Fremden-Register vom 31. März bis 2. April 1862.
In den Gasthäusern.
Im Sappen: Hrn. Fabrik. Häring v. Hannover u. Schäfer v. Dresden ; Hrn. Rent. Meyer ». Hamburg, Oppenheim v. Lauterdach, Kehm v. Magdeburg u Dertinger v. Mannheim; Hr. SpieS, Pvstgeh. v. Gladenbach ; Hrn. GutSbes. Gath v. Altenkirchen, Reinhardt v. Neuwied, Wolf Langsdorf u. Bauer v. Hermannstein; Hin. Kaust. Bärnetz v. Bremen, Junkmanu u. Doth v. Barmen, Held v. Offenbach, Baumann v. Dresden, Klein v. Mainz, Reiß c. Wetzlar, Plovtmüllec v. Göttingen, Simon v. Elberfeld, Marz v. Erfurt, Sterz v. Marburg, Finnen v. Aachen, Daub v. Siegen, Durst c. Nürnberg, Kullmann v. Neurod, Kaufmann v. Berlin, Wobnhaufen v. Weilmünster, Steiger v. Antenhausen, Holzappel v. Bremen u. Schumann u. Nenn v. Frankfurt.
Im priiy (Karl : Hr. Dr. Löhme v. Halle; Hrn. Stud. Schulz- v. Naumburg u. Lhlenschläger v. Betzdorf; Hrn. Geschwor. Reih v. Echzell, Weiß v. Widdersheim, Boneiff v. Grünberg, Bath v. Berstadt, Dechmaun v. Bleichenbach, Käst v. Nieder-Wöllstadt, Krumm v. Wenings, Eberling v. Büdingen, Reinhardt v. Bernsburg, Walter v. Reichlos, Fröhlich v. Butzbach," Gerber v. Angersbach u. SuppeS v. Maar; Hr. Krämer, Först, v. Saarlouis; Hr. Hutzler, Geh. Regier-Rath a. Sachsen; Hrn. Stud. v. Schlürbach u. v. Frisenbcrg v. München; Hr. Kind, Pfarr. v. Ulmbach; Hr. Greifenstein, Gutsbes. a. d. Pfalz; Hr. Probst, Jnsp. v. Hannover; Hr. Scheffer, Beamt, v. Frankfurt; Hrn. Oecon. Menger v. Neu- hauseu, Kvuiger v. Niederhof u. Fink v. Wellersbach; Hrn. Kaust. Röder v. Rumburg, Müller v. Oerlinghausen, Solinger v. Aachen, Reinhardt v. Herborn, Erlenbach v. Cöln, Klein v. Bonn, Seitz v. Bromberg u. Beher v. Friedrichshafen.
Im <gtnl)8nt : Hr. v. Hertlingshausen, Major v. Potsdam; Hr. v. Lüppe, RittergutSbes. v. Mecklenburg-Schwerin; Hr. Krauskopf, Rittmstr. v. Breslau; Hr. Ziegler v. Leipzig; Hr. Buderus, Hüttenbes. v. Hirzenhain; Hr. Stamm, Fruchthndlr. v. Friedberg; Hr. Leo, Rent. v. Jndel- berg; Hr. Block, Stud. a. Amerika; Hr. Rosenthal, Metzg. ».Mannheim; Hr. Hoffmann, Fabrik, v. Alsfeld; Hrn. Gutsbes. Odenthal v. Hergen u. Lauscher v. Nieder-Wöllstadt; Hr. Meyer, Rent. v. Steinfurt; Hr. Roth, Brauereibes. v. Boltenhausen; Hr. Graf v. Michalsky m. Bedien., Gener. u. Hr. Baron v. Prittwitz, Lieuten. a. Schlesien; Hrn. Kaust. Asler v. Aachen, Senneritz v. Berlin, Löching v. Haagen, Mohr v. Stettin, Mafo- witzki v. Mainz, Scheid ». Eßlingen, Kaiser v. Offenbach u. Wießler v. Butzbach.
Im deutschen Hof: Hr. Wambold, Werkführ. v. Marienschloß; Hrn. Handels!. Heinemann u. Gottschalk v. BiSkirchen u. Hardt v. Albach; Hr.
Appel, Bergschäler v. EiSleben; Hr. Jochem, Forstcand. v. Ruppertsburg » Hrn. Geschäfts!. Breiter v. Bitbel, Lotz v. Villingen, Klees v. Maffenheim' Reh n. Rübsamen v. Lehnfeld u. Hahn v. Stein.
Im Darmstädter Haus: Hr. Brache!, Weißb. v. Kirch-GönS; Hr. Lobe, Stud. v. Hadamar; Hr. Schmidt, Fabrik, v. Friedberg; Hrm Handelst. Fay v. Holzhausen u. Rehm v. Hersfeld; Hr. Thomas, Fuhrm v. Hommertshausen; Hr. Schäfer, Metzg. v. Friedberg; Hrn. Oecon. Viehhäuser v. Ludwigsburg, Sommer v. Uebernthal u. Schüler tu Wehr v. Bretthausen.
Im Schwanen: Hr. Bork, Oecon. v. Sängershausen; Hrn. Handels!. Wolf v. Merlau, Engel v. Echzell, Preuß v. Westernach, Bing v. Ober- Ohmen, Steinberg v. Werdors, Jhrenderger v. Friedberg, Krob v. Lauterbach, Groh u. Hirsch v. Alsfeld u. Schmidt v. Cöln.
