solchen Vertrags mit größeren Capitalien gehen soll, die durch unvorherzusehende Ereignisse etwa ausgenommen werden müßten unb durch ein Darlehen auf die nicht verpfändeten übrigen Besitzungen der Stadt nicht gedeckt werden können, bleibe hier unbesprochen.
Nach dem Gegebenen wirft sich hier vor allen Dingen die Frage auf: ist cs raihsam und vorlheilhaft, daß die Stadt auf das Anerbieten eingche? Kann die Stadt die in nächster Zeit benöthiglcn größeren Capitalicn sich zu dem gleichen Zinsfüße verschaffen, den sie für die übrigen bezahlt, was Sachverständige durchaus bejahen, so dürfte die Frage entschieden sein.
Die erwähnte Gesellschaft bietet aber der Stadt ein. weit größeres Capital an, als ihre Schulden betragen und hoffentlich je betragen werden und cs soll eine Bedingung sein, daß sie nicht weniger als eine Million darleiht. Abgesehen von der Frage, ob eine solche'Mehrausnahme sich rechtfertigen läßt und die höhere Genehmigung crlangcn kann, Wint sich die weitere auf: ob es rälhlich ist, daß die Stadt erborgte zinstragende Papiere liegen hat, und noch eine andere: ob cs gcrathcn ist, daß sie mit solchen Geldern etwa Geschäfte zu machen sucht, sowie diese vielleicht auch zum Vvrthcil derjenigen, welchen solche Gelder da,geliehen werden und zugleich mit einem kleinen Gewinne für die Stadt verknüpft; denn es ist ja bekannt, daß die Stadt von Jndustricn, welche sie treiben muß, überall eher Schaden als Nutzen hat.
Was ist aber an jenes Anerbieten geknüpft? Der Plan soll sein (ein besser Unterrichteter giebt hoffentlich Auskunft), daß jene Gesellschaft im Namen der Stadt Anlehensloose herausgiebt, und zwar jedes Loos zu 10 fl. und in der Zahl von 125,000 Stück. Das machte im Ganzen 1,250,000 Gulden. In diesem Mehrbetrag von 280,000 fl. über das wirkliche Darlehen liegt der Vortheil der Gesellschaft, die natürlich nicht aus philantropischen Zwecken der Stadt Gießen Geld darleiht. Von diesem Betrag werden die Kosten des Drucks, die Gebühren für die Unterhändler, welche die Loose an den Mann zu bringen haben, gedeckt und können die Loose glücklich untergebracht werden, so mag ein annehmbarer Reingewinn übrig bleiben.
Hier erhebt sich nun die Frage: darf die Stadt ein solches Lottcrieanlehen machen, ohne sich an ihrer Ehre zu gefährden?
Bekanntlich sind die Ansickten über Lotterien überhaupt noch nicht ganz geklärt. Sehr viele der tüchtigsten Staatsöconomeu jedoch haben solche als nicht allein den Wohlstand der Staaten gefährdend v.rworfen, sontern finden den größeren Nachtheil darin, daß sie die Spielwuth der Völker ausstacheln, die nach einem anscheinend leichteren Gewinn suchen, und dabei einen Theil oder alles ihres oft sauer verdienten Einsatzes verlieren. Lotterien sind aber auf die Spielwuth und darauf berechnet, daß die Meisten nicht rechnen können oder wollen, und sie werden wohl leider! so lange bestehen, bis die Einsichtigen die große Mehrzahl bilden und aus Mangel an Absatz die Sache einschläft. Je kleiner bei solchen Anlehen die einzelnen The.lc, um so gefährlicher wirken sie. lO-Guldenloose werden selbst von Qecvnomen gekauft — die Herren, welche solche ausgebcn, wissen, wo Nachfrage danach ist - die in den 30er Jahren zahlreich von Oestreich ausgegangenen berüchtigten AuespielungSloose z. B. hatten ihr Hauptpublekum in Frankreich, Spanien und Portugal, also Ländern, die im Rechnen, Schreiben und Lesen nicht sonderlich bewandert sind.
Ein Bürger.
Fremden-Register vom 16, bis 19. April 1863. I n den Gasthäusern.
Im Einhorn: Hr. Bleeck, Bauinspect. v. Memel; Hr. Dippe, Verw. v. d. FriedrichShülte; Hr. Dietrich, GutSbes. u. Hr. Haas, Beamter ». Biederlnvnuen; Hr. Herzet, Jnspect. v. Stettin; Hr. Hammer, Burgermstr. v. Düsseldorf; Hr. v. Suchet, Commerz.-Rath 8. Aachen; Hr. FiUewein, Oecon. v. Braunschweig; Hr. Mvnsteur, Direct. v. Lyon; Hr. Hecker, Arzt u. Berlin; Hr. Prinz, Gutsbes. 8. Gumbinnen; Hrn. Offiz. Säß u. Hiischgäffcr m. Fr. v. Frankfurt; Hr. Heinemann, Bang. 8. Berlin; Hr. Jentzsch, Lehr. 8. Dresden; Hrn. Nent. 8. Langenfeld m. Fam. v. Saarbrücken u. e. Lauvert m. Fr. 8. Brustella; Hr. Mvhr, Jnsp. 8. Leipzig; Hrn. Kauft. Zobel e. Stettin, Schulz 8. Bruchsal, Drouoen 8. lvtainz, Roth 8. Gemünd, Mutzbauer 8. Lffenbach, Zimmermann 8. Nürnberg, Schritter 8. WernerSgrün, Winfelnzann 8. Freiburg, Quak 8. Gladbach, Müller v. Hannoaer, Bessinger m. Fr. 8. Leipzig u. Schulz u. Carri 8. Frankfurt.
