Ausgabe 
29.6.1861
 
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Gerichtliche und Privat - Bekanntmachungen.

Edirtallsdung.

1487) In Sachen der Ehefrau des Stavtsccretärs Daniel Mütze, Emilie, geborne Schäfer von hier, Klägerin gegen den Bäckermeister Ludwig Justi und dessen Ehefrau Elisabeth«, geborne Klein von hier, jetzt unbekannt wo? abwesend, Verklagte, wegen Kaufgeldsforderung, wird den nach vorgelegter Bescheinigung in un­bekannter Ferne abwesenden Verklagten nach­stehende Klage :

Marburg, am 22. Juni 1861.

Klägerin erscheint in Person und stellt vor: die Verklagten haben am 11. Mai 1839 nachfolgende in hiesiger Gemarkung gelege­nen Grundstücke:

A. 23 V2 Ar. 153/6 Ruthen Erbwiese am Ordenberg, 23 f 18% Ruthen Garten

241 daselbst,

von meinem Großvater Conrad Hein­rich Eberhard dahier nach gerichtlich bestätigtem Kaufvertrag, den ich hiermit in Anl. A überreiche, für 250 fl. oder 138 Rthlr. 26% Sgr. gekauft und das Kauf­geld auf %jährige Vorauskündigung zu zahlen versprochen.

Conrad Heinrich Eberhard ist verstorben und von seiner einzigen Tochter Elise, Kaufmann Ruppertus Schäfer Ehe- frau, meiner Mutter, nach Gesetz allein beerbt. Diese hat als Erben drei Kinder hinterlassen, mich, meine Schwester Bertha und meinen Bruder Otto, und haben mir diese Letzter» beiden das Kaufgeld am 12. d. Mts. cedirt.

Die Verklagten, denen Capital erfolglos gekündigt ist, sind nach der Bescheinigung Anl. B unbekannt wo? abwesend und klage ich deshalb mit der Bitte:

die Verklagten öffentlich zu laden und zur Zahlung ves Kaufgeldes von 138 Rthlr. 26% Sgr. unter Aner­kennung eines gesetzlichen Pfandrechts an dem Kaufobject und zur Erstattung der Kosten schuldig zu sprechen.

Beweis trete ich an durch die Anl. A und B und des Gen. W und H Prot. von Marburg V. Bl. 173, aus welchem letzter» ich den Uebergang der Kaufgelver auf mich anher zu registriren bitte.

Es wird anher bemerkt: daß das Kauf- gelv der 250 fl. der Klägerin dortselbst als Gläubigerin Übertragen ist.

Zur Beglaubigung Pfeiffer mit der Auflage mitgetheilt, sich darauf im Termin, den 21. October d. I., Morgens 10 Uhr,

beim Rechtsnachtbeile des Eingeständnisses und des Ausschlusses zu erklären, und dient denselben zugleich zur Nachricht, daß alle Weiter in dieser Sache ergehenden Verfü­

gungen nur durch Anschlag am Gerichtsbret werden bekannt gemacht werden.

Marburg, am 24. Juni 1861. Kurfürstliches Justizamt I.

Henckel, Amts-Assessor.

vdt. Pfeiffer, Actuar.

Versteigerungen.

1504) In Sachen des Friedrich Storch in Meckesheim, Klägers gegen Großhcr- zoglichen Hofgerichts-Advocaten Briel dahier, Beklagten, Vertragserfüllung betr., sollen die in unserer Bekanntmachung vom 22. Sep­tember 1860 näher beschriebenen, dem Hof- gerichts-Advocaten Briel eigenthümlich zu­stehenden Realitäten, nämlich:

I. Ein Dritttheil des Gießener Braun­steinbergwerks mit den dazu gehörigen Ländereien, Gebäuden, Maschinen und Utensilien, sowie die auf dem Berg­werk vorräthigen abgetheilten und un- abgetheilten Mascherze, und

II. Sein am Mallthor dahier gelegenes Wohnhaus nebst Hausgarten, im Termin

Mittwoch den 14. August d. I., Morgens 10 Uhr, auf dem Rathhause dahier einer wiederhol­ten und letzten Versteigerung, (die am 19. November v. I. abgehaltene wurde nicht genehmigt), ausgesetzt werden, wozu Steig- liebhabcr mit dem Anfügen eingeladen wer­den, daß bei einem erfolgenden annehmbaren Gebote der definitive Zuschlag ertheilt wer­den wird. Die Versteigerungsbedingungen, in Venen die zur Versteigerung kommenden Objecte unter Beilage der betreffenden Grund­buchsauszüge speciell angegeben sind, können zu jeder Zeit in unserer Registratur einge­sehen und ebenso die betreffenden Realitäten selbst vorher zu jeder beliebigen Zeit besich­tigt werden.