In der Sonne: Hrn. Handels!. Hermann v. Gönningen, Löwenstern v. S-llbruch u. Steinchen v. Usingen; Hr. Müller, Fuhrm. v. Sellnrod; Hrn. Metzg. Reinhardt u. Müller v. Gedern u. Kaufmann v. Creuznach.
In der Rose: Hr. Schneider, Schuhm. v. Biedenkopf; Hr. Bonn, Bäcker v. Homberg; Hrn. GeschäftSl. Krebs u. Kratz v. Ruppertenrod, Nau u. Gruß v. Roßdorf u. Landauer v. Homberg.
In den Privathäusern.
Bei Hrn. Dr. W. Taschä: Hr. TaschS, Satin.-Jusyect. v. Salzhausen. — Bei Fr. Landr. MelSheimer: Frl. Andrä v. Hirschhorn.
Temperatur im März, Gießen: niederste 1862 ......— 13,5° R<5.
mittlere 1862 ......+ 2,20 „
früheres Mittel aus 15 Jahren + 2,39 „
höchste 1862 + 13,2 „
Niederschlag im März 1862 ...... 1,63 Pariser Zoll.
„ „ „ im Mittel von
1851—1861 . . . 1,26 „
Geld-Cours vom 2. April 1862.
Pistolen.....
fl. 9. 37-38
Engl. Sovereigns
fl. 11. 44-48
ditto Preußische .
„ 9. 54J-55J
Preuß. Thaler . .
u — -
Holl. fl. 10 Stücke
„ 9. 42J-43J
5 Franken-Thlr. .
Ducaten.....
„ 5. 31-32
Pr. Caff.-Scheine
„ 1. 44’-45|
20 Frankenstücke.
„ 9. 20-21
Dollars in Gold
„ 2. 25z-26z
Das Octroi betreffend.
Die neulich in diesem Blatte angeregte Frage, ob das Octroi abzuschaffen sei, ist auch schon gelegenheitlich der Gegenstand von Berathungen im Gemeinderath gewesen und zwar in dem jetzt bestehenden Gemeinderath, der sich in seiner Mehrheit „liberal" nennt. Ihm stünde es also auch zu, liberal zu handeln und nichts ist liberaler, als eine gerechte Bertheilung der Steuern. Die große Mehrzahl des Gemeinderaths, und darunter sehr „liberale" und volksfreundliche Mitglieder, hat nun erklärt, die Einnahme, Vie durch das Octroi erzielt werde, für die Stadt nicht entbehren zu können und das Octroi fei schon darum aufrecht zu erhalten, weil dadurch die Landleute, welche ihre Bedürfnisse im Kleinen hier kaufen, genöthigt seien, indirect zu den städtischen Lasten beizutragen. Das also sind die Gründe für die Beibehaltung eines Besteuerungssystems, das von allen Kennern einer gesunden Bolkswirthschaft als ein miscrabeles mit Recht gekennzeichnet wird. Betrachtet man beide Gründe näher, so ist der erste, daß man die Einnahme nicht entbehren könne, an sich richtig, aber dies ist kein Grund, die Einnahme, welche das Octroi der Stadtkasse gewährt, auf diese und nicht auf andere gerechtere Weise zu beschaffen.
Die Besteuerung der Lebensbedürfnisse, welche der Arme so gut und so reichlich verbraucht, wie der Reiche, ist immer eine theilweise Ungerechtigkeit, denn die Besteuerung muß sich nach den Finanzkräften des Einzelnen, nicht nach dem richten, was er verzehrt. Weßhalb will man an die Stelle des Octroi nicht eine Erhöhung der directen Communalsteuer setzen, die den Ausfall vollständig deckt? W eßhalb will man die Finanzverwaltung in dieser Richtung nicht vereinfachen? W eß halb will man den armen Mann, der eine große Familie hat, durch Belastung der nothwendigsten Lebensbedürfnisse höher besteuern, als den Reichen, der weniger verzehrt? Weil die Landleute doch auch zu den städtischen Lasten durch das Octroi hinzugezogen werden ! — Es ist unglaublich, daß man diesen Grund nur auszusprechen wagt. Denn einmal liegt in dieser Besteuerung der Landleute eine der Stadt unwürdige Ungerechtigkeit (und Vie Würde der Stadt sollte doch auch eine Sorge des Gemeinderaths sein) und dann steht das Profitchcn, das die Stadt hiermit macht, in keinem Berhältniß zu den tausenderlei Plagen, welche gerade den geschäftstreibenden Bürgern durch das Octroi, oder vielmehr seine Erhebung und theilweise Rückvergütung zugesügt werden. Hier ist nicht Raum genug, um alle Beschwerden zu schildern, welche das Octroi mit sich führt, aber sie sollen am geeigneten Orte vargelegt werden. Mit Freuden hört man, daß die Verwaltungsbehörde in Bezug auf die angeregte Frage liberaler denkt, als ein Theil unserer sich liberal nennenden Gemeinderäthe, und daß von jener Seite einer Abschaffung des fraglichen ebenso unnützen, als ungerechten und plagenreichen Besteuerungssystems nichts im Wege stehen würde, sobald der Gemeinberath im Stande wäre, sich auf die Höhe der Zeit zu stellen und dem Beisviel der Belgischen Städte zu folgen, die längst das Octroi beseitigt haben. Liberale Thaten sind besser als liberale Reden!
Druck und Verlag der Brühl'schcn Univ.-Buch« und Steindruckerei (Fr. Ehr. Pietsch) in Gießen.


