1117) Die Grundsätze der Nationalökonomie erfordern, daß große öde liegende Landstriche, z. B. Sandflächen, Moräste rc rn fruchttragende Ländereien umgewandelt, ferner daß allgemein nützliche Unternehmungen, z. B- großartige Fabrikanstalten, ausae- dehnte Bergwerke nicht stille stehen, sondern fortbetrieben werden. Deßwegen besteht in den Ländern, wo Bergwerke in bedeutendem Umfange vorhanden sind, das Gesetz, wornach, wenn dieselben während eines gewissen Zeitraums unbenutzt gelassen werden der Regierung das Recht zustehe, die ertheilte Concesston zum Betriebe derselben zurückzuziehen, und sie auf Andere zu übertragen. Nun besteht ganz in unserer Nähe ein Bergwerk, das seit über einem Jahre nicht mehr betrieben wird; hiedurch haben tausend fleißige Hände ihren Verdienst verloren. Die Hunderttausende von Gulden, welche dem ganzen Bezirk Gießen in unzähligen Quellen zu- flössen, sind für denselben und folglich auch für das ganze Land verloren, und warum? weil unter den Eigenthümern des Berg- Werks ein unseeliger Prozeß besteht, ressen unheilvolle Wirkungen in richtiger Würdigung des Sachverhältnisses selbst im Interesse der Partheien, jedenfalls aber zum großen Vortheile des ganzen Bezirks durch eine Verständigung unter den Partheien über dm provisorischen Fortbetrieb des Bergwerks beseitigt werden könnten. Daß die streitenden Theile diesen Weg nicht einschlagen, ist sehr bcklagenswertb, durfte aber für diejenige Behörde, welche zunächst das Interesse eines ganzen Landestheils zu überwachen hat, nach meiner unmaßgeblichen Ansicht einen Grund abgeben, um gegen diese Verwahrlosung einer so segenbringendcn Quelle, wie die des frag!. Bergwerks ist, mit dem ganzen Gewicht ihrer Autorität einzuschreiten.
Pistolen schießen.
1071) Bei günstiger Witterung findet jeden Samstag Nachmittaq auf der Liebiqs- höhe Pistolenschießen statt.
Turn-Verein.
1098) Für das Sommerhalbjahr be= i ginnt bas regelmäßige Riegenturnen auf! dem Turnplätze Dienstag den 1. Mai, Abends halb 8 Uhr. Der Vorstand.
1112) Ein junger Mensch, welcher das! Schmiedegeschäft erlernen will, kann sogleich in die Lehre treten. Das Nähere bei der Exped. d. Bltts.
1045) Einige ordentliche Jungen von braven Eltern können unter günstigen Be- dingungen das Portefeuille-Geschäft erlernen in der Fabrik von
Feldmeier & Bock.
1082) Ein Junge, welcher das Schrei- ncrgeschäft zu erlernen wünscht, kann bei mir in die Lehre treten.
H. M a r g u t h.
1087) Eine brave Magd, welche selbstständig zu kochen versteht, kann auf Johanni einen Dienst bekommen. Das Nähere bei der Exped. d. Blttr.
Wohnungs-Veränderung.
1083) Seit heute wohne ich bei Herrn Gastwirth Becker im Hirsch, dritte Etage.
Gießen, den 28. April 1860.
Diarie W i l k e r, __Putzmacherin.
805) Ein braver Junge, der das Schuhmachergeschäft zu erlernen wünscht, kann in die Lehre treten. Wo? sagt die Exped. dieses Blattes.
1059) In dem Selterspförter Feld wird ein Acker zu kaufen, oder auf mehrere Jahre zu pachten gesucht. Das Nähere bei der Exped. d. Bltts. _____________
1057) Von jetzt an berechne ich beim Tapezieren das Stück Tapeten zu 10 fr. Alle übrigen Arbeiten werden ebenfalls bei reeller Bedienung billigst berechnet.
Gg. Felbhaus, Tapezierer.
FriWäcker )u Gießen.
Sonntag den 29. April. Jacob Vogt in ( der Wallthorstraße. August Noll auf der MäuS- i bürg. Balthasar Noll in der Neustadt.
Kirchliche Anzeigen
d e r evangelischen Gemeinde zu Gießen.
<8 o t t e s d i e n st.
Am 2 9. April.
Morgens: Kirchenrath l)r. Engel.
Nachmittags: Pfarrer Landman».
Universitäts-Gottesdienst.
Ilm 11 Uhr: Professor Dr. Hesse.
Beerdigte.
D e ii 12. April. Karl Reinhold Otto Schenck, des Bürgers zu Grünberg und LocomotivführerS an der Maiu-Weserbahn dahier, Christian Friedrich Schenck, ehelicher Sohn, alt 2 M., gestorben de» 11. April.
Den 20. April. Heinrich Konrad Karl Lorenz Best, Schuhmacher, des Bürgers und Schuhmachermeisters, Jacob Georg Best, ehelicher Sohn, alt 24 I. 6 M. 4 T., gestorben den 18. April.
