. Wolfskehl, Otto, Darmstadt.

Alimcrkuna. Die in der Eomitösitzung nicht anwesenden Herren Hofprcl Simon in Michelstadt, KrciSasscssor Röm Held m Lindenfels Gutsbesitzer Möller in Lauterbach haben ihre Unterschrift zur noch nicht eingesendet.

Der obenstehcnde Aufruf ist in einer am 17. März gehal Comitesitzung berathcn und einstimmig angenommen worden, tzr Dlakonus. Engel in Erbach war zu dieser Sitzung ringel worden, batte indessen sein Nichterscheinen durch Unwohlsein ent viaen lassen. Mittlerweile hat Hr. Enget in der Darmstadter Z«i und den Hessischen Lolksblätteru einseitig eine Betanntmachung -rl« aus welcher hervorgeht, doch derselbe sich von uns getrennt hat, worin er die Eröffnung einer spceisisch konfessionell geleiteten Ar verkündigt, während wir eine WohlthätigkertL-Anstalt gründen w oie keiner konfessionellen Richtung angehört.

W a i z e n.

Korn.

G e r

Hafer.

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Ort und Datum.

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Malter.____

Ver­kauft

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Pfund 9-

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Mittelpreis vom Malter.

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Gießen, 27. April . . .

Grünberg, 28. ...

Mainz, 27. ...

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