Ausgabe 
21.1.1863
 
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Aufruf

zur Gründung einer Muthilden-Stiktung

an die Angehörigen

-ee Provinz Oberhessen.

Äinknüpfend an die Aufrufe der Provinzen Starkenburg und Rheinhessen zur Gründung eines Eh^-^n-Denkmals für unsere allerverehrte unvergeßliche Großherzogin Mathilde, ersuchen die Unterzeichneten auch die Angehörigen der Provinz Oberhessen um ihre rege Theilnahme.

Das Denkmal soll kein Monument von Stein oder Erz werden, vielmehr ein wohlthätiges Liebeswerk sem, welches, Zeuaniß von den hohen Tugenden der allzufrüh Dahingeschiedenen gebend, nach Ihrem voranleuchtenden Berfpre e ^hre Zle Wirksamkeit für Menschenwohl und Mildthätigkeit auf alle folgeuden Geschlechter fortzupflanzen bestimmt ist.

Nach dem vorliegenden Plane wird zu dem Ende die Gründung einer Mathilden-Stiftung zum Zwecke des Wohlthuns in Ihrem Geiste beabsichtigt. ,

Es soll dies zunächst durch Verabreichung von Beiträgen an bereits bestehende oder noch ms Leben tretende wohlthätige Stiftungen und sonstige gemeinnützige Anstalten aus der Kasse der Mathilden-Stlftung geschehen, sowie ferner durch Unterstützung solcher Familien oder einzelner Personen, welche tU Folge außerordent­licher Unglücksfälle der allgemeinen Hülfe und werkthätigen Theilnahme bedürftig stnd.

Bei allen Verwendungen soll als oberster Grundsatz gelten,daß dabei die Rücksichten allge­meiner Menschenliebe ohne Unterschied des religiösen Bekenntnisses maßgebend sind.

Wir richten nun an alle Bewohner unserer Provinz die angelegentliche Bitte, zur Erreichung des schöiwn Zweckes dieser Stiftung nach besten Kräften mitzuwirken. Insbesondere ersuchen wrr einflußreiche wohldenkende Manner, sich der Sache freundlichst anzimehmeu, und vermittelst Bildung von Local - Count« s und Zwergveremeu dafür thattg zu sein, daß Listen in Umlauf gesetzt werden, in welchen sowohl Beiträge zum Kapitalstock, als jährliche Be> träge gezeichnet werden können *). Wir sind bereit, allen, welche in der angegebenen Weise wirken wollen, Abdrucke des Statuten-Entwurfs, Formulare zu Einzeichnungen, sowie jede gewünschte Auskunft, zukommen zu lasten.

Zugleich behalten wir uns vor, Alle, welche sich an der Stiftung betheiligen werden, demnächst zu einer Znfammen- kunft einzuladen, um über die Annahme der Statuten, die entsprechende Betheiligung der Zwergvereme an der Verwen­dung der Mittel, und die Wahl eines definitiven Vorstandes zu beschließen.

Gießen, im November 1862.

Das provisorische Cemils.

Arnold, Bürgermeister von Grünberg, Dr. Georg 58erna, Gutsbesitzer von Büdesheim, Albert von Breidenbach zu Breidensteiu, Wilhelm Brill, Apotheker und Bürgermeister von Rödelheim, G- Buderus, Fabrikinhaber von Hirzenhain, C- G- Bücking, Kaufmann von Alsfeld, Ludwig Bückrug, Fabrikant von Gießen, Cal m berg, Landrichter von Vöhl, Dr. Engel, Geheime - Kirchenrath von Gießen, Dr. Engelbach, Hofgerichtsadvokat von Gießen, W. Fertsch, Kaufmann von Friedberg, Dr. Fluck, Professor und Pfarrer von Gießen, Georg Fulda, Fabrikant von Gießen, Fuhr, Regierungsrath von Vöhl, Gail senior, Fabrikant von Gießen, Dr. Haberkorn, Oberförster von Onenberg, Habicht, Decan von Grünberg, Heinrich Homberger, Fabrikant von Gießen, I. Jakoby VI., Bürgermeister von Rodheim, Theophil Jung, Kaufmann von Freienseen, Seligmann Kaufmann, Kaufmann von Schotten, Kemp ff, Poststallmeister von Gießen, Kißling, Kammerrath von Hungen, Klingelhöffer, Landrichter von Biedenkopf, Küchel, Bürgermeister von Butzbach, Küchler, Geheimerath von Gießen, Dr. Freiherr von 8 er älter, Gutsbesitzer von Obererlenbach, Dr. Levi, Rabbiner von Gießen, Limper t, Steuer-Commissär von Grünberg, Löwenstein, Bürgermeister von Vöhl, Georg Noll, Hüttendirektor auf der Ludwigshütte, Dr. Ortwein, Landrichter von Grünberg, Otto, Dekan von Alsfeld, Ploch, Landrichter von Gießen, Preußer, Bürgermeister von Friedberg, Ramspeck, Bürgermeister von Alsfeld, August Reuning von Nidda, Ä. Ricker, Buchhändler von Gießen, Adolph Rullmann, Oekonom von Stammheim, Sartorius, Landrichter von Lich, Dr. Schilling, Professor und z. Rektor der Landeo- nniversitätzn Gießen, Schuster, Obereinnehmer von Gießen, C-F. Schwarz von Echzell, J-J. SeipPel l, von Butzbach, Dr. Simon, Superintendent von Gießen, I. Steinhäußer von Friedberg, Ludwig Thndichnm, Dekan von Rödelheim, Trantwein, Stadtpfarrer von Lauterbach, Bogt, Bürgermeister von Gießen, Weber, Hofgerichts-Direktor von Gießen, Wolff, Bürgermeister von Horulughasen.

*) Anmerkung. Einzeichnungslisten sind Bereits in Umlauf gesetzt. Indem wir dieselben der mildthätigen Theilnahme unserer Mit­bürger empfehlen, halten wir uns zu der Hoffnung berechtigt, daß es der Stiftung vermittelst vereinter Ansammlung von Mitteln gelingen wird, ihrem hehren Humanitätszwccke, der Linderung menschlicher Noth, in erwünschtem Maaße zu entsprechen. Derselben sind circa st) t ft- bet Sparkasseverwaltung zu Ortenberg zugewendet worden. Möge dieses löbliche Beffpiel Nachahmung stnden.