Ausgabe 
20.11.1861
 
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Die Feldmäuse und deren Vertilgung.

Abermals sehen wir in vielen Gegenden unseres Vaterlandes Feld und Wiese den Verheerungen der Mäuse ausgesetzt und ver­anlaßt uns dies, auf die wirksamsten Mittel zur Vertilgung dieser schädlichen Thiere aufmerksam zu machen. Wir bemerken aber von vornherein, daß diese Mittel nur dann den gewünschten Er­folg haben können, wenn sie nicht vereinzelt auf einem Acker oder einer Flur, sondern vielmehr in ganzen Gemarkungen, gleich­zeitig von allen Gemeindegliedern in Anwendung ge­bracht werden. Es muß ein allgemeines Aufgebot, eine gemein­same Jagd auf die Mäuse veranstaltet werden. Geschieht dies nicht, zersplittert sich der Krieg in Unternehmungen Einzelner, so wird keine nachdrückliche Abhülfe des Uebels erreicht. Hat auch ein Einzelner sein Feld gesäubert, während auf den benachbarten Fluren nichts geschah, so ziehen sich wiederum Mäuse aus diesen in jenes. Ueberhaupt bleibt der Erfolg des Kriegs, wenn er erst zu einer Zeit begonnen wurde, in welcher der Feind zu so bedroh­lichen Massen angewachsen ist, stets ein zweifelhafter. Man hätte die Vertilgungsmittel zur rechten Zeit, d. h. im Frühjahr an­wenden sollen, wo die Mäuse meist in geringerer Anzahl vor­handen .sind.. Ein Paar Mäuse, welches den Winter (in dem bekanntlich die meisten zu Grunde gehen) glücklich überlebte, zeugt 5 Wochen nach der Begattung 1012 Junge; diese sind bereits nach 4 Wochen geschlechtsreif und erzeugen 5 Wochen später eben« wohl schon Junge, weßhalb aus den ursprünglich vorhandenen Stammeltern im Laufe des Sommers durch mehrmalige Genera­tionen eine Nachkommenschaft von Tausenden erwachsen kann. Ja, ein Paar Mäuse kann sich im Laufe Eines Jahres, vorausgesetzt, daß kein ungünstiger Umstand dazwischen tritt, auf 40,000 Stück vermehren! Es leuchtet daher ein, daß mehr damit geholfen ist, im Frühjahr zwei, als im Herbste hundert Mäuse zu vertilgen.

Unter den zu Gebote stehenden Abhülfsmitteln verdienen nun jene, welche die Vorsorge der Natur selbst getroffen hat, vor allem unsere Ausmerksamkeit. Unterlasset den sinnlosesten aller Kriege, den Krieg gegen eure treuesten Verbündeten und Mithelfer im Ackerbau. Schonet doch im eigenen Interesse die Fleischfresser aus der Klasse der Säugethiere, der Vögel und Amphibien, die eure Felder und Wiesen von Ungeziefer aller Art, namentlich aber von Mäusen, säubern. Schonet den harmlosen Igel, das muthige, behende Wiesel, welches den Feind in dessen eigenem Hause angreift, den Iltis, der massenhaft Mäuse vertilgt und dessen Schaden im Taubenschlag und Hühnerhaus weit weniger beträchtlich ist, als der des größeren Marders. Schonet aber auch diesen; durch sorgfältige Verwahrung der Gestügelställe könnt ihr euch ja vor seinen Gelüsten schützen. Er ist ein uner­müdlicher Mäusevertilger, ebenso wie der Fuchs, dem die Jagd- Eigenthümcr und Jagdpächter, dem allgemeinen Besten Rechnung tragend, unter den dermaligen Verhältnisse» freien Platz geben sollten.

r Schonet die mäusefressenden Vögel. Sie werden nur zu oft im Unverstand und blinden Eifer verfolgt. In den Augen |

der Meisten ist jeder Tag- und Nacht - Raubvogel ein schädliche« Thier, das ist sehr beklagenswerth. W