Den 26. April. Marie Magdalene Herbert, geborene Kraft, des verstorbenen Bürgers und ThorfchreiberS, Georg Heinrich Herbert, hinterlassene Wittwe, alt 78 I. 10 M. 17 T., gestorben den 23. April.
Denselben. Marie Luise Schmall, deS Bürgers und Drechslermeisters, Christian Schmall, eheliche Tochter, alt 1 I. 8 T., gestorben den 22. April.
Die Pfarrgeschäfte in der nächsten Woche besorgt Kirchenrath Dr. Engel.
Fremden-Register vom 23. bis 25. April 1860.
I n den Gasthäusern.
Im Rappen: Hr. Zuler m. Fam. v. Limburg; Fr. v. Schenck v. Hermannstein; Hr. Murmann, Lehr. v. Erlauthal; Hrn. Dircct. Koche u. Weißgerber v. Dillenburg; Hr. Lonnitz, Rent. a. Pommern; Hr. Langheinrich, Fabrik, v. Schlitz; Hr. Kling, Hof-Zahnarzt v. Hanau; Hr. Schapper, Regier.-Rath v. Eoblenz; Hrn. Kaust. Groß v. Pfungstadt, Schrey v. Aschaffenburg, Putsch v. Weimar, HeterS v. Rheydt, Wieland «. Elberfeld, Aschard v. Friedrichsdorf, Walther v. Offenbach, Kranz v. Bremen, Mauchard v. Basel, Schwarz v. Dietz, Fasstus v. Cassel, Binder v. Darmstadt, Steffens v. Leipzig, Happ v. Fulda u. Becker, Weber u. Kratz v. Frankfurt.
Im Einhorn: Hr. Zahn, Cand. v. Weilburg; Hr. Hamm, Fabrik, v. Leipzig; Hr. Schild, Stud. v. Göttingen; Hr. Mütter, Rent. v. Berlin; Fr. v. Sannau m. Fam. v. Ludwigsburg; Hr. FotteniuS, Lieuten. v. Wien; Hr. Funge, Gutsbes. v. Nordhausen; Hr. Gardmann, Fabrik, v. Nierstein; Hrn. Kaust. Künstler v. Cöln, MareS v. Mannheim, Juttel- mann v. Hanau, Schneider v. Sprendlingen, Maier v. Cassel, Ferber v. Marburg, Lichtenstein v. Gotha, Bogel v. Leipzig, Seligmann v. Hamburg,
Schaucher v. Mainz, Güntber v. Magdeburg, Storck v. Chemnitz, Meyer v. Coblenz, Schilling v. Nordhausen u. Eisfeld v. Nieder-Wildungen.
Im Prinz Carl : Hrn. Stud. Günther v. Tübingen u. Kaiser ». Solothurn; Hr. Heß, Obers, v. Hatzfeld; Hr. CheliuS, Regier.-Rath v. Hannover; Hr. Friedmann, Rent. v. Rothenburg; Hr. Hessing, Ingen, v. Berlin; Hr. Winterhof, Fabrik, v. Wermelskirchen; Hr. Heimann, Justizr. v. Weimar: Hr. Löscher, Privatm. v. Creuznach; Hrn. Stud, Gallgut u. Kudilka v. Wien; Hrn. Kaust. Fahmer v. Gemünd, Suckirsch v. Breslau, Goldschmidt v. Crefeld, Peters v. Siegen, Lutze v. Ilmenau, Fylandi v. Bromberg u. Löwinger v. Frankfurt.
Im deutschen Hof: Hr. Pfarrer, Stud. v. Willingen; Hr. Scherer, Bäcker v. Homberg; Fr. Jochem m. Tocht. v. Ruppertsburg.
Im Darmstädter Haus : Hrn. Oecon. Merz u. Grünewald v. Kaichen; Hrn. ActuariatSgeh. Kircher v. Nidda u. Greb v. Schotten; Hr. Schwarz, Pvrtef.-Arbeiter v. Schlitz; Hr. Rendler, Uhrm. v. Lahr.
In den Privathäusern.
Bei Hrn. Prof. Dr. Weigand: Hr. Klein, Prof. v. Mainz. — Hrn. Hofger.-Pedell Schwalb: Fr. Becker m. 2 Kindern v. Colchester. Bei Frau Hofger.-Rath v. Grolman l.: Hr. v. Grvlman, Oberförster v. Eudorf.
Erodpreise vom 28. April 1860 an:
4 Pfund gemischtes Roggenbrod 16 kr. 4 Pfund Roggenbrod 14'^ kr._________
Druck und Verlag der G. D. Brühl'schen Universttäts - Buchdruckerei.
St
Erscheint wöcher 2 ft. — AuSw gespaltene Zeile, M 33
Ochsenfleisch Kuhfleisch . Rinvfleisch . Kalbfleisch . Schweineflei Hamiuelfleis Schaafflxisch Leberwurst Bratwurst . Schwartenir Blutwurst geräucherter Schinken Dörrfleisch
Sinnt er befindlich sein.
Unter Ausschreiben Schreien aus Vermeidung
Gießei