Gießen, den 26. Juni I861.

Großherzogliches Stadtgericht Gießen.

Muhl, v. Rotsmann, Stavtrichter. Stadtger. - Assessor.

Die Vergebung von Maurer-, Pflaster-, Weißbinder- und Handarbeiten bei der Stadt Gießen.

1507) Donnerstag den 4. Juli 1861, ves Vormittags 9 Uhr, sollen auf hiesigem Rathhause folgende Ar- beiten an den Menigstfordernven vergeben werden:

Maurerarbeit, veranschl. zu 104 fl. 16 fr.

Pflasterarbeit, 541 48

Weißbinverarbeit, 11 15

Handarbeit, 39 36

Gießen, den 28. Juni 1861.

Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Ebel.

Versteigerung von Straßenarbeiten.

1481) Die Handarbeiten zur Unterhal» tung der Staatsstraßen im Baubezirk Gießen für 18s,/62 sollen an nachbenannten Tagen und Orten an die Wenigstnehmenven ver­steigert werden, und zwar:

I. Montag den 1. Juli, Morgens 10 Uhr, zu Klein-Linden in dem Hause des Wirths Rinn, für die Straße von Gießen gegen Großen-Linden bis zur Abtheilungs-Num- mer 23, für Vie Straße von Klein-Linden bis zur Königl. Preuß. Grenze, für die Straße von Gießen gegen Reiskirchen bis zur Abtheilungs-Nummer 21 und für Vie Straße von Gießen gegen Rodheim bis zur Abtheilungs-Nummer 16;

LL Dienstag den 2. Juli, Morgens 10 Uhr, zu Lollar in dem Gasthaus zur Krone, für die Straße von Gießen bis zur kurhess. Grenze;

III. Donnerstag den 4. Juli, Morgens 9 Uhr, zu Lich im Gasthaus zum Engel, für die Straße von Gießen über Lich gegen Hun­gen und vom Hessenbrücker Hammer über Lich gegen Butzbach;

IV. Samstag den 6. Juli, Morgens 10 Uhr, zu Nodheim in dem Hause des Wirths Carl Schlierbach für die Straße von Gießen nach Gladenbach, und zwar von Abtheilungs- Nummer 16 bis zur Königl. Preuß. Grenze.

Die resp. Großherzoglichen Bürgermeiste, reien werden ersucht, diese Versteigerung im Interesse ihrer Gemeinden besonders bekannt machen zu lassen.

Gießen, den 24. Juni 1861.

Großherzogliches Kreisbauamt Gießen. Holzapfel.

Arbeitöversteigerung. 1485) Freitag den 12. Juli d. I., Morgens 8 Uhr,

sollen zu Birklar die durch den Neubau des Vicinalwegs nach Cer Provinzialstraße zwischen Lich und Langsdorf vorkommenven Arbeiten und Materiallieferungen auf Ort und Stelle in mehreren Abtheilungen an die Wenigstnehmenden öffentlich in Accord gegeben werden, als:

Planirarbeit, veranschl. zu 1248 fl. 34 fr. Maurerarbeit, 21 39

sowie die

Anlieferung von 1,3 Cub.-

Klftr. Mauersteinen und 30 lfdn. Fuß Deckplat­ten, veranschlagt zu . . 37 45 Die Pläne, Kostenüberschläge und Accorvs- bedingungen sind bei dem Unterzeichneten bis zum Versteigerungs-Termin zur Einsicht der Interessenten offen gelegt worven.

Villingen, den 21. Juni 1861.

Pfarrer, Bezirfsbauaufseher.