Die höchste Schonung verdienen als rastlose Mäusejäaer folgende Vögel: M

1) Der Mäusebussard (falco buteo), Mänsefalk, Bus­sard. Er ist bei uns ziemlich gemein, zeichnet sich durch feinen schönen, schwebenden Flug aus und läßt dabei hoch in der Lust feinen katzenartigen, gedehnten, wiehiäh, hiäh !" lautenden Ruf erschallen. Die Schäfte der Schwung- und Schwanzfeder» sind weiß; der Schwanz hat 1014 dunkle Querbinde», im Uebri- gen ist feine Farbe sehr verschieden, bald einfach brau», bald oben braun, unten weiß gefleckt, bald ganz weiß oder weißach mit mehr oder minder braunen Flecken. Der Mittelfuß ist nur vorn bis zur Milte befiedert; die Füße sind gelb, der Schnabel an der Wurzel dlauhornfarbig, vorn schwarzhornfarbig. Der ganze Vogel ist 2324 Zoll lang. Mäuse sind seine liebste Kost er frißt aber auch giftige Ottern, Würmer, Schnecken re.; aber geht keine Hühner an, keine Tauben, keine Hasen und Rebhühner- sollte dies doch einmal vorkommen, so ist's eine seltene Ausnahme'

2) Der rauhfüßige Bussard (falco lagopus). Er unterscheidet sich vom Vorigen durch die bis zu den Zehen befie­derten Läuse und den weißen Schwanz, der vor dem Ende eint dunkle oder mehrere schmale Binden hat. Er ruft etwas höher und Heller tönend, wie der Vorige und ist, da er im Norden wohnt, nur Winters, bis zunr April hin, bei uns, macht sich während dieser Zeit so nützlich, wie jener, mit dem er häufig verwechselt wird.

3) Der Wespenfall (falco apivorus). Der Zwischenraum Zwischen dem Schnabel und dem Auge istMift dichtstehenden, abge- rundeten Faden der Mittelfuß nur mit kleinen Schuppen bedeckt, vor» aber bis zur Hälfte herab befiedert. Die Flügel lassen noch etwa 1 Zoll der Schwanzspitze unbedeckt. Die Nasenlöcher sind ritzenförmig. Er ist schlanker, als die vorigen und hat einen längeren Schwanz. Seine Länge = 2325 Zoll. Die Farbe des Vogels ist verschiedenartig; gewöhnlich aber einfarbig braun, oder braun mit weißgeflecktem oder weißem Unterkörper. Der Kopf ganz alter Männchen ist aschenfarbig. Er nährt sich wie die Vorigen; vertilgt aber daneben eine Menge Wespen, Hor­nissen, Hummeln und deren Nester.

4) Der Thurmfalke (falco tinunculus). Jener sehr bekannte und darum einer Beschreibung nicht bedürfende kleine Raub­vogel, der gern auf einem Fleck in der Luft flatternd (rüttelnd) stehen bleibt und dabeikli, kli, kli, kli!" ruft. Er fängt eben- wohl viele Mäuse und macht sich dadurch sehr nützlich. Mit den Tauben horstet er oft friedlich unter Einem Dach.

Das find die entschieden nützlichsten Tag-Raubvögel, die auf alle Weise gehegt und gepflegt werden sollten. Noch andere vertilgen ebenwohl Mäuse; da sie aber mehr junge Hühner, Tau- ben, Hasen, Rebhühner stoßen (wie z. B. der Gabelweihe, Milan (falco milvus), so wollen wir ihnen das Wort nicht reden.

(Fortsetzung folgt.)

Frucht- und Mehlpreise von nachbenannten Städten und Fruchtmärkten.

___Waizen.

Korn.

Gerste.

Hafer.

Kartoffeln.

Ort und Datum.

Aufge- Ver- Mitt-lpreis

Aufge- Ver- ^"t-lpreis

Aufge- Ver- Mittelpreis

Aufge- Ver- Mitt-lpreis

Aufge- Ver- Mittelpreis

fahren kauft satter.

fahren kauft Gatter.

fahren kauft satter.

fahren kauft

whren kaust satter

Mltr. Mltr. Pf. fl.^kr.

Mltr. Mltr. Pf.

fl.

kr.

Mltr. Mltr. Pf. fl. kr.

Mltr. Mltr. Pf. i fl.lkr.

Mltr. Mltr. Pf.

fl. fr.

Meßen, 15. Novbr.

96 200 13 58

40; 180

11

14

64 160 8 5

138 120 4135

13j 200

3 45

Grünberg, 16.

136j 200 13,27

105; 180

10

35

218j 160 7 41

252; 120 4 29

4; 200

3 20

Friedberg,

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160 --

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Mainz, 15.

200 14 31

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200 7 14

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200

Druck und Verlag der Bruhl'schen Univ.-Buch- und Steindruckerei (Fr. Chr. Pietsch) in Gießen.

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