Beilage zu Nr. 70 des Anzeigeblatts.
Vermischte Anzeigen.
Angelegenheiten der 39. Versammlung deutscher Naturforscher und Aerzte.
2771) In Folge der Aufforderung des geschästSleitendcn Ausschusses der 39. Versammlung der Naturforscher und Aerzte haben wir uns schon vor 2 Monaten an das vereheliche hiesige Publikum mit der Bitte gewandt, den sich hier versammelnden Herren Naturforscher und Aerzte für die Dauer ihres Aufenthaltes gastliche Aufnahme gewähren zu wollen. Mit welchem schönen, für die Gastfreundlichkeit der Bewohner unserer Stadt Zeugniß gebenden Erfolg unser Ersuchen gekrönt worden ist, mag die Thal» fache beweisen, daß wir bcreitwilligst für etwa 600 Personen Unterkommen gefunden haben. Nach den bis heute geschehenen Anmel» düngen ist es jedoch als feststehend zu betrachten, daß eine vielleicht weit größere Zahl sich hier versammeln wird; wir finden uns daher in die Nothwendigkeit versetzt, die Güte derjenigen Familien in Anspruch zu nehmen, welche für den eingetretenen Fall LogiS in Aussicht gestellt, oder eine große Zahl von Gästen aufzunehmen sich bereit erklärt haben. Zugleich wird sich das unterzeichnete Comit6 bei der nochmaligen Aufnahme der eventualiter zugesicherten Logis darüber Gewißheit verschaffen müssen, ob die verehr» lichen Wohnungsgeber, welche bestimmte Gäste eingczeichnet, über deren Kommen jedoch keine officiclle Anmeldungen vorliegen, gewillt sind, andere Gäste bei sich aufzunehmen. Nur auf diese Weise wird es uns möglich werden, die Zahl der uns überhaupt zur Disposition stehenden LogiS zu bestimmen und andererseits auch zu veranlassen, baß die bisher blos bei Privaten angemeldcten Theilnehmer der Versammlung durch Uebermittlung einer Legitimationskarte von Seiten der Geschäftsführung in den Stand gesetzt werden, die von zahlreichen deutschen Eisenbahnen den Besuchenden der diesjährigen Versammlung verwilligten Vergünstigungen in Anspruch zu nehmen.
Gießen, den 28. August 1864. Das WohnungS-Comitö.
2761) Ein braver Bursche, der mit Pferdc-Fuhrwerk umgehen kann, wirb auf 1. September als Kutscher in Dienst gesucht. Nähere Auskunft ertheilt die Expebition dieses Blattes.
Siebenundzwanzigster Rechenschafts-Bericht
der
Berlinischen Lebens - Verstcherungs - Gesellschaft.
2770) Nach^m am 27. v. Mis. die diesjährige General-Versammlung stattgefunden hat, bringen wir hiermit zur öffentlichen Kcnntniß, daß die Dividende für die im Jahre 1859 mit Anspruch auf Gewinn-Antheil versichert gewesenen Personen auf 14‘/2 Procent der von ihnen im Jahre 1859 gezahlten Prämien festgestellt ist unv statutenmäßig bei ihren künftigen Prämienzahlungen in Abzug kommen wird.
Im verflossenen Jahre wurden 738 neue Versicherungen mit 1,043,200 Thalern bei der Gesellschaft angemelvet, von denen 607 Versicherungen mit 831,600 Thalern zum Abschluß gelangten.
Dagegen sind durch Ausscheidungen 107 Personen mit 194,400 Thalern und durch Sterbefälle 244 Personen mit 356,900 Thalern ausgetreten, so baß am Schluffe des Jahres 1863 überhaupt versichert waren:
9438 Personen mit zwölf Millionen 69,600 Thalern, wofür Vie Reserve auf 2,679,073 Thaler 4 Sgr. 3 Pf. unv Der Gesammt- Fonv auf 4,113,331 Thaler 2 Sgr. 10 Pf. angewachsen ist.
Der ausführliche Geschäfts-Bericht bcs vergangenen Jahres kann in unferm Bureau, so wie bei sämmtlichen Herren Agenten in Empfang genommen werden.
Berlin, den 4. Mai. 1864.
Direction der Berlinischen Leliens-Verllcherungs-GeseUschast.
E. Baudoum. Brose, v. Bülow, v. Lamprecht.
Director. Direktor. Direktor. Director.
Buffe,
General-Agent.
Vorstehenden Bericht bringen wir hierdurch zur öffentlichen Kenntniß, mit dem ergebenen Bemerken, daß ver Geschäfts-Bericht des Jahres 1863 bei uns unentgeltlich ausgegeben wird und Anträge auf Versicherungen von 100 bis 20,000 Thalern jederzeit angenommen wcrven.
Gießen, im August 1846. Franz Peppler Sf Comp., __________________Agenten der Berlinischen Lebens-Versicherungs-Gesellschaft. Dampf- Dreschmaschine.
2783) Im Laufe der nächsten 8 Tage trifft meine nach neuester Construction gefertigte Dampf-Drefchmafchine hier ein und ich ersuche daher die Herren Oeconomen, sich über Weiteres mit mir benehmen zu wollen.
Elias Meier.
Erklärung.
2765) Aus zuverlässiger Quelle erfahren wir zu unserem Bedauern, daß ein im Gießener Anzeigeblatt abgevrucktes Gedicht: Das Sängerfest zu Weilburg von G. Link, in der dortigen Gegenv zu Mißverständnissen und wohl gar zu Unannehmlichkeiten Anlaß gegeben hat, und zwar bloS ver dritte Vers dieses Gedichtes, in welchem direkt der Licher Verein genannt wird. — Da nun dieses Vers leicht unrichtig verstanden werden kann, wenn man vorher das Gedicht vom Sängerfest zu Hadamar nicht gelesen hat, welcher leider durch ungünstiges Wetter verunglückte, so erklären wir hiermit, vaß es nicht die geringste Beleidigung, sondern blos ein Witz sein sollte.
Ferner verwahren wir uns auf das Entschiedenste dagegen, vaß ein Weilburger Sänger das erwähnte Gedicht verfaßt, indem G. Link ein Limburger Bürger ist; ebenso erklären wir laut, daß das Freund» schaftsbündniß mit unseren sämmtlichen ®e» sanges-Brüdern sich auf unserem Feste nicht gelockert hat, sondern noch fester geschlossen wurde, und somit auch mit unseren lieben kichern, denen wir hiermit zurufen: Seid versichert, daß Euch die Herzen aller Weil» burger noch so warm und freudig entgegen» schlagen, als wie bei Euerem Hiersein, das leiver nur zu kurz gewesen.
Weilburg, den 24. August 1864.
Der Vorstand des Liederkranzes zu Weilburg: Ernst Thempel. C. Lemp.


