Zu Nr. K. G. 493. Glkßrn, SM 20. Januar 1862.
Betreffend: Den Ankauf guter Zuchtstuten im Auslande, Behufs deren Wiederverkaufs an inländische Pferdezüchter.
Das
Groß herzogliche Kreisamt Gießen
an
die Groffher^oglichen Bürgermeistereien des Kreises.
Mit Bezug auf unsere Bekanntmachung vom 19. v. MtS. in Nr. 1 des Anzeigeblatts von 1862 benachrichtigen wir Sie, daß im Laufe dieses Monats zwölf Zuchtstuten in Norddcutfchland angekauft worden sind, welche von schönem starken und mittelgroßem Schlage, braun von Farbe, nicht unter vier und nicht über sechs Jahre alt sind.
Diese zwölf Stuten sollen Dienstag den 4. Februar laufenden Jahres, Vormittags 10 Uhr, in dem Großherzoglichen neuen Hofstalle zu Darmstadt an inländische Pferdezüchter aus den drei Provinzen des Großherzogthums öffentlich an die Meistbietenden, welche ihre Qualität als Inländer und ihre Zahlungsfähigkeit, insoferne beides nicht notorisch ist, nachzuweisen haben, gegen baare Zahlung versteigert werden, unter der Bedingung, daß bei Vermeidung einer Conveniivnalstrafe von 300 fl.:
1) diese Stuten zur Zucht benutzt werden müssen,
2) die Besitzer vor dem Ablauf von 6 Jahren Vie auf diese Weise gekauften Stuten nicht veräußern dürfen,
3) die Besitzer die angekausten Stuten während dieser 6 Jahre 3mal bedecken lassen,
4) die von den Stuten fallenden Fohlen nur an Inländer, jedoch mit Ausschluß von Pferdehändlern verkauft werden dürfen, und endlich ,
5) die angekauften Stuten jährlich bei Visitation der Landgestütsbeschälstationen dem diese Visiratron vornehmenden Beamten vorgeführt werden müssen.
Sie wollen das Vorstehende alsbald in Ihren Gemeinden bekannt machen lassen.
In Verhinderung des Kreisraths
Pietsch,-
Regierungs-Rath.
Gerichtliche und Privat-Bekanntmachungen.
Besondere Bekanntmachung.
132) Nachstehende städtische Gelder:
1) Schulgelder aus den städtischen Schulen und der Realschule pro IV. Quartal 1861,
2) von Obststämmchen, Waldnebennutzungen, Holz für den Tarifpreis, Octroi, Baumaterialien, Pacht von Gelände auf der Stephansmark, Gras von Wegen und Böschungen, Schulstrafen pro III. Quartal 1861 und nachträgliche Communalsteuern für 1861, können in den ersten acht Tagen ohne Kosten zur hiesigen Stadtkaffe bezahlt werden.
Gießen, am 16. Januar 1862. Der Stadt-Einnehmer:
Enders.
Versteigerungen.
Oeffentliche Bekanntmachung.
147) Unter Hinweisung auf die in diesen Blättern veröffentlichte Bekanntmachung vom 14. December verflossenen Jahres wird hiermit zur allgemeinen Kenntniß gebracht, daß die unterm 15. Januar d. I. abgehaltene Versteigerung der zur Concursmasse des hiesigen Bierbrauers Wilhelm Heyer gehörigen Immobilien und Brauutensilien die gerichtliche Genehmigung nicht erhalten hat und daß eine weitere Versteigerung derselben
Mittwoch den 5. k. Mts., Vormittags 10 Uhr, in dem Wohn- und Brauhause selbst auf dem Hardtberge bei Gießen abgehalten, auch dem Höchstbietenden hierbei der Zuschlag ertheilt werden soll.
Gießen, den 21. Januar 1862.
Großherzogliches Stadtgericht Gießen.
Muhl, Dr. A. v. Grol m a n, Stadtrichter. Stadtger.-Assessor.
Versteigerung von Straßenarbeiten.
123) Die zur Unterhaltung der Staatsstraßen in dem Baubezirk Gießen für das Jahr 1862 erforderlichen Arbeiten, bestehend in dem Brechen, der Beifuhr, dem Aufsetzen und dem Zerschlagen der Steine, sollen an nachbenannten Tagen und Orten an die ! Wenigstnehmenden versteigert werden, und zwar:
I. Montag den 27. Januar, Vormittags 10 Uhr, zu Rodheim in dem Hause des Wirth Carl Schlierbach, für den Straßenbezirk des Bauaufsehers Kramer;
II. Mittwoch den 29. Januar, Vormittags D l/2 Uhr, zu Lich im Gasthaus zum Engel, für die Straße von Abtheilungö-Nummer 22- über Steinbach und Lich gegen Langsdorf und vom Hessenbrücker Hammer über Lich bis zum Klösterwald;
III. i Donnerstag den 30. Januar, Vormittags 10 Uhr, zu Eberstadt in dem Hause des Wirth
Gerlach, für die Straße von AbtheilungS- Nummer 226 im Klosterwald über Eberstadt und Ober-Hörgern bis Abtheilungs- Nummer 257.
Die resp. Großherzoglichen Bürgermeister werden ersucht, diese Versteigerungen im Interesse ihrer Gemeinden besonders bekannt machen zu lassen.
Gießen, den 17. Januar 1862.
Großherzogliches Kreisbauamt Gießen. _____________Holzapfel. _______ 152) Montag den 27. Januar, Nachmittags 2 Uhr, sollen in dem Hause des Philipp Schmall in der Mühlgasse verschiedene Hausmobilien und Weißbinder-Stangen zu einem Gerüst gegen gleich baare Zahlung versteigert werden. Zugleich wird auch ein Handwagen, welcher bei Rathsdiener Vetzberg er auf dem Rathhaus eingesehen werden kann, mit- versteigert. Gießen, den 23. Januar 1862.
Großherzogliches Ortsgericht Gießen. In Auftrag des Vorstehers: W eidig, Ortsgerichtsmann.