Fm Prinz Earl: Hr. Wylin, Rent. 8. London; Hrn. Fabrik. Löste 8. Würdinghausen, Schramm r. Herborn, Steinert 8. Elbersdorf, Muller u. Schmidt 8. Hilgenbach u. Wvnternach u. Sleinseifer 8. Siegen; Hr. Habeibier, Stud. 8. St. Petersburg; Hr. Koppen, Ingen. 8. GilmerSdorf; Hr. 8. LevinSky, Lieuten. 8. Mainz; Hr. 8. Frankenberg, Geh. Rath 8. Güttingen; Hr. 8. Werendvrf, Stud. 8. Arnsberg; Hr. Korner, Chem. 8. Cassel; Hrn. Fabrik. Wimpisinger a. Tprol u. Sutter m. Fr. 8. Dresden; Hrn. Kauft. Lodet 8. Ludenfcheibt, Storch v. Brotterode, Cäser 8. Pefth, Steffens v. Magdeburg, Kalkhof v. Gelnhausen, Guntz ». Herborn, Schwalb d. Lffenbach, Schneider v. Pforzheim, Finster 6. Halle, Haasen e. Sternberg, Wieder 8. Mainz, Behrend r>. Dresden, Beckenrath 8. Elberfeld u. Schupach u. Meper v. Frankfurt.
Im Kappen : Hrn. Stud. Muffet 8. Wiesbaden u. Tollfus 8. Chemnitz; Hrn. Cand. Knoblauch v. Büdingen u. Hunsing v. Darmstadt; Hr. Probst,
Forstm. 8. Stuttgart; Hr. Reinhardt, Ingen, v. Chemnitz; Hr. Wiesenthai, Jnspect. v. Deutz; Hr. Leo, Revierfstr., Hr. Frischer, Bergmftr. n. Hrn. Gem.-Räthe Bott u. Hergenheim v. Haingründ; Frl. Schramm ». Haiqer; Hr. Hohmann, Fabiik. 8. Solingen; FrlS. Brockhoff d. Darrilftadt u. Hiller u. Adler v. Müblheiin; Hr. Müller, Fin.-Cand. v. Alsfeld; Hr. Selle, Geh. Rath v. Saarbrücken; Hr. Großmann m. Fr. v. Siegen; Hrn. Kauft. Forschner v. Manubeim, Girsbach u. Hüttenheim 8. Hilgenbaq, Stein v. Siegen, Reuther 8. Mainz, Heiling 8. Mainz, Kucke 8. Elberfeld, Wielsdorf m. Fr. 8. Dresden, Weitz u. Mendel 8. Coblenz, Münchhvff ». Erfurt, Adelmann 8. Siegen, Winzender 8. Höchst, Lippmann 8. Lffenbach, Albrecht 8. Mainz, Schmidt v. Mühlheim, Schleußer v. Cvtn, 8. Pieper 8. Neuwied, Ottens 8. Bielefeld u. Herzenrvder, Adler, Stierte, Berger u. Müller v. Frankfurt.
Im deutschen Hof: Hr. Rieger, Hautbvist v. Weilburg; Hrn. Geschäftsleute Lang, Händler, Kvdl u Wahl n. Lauterbach.
Im Darmstädter Hau» : Hr. Tpome, Fuhrm. v. Hommertshausen ; Hr. Hamderger, Aichmstr. v. Heppenheim; Hrn. Oecon. Half, Schunth, Linck, Spielmann, Eberhardt u. Gebhardt 8. Büdingen; Hr. Altstadt, Fabrik.». Schlitz; Frl. Spielmann 8. Büdingen.
In der Sonne : Hr. Schultbers, Zimmerm. 8. Neustadt; Hr. Müller, Schuhm. 8. S.llnrod; Hr. Rausch, Fuhrm. 8. Erchelsachsen.
In der Nose: Hr. Walther, Unter-Offiz, n. Weilburg; Hrn. Handelsl. Geßner, Weinet, Glanz u. Nuß v. Haingrundau.
In den Privathäusern.
Bei Hrn. Bergotder Ritsert: Fr. Ritsert 8. Darmstadt. — Bei Hrn. Heinr. Sauer: Hr. Wiesenecker, Weißb. u. Frl. Scheidt 8. Böhl. — Bei Fr. Rentamtm. Bott : Hr. Dr. Rieckher m. Jam. 8. Marbach. — Bei Hrn. Kaufen. Münch: Hr. Münch 8. WveneS. — Bei Fr. Seipp Wittwe: Fr. Dr. Mvhr ». Heidelberg. — Bei Hrn. Mechau. Liebrich; Hr. Bertschinger m Fam., Kausen, a. Amerika u. Fr. Oberst Bertschinger v. Lenzburg.
Fruchtpreise von nachbenannten Städten und Fruchtuiärkten.
Druck und Verlag der Brühl'schen Univ..Buch- und Steindruckerei (Fr. Ehr. Pietsch) in Gießen.
Ort und Datum.
Waizen.
Äern.
Gerste.
Hafer.
Kartoffeln.
Verkauft
Mittelpreis vom Malter.
Verkauft
Mittelpreis 8vm Matter.
Verfällst
Mittelpreis 8om Malter.
Verfällst
Mittelpreis vom Malter.
Verkauft
Mittelpreis vom Malter.
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Gießen, 17. April ....
Grünberg, 18. „ ....
Mainz, 17. „ ....
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